• Deine Geschichte macht mich sehr traurig und auch nachdenklich.


    Warum hast du ihn nicht verlassen ?

    Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es einen unstillbaren Sommer in mir gibt.
    Albert Camus

  • Liebe Gedankenleserin, Du sitzt also im goldenen Käfig.


    Ich denke nicht, dass Du in diesem Leben noch von Deinem Mann bekommen wirst, wonach Du Dich sehnst.


    Ich sehe zwei Mögllichkeiten:


    Du gehst.


    Oder Du machst es so, wie ich es bei vielen Paaren in der Generation meiner Eltern (in ihren 60ern) beobachte: Man bleibt formal zusammen, weil man als Team ja funktioniert und um das Vermögen beisammen zu halten - aber in Wahrheit lebt jeder sein Leben, wie es ihm beliebt, man teilt sich das Haus auf, jeder hat seinen Bereich, man bildet eine sehr vertraute Hausgemeinschaft.


    Ein Lesetipp für Dich: "Die Frau des Arztes" von Brian Moore


    Aus irgendeinem Grund hat mich Deine Schilderung sehr an dieses Buch (das ich vor 15 Jahren las) erinnert.

  • hallo gedankenleserin,


    deine ehe erinnert mich irgendwie an die ehe meiner eltern. da ist auch die luft raus, war es wohl schon immer. allerdings hat jeder meiner eltern das bekommen, was er wollte in gewisser hinsicht. gefühlsmäßig scheint sie ncihts zu verbinden, aber ich glaube, die haben eh kein gefühl, für nichts und niemand, auch nicht für uns kinder. ob sie zufrieden mit dieser ehe sind, kann ich nciht beurteilen.


    mir würde was fehlen. ich brauche schon zuneigung von anderen personen. momentan scheint sich mein freundeskreis langsam in luft aufzulösen, und das beunruhigt mich. ohne menschen, die mich mögen, wäre für mich das leben sinnlos. hast du wenigstens einen guten kontakt zu deinen kindern oder anderen verwandten? oder nette freunde, die dir zuneigung entgegenbringen?



    lg
    mary

  • Zitat von Gedankenleserin

    Ich denke mir bleibt wohl nur Variante zwei. In meinem Lebensalter ist es schwer ein komplett neues Leben zu beginnen.

    auch Variante zwei kann "ein neues Leben beginnen" sein.

    liebe Grüße,
    Richie
    ----------------------
    Life sucks? Dial 42!

  • Hi Gedankenlesern


    Ich finde es traurig für dich (und auch für ihn) , wie ihr zwei nebeneinander lebt.
    könnt ihr denn nicht versuchen, irgendeinen Pakt zu schließen, der das Leben für euch zwei erträglicher macht?


    So dass jeder seine Freiräume habt, aber euch wenigsten zum Essen einmal am Tag trefft und so was wie eine freundliche Kommunikation miteinander führt.


    Deine Geschichte bestätigt mir einmal mehr, dass man das Leben in die Hand nehmen muss und nicht einfach laufen lassen darf. Sicher, die Umstände wie Haus , Tiere und nicht zuletzt dein Sohn , haben es dir erschwert nach anderen. Lebenskonzepten zu suchen....und jetzt erscheint es dir zu spät.....aber ist es wirklich zu spät????

    Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es einen unstillbaren Sommer in mir gibt.
    Albert Camus

  • Zitat von Jojo200

    Deine Geschichte bestätigt mir einmal mehr, dass man das Leben in die Hand nehmen muss und nicht einfach laufen lassen darf.


    Das ist wahr, hätte ich es nicht gewagt, wer weiss, zu was es geführt hat :) Ich hab mir eben gedacht, bevor ich das Forum aufgerufen habe, ich lass mir meine Freiheit von niemanden mehr nehmen.

    Um in der Welt etwas zu bewirken, bedarf es liebevoller Emotionen, nicht kaltherziges Denken!


    Wenn du mein Licht erst kennst, dann weißt Du, wie hell dein Tag sein kann und wie hinreißend die Freude die Du, durch mich erfährst.

  • hallo gedankenleserin,


    auch ich bin traurig über deine geschichte.. andererseits... sowohl du als auch er, ihr habt so viele jahre miteinander "ausgehalten", da würde wohl auch ein psychologe mal die berechtigte frage stellen, ob es nicht doch eine ganze menge gutes gibt...


    jeder von euch hätte sich längst trennen können.. hat aber weder er, noch du.... also hält euch was zusammen....


    was hättest du denn gern für ein leben? was hast du für wünsche, mal unabhängig von ihm?

  • Hallo Gedankenleserin,


    bist du dir auch absolut sicher, dass dein Mann in der ganzen Zeit in sexueller Hinsicht völlig abstinent gelebt hat? Ich meine, es könnte doch theoretisch möglich sein, dass es andere Frauen gab oder dass er homo- oder asexuell ist… theoretisch ist einiges möglich. Nehmen wir mal an, du würdest ihn verlassen… was würde dann passieren? Du könntest nicht mehr im großen Haus leben und müsstest dir eine Wohnung suchen. Wäre das so schlimm für dich? Ich habe mein Leben lang in kleinen Mietwohnungen gelebt und vermisse wirklich nichts. Außerdem ist es nicht gesagt, dass er nach einer Trennung Anspruch auf euren Hund hätte. Wie sieht es mit den Finanzen aus, könntest du dich ohne ihn alleine über die Runden bringen?


    Wenn du so sehr darunter leidest und etwas ändern möchtest, dann solltest du es auch tun. Ich erzähle dir jetzt eine Geschichte, die der beste Beweis dafür ist, dass es niemals zu spät für einen Neuanfang ist:


    Eine Bekannte meiner Mutter hat sich vor 1-2 Jahren nach über 35 Jahren Ehe von ihrem Mann getrennt und sich eine eigene Wohnung genommen. Ich kenne die Frau seit meiner Grundschulzeit und fand sie immer nett, aber irgendwie wirkte sie auf mich meistens gestresst und nicht sehr glücklich. Ihren Mann habe ich nur einmal gesehen, und das hat mir schon gereicht. Eines Tages waren meine Mutter und ich bei ihr zu Besuch. Im Laufe des Nachmittags kam ihr Mann von der Arbeit nach Hause. Er war mir auf Anhieb unsympathisch. Der Kerl kannte weder mich noch meine Mutter und nahm sich die Unverschämtheit heraus, mich wegen meines Übergewichtes abzuwerten und zu beleidigen. Ich war damals ca. 9 Jahre alt, also noch ein Kind, und hatte nicht sooo starkes Übergewicht. Zu meiner Mutter sagte er, dass sie eine unfähige Mutter sei und ich in erster Linie wegen ihrer schlechten Erziehung übergewichtig geworden bin. Er meinte, sie solle sich mal ein Beispiel an seiner Ehefrau und den beiden gemeinsamen Kindern nehmen, die ja alle superschlank waren. Dass er schon mal verheiratet war und aus seiner ersten Ehe eine Tochter hatte, die noch viel dicker war als ich, wussten wir damals noch nicht.


    Meine Mutter fand sein Verhalten dermaßen unverschämt, dass sie zu ihrer Bekannten sagte, sie würde sie nur noch besuchen kommen, wenn ihr Mann auf der Arbeit sei. Deshalb habe ich ihn nie wieder gesehen, was mir nur Recht war. Inzwischen ist das Paar wie gesagt nicht mehr zusammen, und die Frau hat meiner Mutter so einiges über ihre Ehe erzählt. Er war in erster Ehe mit einer deutschen Frau verheiratet und hatte mit ihr eine Tochter. Diese Ehe hielt nicht lange, weil die Frau seiner Ansicht nach zu eigensinnig war und sich zu häufig widersetzte. Also schoss er sie in den Wind, nahm ihr die gemeinsame Tochter weg und gab sie zu seiner Mutter. Die Bekannte meiner Mutter stammt ebenso wie wir aus Südeuropa und war ein ganz junges Mädchen ohne jegliche Erfahrung mit Männern, als er sie kennenlernte. Er hielt sie für die perfekte Ehefrau, denn er wusste, dass sich viele Südländerinnen aus Loyalität zur Familie niemals scheiden lassen würden.


    Und genauso lief es dann auch eine lange Zeit. Seine zweite Frau schenkte ihm zwei Kinder, und nach außen waren sie eine glückliche Familie. Hinter verschlossenen Türen war der Mann jedoch der reinste Tyrann und machte seine Frau immer wieder psychisch runter. Sie brachte es lange nicht übers Herz, sich von ihm zu trennen. Ihre Eltern hatten ihr vermittelt, dass sich eine Scheidung nicht gehört, v. a. dann nicht, wenn man gemeinsame Kinder hat. Außerdem haben geschiedene Frauen im Kulturkreis dieser Frau noch heute oftmals einen schlechten Ruf, auch wenn es für die Trennung triftige Gründe gab. Die Zeit verging, die Kinder wurden erwachsen, verdienten ihr eigenes Geld und zogen in eigene Wohnungen. Trotzdem änderte sich nichts in dieser Ehe, es wurde immer schlimmer.


    Obwohl die Frau so lange an dieser Ehe festhielt, hat sie die Trennung zu keiner Sekunde bereut. Sie sieht heute so glücklich aus, wie ich sie in alten Zeiten niemals erlebt habe. Die Frau ist das blühende Leben schlechthin. Interesse an anderen Männern hat sie absolut nicht, sie hat nach den schlimmen Jahren genug und will alleine sein. Aber es geht ihr bestens. Sie sieht super aus, unternimmt viel mit ihren Freundinnen und hat ein tolles Verhältnis zu ihren Kindern. In wenigen Jahren geht sie in den Ruhestand, den sie in vollen Zügen genießen möchte. Und das gönne ich ihr wirklich vom ganzen Herzen.


    LG
    Reni

  • ok dein mann ist wie er ist. ich glaube deine vorwürfe und die gespräche bringen euch nicht weiter. es ist sicher genug gesagt.


    ich frag dich mal: du schreibst er sagt dir immer wieder zu dass er sich ändern wird. udn dann? wie genau läuft das dann ab bei euch? du schreibst, sobald er wieder ein warmes essen auf dem tisch hat, ist seine welt wieder in ordnung. da würd ich mal ganz einfältig die frage stellen: warum stellst du ihm ein warmes essen auf den tisch, bevor du etwas von ihm bekommen hast was er dir zugesagt hat?


    musste er je um dich kämpfen? so richtig?


    haus, hund, geld... das könnt ihr ja auch weiterhin teilen..... warum nicht....


    du könntest das was du hast auch genießen und für das miteinander leben dir "einfach" einen zweiten mann suchen. oder vorerst einen lover.... wie wärs damit?


    du könntest dir auch mal eine auszeit nehmen und wie in: "eat, pray, love" mal aussteigen und die welt erkunden... mit genug räumlichem abstand und neuen eindrücken kann sich auch so einiges verändern....


    oder wie wärs mit einem tanzkurs, zum ausgleich für dein gemüt? wohnst du in einer größeren stadt? tanzen tut der seele gut.


    du könntest dir auch therapeutische hilfe suchen....


    mir scheint, du rennst seit jahren mit dem kopf an die wand.. immer wieder... statt nach neuen wegen zu suchen... du willst etwas von deinem mann was du in 40 jahren nicht bekommen hast und verzweifelst daran... warum eigentlich? seit wann genau? warum hast du immer noch hoffnung? bitte nimm die frage nicht übel, die stell ich nicht um dich zu ärgern sondern wirklich aus interesse. es ist sehr schwer sich da so reinzuversetzen....

  • Zitat

    Ich spüre ganz deutlich, dass ich mir ein eigenes Leben schaffen muss, sonst gehe ich vor die Hunde. Zurzeit schlafe ich keine Nacht, das Grübelrad will nicht stillstehen, ich trinke auch mehr Alkohol als mir gut tut.


    Dann pack es an! überlege in ruhe, plane deine nächsten schritte sorgfältig und dann fang an zu leben.

    Zitat

    und sobald wieder ein warmes Essen auf den Tisch steht, sind seine spießbürgerlichen Bedürfnisse befriedigt.


    hört sich für mich so an, als ob er dich nur als kostenlose haushälterin sieht. Anscheinend ist ihm sein Mittagessen wichtiger als du.du könntest jetzt natürlich sagen, du kochst nur dann wieder für ihn, wenn er sich mehr um dich bemüht. Aber liebe kann man nicht erzwingen.

    Zitat

    Tja, was hält uns zusammen, das ist eine gute Frage. Die gemeinsamen Bankkonten, das Haus, unser Hund, die Gewohnheit?


    Das haus könnt ihr verkaufen, jeder eine schöne eigentumswohnung davon kaufen. Den hund kannst du mitnehmen, das geld könnt ihr aufteilen. Falls du dich scheiden lässt, steht dir schon gesetzlich was zu.


    Und wenn du dich nicht trennen willst / kannst, dann such dir doch nette freundinnen und fahr mit denen in den urlaub. Verbringe deine freizeit einfach mit netten leuten, die dich mögen. Und wer weiß, vielleicht lernst du einen mann kennen, der es wert ist, dafür deinen mann und den goldenen käfig zu verlassen.

    Zitat

    Interesse an anderen Männern hat sie absolut nicht, sie hat nach den schlimmen Jahren genug und will alleine sein.


    Man kann auch ohne partner glücklich sein. wenn man nette freunde hat und sich so wenigstens seelische zuneigung holen kann.


    Wie lange willst du noch in diesem unangenehmen zustand verbleiben? Du hast schon genug zeit verloren. Ich drücke dir die daumen, daß du die kraft findest, dich zu lösen.

  • Zitat von Gedankenleserin

    Ich hatte das Gefühl vom Regen in die Traufe gekommen zu sein und entwickelte eine starke Depression gepaart mit Aggressionen meinem Partner gegenüber. Seine Helferrolle begann mich immer mehr zu erdrücken, ich sah aber keinen Ausweg die Beziehung zu beenden, ich liebte ihn ja auch.


    Finde das sehr interessant. Einerseits schreiben wir von Leid, Schmerzen und Wut. Andererseits dürfen wir für all das nicht einstehen, WEIL WIR IHN JA LIEBEN!
    Weil wir lieben, sind wir gefangen - da stimmt doch was nicht oder?


    Wie kann Liebe ein Gefängnis sein?
    Liebe ist niemal sein gefängnis, es sei denn, ich bin von dieser Liebe abhängig. Bzw. ich bekomme Liebe und davon bin ich anhängig. Das Wort abhängig klint hier vielleicht zu heftig. Ich kenne Liebe als einseitige Kraft, die von mir ausstrahlt. Wenn ich auf die Liebe eines Partners hoffe, mich darauf einlasse, von ihm geliebt zu werden, dann mache ich mich davon in gewisser ein wenig abhängig. Denn wenn der andere nicht liefert, geht es mir schlecht... obwohl die Liebe aus mir heraus strömt?


    Irgendwas machen wir da glaube ich falsch. Wir lieben eine Zeit lang aus uns heraus und beginnen dann, die Liebe, die aus uns heraus fließt, nur noch für den anderen zu geben. Nicht mehr für uns selbst - die soll dann vom Partner kommen. Und kommt si emal nicht, bluten wir bereits.


    Ich kann mir denken, dass das gleich Distanz und Kühle betrachtet wird, wenn wir uns selbst noch in einer Partnerschaft so sehr lieben, dass wir den Partner nicht für unser Glück brauchen. Aber hätten wir dann nicht auch die gerade notwendige Distanz, nicht leidend zu werden?


    Wie kann ich mir das vorstellen?
    Ich lebe allein und lerne einen anderen Menschen kennen, wir flirten miteinander, es ist schön und wir sehen uns öfters. Bis jetzt bin ich noch voll in meiner eigenen Stärke verhaftet, niemand würde mir Distanz und Kühle unterstellen, nur weil wir uns noch nciht täglich sehen. Doch dann kommt das Lippenbekenntnis: Wir sind zusammen!
    Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Liebe neue Wege zu gehen, bzw. beginne ich den Abbau meiner Selbstliebe zugunsten der Liebe des Partners. Und in demMoment beginnt auch die emotioale Abhängigkeit, die, wenn er sich mal zurückzieht, bei mir solche großen Schmerzen auslöst.


    Ich würde es jetzt, wo mir das hier klar ist, durchaus als gesund bezeichnen, in einer Beziehung auch weiterhin soviel Selbstliebe zuzulassen, dass kein Schmerz sein muss. Wenn der andere sich zurückziehen will, macht mir das nichts aus, denn er tut es ja, weil es für ihn wichtig ist. Und er tut es ja nciht, um mich zu schwächen oder zu ärgern. Insofern ist gesunde Selbstliebe, die immerzu andauert, das A und O meines Daseins. Ich kann mir mit dieser ständigen erfüllten Selbstliebe nicht vorstellen, wegen des Partners in Depressionen zu geraten oder in eine Klinik zu gehen. Die Liebe, die ja sowieso in mir ist, die ich mir selber aber gebe, würde mich davor schützen. Und Leid hätte ich auch viel weniger.


    Und was ist, wenn der Partner sich zurückzieht und wir im Leid landen? Genau. Dann sind wir wieder gefragt, unsere Eigenliebe zu aktivieren. Das wird uns jeder gute Freund auch so sagen.


    Wieso also machen wir uns immer wieder so abhängig? Da stimmt doch was nicht!

    Damit eine Beziehung niemals aufhört, darf sie gar nicht erst beginnen!

  • Zitat von Gedankenleserin

    Sobald er mich wieder eingefangen hat, ich den normalen Alltag aufnehme, ist seine Welt wieder in Ordnung und an seine Verantwortung für unsere Partnerschaft erinnert er sich mit keinem Wort.


    Man müsste jetzt mal wissen, welche Rolle er spielt und welche Rolle Du.


    "Aussen Hui, Innen Pfui" kenne ich auch aus einer Partnerschaft. Im Aussenverhältnis war sie die perfekte Mutter, Freundin, Begleiterin usw. Im Innenverhältnis nur Unterdrückung, Drama und dauernd Streit. Es war die Hölle, den ganz normalen Alltag mit ihr zu ertragen. Wenn ich mit ihr zu Beratungsstellen gegangen bin, um bei uns ein wenig aufzuräumen, glänzte sie dort und niemand kam auf die Idee, dass diese hübsche Frau auch nur ein einziges Problem erzeugen würde. Also beschuldigte man dann mich als den Aggressor, als denjenigen, der hier wohl jemand anderen schlecht machen wolle.
    Ich hab es sogar erlebt, dass sich ein berater in meine Partnerin verguckte, sie ihm auch noch schöne Augen machte und dieser dann seine Tätigkeit einzig auf diese Sympathie abstimmte. Wenn ich dann erzählte, wie es bei mir im Alltag zu ging, wollte mir das niemand glauben.


    Ich habe diese Konstellation dann verlassen. Eine Therapeutin sagte mir: "Das ist wie Tschernobyl - alles verseucht, nur man sieht es nicht!"
    Und dieses Tschernobyl hatte ich jeden Tag.


    Dein Mann geht auf Distanz und Gefühlskälte. Ihr beide seid nciht füreinander geschaffen, habt euch aber beide fest verbunden. Du, warum auch immer, ich vermute, es befann mit der Dankbarkeit, dass er Dich damals aus dem Elternhaus holte. Er, der Dich damals rettete, aber ein Retter (Transaktionsanalyse: Retter, Täter, Opfer) eben nicht so involviert ist, wie ein direkt Beteiligter. Gerade die Rolle des Retters, der hilft, ohne gefragt zu werden, dem es aber auch nicht viel ausmacht, wenn das gerettete Opfer unter seinen Händen stirbt, scheint für Deinen Mann die richtige Bezeichnung. Ihm ist alles egal. Er gibt Dir alles, was Du willst, aber nicht wirklich das, was Du gernne hättest. Er unterlässt die Küßchen, wird aber nicht zum Liebhaber. Im Grunde sind Deine Wünsche auch nicht wirklich die Wünsche, die Du hast, sondern nur Äusserungen, etwas abzustellen, was nur noch Schein ist. Was würde geschehen, wenn Du von ihm wieder den Liebhaber, den Verführer und Gentleman erwarten würdest, der um Dich flirtet, Dich umwirbt wie am ersten Tag? Würde er das liefern können?
    Oder war das nie Thema, weil er Dich ja nur gerettet hat aus den Fängen Deiner Eltern?


    Ich denke, dass sein Verhalten gerade aus dieser immer währenden Gleichgültigkeit kommt. Wenn Du aus der Spur fährst, wird er etwas in Deiner richtung tun, damit Du wieder zurück in die Spur kommst. Alles andere wird dann so weiter gehen wie immer.
    Es wird erst anders werden, wenn Du Deinen Alltag neu bestimmst.


    Ich kenne eine Frau, die hat ihren Mann nach 33 Jahren Ehe verlassen, ihre Kinder waren anfangs erbost über diesen ihren Schritt. nach einer Weile erlebten sie, wie ihre Mutter wieder erblühte und welche Kraft in ihr steckte. Ihr Mann musste ab dem Zeitpunkt alles alleine zu Hause regeln und sich anstrengen, wenn er sie sehen wollte. Er musste um ein Treffen bitten, usw. Wenn er sich ncht aufrichtig ihr gegenüber verhielt, brach sie einfach den Kontakt zu ihm ab. Er war immer wieder angekommen, doch diese Frau erlebte ihren eigentlich Frühling ihres Lebens. Und was für eine Kraft sie hatte. Sie begann zu malen und nach einer Weile hatte sie eine Ausstellung nach der anderen. Aber, wenn Du jetzt denkst, sie sei eine tolle Malerin? Nein, sie malte, wie es ihr beliebte. Sie malte ihre Gefühle und ihre Träume. Alles ein weing kitschig, aber mit solch einer Kraft, dass sie die Herzen so vieler Leute erstürmte. Sie ging ihren eigenen Weg. Die Kinder waren selbständig aus dem Haus und der Mann war ihr nciht mehr gut genug als Begleiter, denn er engte sie permanent ein. Ihren 75. geburtstag feierte sie in einem großen Saal, wo all ihre Kinder etwas vorführten, sie selbst am Klavier vorspielte, obwohl sie erst kürzlich mit Unterricht begann. Das war vielleicht eine tolle Familie, die da zusammen kam. Okay, die Hälfte fehlte, aber das merkte man überhaupt nicht. Ich weiß nicht, was aus ihr geworden wäre, wenn sie brav bei ihrem Mann sitzen geblieben wäre und diese innere Wut weiter ertragen hätte.


    Ich will Dir hier in keinem Fall raten, Deinen Mann zu verlassen. Vielleicht schaffst Du es, Dir in Deinem Haus einen gewissen Freitaum zu schaffen, wo Du alleine sein kannst, wo Du Deine eigenen Sachen machen kannst. alles was für Deine eigene Entwicklung gut ist, Seminare, Workshops usw soltlest Du keine Rücksicht mehr nehmen, sondern Dir alles in Dein neues Leben holen. Denn im Grunde wäre es nicht unbedingt notwendig, auszuziehen. Im Grunde wäre es notwendig, Dein eigenes Leben zu beginnen - unabhängig von deinem Mann.

    Damit eine Beziehung niemals aufhört, darf sie gar nicht erst beginnen!

  • Zitat von Bianca

    mir scheint, du rennst seit jahren mit dem kopf an die wand.. immer wieder... statt nach neuen wegen zu suchen... du willst etwas von deinem mann was du in 40 jahren nicht bekommen hast und verzweifelst daran... warum eigentlich? seit wann genau? warum hast du immer noch hoffnung?


    Ich glaube, das das auch nict anders geht.
    Du hast Dich wahrscheinlich Zeit deines Lebens für andere, für die Kinder, für die Ehe, eben für andere eingesetzt und deine Sache auch gut gemacht. Nur eines hast Du nicht gelernt: Dich für dich selbst einzusetzen.


    Deshalb geht Dein weg immer noch DURCH deinen Mann hindurch ins Glück hinein. Erst wenn er mitkommt, wirst Du glücklich werden können. Und genau das ist der Punkt, der falsche Weg, den Du nicht gelernt hast. In Deinem Elternhaus warst Du ja auch nicht in der Lage, alleine Deinen Weg zu gehen und einfach auszuziehen, sondern hast auf den Prinzen gewartet, der Dich aus dem Turm befreit.


    Dies zieht sich durch deine ganze Geschichte. Der goldene Käfig ist dann die logische Folge davon. Du brauchst diesen Käfig so sehr. Du kannst Di rauch nicht vorstellen, ohne diesen Käfig zu leben, denn er ist ja golden...


    Wenn es ein rostiger Käfig wäre, sähe vieles wahrscheinlich anders aus. Aber der Komfort, die Gemutlichkeit, der Luxus - all das hält Dich gefangen und Du bist es schon so sehr gewohnt, dass Dir der Gedanke, ab morgen in einer kleinen Mietwohnung zu leben missfällt.


    Ich habe eine Affäre mit einer Frau gehabt, die in so einem Käfig lebte. Ihr Mann war wochentags immer in einer anderen Stadt geschäftlich. Nur am Wochenende kam er ab und an. Die Freundin sagte immerzu, dass sie dort nciht weg könne, sie habe kein eigenes Einkommen und alles, was sie hätte, wäre eben das große Haus, das Leben dort usw. Wir hatten eine kurze Zeit, denn als die Firma ihres Mannes Konkurs ging, war er plötzlich wieder zu Hause. Für sie war es anfangs die Hölle. Sie traute sich nicht einmal mehr, mit mir in unser wöchentliches Kino zu gehen. Sie meinte, sie müsse erst einmal abwarten, wie sich die lage entwickeln würde. Sie hat sich bis heute nicht getraut, ein Sterbens Wörtchen zu sagen, dass sie mit Freunden mal wieder ins Kino wollte.
    Allein ihre Hobbies wusste sie weiter zu pflegen, so konten wir uns regelmäßig am Wochenende zu Tanzveranstaltungen treffen, mehr war aber unter keinen Umständen mehr drin.
    Einmal berichtete sie mir, wie schlimm es für sie sei, dass sie den Samstag nciht rauskönne. Ihr Mann erwartete von ihr, dass siemit ihm vor dem TV sitzen würde, Fussball gucken. Er schlief nach zehn Minuten ein und schnarchte, während sie überhaupt kein Interesse für Fussnall hatte, traute sich aber nicht umzuschalten und saß dort brav ihre Zeit ab.
    Auch berichtete sie mir davon, dass sie mit ihrem Mann immer noch in einem Bett schlafen würde. Auf meine damals besorgte Frage hin, ob sie mit ihm schlafen würde, winkte sie nur ab: "Mach Dir keine Sorgen. Da läuft schon Jahre nichts mehr."


    Sie ist jeden Morgen im Fitness Studion und powert dort ihren Frust raus. Ohne Studio köntne sie nciht leben, da würde sie platzen. Auch hat sie diverse Privattrainer, mit denen sie ständig irgendwelche Choeographien einstudiert. Leider sind die alle schwul. Und als sich einer dann doch mal näher an sie heran machte, gab es furchtbaren Ärger mit dessen Frau, die sein Facebook mitlas.


    Ich erlebe es also immer wieder, dass man eingefahrende Pfade nicht verlässt.


    Ich kann das auch von mir selber bestätigen.
    Meine Ex, mit der ich derzeit dieses On Off habe, war ursprünglich meine Affäre, weil ich mit einer Frau, mit der ich anfangs eine Fernbeziehung hatte, zusammenzog, wir aber überhaupt keine Gemeinsamkeiten hatten, sie die letzten 20 Jahre allein gelebt hatte und wir es miteinander ncht aushielten. Für meine damalige Partnerin war Arbeit an der Beziehung unmöglich, Das kannte sie nicht. Da ich in ihre Wohnung einzog und all mein Inventar in der alten Wohnung ließ, war es natürlich immer noch ihre Wohnung und nicht unsere gemeinsame. Wenn mir das Dekor auf dem Wohnzimmertisch nicht mehr gefiel und ich etwas neues dorthin zauberte, wurde das gleich wieder in den ursprünglichen Zustand gesetzt. Nichts konnte ich verändern. Es war, als wäre ich nicht da. Sie entschied, wann Sachen weggeworfen wurden und wann nicht. Ich vermisste dauernd irgendwas, wo ich dann erfuhr, dass sie es bereits entsorgt hatte, weil sie es ja nicht mehr brauchte. Mich fragen, das konnte sie nicht. Als es dann im Bett auch nicht mehr klappte, begann ich, mit ihr darüber zu sprechen. Es wurde als Kritik eingestuft und Kritik sei nicht erwünscht. Später ging es dann soweit, dass auch Kommentare nicht erwünscht seien. Ich wäre wohl grundsätzlich gegen alles usw.
    Ich hatte dann auf einer Party mit einer Frau ein MakeOut, was ich einerseits genoss, es mir aber andererseits zeigte, dass ich meine Bedenken, die ich mit meiner Partnerin hatte, nicht so einfach unter den Tisch kehren dürfte, nur weil sie nicht reden kann. Also ging ich wieder in den Konflikt mit hr. Es brachte nichts ausser weiteren Einschränkungen und Hass ihrerseits.
    Ich elrnte dann die Affäre kennen und es dauerte nciht lange, da wusste ich, dass ich ausziehen musste.


    Doch was musste ich da feststellen?
    Ich konnte nicht ausziehen!


    Ich war so verängstigt durch die Zeit und die Einschüchterung mit ihr geworden, dass ich mich nicht trauten, meine Sachen zu packen und zu gehen. Es ging einfach nicht. Diese Unentschlossenheit von mir, grässlich. Wenn ich bedenke, wieviele Stunden ich mit guten Freunden in Gesprächen über meinen geplanten Auszug verbrachte - Wahnsinn! Was für eine Zeitverschwendung. Ich fand dann eine Wohnung in der Nähe, aber die Trennung konnte ich noch nicht durchziehen, keine Ahnung warum. Eine Freundin sagte mir: "Wenn Du Dich rumdrehst, werden drei Menschen glücklich! Du, Deine Affäre und Deine Expartnerin auch (nach einer Weile)."


    Dieses Rumdrehen stellte sich für mich als das Schwerste Unterfangen dar, dass ich bisher in meinem Leben gemacht habe. Ich bewegte mich vielleicht nur 2 Grad nach rechts und dennoch war es mir, als würde ich die Erde verschieben. So schwer war mir dieser Schritt. als ich es endlich geschafft hatte, war es natürlich für meine Affäre schon zu spät. Zu viele Enttäuschungen hatte sie hinnehmen müssen und wir haben bis heute die damals gewollte Beziehung nicht hinbekommen. Ihr wohne ich imemr noch zu nah an der Expartnerin. Ich kann das verstehen, aber ich habe schon einmal ein kind verloren und ein zweites Mal? Nein, da war der Schmerz zu groß.

    Ich kann nur zu gut verstehen, warum es Dir nicht mal eben so in den Kopf geht, diesen goldenen Käfig zu verlassen. Die Erfahrung ist jedoch, dass wenn man ihn verlassen hat, es einem aus der Ferne dann wie ein Traum erscheint und man fragt sich,w arum man nicht schon früher diesen Schritt gemacht hat. War der Leidensdruck etwa nicht groß genug? Nein, denn leid waren wir ja bereits gewohnt, es gehörte zu unserem Alltag. Wir waren es einfach nciht gewohnt. Wir konnten es nicht.


    Ich weiß nicht, ob man das so verständlich rüberbringen kann. Mal eben ausziehen und woanders neu beginnen, ist sicher eine Kleinigkeit, wenn man es denn mal endlich macht. Nur bis man sich traut, den ersten Schritt zutun, das ist unvorstellbar. Dieser erste schritt scheint eine Unmöglichkeit zu sein. Man will diesen ersten Schritt auf jeden Fall RICHTIG SETZEN und nicht falsch. Und da man so was ja noch nie gemacht hat, gibt es auch keine Erfahrungswerte, die man einsetzen könnte, also eigene. Das Frängen der Freunde nutzt da wenig. Letztlich wieder ein prinz, der einen aus dem Turm holt, scheint die Rettung, denn das hat ja schon einmal funktioniert.


    Diese Unfähigkeit ist das erste, was man anzugehen hat. Die ersten Schritte setzen, ohen den ersten Schritt aus dem Haus zu machen. Schritte machen übern, lernen, wie man geht - all das sind Vorübungen, die es zu meistern gilt. Der goldene Käfig hat eben auch seine Macht... und die sollte man nicht unterschätzen

    Damit eine Beziehung niemals aufhört, darf sie gar nicht erst beginnen!

  • Zitat von Gedankenleserin

    Ich gab ihm Deinen Text zum lesen, er ist begeistert, fühlt sich verstanden, möchte auch ins Forum kommen. Das kenne ich, er bleibt so lange passiv, bis ich etwas anleiere, dann hängt er sich an. Ging mir schon mal in einem Forum für Hochsensibilität so (das bin ich auch noch :roll: ). Dort machte er die gleichen Sprüche wie zuhause, große Erkenntnisse und nix dahinter.


    Und Du? Was bist Du für ein kleines Kind, das Du dein neu entdecktes Glück sofort zu ihm trägst?
    Darfst Du nichts Eigenes haben?
    Wieso kommst Du in dieses Forum - bittest um Hilfe FÜR DICH - um dann das erste, was Du bekommst, sofort zu ihm zu tragen und ihn dann noch hier her zu holen?


    Du verhältst Dich auch wie ein Retter. Willst ihn retten, mit hinüber nehmen in die neue Welt. Warum sorgst Du nicht erst einmal für Dich?
    Genau, weil es so viel leichter ist. Weil der Gedanke, es doch gemeinsam zu schaffen, immer noch tief in Dir drin sitzt. Du willst gar keinen eigenen Weg gehen. Du willst immer noch EUREN Weg finden. Doch wie lange willst Du diesem Irrglauben noch verfallen? Wenn ihr beide einen guten Weg hättet, dann hättet ihr ihn bereits. Dann gäbe es Konsenz. Das sehe ich aus Deinen Schilderungen nicht.


    Ab jetzt wird es schwer für Dich werden, Dir etwas Eigenes hier aufzubauen, da er immer mitliest. Ich hab nichts gegen ihn, er wird selber seinen Weg finden müssen, denn er hat seine eigene Geschichte. Nur wirst Du Deine nicht mehr vorbehaltlos offenbaren können. Den Riegel hast Du Dir selber zugeschoben. Warum nur?
    Vor was hast Du Angst?
    Glaubst Du, er würde sich ärgern, wenn er erfährt, wie Du dir heimlich etwas eigenes aufbaust?


    Da muss ich Dich enttäuschen. Etwas Eigenes aufzubauen, heißt noch lange ncht, den Eehpartner zu verlassen. Es kann so vieles ändern, kann langlebige Unzufriedenheit Deinerseits lösen und in Eurer Beziehung den Druck raus nehmen und ihr erlebt mal wieder etwas Sonne in Eurem Alltag, weil eben nicht mehr nur der Partner das Glück bringt, sondern man es sich selbst geben kann.

    Du hattest schon im vorigen Forum selbiges getan. Wie war es dort? Hast Du dich da frei äußern können, auch wenn es mal gegen ihn ging? Oder waren die geschriebenen Texte bald auf eurem Wohnzimmertisch und Thema eures Streits?


    Zitat von Gedankenleserin

    Neben einem solchen Mann kann ich doch nur die Arschkarte haben.


    Das ist reine Ansichtssache. Neben einer glänzenen Person braucht es für die gute Balance das Unscheinbare. Nur so kann der Glänzende seine Rolle ausüben. Glaub ja nicht, dass all die netten Sekretärinnen ihn hochloben würden, wenn er sich selbst die Hemden hätte bügeln müssen und er seinen Frust nicht hätte bei Dir abladen können. Das ist aber noch lange keine Arschkarte. Das Unscheinbare hat all diese Qualitäten. All diese Qualitäten hast Du über Jahre gehegt und gepflegt. Dafür kannst Du Dir mal ruhig auf die Schulter klopfen! *Rechter Arm gehoben und auf linke Schulter geklopft!*


    Okay, das ist nicht alles, was Du von Deinem Leben erwartest. Und ja, man wird einfach zu wenig gelobt.
    Also nimm Deine ganzen, tollen Vorzüge und mach was draus! Du bist so eine starke Persönlichkeit - nutze das.


    Viel Erfolg!

    Damit eine Beziehung niemals aufhört, darf sie gar nicht erst beginnen!