Verletzendes Verhalten des B.ängstlichen-bewusst/unbewusst ?

  • Zitat

    2) Die Abgrenzung, wo das Leid anderer Menschen/Tiere in mich eindringt, wo ich (un?freiwillig) mitleide und das irgendwie garnicht stoppen kann. Da ist also niemand, der bewusst auf mir rumtrampelt, sondern etwas, was ich sehe/höre/lese was mich total mitnimmt und mich fremde Gefühle quasi überschwemmen.... das ist also kein "aktiver" Übergriff sondern etwas, was ich quasi selber aufnehme... schrecklich. Gerade wenn es um Kinder oder Tiere geht, die misshandelt werden, solche Nachrichten können mich stunden- und tagelang aus der Bahn werfen... und ich frage mich oft, wie andere damit klarkommen. Dass die das so wegstecken. Beneidenswert... aber früher war ich auch so! da ging das besser.... :?


    Also, ich kenn das auch und manchmal überschwemmt mich dann auch so ein Weltschmerz... Aber, was mir da hilft, ist ins aktive Tun zu kommen. Das heißt nicht, dass ich jedes misshandelte Kind oder gequälte Tier retten kann- das geht natürlich nicht. Aber das heißt, dass ich mich mit den Mechanismen und Ursachen beschäftige, die zu solchen Verhalten führen (bei mir und bei anderen) Und dann einerseits versuche bei mir genau zu schauen, andererseits aber auch ganz konkret in meiner Umgebung, auf Arbeit,..... versuche dem ein wenig entgegenzusetzen. Soweit es halt in meiner Kraft zu Macht steht. Das bedeutet einseits zu erkennen, dass meine Kraft und Macht sehr begrenzt ist, aber andererseits, dass ich schon Einfluss nehmen kann. Auch wenn es, scheinbar, nur KLeinigkeiten sind.
    Und das versuche ich. Also quasi vom passiven Mitleiden ins aktive Tun zu kommen. Mir hilft das sehr.


    :flower:

    "Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten". - D.L.

  • Mir hilft es auch, wenn ich nicht nur mitleide und jammere, sondern aktiv werde. Und wenn ich nur aktiv die situation analysiere, tut mir das schon gut. Wenn ich dann konkret was dagegen mache, ist es noch besser.


    Das einzige, wo ich bemerkt habe, das es manchmal besser ist, nur zu leiden oder zu jammern, ist, wenn es mir selbst schlecht geht. Dann hilft es mir manchmal, mich hinzusetzen, mich selbst zu bemitleiden, nicht gegen das leiden anzukämpfen, sondern ganz passiv einfach dazusitzen und zu jammern. Also quasi „resignieren“. Wobei ich mir dann erlaube, so richtig „krank“ zu sein. Das heißt, meine hausarbeit nicht mache, weil ich ja krank bin, mich hinsetze und lese, weil das bei unwohl-befinden so gut ablenkt und mal bewußt hilfloses opfer meiner krankheit bin. Meist geht es mir relativ schnell wieder besser.

  • Zitat

    Wichtig ist, dass du das deinem nächsten Therapeuten mitgibst, dh ihm auch sagst, dass dich deine "Empfindsamkeit" belastet und du (auch) das therapieziel hast, hier "robuster" zu werden und dich besser abgrenzen zu können.


    Danke Sara! Das steht tatsächlich schon als Punkt 1 auf meinem Zettel für das Vorgespräch... interessant, dass du es auch so siehst, dass es mit meiner Therapie in Zusammenhang steht. Ich denke das nämlich auch... da wurden scheinbar alte Wunden aufgerissen und nicht wieder verschlossen... :?


    Zitat

    Mir hilft es auch, wenn ich nicht nur mitleide und jammere, sondern aktiv werde.


    Hm, evtl. ist das falsch rübergekommen, aber ich jammere eigentlich garnicht. Ich leide still und fühle einen starken Schmerz in mir drin.
    Bei Dingen, auf die ich Einfluss nehmen kann, tu ich das (ich esse seit vielen Jahren kein Fleisch, um Tierleid zu vermeiden etc.) -aber letztendlich geht die Tierquälerei trotzdem weiter, also manchmal ist es schon zum Verzweifeln... ich habe auch eine Hündin aus einer Tötungsstation gerettet, die jetzt bei mir lebt, auch ein kleiner Beitrag... das tut mir auch gut - es kommt mir aber oft vor wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.
    Das zu AKZEPTIEREN und einfach HINZUNEHMEN und mir zu sagen "OK, mehr kannst du einfach nicht tun"... puh! das ist schwer. :( und das ist kein Jammern, es ist echtes Mitleid mit den hilflosen Kreaturen... da gäbe es noch soooo viel zu tun.... aber wenn ich in meinem Umfeld vorsichtig versuche, darauf hinzuweisen, was im Fleisch an Tierquälerei drinsteckt, da ernte ich meistens nur Wut und Unverständnis :evil: - soviel zum Thema "aktiv werden"- eine eher undankbare Sache, wenn um dieses Thema geht. :neutral:


    Zitat

    Aber das heißt, dass ich mich mit den Mechanismen und Ursachen beschäftige, die zu solchen Verhalten führen (bei mir und bei anderen) Und dann einerseits versuche bei mir genau zu schauen, andererseits aber auch ganz konkret in meiner Umgebung, auf Arbeit,..... versuche dem ein wenig entgegenzusetzen. Soweit es halt in meiner Kraft zu Macht steht. Das bedeutet einseits zu erkennen, dass meine Kraft und Macht sehr begrenzt ist, aber andererseits, dass ich schon Einfluss nehmen kann. Auch wenn es, scheinbar, nur KLeinigkeiten sind.


    Ja, ich denke letztendlich muss ich da auch BEI MIR bleiben. Denn ich kann nicht alle Kinder und Tiere retten... und sehr wahrscheinlich will ich da stellvertretend auch mich selbst retten. ich weiß das zwar (vom Kopf her), aber gefühlstechnisch ändert sich trotzdem nicht viel...das alte Lied... :wink:

  • Zitat

    Hm, evtl. ist das falsch rübergekommen, aber ich jammere eigentlich garnicht.


    Ähm, ne, das ist gar nicht rübergekommen, ob du jammerst oder nicht. Darüber hattest du auch nix geschrieben.


    Und ich hab in meinem letzen Post NUR über mich selbst geschrieben, das steht alles nur in der "Ich"-Form und so ist es auch gemeint. Nicht alles auf dich beziehen. :wink:


    Ansonsten geht es mir so ähnlich wie dir, ich esse auch kein Fleisch. Und versuch auch sonst einfach was für Menschen zu "tun". Gar nicht im Sinne von Helferkomplex, aber sie auch zum Lachen zu bringen... oder manchmal auch einfach dazu, mit einander zu reden. Ist ganz unterschiedlich.
    Aber wenn es mir da gelingt und ich habe das Gefühl auch nur minimal was "bewegt" zu haben, dann zieh ich daraus sehr viel Befriedigung und Glücksgefühl....

    "Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten". - D.L.

  • Zitat

    Ähm, ne, das ist gar nicht rübergekommen, ob du jammerst oder nicht. Darüber hattest du auch nix geschrieben.


    Äh, Sukramine - das hast DU jetzt auf dich bezogen - denn mary schrieb übers "Jammern" siehe auch mein Zitat :wink:


    Zitat

    Ansonsten geht es mir so ähnlich wie dir, ich esse auch kein Fleisch. Und versuch auch sonst einfach was für Menschen zu "tun". Gar nicht im Sinne von Helferkomplex, aber sie auch zum Lachen zu bringen... oder manchmal auch einfach dazu, mit einander zu reden. Ist ganz unterschiedlich.
    Aber wenn es mir da gelingt und ich habe das Gefühl auch nur minimal was "bewegt" zu haben, dann zieh ich daraus sehr viel Befriedigung und Glücksgefühl....


    Ja, das finde ich sehr gut & das geht mir auch so, es hält nur leider meist nur sehr kurz an, dann holen mich die negativen Gedanken wieder ein & genau das hoffe ich ich wegzukriegen mit Hilfe der Therapie...
    Finde es toll, dass du auch kein Fleisch isst! :flower:

  • Zitat von podenca


    Äh, Sukramine - das hast DU jetzt auf dich bezogen - denn mary schrieb übers "Jammern" siehe auch mein Zitat :wink:


    Ähm, ja, stimmt. :oops:

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  • Ein einzelner kann halt gegen das leid der welt nicht viel bewirken. Aber man kann oftmals mit kleinigkeiten seine umwelt ein bißchen verbessern.

    Zitat

    Und versuch auch sonst einfach was für Menschen zu "tun". Gar nicht im Sinne von Helferkomplex, aber sie auch zum Lachen zu bringen... oder manchmal auch einfach dazu, mit einander zu reden. Ist ganz unterschiedlich.
    Aber wenn es mir da gelingt und ich habe das Gefühl auch nur minimal was "bewegt" zu haben, dann zieh ich daraus sehr viel Befriedigung und Glücksgefühl....


    Sowas mache ich auch gerne mal bewußt. Meine eltern haben mich nämlich nie gelobt, wenn ich was gut gemacht habe. Drum erwähne ich das schon, wenn wer mir hilft, und ich das nicht selbstverständlich, sondern eben was besonderes finde. Aber natürlich ohne zu übertreiben. Wenn mich wer für was lobt, was für mich alltäglich und selbstverständlich ist, dann fühle ich mich eher verarscht. Hatte in den letzten monaten den fall, daß ich ein psychisches problem doch schon ein bißchen in den griff bekommen habe, und dafür von meiner nachbarin ein lob erhalten. Das hat mir schon gut getan.


    Oder mal jemand ein kompliment machen, wenn er was besonders schönes anhat usw. Älteren Personen, die die Brille vergessen haben, beim Einkaufen behilflich sein, oder jemand mit Rollator über die straße helfen. Da fällt niemandem ein zacken aus der krone, wenn er so kleine hilfeleistungen macht. Und dem anderen ist dadurch oft viel geholfen. Bei uns im haus helfen wir uns alle gegenseitig, wenn einer hilfe braucht. Und das finde ich absolut super.

  • Mein BA jedes Mal wenn er sich emotional zu fest geöffnet hat oder ich ihm zu Nahe trete, wird zum Teil verletzend. Er nennt mich Affäre, wirkt distanziert, kalt, abweisend, er kann dich mit seinen Worten psychisch total verletzen.


    Das letzte Mal habe ich ihn gefragt, wieso er das tut und er sagte, du wolltest über eine Beziehung sprechen und deswegen musste ich es tun.

  • Die Beiträge hier sind ja schon ein Paar Tage älter, trotzdem möchte ich auf die Ursprungsfrage gerne antworten.


    Kurz zur Situation: Ich + Kerl, beide ziemlich ordentlich bindungsgestört.
    Meine Angst wirkt sich mit starker Flucht, aber auch Verzweiflung, Angst, Klammern und vor Allem der provokation meines Partners zum Beenden der Beziehung aus.


    Ich flüchte aus persönlichen Situationen (Zusammen auf dem Sofa liegen und Fernsehen). Es kommt vor, dass ich ohne Vorwarnung aufstehe und gehe. Aber noch während der Flucht meinem Partner vorwerfe, dass er mic nicht liebevoll verabschiedet. Dann bin ich auf dem Heimweg todtraurig, dass er mir nicht richtig tschüss gesagt hat. Dabei bin ich doch geflohen?! Ich schreibe ihm also ellenlange Texte per whatsapp. Texte, die ich im persönlichen Gespräch NIE aussprechen könnte, und deren Antwort (wenn denn eine Käme) ich nicht ertragen könnte. Ich fordere von meinem Bindungsängstlichen Partner, vor dem ich eben noch geflohen bin mehr Nähe, ein Label auf der Beziehung. Ich weine mich in den Schlaf, die Angst verlassen zu werden ist lähmend und fühlt sich tödlich an. Als einzig logische Lösung in meinem Kopf: mehr Distanz! Also...weitere Texte. Eine Flutwelle von gefühlen prasselt auf ihn ein. Nächstes Treffen, wir essen zusammen. Auffällig freue ich mich über das Essen mehr als über ihn. Seine Nachfrae, ob das der Fall sei, ignoriere ich gekonnt. Er zieht sich zurück, ich spüre das. Und again; kaum zuhause eine Welle vorwurfsvoller Liebestexte per Whatsapp. So lange und so doll, bis er die Beziehung beendet. Ups...DAS wollte ich auch nicht. In den Momenten, in denen ich diese Texte per Kurzschluss schreibe, wirkt das wie eine wirklich gute Idee. In den Momenten, in denen ich auf seine Komplimente und Annäherungsversuche maximal oberflächlich regiere, hoffe ich, dass das eine angemessene Reaktion sei und er meine Unsicherheit nicht merkt. Schietendidi, und wie man das merkt. Will ich jemanden damit verletzen? Gott...NEIN!
    Begrüßung von Freunden, Bekannten, Familie.....gerne aus der Ferne winken, statt Umarmungen. Weil ich sie nicht mag? Nein, WEIL ich sie mag.

    Sex won´t make someone commit.

    Physical attention won´t make someone commit.

    Being perfect won´t make someone commit.

    The ONLY thing that will make someone commit is someone that´s ready for commitment.

    Never forget that.

  • Nachdem Radieschen was aktuelles dazu geschrieben hat, will ich auch noch meine Meinung dazu äußern.
    Ich glaube nicht, dass BÄler ihren Partner absichtlich verletzen, aber in einer beklemmenden Situation (z.B. zu viel Nähe am Sofa, Gespräch über Beziehung, Zukunft, eine schöne gemeinsame Nacht,...) ist man automatisch gemein und herabsetzend zum anderen, um sich nicht eingestehen zu müssen, wie sehr man am anderen hängt.
    Ich glaube aber schon, dass es ihnen bewusst ist, wenn sie mal wieder verletzend waren. Gerade dass macht ihnen ja auch zu schaffen und sie können dann auch überhaupt nicht nachvollziehen, warum sie von ihrem Partner überhaupt noch gemocht werden. Und dann wachsen die Schuldgefühle, dadurch die Angst, den Partner durch diese "Gemeinheiten" zu verlieren... und dadurch gibt es keinen Platz mehr für die Liebe.

  • Zitat von chmo

    Und dann wachsen die Schuldgefühle, dadurch die Angst, den Partner durch diese "Gemeinheiten" zu verlieren... und dadurch gibt es keinen Platz mehr für die Liebe.


    Absolut! Ich habe bei dem letzten Abservieren (Nicht ich habe abserviert, ich wurde abserviert, weil ich zu nahe getreten bin) meinem "Partner" auf eine 2-Zeiler-Schlussmach-Whatsappnachricht zB eine sehr verständnisvolle Nachricht geantwortet. Das ist dann zwar nicht so optimal, weil man Wut, Trauer und Frust für sich behält, aber positiv, wenn man die Beziehung behalten und verbessern möchte.
    Ich kenne diese Fluchtimpulse, ich kenne ahezu alle Tricks um Jemanden auf Distanz zu bringen. Und danach quält der Gedanke den Anderen verloren zu haben. Also habe ich mich zusammengerissen und meinem Partner geschrieben dass ich ihn verstehe. Dass ich die Impulse kenne, dass ich es kenne alles Kaputt machen zu wollen.
    (Ja, ein gefährliches Spiel Jemandem zu sagen dass er das was er da tut nicht muss. Die Trefferquote liegt da bei 50%. Es kann genausogut noch wütender machen.)

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