Bootcamp der Seele - Selbstliebe-Speicher auffüllen

  • Das wäre auch meine Art Situationskomik gewesen, hätte mir gefallen :) Ja, beim Hemschemeier denke ich das so oft. Ich sehe den wie er ist in seinem Privatleben förmlich vor mir inzwischen mag ich ihn, gerade weil er scheinbar selbst ganz gut betroffen ist und sehr lebensecht rüberkommt.


    Ja, sie sind wirklich nur Menschen und öfter selbst hilflos als man denkt, so nehme ich das gerade wahr, jetzt auch bei den Problemen meiner Tochter.


    Aber ich werde stärker, trotz dass ich manchmal wieder die alten und vertrauten Scheissgefühle und -muster bemerke, aber es ist auch etwas Neues in mir. Nein, er hat sich nicht gemeldet und meistens bin ich empört darüber, was sehr gut ist, auch wenn Selbstwertzweifel wieder aufploppen wollen. Doch bisher überwiegte ein Gefühl zu der Situation dass ich als ein ein gesundes Gefühl gegenüber mir selbst empfinde. Auch bzgl. meiner eigenen Therapie und der meiner Tochter merke ich immer mehr, dass ich mir alles anhören kann und darf, aber dass ich die Entscheidung am Schluß bei mir selbst lassen muss und mich da nicht zu sehr beeinflussen lassen sollte, sondern mir selbst vertrauen. Ich hatte heute Nacht auch einen wirklich herrlichen Traum, aus dem ich viel Kraft ziehe und der mich noch ein paar Tage beschäftigen wird. Der Traum vom Tod war sehr anstrengend, aber ich habe mal gegoogelt, dass man das so deuten kann dass man Anteile an sich sterben lässt und das wäre schon positiv. Das Gefühl im Traum war aber mehr, dass man mich vernichten will.

  • ... der Punkt ist, dass du eben NICHT gestorben bist.


    Zum Ende meiner thera hatte ich ständig Atomkrieg träume. Meine thera war begeistert:D


    Egal wie und was: da ruckelt gerade was ganz gewaltig bei dir. Allein das ist schon cool!!!!

  • Ja, aber nur weil der Traum vorher zu ende war :) Wirklich gestorben bin ich glaube noch nie, ist wie beim fallen, da wacht man doch auch vorher auf.

  • Yeah, keine 4 Wochen bisher, und eben "Drama" Nummer 4.


    1. Drama war, Nachts mitten in der Nacht nach dem Sex, ich glaube wir sollten es beenden. Such dir eine Frau die Deutsch kann etc. Ist ja nicht so, als hätte sie nicht gewusst das wir verschiedene Sprachen sprechen. Ich wollte dann gehen, dann heulte sie, das übliche eben, und dann bin ich doch geblieben. Ja vielleicht hätte ich es einfach tun sollen, aber ich wäre stundenlang heim gelaufen, weil nichts mehr fuhr, ich Schlaf brauchte, und dachte die hat nur bisschen Panik. Muss grade an den Thread von Cymene denken :mrgreen:


    2. Drama, wir waren in der Kollegen WG, gut gelaunt. Meinte dann aber irgendwann, lass uns zu dir, muss pennen, hab ja kein frei. Also wir zu ihr. Kaum im Bett, knatschiges Gesicht. Jaja, alles gut. Ja merk ich. War wieder viel zu spät, und auch da hätte ich vermutlich einfach heimgehen sollen. Am nächsten Tag kam, es sei ok wenn ich unsensibel sei, bei ihren prämestruellen irgendwas. :thumbup:


    3. Drama, sie hat ein Bild von uns bei FB hochleaden, und gefühlt 200000 likes und Herzen bekommen. Ich hab dann ihre beste Freundin als Freund bei FB hinzugefügt. Auf der Hinfahrt kam dann schon von ihr, irgendwas stimmt da nicht, ich dachte du seist ehrlich blub. WTF? Ihre Freundin oder Kollege haben die Einstellungen so, das sie nicht sieht das wir gemeinsam befreundet sind. Ergo, ich würde sie verleugnen. Weil FB das ja anzeigen würde. Selbst das ich ihr dann gezeigt habe, das wir Freunde sind. Sie hat mich dann als Freund entfernt, weil wir ja nicht befreundet sind. Ahja. Jimmy hat mich dann besänftigt, sie hätte schlechte Erfahrung, soll mir das nicht zu Herzen nehmen. Ok, also hat sich die Situation irgendwann beruhigt.


    4. Sie hat gestern bei mir gepennt, als ich eben heim kam, war sie fertig angezogen, schaute traurig und sagte, sie müsse heim. Angeblich morgen arbeiten. Dann wollte sie mit mir eigentlich essen gehen, was ich aber nicht konnte, weil ich Homeoffice habe. Sie möchte dann heute ihre Ruhe haben, aber morgen kann ich wieder vorbeikommen. Als ich sie zur Bahn brachte, meinte sie, sie wolle nicht meine Pläne und Errungenschaften stören ? Ääääh ? Hab ihr dann eine Nachricht hinterlassen, wie sie auf so einen Bullshit kommt, und was die bitte von mir denkt. Also netter formuliert natürlich. Als Boomerang kam dann eben ein nettes, "Danke das du gefragt hast ob ich gut daheim angekommen bin :thumbup:" Wuhu.... hab ihr dann gesagt das ich dachte / sagte, das sie sich meldet wenn sie daheim ist. Aber das ist mir grade zu doof, ehrlich. Hab ihr gesagt das ich jetzt ein Film starte und Essen mache, ihr einen schönen Abend wünsche.


    Joar, was soll ich dazu sagen. Ich verabschiede mich mal vom Gedanken, das die Frau was für die längerfristige Zukunft ist. :thumbup:


    Gruß

    zweifli

  • Och neee.


    Es ist sehr schwer jemanden zu bekommen und das wird nicht besser.

    Um in der Welt etwas zu bewirken, bedarf es liebevoller Emotionen, nicht kaltherziges Denken!


    Wenn du mein Licht erst kennst, dann weißt Du, wie hell dein Tag sein kann und wie hinreißend die Freude die Du, durch mich erfährst.

    2 Mal editiert, zuletzt von nitamaus ()

  • Uhhh Zweifli,

    wasn shice! Ein Drama allein wäre ein Fliegenschiss, aber alle vier bilden schon ein kleines Muster.. andererseits. Ich mach uuuungggeeern die interkulturelle Schublade auf, aaaaber ein Freund von mir hat die auch bei meinem BA aufgemacht, der ja auch Latino ist. Der Freund würde jetzt sagen: typisch Latina, steh drüber, bzw. damit wirst du leben müssen.


    Ich finde deine Reaktion gut und sie wird natürlich irgendwie einlenken... aber doof isses schon. Wie fühlst Du Dich denn jetzt? V.A. was schaust du für nen Film?? :crasy: (der passt nicht ganz aber ich wollte ihn mal verwenden).

  • Ich hab fast durchgehalten. Hab seinen Whatsappstatus auf stumm gestellt. Dann, ca. 10min. vor Ablauf der Zeit, hab ich es nicht mehr ausgehalten (es hat mich zerfressen) und ich hab mein Handy auf Flugmodus gestellt und den Status angeschaut. Eigentlich hab ich nicht damit gerechnet, dass es geht, wenn man offline ist. Es ging.


    Er hatte einen kleinen Mini-Film von einer Elfe gepostet, die durch eine blaue Höhle hüpft und alles illuminiert... wahrscheinlich von der Tochter, nehme ich an. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sein stile ist ... aber wer weiß. Er findet sich ja gut so, so unberechenbar und "komisch".


    "ich will so bleiben wie ich bin" super. Ich nicht. Bin grumpy gerade, obwohl ich keinen Grund habe. So ein minifilm haut mich aus der Bahn. Ist doch albern.

  • Uhhh Zweifli,

    wasn shice! Ein Drama allein wäre ein Fliegenschiss, aber alle vier bilden schon ein kleines Muster.. andererseits. Ich mach uuuungggeeern die interkulturelle Schublade auf, aaaaber ein Freund von mir hat die auch bei meinem BA aufgemacht, der ja auch Latino ist. Der Freund würde jetzt sagen: typisch Latina, steh drüber, bzw. damit wirst du leben müssen.


    Ich finde deine Reaktion gut und sie wird natürlich irgendwie einlenken... aber doof isses schon. Wie fühlst Du Dich denn jetzt? V.A. was schaust du für nen Film?? :crasy: (der passt nicht ganz aber ich wollte ihn mal verwenden).

    :mrgreen: Sind die Latinas so, feurig explosiv ? Sie bekommt immer so komische Ambivalenzen wenn sie sich eine Flasche Wein gegeben hat :roll: Morgen bin ich vermutlich wieder "Baaaaaaaaby"... :think: Wie es mir geht ? Puh. Irgendwie denk ich mir grade, wo sind die "normalen" konstanten Menschen? Emotionales Zuckerbrot und Peitsche ist doch voll für´n Arsch. Schade wäre es natürlich, wenn es endet, weil sie schon meinen Reiz trifft. Aber mir ist die Zeit zu schade für Dramen... Und schließlich will man ja doch in ruhigem Fahrwasser ankommen. Und der Film war nur ein Vorwand, da nicht sinnlos zu diskutieren. Alkoholisiert und hormoneller Kurzschluss. Das ist keine tolle Kombination.


    Gruß

    zweifli

  • Zitat

    Alkoholisiert und hormoneller Kurzschluss. Das ist keine tolle Kombination

    ^^

    Um in der Welt etwas zu bewirken, bedarf es liebevoller Emotionen, nicht kaltherziges Denken!


    Wenn du mein Licht erst kennst, dann weißt Du, wie hell dein Tag sein kann und wie hinreißend die Freude die Du, durch mich erfährst.

  • :mrgreen: Sind die Latinas so, feurig explosiv ?

    mein Freund würde sagen: JA! :devil::jump::hoelle:


    Ein wenig muss ich grinsen, denn Du weißt schon, dass die Soap-Opera quasi in Lateinamerika erfunden wurde? *lol* mit ruhigen Gefilden is da gloob ick nix...


    Das was Du machen kannst, machst Du schon, Dich aus der Schusslinie bringen. Aber wie gesagt, eigentlich mag ich diese interkulturellen Schubladen nicht. Aber sie trinkt allein ne Flasche Wein? Also, mit Dir zusammen oder dann nur für sich? Vielleicht ist das ja das Problem?

  • Ohje :mrgreen: Ich hasse Soaps... :rolleyes:


    Ich selbst trinke nichts. Die Flasche war um 18Uhr leer, als ich heim kam. Und ja, sie erwähnte schon, das sie ein kleines Problem mit Wein hat.

    Diskutieren in 2 unterschiedlichen Sprachen wäre da auch sehr schlecht. Morgen ist die wieder "nüchtern", und dann mal schauen. Aber auf Dauer ist das natürlich nikkes.


    Achja, bevor Du Minifilmchen stalkst, hau Dir lieber auf die Finger :mrgreen::flower:

  • Achja, bevor Du Minifilmchen stalkst, hau Dir lieber auf die Finger :mrgreen:

    I tried so hard. In den letzten 10 Minuten eingeknickt, echt wahr. Ich bin genervt von mir und meiner effin Neugier X(:rolleyes:

    Die Flasche war um 18Uhr leer, als ich heim kam. Und ja, sie erwähnte schon, das sie ein kleines Problem mit Wein hat.

    Also, ich will niemanden pathologisieren - aber sie sagt es selbst. Hör drauf. Ich kenn das Problem leider von mir selbst und hoffe, es durch den erneuten Therapieanlauf auch besser bewältigen zu können. Eine Flasche bis 18:00 Uhr ist nicht ohne. Zwar für manche Menschen nix besonderes, aber ihr Verhalten dazu ist eben der Klassiker. Dieses ambivalente....Uff

  • Wenn das Alkohol oft im Spiel ist, da wäre ich wachsam...

    Um in der Welt etwas zu bewirken, bedarf es liebevoller Emotionen, nicht kaltherziges Denken!


    Wenn du mein Licht erst kennst, dann weißt Du, wie hell dein Tag sein kann und wie hinreißend die Freude die Du, durch mich erfährst.

  • ...heute großes vermissen angesagt. Habe ausgiebig und detailliert von ihm geträumt und das Gefühl hält leider weiter an.


    Als hätten wir real die Nacht verbracht. Und das nur wegen einem statusfilm *damn*


    Ich beneide dich, tom1aufdersuche um dein Gespräch. Wie geht es dir damit inzwischen? Wenn du schreiben magst...


    Grüße von kat

  • Ey maaaan! Ich habe dir doch Träume wie meine gewünscht. Oder war das so was? ;)


    Okay, dann erzähl mir bitte was dich so an ihm fasziniert. Ich bin neugierig. :)

  • er kommt aus supereinfachen Verhältnissen, ein strassenkind und kämpferisch. Gleichzeitig sehr zärtlich, kindlich...muttergefühle hab ich bei allen Männern mitgebracht.


    Wie meinem Vater gegenüber. Ich hab ja schon alles erkannt, durchdacht, durchgeweint und alles angeschaut. Dennoch: es ist wieder derselbe Typ


    Wie will man einen Adler zähmen? Das geht nicht und das weiß ich. Warum will ich ihn...so so seehr?


    Auf seinem FB Profil ein Foto von ihm als junger Mann.. ich weiß welche Strecke er bis heute geschafft hat.


    Es ist, als wäre ich ferngesteuert und müsse es ihm stellvertretend für seine Mutter sagen...


    Und nein, das ist nichts, was ich von meiner Mutter vermisst habe. Das hat sie mir nachhaltig und reichhaltig geschenkt...


    Manchmal so wie heute, denk ich, ich bin echt Luxus weinerlich...

  • Ich kann dir nicht sagen warum, dazu ist das zu komplex. Das wird die Therapie zeigen, zumindest wünsche ich dir das.


    Also du magst wie jemand sich das kindliche erhält, obwohl er so viel kämpfen musste im Leben?

  • so...beim Lesen in alten Threads fiel es mir wie Schuppen von den Augen, in Kombination mit Deiner Frage @Ano...


    Ich suche mir Typen aus, die ähnlich wie mein Vater und meine Mutter sind. Mein Vater war kindlich - meine Mutter ist kämpferisch. Beim Lesen von Rasus Erkenntnis über das Generationentrauma habe ich mich sehr wiedererkannt und weiß auch schon lange, dass ich von beiden Seiten Trauma mit übernommen habe. Nur was mir gerade erst bewußt wird ist der Umstand, dass die meisten Menschen (wie z.B. auch in der Geschichte Rasus) die Eltern ihre Trauma kennen. Selbst wenn sie sie nicht als solche bezeichnen... sie erzählen vielleicht wie beispielsweise mein Vater, immer und immer wieder oder kommen am Lebensende dahin, sich zu öffnen.


    Meine Mutter weiß nicht - und will nicht wissen - was mit ihr ist. Und das mit ihr etwas ist, das fühle ich. UND GENAU DAS Gefühl ist es, was ich bei meinen Typen immer aufstöbere und wie ein Trüffelschwein *bingo* ans Licht bringe. Oder mit "trage". Das ist jetzt genauso. Gefühlt habe ich dies auch schon, aber noch nie so klar vor mir ausgesprochen/formuliert.


    Die Personen selbst sind oft ganz fröhlich, und erzählen mit (scheinbarer) Stärke von den schlimmsten Misshandlungen, und ich spüre, was da für ein Massaker im Innenleben passiert ist. Nur: wieso in alles in der Welt meine ich, dass ich die Wunden anderer Menschen versorgen könnte? Woher kommt dieser komische Auftrag?


    Es gab eine sehr einschneidende Geschichte im letzten Jahr. Kurz nachdem meine angehende Liebesgeschichte gecrasht ist, sind meine Mutter und ich auf den Jakobsweg. Sie hatte es sich gewünscht und nachdem sie ein halbes Jahr zuvor ernsthaft krank war, wollte ich es nicht verschieben. Es war natürlich sehr anstrengend, für beide. Für sie körperlich und die ungewohnte Art des Reisens mit wenig Privatssphäre und neuer Umgebung, für mich, 24/7 über 3 Wochen mit meiner Mutter langsam gehen...


    Es waren aber auch sehr schöne Momente dabei und meine Mutter hat mich mit meinem Liebeskummer sehr rührend unterstütz und gelobt, wenn ich längere Zeit oder vielleicht mal sogar einen ganzen Tag nicht von ihm reden musste... sie hat mir viel Mut gemacht und ich habe abends immer das Buch von Hannah Cuppen zu Bindungs- und Verlustangst gelesen. Mein erstes Aha-Erlebnis, dass ich VA habe.


    Am vorletzten Tag kam dann das Erlebnis. Ich hatte meiner Mutter schon angekündigt, dass wir an diesem Tag nicht zusammen gehen würden. Diese Etappe war gut bevölkert, ich wusste wenn etwas passiert, ist sie immer in der direkten Nähe zu Mitpilgern. Es kann also nichts passieren. Wir hatten nur 1 Handy, das hatte ich mit... wir verloren uns aus den Augen und ich ging mein Tempo. Ich nahm einen großen Gesteinsbrocken in die eine Hand, in die andere eine Rose, die ich am Wegesrand gefunden hatte. Der große Stein sollte stellvertretend für den Ballast sein, den ich durch die verlorenen Freundschaften auf dem Weg lassen wollte. Die dornige Rose, schön und stechend, sollte für meinen verlorenen Kinderwunsch sein. ich wusste, ich würde für beides einen schönen Platz finden.


    Zwischendurch machte ich halt, um auf Toilette zu gehen. Dort traf ich meine Mutter in Begleitung einer jungen anderen Frau. Meine Mutter stellte mir die junge Frau als ihre "Adoptivtochter" vor. Die junge Frau war sehr unangenehm überrascht und sagte spontan: "oh, das ging ja schnell". Meine Mutter wollte mit mir weiter laufen, aber fragte nicht, ob es mir recht sei. Ich meinte daraufhin, dass ich gerne allein weiter gehen würde, ich hätte noch mit mir ein paar Dinge zu klären. Wir würden uns "oben" auf der Höhe treffen.


    Ich trug also beide Gegenstände weiter mit mir, bis ich an einem Zaun angelangt war, an dem lange weiße Bänder hingen. Die konnte man beschriften. Ich schrieb, ohne darüber nachzudenken: "Be grateful for your parents and let them go when it is time". Dabei legte ich den Stein ab, um zu schreiben. Die Rose steckte ich mir ans Hemd. Den Stein vergaß ich und als ich es ein paar hundert Meter weiter bemerkte, kehrte ich nicht mehr um. Ich war wie befreit.


    Die Rose legte ich auf einen mit Sonne beschienenen Meilenstein... machte ein Foto und schickte es einer Freundin, die ebenfalls ungewollt kinderlos ist. Kurz danach begegnete ich meiner Mutter ... sie lief sehr schnell, in Begleitung einer Gruppe anderer Menschen und redete und redete und war sehr vergnügt. Ich winkte ihr und sie rief mir, über die Schulter zu: "ich hab jetzt eine Adoptivfamilie gefunden" Lachte und ging einfach weiter....


    Mir versagte die Stimme, es war als hätte man mir die Kniescheiben zerschlagen, ich konnte mich nur noch wenige Meter schleppen, bis ich ins Gras fiel und den Rucksack abwarf. Ich konnte nicht mehr. Noch nichtmal weinen. Ich war wie betäubt. Glücklicherweise rief die Freundin an, der ich kurz zuvor das Foto geschickt hatte. Ich schilderte ihr die Situation und sie bestätigte, was ich vermutete: meine Mutter hat selbst ein großes Verlassenheitstrauma.


    Nach einiger Zeit ging es mir besser, ich konnte ein wenig die Umwelt wieder wahrnehmen und nach einer Stunde oder so, langsam weiterlaufen. Irgendwann nach weiteren 2 Stunden, traf ich auf meine Mutter. Sie saß unter einem Baum. Sehr verlassen und wie ein kleines Mädchen. Ich setzte mich zu ihr und sie sah mich traurigen Augen an, wie eines der Kinder, die kaum bemerken, dass die Eltern wieder im Raum sind... wir redeten und ich konnte ihr sagen, wie es mir ging. Glücklicherweise konnte sie es annehmen, war bestürtzt über ihre Worte und ihr Verhalten und musste selbst sehr weinen.


    Die restliche Etappe gingen wir zusammen und sie schlief die nächsten Tage jeweils 14h, was sicherlich nicht nur der körperlichen Anstrengung geschuldet war. Es war ihr eigenes Trauma, was mich immer noch hielt und was mir nicht gestattete, mich auch nur annähernd von ihr zu entfernen. Aus Angst, ausgetauscht zu werden... gegen eine Adoptivfamilie...


    Wenn ich an den jungen Mann vom letzten Sommer denke, bekomme ich ein ähnliches Gefühl. Er hat einen ähnlichen Blick auf vielen Fotos. Einer seiner Sätze war: "Es ist gut wenn man sagt, ich will Dich. Es ist schlecht wenn man sagt, ich brauch Dich"


    Vielleicht ist es das, was Sukramine schreibt, bzw. Ross der Gute - dass es die Summe der kleinen langjährig gesammelten Traumata ist, die so schwer sind abzutragen... und irgendwann habe ich diesen Berg aus fremden und eigenen Traumata abgetragen und kann frei sein.


    Nach diesem Erlebnis hatte ich so gehofft, alles würde anders werden. Aber es fühlt sich noch immer so verbunden an. Noch immer kann ich nicht sehen: er hat einfach keine Gefühle für mich und deswegen sollte ich ihn nicht wollen wollen - sondern fühle mich ihm nah, will ihm sagen, wie toll ich ihn finde und wie stark er ist... bescheuert.

  • Schön beschrieben kat.


    Und als ich das gelesen habe, tat mir das auch ein bisschen weh, denn so sehe ich das:


    Deine Mutter wünscht sich mir dir auf den Jakobweg zu gehen. Du machst das auch, vielleicht freust du dich auch drauf, Zeit mit ihr zu verbringen.


    Und dann stellt sie dir ihre "Adoptivtochter" vor?

    Hä?

    Ich meine, du bist doch da, ihre echte Tochter, die sie liebt. Wozu sollte sie da grade ne Adoptivtochter brauchen?


    Ich wäre da, glaube ich, sehr verletzt gewesen.

  • Danke fürs schreiben. Das war sehr verständlich, aber alles der Reihe nach:

    Erst mal muss ich trotz aller Traurigkeit sagen, dass ich es sehr schön finde, dass du und deine Mutter sprechen und dass da auch Verstehen und Tränen möglich sind, vielleicht ist es nicht perfekt, aber es zeigt, dass da etwas ist womit man arbeiten kann. Das sage ich natürlich auch immer so ein bißchen im Seitenblick auf meine Mutterbeziehung. Ich hoffe ihr könnt noch mehr solcher Momente erleben und auch ein bißchen was zusammen aufarbeiten, das wäre bestimmt für euch beide sehr gut. Ihr konntet darüber sprechen und das ist doch was. Oder geht das an deinem Bedürfnis verstanden zu werden jetzt vorbei? Ich hoffe dass ich es jetzt nicht falsch anpacke.


    Und dieser Satz "Es ist gut wenn man sagt, ich will Dich. Es ist schlecht wenn man sagt, ich brauch Dich" ist so eine BA-Standardfloskel, dass ich ihn schon nicht mehr hören kann. Das Wort "brauchen" ist sehr unterschiedlich besetzt, das habe ich schon ein paarmal hier thematisiert und wenn jemand sowas sagt macht es vermutlich Sinn sich mal genauer drüber zu unterhalten was das eigentlich heißen soll. Tut mir leid, aber nach wie vor finde ich es ganz normal und menschlich seinen Partner auch mal zu brauchen, z.B. als Beistand, Rückhalt, zum Meinungsabgleich etc. In dem Sinne dass ich da jetzt nicht einfach IRGENDWEN sonst für fragen kann oder mir irgendwer gerade das geben kann, was die Person mir geben kann. So im Sinne von jeder ist auch ein einzigartiges Wesen. Wenn brauchen heißt, dass man am anderen hängt wie an einem Herzschrittmacher... ja ok. Aber der Satz ist absolut nichtssagend wenn man es mal genau nimmt. Man könnte den auch anders betonen und dann heißt es "Ich will dich, aber ich brauche dich nicht." Ja wofür denn? Willst du mich für Sex? Oder als Armschmuck? Oder als Zeitvertreib? Oder seelischen Mülleimer? Brauchst mich aber nicht, weil du dir selbst genug bist oder da Legionen von Bedürfnisserfüllern in deinem Telefonbuch stehen, alle austauschbar, ist eigentlich egal wer da jetzt kommt, aber danke dass du mich willst? Also bitte, der Satz ist doch ne Fälschung :)


    Und was deine Gefühle für den Kerl angeht: Für mich war auch ein Schritt und ein Teil des Puzzles mir diese Gefühle nicht mehr zu verbieten und nicht mehr zu rechtfertigen oder abzutöten. Das hat mir nur weh getan. Dass ich Grenzen akzeptieren muss wie: Da wird keine Beziehung draus oder nicht mal ne Freundschaft, da kann es auch Sicherheitsgründen nicht mal Kontakt geben, Selbstschutz nicht vergessen, ja, das ist manchmal so. Aber meine Gefühle über die wache ich. Und wenn ich jemanden mag, dann ist das okay.