Weg vom Drama

  • Heute sagt sie, sie habe sechs Jahre ihrer Zeit verschwendet und hätte viel früher gehen müssen. Im Nachhinein stellte sich auch noch heraus, dass er sie betrogen hat und sie ein ganz mieses Baugefühl hatte, was sie verdrängt hat.


    Und insoweit möchte ich mich Synne anschließen, dass man ja - wie Du Laurentia sagst, vielleicht mal Dampf ablässt - aber das dann der eigenen Freundin gegenüber wieder relativieren und gemeinsam reflektieren kann. Es muss doch Raum für beides sein und dass man ehrlich darüber sprechen kann. Und dabei darf man es einmal so und einmal so sehen, aber abzutauchen und mich nicht mehr heranzulassen, bedeutet ja nicht, dass man sich jetz auf die positiven Dinge konzentiert, sondern dass man die Beziehung in ihrer Gänze mit ihren Facetten gar nicht beleuchten will. Auch eine Form von Vermeidung.

    Das fände ich auch gut. Und wir wissen wohl alle, wie schwierig das ist - eben, weil es oft blinde Flecke sind.

    Das stimmt! Auf jeden Fall sollte da Raum für Diskussionen und Kritik sein. Wenn sie das aber komplett vermieden hat. Dann ist es selbstverständlich auch eine ganz andere Nummer. Das in deinem Beispiel ist dann schon gefährlich, da sie dann auch nicht nur die Freundschaft gefährdet hat, sondern auch ihr eigenes Wohlergehen.


    Ich meinte damit auch nur, dass es in meinem Fall (als Beispiel erwähnt) ganz anders aus sieht. Diese starke Vermeidenung der Anerkennung der Probleme kenne ich schlichtweg aus meinem Alltag nicht.


    Es ist auch nicht immer schwarz weiß. Daher ist es auch oft schwer als Außenstehende da zu urteilen. Besonders dann wenn das Urteil der erzählenden Person, aufgrund von Vermeidung getrübt ist.

    "I lived the sweet and I lived the sour

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    Welcome to my world! Princess of power"

    Marina - Princess Of Power

    Einmal editiert, zuletzt von Laurentia95 ()

  • Ich habe mich einem Teil meiner Vergangenheit gestellt vor dem ich mich lange gedrückt habe.


    Ich habe diese Woche meine Schwester besucht, die ich aufgrund der Tatsache, dass ich den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen habe und von ihr weder was sehen noch hören will, seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte. Sie hat vor sechs Wochen ein Baby bekommen. Ihre Schwangerschaft habe ich über Nachrichten und Bilder, die sie mir über WhatsApp geschickt hatte mitbekommen und ich dachte mir, dass die Tatsache dass ich nun Tante geworden bin (schon zum zweiten Mal, der Sohn meines Bruders ist schon ein Jahr alt, wir haben allerdings keinen Kontakt gehabt die letzten Jahre) ein schöner Anlass wäre, sich mal wieder zu treffen. Hatte zugegeben ein bisschen Muffe vor der Konfrontation. Mein Partner hat mir angeboten mich zu begleiten und hat dies auch getan. War mir eine emotionale Stütze in dem Fall.


    Wir kamen, eine Umarmung und schon hat sie mir meinen kleinen Neffen in den Arm gedrückt, wo er dann die nächsten zwei Stunden geblieben ist :-)

    Das Treffen war total schön und wir wollen uns nun wieder öfters sehen. Sie wohnt auch nur ein paar Straßen weiter im Dorf meines Freundes.

  • Liebe Lea,


    ich habe hier ewig nicht geschrieben und insgesamt auch nicht sehr oft glaube ich. Ihr seid mir irgendwie alle so vertraut, weil ich immer alles mitlese, während ich das für euch vermutlich gar nicht bin, da ich eher im Hintergrund bleibe. Upps. :oops:


    Trotzdem möchte ich dir sagen, dass ich diesen Schritt von dir total stark finde! Gerade, weil er nach der langen Zeit sicher ein riesiger Meilenstein für dich war und Babys anderer Menschen bestimmt ein wunder Punkt für dich sind aufgrund deiner Fehlgeburten und deiner Abtreibung. :|


    Wie schön auch, dass der Mann an deiner Seite dir Halt geben konnte. Ihr seid nun offiziell ein Paar? Möchtest du uns ein bisschen von eurem Zusammensein erzählen?

    Ich war etwas verwundert, dass es nun doch so schnell ging und fühlte mich an den letzten Mann erinnert. Da ging es auch ums erste Kennenlernen und dann war ganz plötzlich nach kürzester Zeit von "Partner" die Rede.

    Du weißt es ja schon selbst, aber pass gut auf dich auf, nimm dir trotz Beziehung genug Freiräume, um hineinzuspüren, was innerlich bei dir los ist und halte bewusst inne, wenn du drohst, in Muster abzurutschen.

    Ich habe gelesen (und auch total nachvollziehen können), dass du mit etwas Widerstand auf die kritischen Stimmen hier reagiert hast. Trotzdem bin ich der Meinung, dass die vielen tollen Leute hier im Zweifel absolut Gold wert sind und hilfreich sein können, wenn die Kacke am dampfen ist.

    Ich hoffe, dass es nicht so weit kommt, aber scheu dich nicht, hier auch negative Begebenheiten preiszugeben. Natürlich bleibt das am Ende dir selbst überlassen, aber ich denke, hier findest du einen sicheren Rahmen, Verständnis und Unterstützung.

    Ich schreibe das auch, weil ich selbst in der Vergangenheit wider besseren Wissens abgetaucht bin und rote Flaggen gar nicht sehen WOLLTE. Das war dann wohl meine Art der Vermeidung, weil ich mir einfach so sehr gewünscht hatte, dass es mit diesem Mann klappen würde und negativen, aber wahren Stimmen gar nicht sooooo sehr Gehör schenken wollte. :devil:


    Alles Liebe dir! <3


    Philo

  • Hallo Philo,


    schön von dir zu lesen :-)


    Ja, ich hatte schon ein bisschen den Frack voll meine Schwester zu treffen. Eher aber weil ich eben nicht mit meiner Mutter konfrontiert werden will. Damit das sie ein Baby hat und ich eben nicht, habe ich ganz gut weggesteckt. Damit habe ich mich ja reichlich auseinander gesetzt die letzten Jahre und ich kann ihr das von Herzen gönnen. Zumal ich ja nun auch ein bisschen daran Anteil haben darf, so als Tante :-)


    Ja, wir sind offiziell ein Paar und ich finde für meine Begriffe ging das nicht ganz so schnell. Beim letzten Mann wo hier immer die Rede ist, war das binnen einer Woche festgelegt, dass man nun zusammen ist und in den ersten vier Wochen liefen schon die ganzen Programme, die für andere erst nach Monaten auf dem Plan stehen. Zumal er nach den ersten sechs Wochen schon das erste Mal die Biege machen wollte.


    Mit meinem jetzigen Partner hab ich mich einige Wochen regelmäßig getroffen, bevor das ernster wurde. Zumal wir uns ja schon sehr lange kennen und vor langer Zeit schon mal zusammen gewesen sind. Also so gesehen zwar ein neues Kennenlernen aber eben keine klassische Kennenlernphase unter komplett Fremden. Wir treffen uns jetzt seit einigen Monaten und es gibt keinerlei rote Flaggen. Ich finde wir machen das ganz gut bisher :-)


    Wir unterstützen uns im Alltag, sehen uns regelmäßig. Unseren letzten Urlaub haben wir zusammen verbracht, viele Unternehmungen gemeinsam erlebt.

    Jeder macht noch sein Ding und den Rest machen wir zusammen. Jeder kann seine Bedürfnisse anmelden, ebenso auch kommunizieren wenn was nicht passt. Meinen Geburtstag hab ich dieses Jahr auch mit ihm verbracht (und für den Fall dass ich das jetzt wieder hören muss, aber tatsächlich seit vielen Jahren das erste Mal, dass ich an meinem Geburtstag eben nicht alleine zu Hause saß, sondern bekocht wurde und sogar ein liebevoll ausgewähltes Geschenk bekommen habe). Wir treffen seine Freunde, meine Freunde, seine Familie, meine Familie. Mein Hund ist mittlerweile auch mal bei ihm wenn ich Termine habe, damit er nicht so viel alleine zu Hause sein muss.


    Wir genießen es zusammen zu kochen und danach zusammen zu essen. Ohne Handy und Klotze nebenher. Einfach gute Gespräche.

    Ich empfinde das alles bisher als sehr auf Augenhöhe, ruhig, verbindlich, respektvoll. Keinerlei Dramen.


    Ich bin auch nach wie vor innerlich sehr ruhig. Ich habe nicht mehr dieses brennende Vermissen, wenn wir uns nicht sehen, weil ich weiß das er da ist. Und auch morgen noch da sein wird. Es gibt keine Ambivalenz, kein "heiß und kalt", wir können Dinge in die Zukunft planen (wie habe ich das gehasst nie zu wissen, wann man den Partner wieder sieht oder nur ein paar Stunden in der Woche eine Beziehung zu haben), wir beziehen uns gegenseitig ins Leben ein. Nach wie vor gibt es bei uns WhatsApp nur noch für unwichtige Dinge, zB um zu schreiben, dass man sich verspätet etc. Wir telefonieren oder sehen uns per VideoCall, wenn wir uns nicht persönlich sehen können.


    Ich bin der Meinung dass nicht jede Beziehung große Kacke sein muss, nur weil es ein paar Mal eine Tatsache gewesen ist und ich mir gänzlich unpassende Partner an Land gezogen habe. Wie auch immer es weitergehen wird, diese Beziehung ist zumindest bisher die mit Abstand gesündeste, die ich die letzten Jahre hatte. Ich fühle mich gebunden und gleichzeitig total frei, unbeschwert.


    Wenn es was negatives zu berichten gibt oder der erste Streit ins Haus steht, werde ich euch daran teilhaben lassen :-)

  • Hey SugarLea ;)


    Ich hab mal ein paar Passagen zitiert welche ich besonders wichtig und toll finde.


    Also ich bin echt erfreut darüber, dass es bei dir alles momentan so friedlich läuft und ihr so eine gesunde Kommunikation und Miteinander habt.


    Auch ist natürlich besonders wichtig darauf zu achten, wie es dir damit geht. Hier hast du ja bereits geschrieben, dass es dir sehr gut damit geht und du sehr entspannt bei ihm bist und ihm vertrauen schenken konntest.


    Ich finde auch nicht, dass es zu schnell bei dir gegangen ist. Meine Schwester war auch nach 2 oder 3 Monaten des Kennenzulernens schon offiziell mit ihrem jetzigen Partner zusammen. Beide haben keine BA und haben sich einfach ziemlich schnell ineinander verliebt. Ich denke wenn man sich wirklich mag dann kann man sich auch ziemlich schnell sicher sein.


    Außerdem gibt es hier ja keine allgemein geltenden Regeln. Manche brauchen Monate oder Jahre und manche heiraten sogar schon nach kürzester Zeit. Da sollte jedes Paar für sich selbst entscheiden, wie schnell es offiziell werden darf.

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    Marina - Princess Of Power

  • Zur Ergänzung: dieses Gefühl der Verbundenheit in Kombi der eigene Freiheit ist genau das was für viele mit BA/VA so schwer zu erreichen ist. Da sich viele in der Beziehung verlieren oder sich zu Abhängig von Partner machen.


    In deinem Fall zeigt sich dann, dass in einer gesunden Beziehung dennoch die eigene Autonomie erhalten bleiben kann und koexistiert.

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  • Zur Ergänzung: dieses Gefühl der Verbundenheit in Kombi der eigene Freiheit ist genau das was für viele mit BA/VA so schwer zu erreichen ist. Da sich viele in der Beziehung verlieren oder sich zu Abhängig von Partner machen.


    In deinem Fall zeigt sich dann, dass in einer gesunden Beziehung dennoch die eigene Autonomie erhalten bleiben kann und koexistiert.


    Vor allem wenn man wie ich endlich begriffen hat, dass man sich nicht ständig anpassen muss um zu gefallen! Ich hab schon oft gesagt, wenn mir was nicht gepasst hat, bevor ich es wie früher getan habe, obwohl ich keine Lust dazu hatte. Erst letzten Sonntag, als er mich gefragt hat, ob ich mit zu seinen Freunden möchte (die ich selbst ja auch kenne und sehr mag). Ich hab gesagt, dass ich lieber jetzt dann nach Hause gehen würde, weil es sonst wieder so spät wird am Abend bis ich dann zu Hause bin. War für ihn überhaupt kein Problem. Wir sind noch eine Runde mit dem Hund gelaufen, er ist zu seinen Freunden, ich nach Hause. War überhaupt kein Problem. Er macht es genauso und es ist vollkommen in Ordnung.


    Ich habe früher ständig Dinge getan, Sachen verschoben, auf Dinge verzichtet, bin gerannt wenn gerufen wurde und hatte irgendwann keine eigenen Bedürfnisse mehr. Nur um den Kerl treffen zu können. Ich verschiebe nichts mehr und habe auch kein schlechtes Gefühl wenn ich Dinge mache, die ich geplant habe weil ich das früher immer das Gefühl hatte verlassen zu werden, wenn ich nicht spure wie der andere das will. Ich hab mich gar nicht getraut keine Zeit zu haben oder widersprechen.


    Und dann hat noch jeder so Dinge, die er gerne macht und den Partner gerne dabei hätte. Morgen Abend ist ein Konzert auf das ich mich schon länger freue, er geht mit. Dafür gehe ich den Tag drauf mit ihm zu einer Geburtstagsfeier. Früher gab es immer nur das, was mein Partner wollte und das er entweder dann immer alleine gemacht hat, weil ich ja vor Freunden zB grundsätzlich ferngehalten wurde oder ich habe mich zu Dingen gezwungen, die nicht gepasst haben. Ich bin immer auf der Strecke geblieben.


    Wir sind auch gut darin Kompromisse zu finden, die für beide passen. Er hat schon vor meiner Zeit im Sommer Urlaub gebucht, wie jedes Jahr zusammen mit seinen Freunden und deren Kindern. Da war gleich klar, dass ich mitgehen kann, wenn ich möchte. Mir aber ist das zu viel des Guten mit so vielen Leuten mehrere Wochen auf einen Campingplatz zu fahren in einem brutal heißen Land mitten im Hochsommer. Ich vertrage Hitze nicht so sonderlich gut und meinem Hund mag ich das so lange auch nicht antun. Dann war die Überlegung, ob er den Urlaub verkürzt und ich somit ein paar Tage mitfahre. Das Endergebnis ist nun, dass er alleine kürzer fährt und wir dafür zu zweit mit Hund im Frühjahr extra in Urlaub fahren. Und zwar dahin, wo ich vorgeschlagen habe. So hat jeder seinen Urlaub und gemeinsam haben wir auch einen. Hat ihm auch gefallen, also Problem gelöst :-)


    Wir sind uns in vielen Dingen sehr ähnlich und das erleichtert die Dinge ungemein. Freiheiten ohne zu klammern, offene Kommunikation über alle Themen, gegenseitiges Verständnis, Wertschätzung. Wir können uns beide gegenseitig genau so zeigen wie wir nun mal sind. Mit allen Ecken und Kanten. Und das macht das ganze so angenehm.

  • Genau das meine ich. Du bleibst dir treu und sagst wenn dir etwas nicht gefällt. Außerdem zeigt es ja auch, dass er damit ebenso gut umgehen kann.


    Finde eure gesamte Dynamik sehr gut und gesund. Jeder hat seine Grenzen und dennoch geht man kleine Kompromisse ein, wie er mit seinem Urlaub. :thumbup:

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    Marina - Princess Of Power

  • Freut mich, dass du das erleben darfst und dass du so einen schönen Geburtstag hattest :) Und was du so erzählst klingt alles sehr schön, so wünscht man sich das doch.


    Mit meinem letzten Partner war es auch die gesündeste Beziehung die ich bisher erleben durfte und auch wenn es am Ende nicht gepasst hat und mich das mit dem verkackten Urlaub noch immer nervt, würde ich die gesamte Zeit mit ihm als überwiegend positiv verbuchen, er hat mir einige gute Impulse gegeben, die mir auch über die Beziehung hinaus gut tun (Stichwort Finanzen). Wir sind nun auch leicht befreundet, aber dazu vielleicht mal mehr bei einem Update in meinem eigenen Thread.


    Was ich eigentlich sagen wollte ist. Jede Beziehung, die gesund abläuft, auch wenn sie das vielleicht nicht "für immer" tut, bringt einem ja neue und bessere Erfahrungen auf denen man weiter aufbauen kann.


    Bei dem Satz hier allerdings denke ich doch, dass es vielleicht nicht sein muss, aber doch sehr wahrscheinlich ist, wenn man eben ein bestimmtes Beziehungsmuster in sich trägt.


    Zitat

    Ich bin der Meinung dass nicht jede Beziehung große Kacke sein muss, nur weil es ein paar Mal eine Tatsache gewesen ist und ich mir gänzlich unpassende Partner an Land gezogen habe.


    Und würdest du sagen, dass deine vergangenen Beziehungen nur Pech waren? Vermutlich nicht, oder?

  • Natürlich nicht. Ich denke dass die Kerle einfach zu dem gepasst haben was ich innerlich gefühlt und gedacht habe. Ich habe durch diese Beziehungen ständig eine Selbstbestätigung meiner eigenen Gefühle und Gedanken bekommen.


    Ich dachte immer, dass ich so wie ich bin nicht genug bin. Das ich keine eigene Meinung haben darf, das ich nicht hübsch genug bin, das ich nicht schlau genug bin, zu wenig zu bieten habe. Und allem vorweg, das ich nicht liebenswert bin, wie ich bin.


    Das hab ich echt zum größten Teil abgelegt. Ich war seit neun Monaten nicht beim Frisör. Meine Haare wachsen grau raus. Ist mir völlig egal.

    Ich esse worauf ich Lust hab, Speckrollen hin und her. Ich passe weder meine Meinung an, noch verstelle ich mich sonst wie.

    Ich habe mal so reflektiert, was ich alles so auf die Reihe gekriegt habe die letzten Jahre. Das soll mir erst Mal jemand nachmachen. In meinen Schuhen laufen. Vor allem habe ich es verstanden, dass ich keinen Grund habe mich zu verstecken, ich eben nicht langweilig bin und viele gute Eigenschaften habe, die ich sehr lange Zeit vergraben habe unter meiner Angst nicht zu genügen. Und ich habe verstanden, dass ich mich von nichts und niemandem respektlos behandeln und unter meinem Wert verkaufen muss, um so eine Pseudo Nähe zu kriegen. Ich bin nicht der Trostpreis, sondern der Hauptgewinn!


    Ich merke diese Veränderungen in mir nicht nur in meiner jetzigen Partnerschaft, sondern auch in meinem sonstigen Umfeld. Alleine mein Geburtstag. Ich bin wirklich fast vom Glauben abgefallen. Jahr um Jahr hab ich meinen Geburtstag alleine verbracht. Eine Handvoll Leute haben daran überhaupt gedacht. In den sozialen Medien habe ich rausgenommen, dass der angezeigt wird. Dennoch haben dieses Jahr unglaublich viele an mich gedacht, mir geschrieben, mich angerufen. Ich habe Geschenke von allen Seiten bekommen. Alleine drei meiner Kollegen und mein Chef, die mich auf der Arbeit überrascht haben mit Dingen von denen sie wissen, dass ich sie mag. Gänzlich ungewohnt gemeinsame Zeit, bekocht werden und ein liebevoll ausgesuchtes Geschenk meines Partners. Wertschätzung von allen Seiten und warum ist das so? Weil ich dabei bin zu lernen mich selbst Wert zu schätzen!


    In Situationen, in denen ich früher den Schwanz eingezogen hätte, weil ich mich gefühlt hätte wie eine gefaltete Briefmarke bin ich heute selbstbewusster und stehe zu dem was ich denke und fühle. Eine unliebsame Kollegin macht mich blöd von der Seite an und anstatt beschämt auf den Boden zu blicken, schaue ich ihr direkt ins Gesicht und sage ihr klar aber deutlich meine Meinung zu den Dingen und auf einmal ist sie stinkfreundlich zu mir.


    Die Leute in meinem Umfeld begegnen mir anders, weil ich was anderes ausstrahle als vorher.


    Ich bin dabei zu lernen, dass meine ganzen inneren Überzeugungen und Muster in einer Zeit entstanden sind für die ich nichts konnte. Ich jetzt aber selbst bestimmt auf die Dinge reagieren kann, die in meinem Leben auftauchen und das ich die Wahl habe mich weiter wie das Kind in mir zu fühlen, oder ob das Kind ein paar Schritte in der Entwicklung weitergehen darf. Es hat mich enorm belastet, dass ich mich selbst immer zum Opfer gemacht habe, in dem ich den alten Scheiß weitergetrieben habe. Nur weil meine Eltern mich nicht geliebt haben, heißt das noch lange nicht, dass ich nicht liebenswert bin. Das sind zwei Menschen auf der Welt von ein paar Milliarden anderen.


    Die letzten Kerle haben das perfekt gespiegelt was ich gefühlt habe. Und ich habe mich auch exakt so verhalten. Ich habe mich klein gemacht, unsichtbar, unbedeutend und habe dabei gehofft, doch endlich gesehen und geliebt zu werden. Angezogen habe ich dann genau das - Menschen die mir das alles immer nur bestätigt haben. Das ganze ist das komplette Muster meiner Mutter. Exakt so wie sie mich behandelt hat, hab ich mich selbst behandelt und hab mir dann genau die Kerle angezogen, die mir das immer schön weiter bestätigt haben. Das war einer der Gründe, warum ich ein bisschen Bedenken hatte meine Schwester zu treffen. Trigger und so. Es gab aber keinen. Ich hab es gesehen als das, was es war - ein längst überfälliges Treffen mit meiner Schwester, die für den ganzen Mist, den unsere Mutter angerichtet hat ( sie war selbst einige Zeit in Therapie) überhaupt nichts kann. Es war ein schönes Treffen und ich konnte das super trennen.


    Natürlich weiß ich nicht, ob das jetzt DER Mann meines Lebens sein wird und wie lange unsere Reise gehen wird. Das weiß niemand, der in einer Partnerschaft lebt. Was ich aber weiß ist, dass das eine ganz andere, neue Basis ist zwischen uns. Und ich weiß auch, dass sollten wir uns irgendwann trennen, ich wieder wochenlang heulen werde ABER dass ich dass dann ebenso überleben würde, wie die Trennungen in der Vergangenheit und dann werde ich hoffentlich wieder einen Schritt weitergekommen sein.


    Im übrigen haben sich BEIDE Kerle, die hier in diesem Post ein Thema waren wieder gemeldet. Der letzte schrieb mir, dass er sehr oft an mich denken muss. Worauf ich ihm dann geschrieben habe, dass ich kein Interesse mehr daran habe ein ständiges Drama in meinem Leben zu haben (man beachte seinen Vorschlag mit der Affäre auf die er reagiert hat wie ein kleines Kind nachdem ich das abgelehnt hatte) und ich daher meinen Weg weitergegangen bin....


    Und noch härter, mein Ex, der danach bis Anfang des Jahres meine Freundschaft + gewesen ist, welche ich dann beendet habe nach mehreren Jahren.

    Er hat mir aus dem Nichts heraus geschrieben, dass das jetzt überraschend kommen würde, aber dass es ihn total stören würde, dass ich wieder einen Partner hätte. Auf der anderen Seite würde es ihn freuen, auf der anderen käme er darauf nicht klar. Er hätte wohl doch Gefühle für mich. Tja, was soll ich sagen...Was hätte ich damals dafür gegeben diese Worte von ihm zu lesen! Auch ihm habe ich gesagt, dass ich mir das nicht mehr vorstellen kann. Das ich endlich eine Beziehung habe, die auf Augenhöhe basiert, bei der ich mich angenommen fühle und das ich sicher nicht nochmal so dumm wäre mich auf so was einzulassen von dem ich schon jetzt weiß, wo es in ein paar Wochen enden würde....


    Ich bin mittlerweile einfach überzeugt davon, dass ich was weit besseres verdient habe als das, was ich die letzten Jahre bekommen habe....




    Für mich klar ist aber: Änderst du dich selbst, ändert sich alles!

  • Was ich übrigens auch als sehr erleichternd wahrnehme ist, ich brauche weit weniger Bestätigung von Außen speziell von meinem Partner.

    Wenn ich überlege wie empfindlich ich war, wenn mal länger keine Nachricht kam. Das juckt mich gar nicht mehr. Schon alleine deswegen, weil wir nicht in einem Dauerkontakt stehen wie ich das früher gewohnt waren. Wir viel mehr telefonieren wenn es was zu reden gibt. Meistens tauschen wir uns neben "Guten Morgen" und "Gute Nacht" einmal am Tag aus wie unser Tag war und das war es....

    Ich sitze nicht mehr ständig vor meinem Handy und warte, bis da was kommt. Irgendwann kommt schon was und wenn ich was zu sagen habe, dann melde ich mich einfach, ohne drüber nachzudenken, ob ich gerade in den Kram passe oder nicht....


    Ich interessiere mich nicht mehr für Statusmeldungen. Ich hab mein Handy oft gar nicht mehr ständig in der Hand. Er übrigens auch nicht. Diese Tatsache finde ich enorm gut. Er lässt sein Handy offen rumliegen, hat das selten in der Hand überhaupt. Fragt mich sogar öfters mal, ob ich weiß wo er es hingelegt hat :P Ich kenne seinen Code zum Entsperren und darf es jederzeit benutzen. Fass es natürlich nicht an. Es sei denn ich will bei ihm zu Hause Musik anmachen, weil seine Anlage funktioniert nur mit seinem Handy. Die letzten beiden konnten mit mir kein einziges Treffen überleben, ohne ständig mit jemandem zu schreiben nebenher. Nicht mal aufs Klo oder ins Bad ohne Handy. Gab nie ungeteilte Aufmerksamkeit.


    Jetzt haben wir eine "Handyzeit" wenn wir zusammen sind. Ein richtiges Ritual schon fast am Morgen. Er steht auf, macht uns einen Kaffee, ich lasse den Hund in Garten raus, rauche eine ( er hat übrigens aufgehört zu rauchen vor ein paar Wochen und hat dennoch kein Problem das ich weiterrauche) und wir treffen uns wieder im Bett mit Kaffee, den er dann mit bringt und jeder scrollt eine Weile seine Seiten durch. Danach stehen wir beide auf und frühstücken zusammen in Ruhe und ohne Handy.


    Mich juckt kein Beziehungsstatus mehr irgendwo. Die wichtigen Leute in unserem Leben wissen alle das wir zusammen sind. Das wissen alle und das zeigen wir auch allen offen. Der Rest interessiert mich nicht mehr. Ich glaube ich brauchte diese Pärchenbilder als Profilbild irgendwie auch um mir selbst zu beweisen dass ich liebenswert genug bin, einen Partner zu haben. Meine Freundin hat mich letztens ernsthaft gefragt, warum sie nie Bilder von uns im Status sieht. Ja, keine Ahnung. Das ist mir überhaupt erst aufgefallen, als sie mir das gesagt hatte....


    Es lebt sich so viel entspannter, wenn man sich über so Scheiß keinen Kopf mehr machen muss.