Gute (und kostenlose) Empfehlungen zum Thema Narzissmus

  • Also, ich habe mich ja aus gegebenen Anlass die letzten Monate sehr stark mit dem Thema beschäftigt. Eine der besten (kostenlosen) Online Ressourcen, die ich gefunden habe, sind die Videos von Dr. Ramani.

    Sie ist Psychologin und hat jahrelang Menschen begleitet, die Opfer von narzisstischem Missbrauch geworden sind. Egal, ob die Narzissten Partner, Familienmitglieder oder Vorgesetzte waren. Und diese Erfahrung merkt man ihr und ihren Videos auch an, finde ich.

    Weiterhin hat sie als Therapeutin selbst mit Narzissten gearbeitet, so dass sie deren Persönlichkeitsstruktur sehr gut kennt und versteht.

    Die Videos sind in meinen Augen qualitativ hochwertig und auch psychologisch tiefgehend, gleichzeitig aber auch klar und leicht verständlich. Es werden dabei halt sehr oft die drunterliegenden Mechanismen erklärt, also auch, was es mit den Menschen macht und warum diese in der Beziehung bleiben. Auch geht sie dabei öfter darauf ein, was es für Verküpfungen mit der Kindheit gibt.

    Dr. Ramani hat auch ein Buch geschrieben "Should I stay or should I go"

    https://www.amazon.de/dp/B0169…ect?_encoding=UTF8&btkr=1
    Dazu kann ich aber nichts sagen, da ich es nicht gelesen habe.

    Ein Beispielsvideo über "Breadcrumbing", also warum es in machen Beziehungen nur Brotkrümel an Aufmerksamkeit, Liebe, Interesse, Unterstützung etc. gibt und warum sich Partner dennoch lange Zeit damit zufrieden geben:




    Leider ist wieder mal alles nur auf Englisch.

    Es gibt auch eine deutsche Variante dazu auf Youtube: Narzissmus verstehen.

    Die Serie finde ich auch sehr gut, aber nicht ganz so tiefgründig wie die von Dr. Ramani.

    "Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten". - D.L.

  • Ich finde die Serie ja super gut. Hier eine Erklärung für ein Phänomen, von dem man hier im Forum auch nicht selten liest, dass, wenn bestimmte, schwierigere oder emotionale Themen angesprochen werden, von der anderen Seite nur noch Schweigen kommt. Gibt sogar einen Ausdruck dafür: Stonewalling.


    "Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten". - D.L.

  • https://www.amazon.de/gp/produ…_rwt_hsch_vapi_tkin_p1_i0

    Tough Talk: Die rhetorischen Spielregeln zum Überleben im Haifischbecken Ausgabe von Marc-Stephan Daniel

    Der Autor ist Organisationspsychologe und arbeitet als Coach.
    Das Buch gibt aus meiner Sicht gute Hinweise, wie man mit Menschen wie Narzissten und Psychopathen, denen man nicht aus dem Weg gehen kann "verhandelt". Es ist in erster Linie für berufliche Zwecke geschrieben, die Strategien können natürlich auch Privat angewandt werden.

    Laut Autor gibt es 3 verschiedene Kommunikations/Beziehungs/Verhandlungsstile:

    - den defensiven, der beziehungsorientiert ist und dem Harmonie wichtig ist
    - den kooperativen, der sachorientiert ist und dem es um sachliche Problemlösung geht
    - den offensiv -eskalativen, den es um Dominanz und die Unterwerfung des "Gegners" (= Gesprächs/Verhandlungspartners) geht

    Laut dem Autor ist es wichtig, in Gespräche Symmetrie herzustellen. Also wenn jemand das dominante Muster anwendet, dann hat hat man mit dem defensiven oder auch kooperativen keine Chance. Denn diesem Menschen geht es weder um eine Beziehung noch um Lösung der Sachproblem. Im Gegenteil, ist die Sache eigentlich nur der Aufhänger, um Dominanz über andere Menschen auszuüben. Den Letzteren Stil benutzen in erster Linie Narzissten und Psychopathen. Diesen Menschen macht es regelrecht erst Spaß, sie laufen zu Höchstform auf, wenn sie um Dominanz kämpfen können.

    Um sich auch bei diesen Menschen zu behaupten, hat er eine Eskalationsleiter entwickelt. Das heißt, dass man sehr bewusst eskaliert, wenn das Gegenüber versucht zu dominieren- man macht also sehr klar seine Grenzen klar und droht im Notfalls auch mit Abbruch des Gesprächs/der Verhandlungen. Das erfolgt in Schritten und sehr bewusst. Und es gibt außer bei der letzten Eskalationsstufe immer eine Rückholstrategie, d.h. man geht, sobald das Gegenüber einlenkt wieder zurück auf die Sach- bzw. Beziehungsebene. Damit verhindert man, das Gespräch aus dem Ruder laufen zu lassen und schafft wieder eine Grundlage. Es geht auch nicht darum, das Gegenüber zu dominieren (dann wäre man ja selbst narzisstisch), sondern eine Symmetrie, eine Augenhöhe herzustellen.

    Das Buch ist einfach und unkompliziert geschrieben. Es gibt einige rhetorische Mittel, die auch aufgeführt sind. Das Konzept ist simple und nicht schwer zu verstehen. Allerdings ist die Anwendung wohl doch komplizierter, da, wie der Autor es beschreibt, das Timing ungeheuer wichtig ist. Wann setze ich welchen Verhandlungsstil ein, wann eskaliere ich, welche Stufe und wann setze ich eine Rückholaktion ein, wann mache ich Zugeständnisse etc.
    Er gibt auch einige eindrückliche Beispiele für die unterschiedlichen Kommunikationsstile (z.B: Merkel - Erdogan).

    Für mich war es ein richtiges Aha-Erlebnis. Ich habe gemerkt, dass mein Hauptkommunikationsstil kooperativ ist und auch manchmal defensiv.
    Und dass ich dominaten Verhalten oft sehr beschwichtigend (defensiv) bzw. meist auf der Sachebene (kooperativ) begegnet bin. Und mich dann gewundert habe, warum das überhaupt nciht funktioniert. Denn diesen Menschen geht es nämlich nie um die Sache. Sondern um Dominanz und Vorteil.

    Aus meiner Sicht ein einfaches aber sehr hilfreiches Buch für Menschen, die sich gegen Narzissten besser behaupten wollen.




    "Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten". - D.L.




  • Wieder mal ein tolles Video von Dr. Ramani darüber, warum Menschen mit Kindheitstrauma eher in narzisstischen Beziehungen landen bzw. da nicht rausgehen. Und auch sie betont die Notwendigkeit von Traumatherapie bzw. Bearbeiten des Kindheitstraumas.
    Ich denke, was Traumatherapie betrifft, sie die Amis echt ein ganzes Stück weiter als wir. Wir bzw. unsere Psychologen hinken da mit ihre Psychoanalyse und Verhaltenstherapie echt noch ganz schön hinterher, besonders auch was die Kassenpsychologen betrifft.


    FAst alle, von denen ich vernünftige Sachen über Trauma gehört bzw. gelesen habe, waren Amerikaner: Ross Rosenberg, Peter Levine...

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  • mmmmh....da möchte ich mal eben ansetzen.

    Ich denke nicht, dass wir irgendwo hinterherhinken.


    Die Gesundheitssysteme sind grundverschieden, das darf man nicht vergessen.

    Die "Amis" haben keine Kassen in dem Sinne, eigentlich in gar keinem Sinne. Da geht zur Therapie, wer´s sich leisten kann. Oder wer einen Kredit bekommt.


    Psychoanalyse hier ist schon sehr sehr gut.

    Leider hat auch unser Gesundheitssystem gelitten, was dazu führte dass die Analyse um 50% gekürzt wurde.

    Ist klar, dass sie dann nicht mehr den Effekt haben kann, den sie hatte, oder für den sie ausgelegt war.

    Verhaltenstherapie als Traumata-Bewältigung aus Kindheitstagen sehe ich eh als kritisch an. Zu wenig Stunden, zu wenig Analyse-Anteil. Und wenigstens das Trauma und der Ursprung daraus muss ja "analysiert" werden. Das dauert. Die Bewältigung dauert. Das "Umpolen" dauert.

    Sex won´t make someone commit.

    Physical attention won´t make someone commit.

    Being perfect won´t make someone commit.

    The ONLY thing that will make someone commit is someone that´s ready for commitment.

    Never forget that.

  • Hier kann ich auch mal meinen Senf dazugeben: Ich habe eine Psychoanalyse gemacht, die mich in Punkto Trauma null weitergebracht hat. Obwohl die Therapie und die Therapeutin sehr gut war und bis heute von mir als wertvolle Unterstützung empfunden wird, ging die Psychoanalyse nach nicht an mein Trauma ran und ich habe da keine Erleichterung verspürt (aber an anderen Stellen schon).


    Ich bin kein Arzt, aber mein Gefühl und meine Erfahrung in nun mehr als zehn Jahren Arbeit daran erklärt mir das so: Das Trauma ist wie eine Verkapselung in mir drin. Ich kann es verstehen, drüber reden und habe doch keinen emotionalen Zugang dazu. Vielleicht trifft das nicht auf alle Traumata und alle Menschen zu, aber inzwischen weiß ich, dass es nicht nur mir so geht, sondern das unter Traumatisierten ein viel besprochenes Thema ist. Es ist wie abgespalten und wenn die Gefühle dazu kommen kann man manchmal nicht mehr reden, denken, etc. Die Trennung zwischen Trauma und Worten darüber bleibt bestehen. Nun mache ich nach Psychoanalyse, tiefenpsychologischer Therapie (abgebrochen) und Tagesklinik eine Verhaltenstherapie, eine Traumatherapie bei einer Verhaltenstherapeutin. Ich berichte gerne wie es läuft, aber bisher finde ich das interessant. In dem Brief aus der Klinik stand auch dass die non-verbalen Ansätze sich dem Trauma zu nähern (Kunsttherapie, Körpertherapie) mir besser geholfen hätten und ich habe das auch genau so empfunden. Vermutlich würde ich es aber genauso sehen wenn ich nur Körpertherapie gemacht und nie gesprochen hätte. Ich denke man muss für sich alles ausprobieren bis man dauerhafte Erleichterung fühlt. Ich freue mich nun auf meine Verhaltenstherapie und eine Psychoanalyse oder ein tiefenpsychologischer Ansatz wäre für mich jetzt nicht in Frage gekommen. Das sehen Therapeuten manchmal anders, manchmal sind die sehr auf ihre eigene Schule fixiert, aber der Therapeut kann nicht wissen was euch hilft. Nur ihr selbst könnt das feststellen.

  • Naja.

    Die Analyse kann nur so weit an´s Trauma heran gehen, wie du sie lässt.

    Wenn das eine "Kapsel" in Dir ist, an die Du nicht heran willst, sie nicht knacken und öffnen willst, dann wird dort auch keine Therapie dieser Welt heran kommen.

    Die Analyse bietet mit der Couch und ihrem Rahmen schon ein Klima, was sehr sehr sehr tief gehen kann. Tiefer als die meisten anderen Therapien. Aber letzten Endes kann Dich niemand zwingen Themen aufzuarbeiten.


    Zudem kommt (Und das sehe ich als RIESEN Problem) eben, dass sie um 50% gekürzt wurde. Die Kassen Zahlen 300 Stunden Maximum. Nur in extremen Ausfällen etwas mehr. Ausgelegt war die Therapie für 500-600 Std. Ich bin in Stunde 500, bedeutet, dass ich per Kasse seit fast 2 Jahren austherapiert bin. Spult mal hier im Forum zurück, wo ich vor fast 2 Jahren Stand. Beim Vögelchen.

    Meine Therapeutin meinte letzt, dass ein großer Schwung Erfolg bei der Analyse in den letzten 100 Stunden (Also von 500 bis 600) zu erwarten ist.

    Wie soll´s gehen, wenn die Kassen das nicht zahlen?

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  • Das sehen Therapeuten manchmal anders, manchmal sind die sehr auf ihre eigene Schule fixiert, aber der Therapeut kann nicht wissen was euch hilft. Nur ihr selbst könnt das feststellen.

    Das sehe ich auch so. Ich finde nur, dass manche Therapeuten glauben, dass sie besser wissen als man selbst, was einen hilft bzw was man braucht. Also aus meiner Sicht muss man sich Therapeuten wirklich sehr gut auswählen. Sonst können sie auch Schaden anrichten. Und ja, auch in dem Bereich gibts genug Narzissten und co..

    Ich kann aber nur immer wieder sagen, dass ich mit meiner derzeitigen Therapeutin super zufrieden bin. Sie geht einfach mit mir mit und begleitet mich, ohne mich in eine Richtung zu pushen. Und sie hat wirklich sehr viele verschiedene Ausbildung- von Gestalttherapie, systemische, Traumatherapie. Das heißt sie kann super individuell, wenn nötig auf Techniken zugreifen, die ich im Moment gerade brauche. Wie haben neulich mal diese Übung "sicherer Ort" von Luise Redemann gemacht. Fand ich super, super hilfreich.

    http://www.opferhilfe-berlin.d…er_sichere_innere_ort.pdf

    Aber naja, sie hat keine Kassenzulassung und ich bezahle selbst....

    "Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten". - D.L.

  • Naja.

    Die Analyse kann nur so weit an´s Trauma heran gehen, wie du sie lässt.

    Wenn das eine "Kapsel" in Dir ist, an die Du nicht heran willst, sie nicht knacken und öffnen willst, dann wird dort auch keine Therapie dieser Welt heran kommen.

    Die Analyse bietet mit der Couch und ihrem Rahmen schon ein Klima, was sehr sehr sehr tief gehen kann. Tiefer als die meisten anderen Therapien. Aber letzten Endes kann Dich niemand zwingen Themen aufzuarbeiten.

    Ja, das sagt man immer so, gelle? :) Aber so ganz richtig ist das nicht und das Wort "willst" finde ich hier nicht passend. Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass Therapien und Methoden unterschiedlich gut helfen, bei ein- und derselben Person ;) "Wenn ich nicht will, hilft mir keine Therapie der Welt" ist nicht zutreffend., wenn manche Sachen helfen und manche nicht. Daher muss meiner Meinung nach jeder ausprobieren und herausfinden was persönlich Erleichterung bringt. Und diese Verkapselung ist Teil des Traumas, nicht etwas das ich entschieden habe, was ich will oder nicht will.


    Diese Denke "Wenn es nicht hilft liegt es daran dass du (unbewusst) nicht wirklich das es hilft" ist verbreitet und ich kann das NICHT BESTÄTIGEN, kann vorkommen, aber davon ausgehen würde ich mal lieber nicht, ich würde befürchten dass es mehr schadet als nutzt. Für mich ist das Teil so einer Denke "man muss nur richtig wollen" und die kann man anwenden um andere zu entmutigen oder glauben zu lassen dass es an ihnen liegt ihr Fehler ist :)


    Wer also entmutigt feststellt, dass etwas nicht hilft sollte den Fehler nicht ausschließlich bei sich suchen. Am besten gar nicht bei sich suchen. Am besten etwas suchen das gut tut und irgendwie das Gefühl gibt man kommt dem Trauma zumindest näher im Sinne von "da löst sich etwas". Und retraumatisiert nicht. Starke seelische Schmerzen sind z.B. kein Zeichen dafür dass sich etwas löst, vor allem nicht wenn das dominante Gefühl eher Retraumatisierung als Verarbeitung ist. Ich finde man kann das sehr gut voneinander unterscheiden, wenn niemand einen dazu bequatscht seinem eigenen Gefühl nicht zu trauen. Und das machen leider manchmal auch Therapeuten.


    "Sicherer Ort" z.B. ist sowas von Basis, warum habe ich davon erst in der Klinik erfahren und nicht schon in der Psychoanalyse oder in der tiefenpsychologischen? Genauso ging es mir mit anderen Techniken.


    Traumabelastete Menschen sollten vielleicht wirklich nach Traumatherapeuten (Spezialisten) Ausschau halten. Ich glaube das ist wichtig.

  • Ich bleine meiner bei meiner Meinung über die Analyse.

    Meiner Ansicht nach ist sie für Menschen mit Bindungs-"Störungen" wirklich extrem hervorragend geeignet. Ich prerönlich kann mir keine bessere vorstellen.

    Ich kenne aber sehrwohl Therapieformen, die ich ähnlich gut finde. Oder die Ansätze daraus super.

    Die Analyse führt "mein Ranking" da aber alleine schon Aufgrund ihrer angesetzten Länge, Intesität und dem Rahmen vor Ort.


    Wichtig ist bei jeder Therapie eben, dass es definitiv Themen geben kann, über die man nicht reden will. Bewusst oder unterbewusst ist total egal.

    Es gibt Therapien, bei denen offensiv angesprochen wird (oder offensiver) und Therapien, wo der Therapeut weitaus passiver ist.

    Aber egal wie der Therapeut/Therapeutin ist und egal wie die Therapie aufgebaut ist, kann es Kapseln geben, die sich nicht lösen lassen. Meistens wohl dann aus dem Grund, weil das Trauma entsprechend zu tief sitzt oder die Angst davor zu groß ist. Dann kann man eben schauen wie nah man ran kommt.

    Das hilft auch schon.


    Ich habe da übrigens in keinster Weise von "Schuld" gesprochen. Wundere mich grade ein kleines Bisschen, dass du das so schreibst. Wie kann man bei einem Trauma der Schuldige sein? Man rannte da ja nicht freiwillig hinein. Und selbst wenn, dann kann man bei keiner Erfahrung vorher die Auswirkungen wissen. Schuld hat da also niemand. Maximal der externe Trauma-"Verursacher". Und selbst da weiß man nicht woher es kam.

    Ich denke es ist wichtig sich zu verinnerlichen, dass Traumata prägen. Die einen lassen sich gut aufarbeiten, die anderen sind tiefer. Einige lassen sich vielleicht nie vollständig lösen. Muss nicht heißen, dass man damit nicht arbeiten kann.

    Ich habe Traumata, die sich wohl nie lösen lassen werden. Themen, über die ich nicht sprechen mag. Auch nicht im Rahmen der Therapie. Ich will nicht einmal darüber nachdenken. Mein Unterbewusstsein vergisst sogar wahnsinnig schnell, wenn die Themen doch mal angeschnitten wurden. Oder aber ich bekomme schlimmen Husten/Atemnot, dann kann ich pfiffiger Weise gar nicht darüber sprechen.

    Ist doch nicht schlimm.


    Weil dieser Thread hier um Narzissten geht;

    DIE werden sich so oder so mit allergrößter Wahrscheinlichkeit im Rahmen einer Therapie kaum an die richtigen Kapseln wagen.

    Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit da erheblich kleiner. Narzissmus ist zwar auch bedingt therapierbar, aber ´ne ziemlich haarige Nummer. Auch für den Therapeuten.

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  • Radieschen, ich habe gar nicht von Schuld gesprochen ;) Das Wort kommt doch in meinem Text gar nicht vor. Tricky, hm? ;)

    Und du kannst bei deiner Meinung bleiben. Ich wollte nur meine kund tun.


    Und ich denke der Thread richtet sich nicht an Narzissten, die sind ja wirklich oft nicht therapierbar, weil es oft keine Krankheitseinsicht gibt. Das gehört sehr häufig zum Krankheitsbild "Narzissmus".

  • Ach, das bezog sich auf das „Fehler bei sich suchen“, deswegen in „“


    Dachte aufgrund des Titels, dass dieser thread um Narzissmus geht.

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  • Und das mit dem „Sicheren Ort“ liegt denke ich mal daran, dass jede Therapie eben ihre eigenen Wege hat.

    Die Verhaltenstherapie-Begriffe und Strategien wirst du zB in der Analyse nie finden. Und so wechselt das alles eben von Therapie zu Therapie. Deswegen sind die ja so herrlich verschieden.

    In der Analyse wird man grundsätzlich keine gezielten Strategien finden, die der Therapeut einem beibringt. Das würde ja schon fast gegen den Grundsatz gehen.

    Das ist speziell, und das muss man mögen. Aber grundsätzlich kann man deswegen ja auch zwischen den Therapien auswählen. Immer dann jeweils so, was für das Individuum eben am besten klingt.

    Bei mir war’s aus dem Bauch heraus die Analyse. Einfach schon weil ich gemerkt habe, dass ich mich nicht öffne, wenn der Therapeut mir ins Gesicht blickt. Ich fange dann automatisch an zu taktieren. Das wollte ich mir erschweren, auch wenn’s natürlich auch „blind“ geht.

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  • Diese Denke "Wenn es nicht hilft liegt es daran dass du (unbewusst) nicht wirklich das es hilft" ist verbreitet und ich kann das NICHT BESTÄTIGEN, kann vorkommen, aber davon ausgehen würde ich mal lieber nicht, ich würde befürchten dass es mehr schadet als nutzt. Für mich ist das Teil so einer Denke "man muss nur richtig wollen" und die kann man anwenden um andere zu entmutigen oder glauben zu lassen dass es an ihnen liegt ihr Fehler ist :)


    Wer also entmutigt feststellt, dass etwas nicht hilft sollte den Fehler nicht ausschließlich bei sich suchen. Am besten gar nicht bei sich suchen. Am besten etwas suchen das gut tut und irgendwie das Gefühl gibt man kommt dem Trauma zumindest näher im Sinne von "da löst sich etwas". Und retraumatisiert nicht. Starke seelische Schmerzen sind z.B. kein Zeichen dafür dass sich etwas löst, vor allem nicht wenn das dominante Gefühl eher Retraumatisierung als Verarbeitung ist. Ich finde man kann das sehr gut voneinander unterscheiden, wenn niemand einen dazu bequatscht seinem eigenen Gefühl nicht zu trauen. Und das machen leider manchmal auch Therapeuten.

    Dem kann ich nur zustimmen.

    Und was das mit der Traumabearbeitung betrifft, kann ich nur mal wieder Ross Rosenberg zitieren. Niemand "will" wirklich Trauma bearbeiten. Nach ihm hat das Gehirn einen eingebauten Schutzmechanismus, der sich immer irgendwie dagegen sträubt. Gute Therapeuten können aber mit diesem Schutzmechanismus umgehen.
    Und sind achtsam. Wie du sagst, sich in das Trauma reinzustürzen hilft nicht es zu verarbeiten sondern retraumatisiert u.U. nur wieder.

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  • "Reinstürzen" macht man denke ich bei keiner Therapieform.

    Das Trauma muss ja erstmal als solches erkannt und lokalisiert werden. Wenn´s frühkindlich war, erinnert man sich ja an die meisten nicht einmal mehr.


    Ich kenne aber durchaus Menschen, die seit Jahren in Therapie sind und da nicht ran gehen. Da war´s dann keine Analyse, sondern eine andere Therapieform + Kliniken, aber geknackt wurde die Kapsel nie. Am Ende kam dann eben die medikamentöse Einstellung, was auch eine Möglichkeit ist.

    Und selbst Stahl sagt ja immer mal zwischendurch, dass eben nicht Jeder da therapierbar ist, bzw. eben nur bis zu einer gewissen Grenze.

    Es gibt Abspaltungen und Traumata, da geht´s eben nicht voll ran. Oder durch.


    Und selbstverständlich gibt es diverse Leute die ihr Trauma bearbeiten wollen. Ich zB bin mit genau dem Thema überhaupt zur Therapie gegangen. Ich wusste dass Themen meiner Vergangenheit mir im Nacken hängen und dass ich mit Jemandem drüber sprechen möchte.

    Ich gehe nicht super gerne an meine Traumata, traue mich aber immer wieder (und entscheide bewusst) mal ganz nah an den Abgrund zu gehen und hinein zu schauen.

    Das ging tatsächlich am intensivsten zu Vögelchen-Zeiten, weil da eh alles permanent aufgetriggert war. Geht jetzt aber auch noch.

    Es ist extreeeem unangenehm, aber doch auch irgendwo herrlich lösend.


    Eben weil es garnichts bringt Traumata überstürzt angehen zu wollen, würde ich mich mit solchen Problemen in Therapien begeben, die entsprechend lange laufen.

    Bedeutet nicht, dass nicht auch eine Traumatherapie im Rahmen einer Verhaltenstherapie zB gut helfen kann. Da wird nur eben vollkommen anders gearbeitet, praktischer, wenn man´s denn so nennen mag. Und da sollte eben vor Beginn gut überlegt werden, was der jeweilig betroffenen Person besser liegt.

    Ich habe Probleme beim selbstständig sein. Unabhängig sein. Ich habe immense Probleme mit der eigenen Authorität und damit mich in Beziehung unbeeinflusst zu hinterfragen, was denn mein Ansatz wäre, meine Bedürfnisse, meine Wünsche (BA eben....). Daher konnte ich alles in Richtung Verhaltenstherapie ausschließen.

    Selbstverständlich sind das aber nicht die Baustellen von Jedem. Da kann dann der Rahmen einer VT auch ganz prima passen.

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    Never forget that.

  • Eine Freundin hat mir kürzlich einige Links mit einem anderen amerikanischen Psychologien George Simon geschickt. Er räumt mit den Vorurteil auf, dass die Techniken, die diese Manipulatoren benutzen, alle unbewusst sein und nur unbewusste Abwehrmechanismen gegen die Angst. Er meint, das Gegenteil sei der Fall, die Leute haben eher zu wenig Angst. Das sei alles automatisiertes Verhalten, aber eben durchaus bewusst. Und sie benutzen es schlichtweg, weil sie damit durchkommen.
    Es entspricht auch immer mehr meiner Erfahrung. Und erklärt auch, warum ewiges "Verzeihen", den eigenen Anteil sehen usw. da oft nichts bringt.

    Sehr sehenswert für alle, die immer noch glauben, man könne solche Charaktere mit viel "Liebe" heilen..

    Und auch er betont, dass unsere Kultur solches Verhalten fördert... Und deswegen funktionierts ja..

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  • Hier noch mal für alle, die aus Familien mit narzisstischen Eltern stammen, eine 10-minütige auf den Punkt Zusammenfassung, warum man sich zu narzisstischen Partnern, Chefs, Kollegen, Freunden etc. hingezogen fühlt und was man dagegen tun kann bzw. was es braucht, damit man davon los kommt.

    "Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten". - D.L.