Synnes Heilungsweg

  • Gestern ist mir etwas spannendes passiert, aber auch sehr trauriges.


    Momentan geht es mir so:


    Nachdem ich aus dem Urlaub zurück bin, hatte etwas in mir ja erwartet, dass eine Ernüchterung kommt. Aber die kam nicht. Mir geht es richtig, richtig gut (ich bin allerdings auch viel unterwegs) ich fühle mich mega wohl mit mir selbst.

    Manchmal denke ich noch an "ihn" und dann denkt eine Stimme, dass es mir doch damit schlechter gehen müsste aber das tut es nicht.

    Es hat sich also definitiv etwas geändert in mir. Meinem System fällt das auf.


    Aber!

    Ich war gestern im Auto, hörte einen Psychologisch angehauchten Podcast und da fragte die Moderatorin den weiblichen Gast (der immer an die falschen Partner gerät) "hälst du dich selbst denn für liebenswert von einem solchen Partner?"


    Ich stellte mir die selbe Frage und versuchte sofort zu antworten ohne nachzudenken. Es kam "nein"

    Ich war etwas geschockt.

    Ich meine, ich weiß, dass ich das Thema habe. Ich weiß, was ich für glaubenssätze habe.

    Aber ich habe inzwischen so viel an meinem Selbstwertgefühl gearbeitet.

    Und es ist inzwischen wirklich gut.

    Also wenn ich mir die frage stelle: "liebst du dich?" Das kann ich leider nicht mit ja beantworten, das ist zu viel.

    Aber: "magst du dich wirklich selbst sehr sehr gerne?" Ja, absolut!


    Ich rede inzwischen sehr gut mit mir selbst. Liebevoll, supportend. Keine Abwertungen mehr.

    Ich finde mich wirklich gut, bin wirklich stolz auf mich und trotzdem doch nicht liebenswert von einem tollen Menschen.


    Spannend und traurig.

    Dachte, da wäre schon "mehr".


    Eine Freundin meinte, ich solle jetzt noch eine Schippe drauf legen und nicht nur verständnisvoll mir mir sein, sondern mir immer wieder sagen, wie wertvoll und liebenswert ich sei


    Was meint Ihr?

  • Ich würde es wie in einer frischen Beziehung sehen.


    Du hast dich neu kennengelernt. (Reflektiert, mit dir gearbeitet, an dir gearbeitet).

    Jetzt hast du dich mögen gelernt! Das ist doch schon mal prima!!

    Liebe braucht vielleicht einfach etwas mehr Zeit um sich zu entwickeln? :)

    Geduld und Mitgefühl sind ja auch Dinge, die da später reinspielen…

    I can buy myself flowers

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    I can take myself dancing

    And I can hold my own hand

    Yeah, I can love me better than you can

  • Es ist echt komisch, wie das Leben so spielt.


    Ich hatte früher eine sehr enge Freundin. Durch Sie bin ich in ihren Freundeskreis gekommen. Das war lange mein Haupt Freundeskreis und wir haben wirklich tolle Zeiten gehabt. Party gemacht, Urlaube, Spieleabende, etc.

    Die Freunde sind ganz tolle Menschen und immer noch sehr enge Freunde.


    Ungefähr in corona hatte ich mich mit besagter Freundin verstritten. Nennen wir Sie N.

    N ist ein Mensch, der Konflikte nicht ansprechen kann, stark passiv-aggressiv ist, nicht selbstreflektiert und die Schuld immer bei anderen sucht.

    Ich war damals ebenfalls extrem konfliktscheu und habe immer Fehler bei mir gesucht. N hat auch des öfteren meine Grenzen übertreten und ist mich verbal angegangen, weil ich meine Grenzen nicht setzen konnte.

    Trotzdem war die Zeit im Freundeskreis und mir ihr damals auch eine richtig tolle Zeit.


    N war der Mittelpunkt des Freundeskreises und hat mich nach dem Streit (der wirklich lächerlich klein war!) aus dem Kreis ausgeschlossen.

    Ich war damals extrem verzweifelt und habe mich an gemeinsame Freunde gewannt. N hat das erfahren und als absoluten Vertrauensbruch gewertet.

    Wir hatten ein Gespräch, wo sie mir das vorgeworfen hat aber gesagt hat, ich sei ihr trotzdem wichtig und sie möchte befreundet bleiben.

    Damals habe ich weinend das akzeptiert.


    Es wurde nie wieder wirklich gut zwischen uns. Im Gegenteil. Klar, wir beide waren ja konfliktscheu und haben nie geklärt,, was sache ist.

    Ich wurde teilweise wieder ausgeschlossen, hab passiv-aggressive Spitzen abbekommen.


    Ich wusste auch nicht, wie ich mit ihr umgehen sollte. Traf mich mit den anderen auch ohne Sie (es sind ja auch meine Freunde) was Sie extrem verärgert hat, obwohl sie auch Freunde von mir trifft (also zweierlei Maß)


    Das ganze ist 6 Jahre her!

    Es war sehr lange ein großes Thema in meiner Therapie, weil N ein großer Trigger war und ich mich sehr ausgeschlossen gefühlt habe. Und wir ja häufiger aufeinander getroffen sind bei Geburtstagen etc.


    Ich habe zeitgleich ja angefangen an mir zu arbeiten und das Thema N wurde für mich kleiner und kleiner.

    Ich hab das ganze Thema sehr gut aufgearbeitet und emotional gelöst.

    N triggert mich nicht mehr, auch wenn sich alle ohne mich treffen ist das völlig okay für mich.


    Inzwischen hat sich meine Beziehung zu einigen aus der Gruppe (besonders zu den zwei besten Freundinnen von N) intensiviert.

    Eine von ihnen kam sogar auf mich zu und wollte gerne mit mir über ihre Probleme reden in der Ehe. Mit N kann Sie nicht reden, da N niemals über Ihre Gefühle spricht und nach außen immer so tut, als wäre alles perfekt. Ihre Ehe, ihre Mutterschaft etc.

    Mit beiden rede ich inzwischen viel über tiefe Themen.

    Und ich habe von beiden erfahren, dass es nicht leicht läuft mit N.

    Inzwischen merken alle, wie oberflächlich die Freundschaft ist, dass man bei N auf Eierschalen laufen muss.

    N und ihr Mann (sie haben eine symbiotische Beziehung) seien Chronisch unzufrieden und würden immer mehr Freunde verlieren. Außerdem sei N sehr gluckenhaft, Sie kann die Kinder nicht abgeben, nicht mal an ihren Mann) und daher kann man mit ihr auch nichts ohne Kinder machen. Inzwischen haben auch alle Kinder und es ist inzwischen eben nicht mehr wie früher


    Eine erzählte sogar, dass N neulich ihr geschrieben hätte, dass alle so komisch seien, seit dem Streit mit mir war und alle mehr mit mir machen würden und sie hätte die Vermutung, ich würde alle gegen Sie aufhetzen.

    Sie hat auch Jahre lang erzählt, dass Probleme zwischen uns sei, dass ich mich abgewand hätte, weil sie jetzt Kinder hat.

    Da macht Sie es sich natürlich leicht, weil der Streit schon 1 Jahr war, bevor sie schwanger wurde. Aber es sind ja immer alle andren schuld. Keine Selbstreflexion.


    N hat sich tatsächlich Freitag bei mir gemeldet, dass es früher doch so toll zwischen uns war und wir so gut reden konnten . Das es komisch zwischen uns sei und Sie nicht wisse, wie sie mit mir umgehen solle, wenn wir uns sehen.

    Dass Sie mein Verhalten damals, für Sie ein Vertrauensbruch war und daher auf Abstand gegangen ist, sich aber wieder Kontakt wünscht und wir doch Kaffee trinken gehen könnten.


    Ich war sauer.

    Ich hab mir viele Jahre lang so sehr gewünscht, dass es wieder gut wird bei uns. Besonders in Bezug auf die Treffen im Freundeskreis.

    Und tatsächlich wünsche ich mir immer noch einen respektvollen Umgang, weil es immer angespannt ist, wenn man sich begegnet.


    Aber mir ist klar geworden, ich will keine Freundschaft mehr mit dieser Person.

    Ich bin dankbar für die coole Zeit.

    Aber diese Person ist absolut unenpathisch und hat keinerlei Selbstreflexion.

    Alle meinten, dass es ein großes Zeichen sei, dass sie auf mich zugegangen ist, aber die Formulierung unglücklich sei (genau das könne sie ja nicht).

    Ich sehe es eher so, daß sie gerade nach Strohhalmen greift.

    Weil sie verzweifelt ist

    Und ihre Nachricht wirklich schäbig ist. Erst auf die tolle gemeinsame Zeit hinweisen, um dann wieder mir die Schuld zuzuschieben und sich "bereit erklären" sich jetzt nach 6 Jahren mal wieder mit mir zu treffen, trotz meines Vertrauensbruchs.


    Joahr, ne.

    Es ist mir sehr schwer gefallen zu antworten, ich brauchte 2 Tage.

    Ich habe geschrieben, dass ich eine andere Sichtweise auf die Ereignisse von damals hätte. Ich nicht das Bedürfnis hätte, dass wieder aufzurollen.

    Ich mir sehr wünschen würde, wenn wir freundlich und respektvoll im Kreis miteinander umgehen würden aber ich es auf dieser Ebene belassen möchte.

    Es kam sofort Antwort, dass sie es gar nicht neu aufrollen wollte und sie nicht der Typ sei, der alles genau aufdröseln wolle. Sie wollte nur so ein Treffen. Würde aber meine Entscheidung akzeptieren.


    Das wars.


    Wie ich mich danach gefühlt habe.

    Beim Abschicken ist mein Nervensystem kurz hochgefahren. Aber nur so 5 Minuten.


    Mein Gefühl war flau, leer. Irgendwie ernüchternd. Ein wenig Erleichterung, minimal Triumph aber eigentlich nur leere.


    Vorher noch, war ich freudig, wenn ich über Sie "gesiegt" habe (nicht schön, aber ich habe Jahre wegen ihr gelitten).

    Dass ich jetzt einfach nur ernüchtert bin, obwohl N wieder Freundschaft wollte und ich "nein" gesagt habe, zeigt, das Thema ist durch.

    Triumph hieße, ich wäre noch verstrickt.


    Ich werde noch einen weiteren Post schreiben, wie es mir gerade geht. Das wäre hier zu lang.

    Aber es ist so krass, dieses Jahr, was passiert ist. Das mit dem Pärchen, mit N. Ich habe beides für mich beendet, auf eine Weise, die ich früher niemals gekonnt hätte.

    Bei beiden war meine Selbstwirksamkeit so viel größer, als meine inneren Ängste.


    Und das zeigt sich auch, wie es mir im Anschluss emotional ging.

    Das Nervensystem war FAST ruhig, das innere Kind auch.

  • Wie geht es mir gerade?


    Gut, mir geht es wirklich gut.

    Viel Freizeitstress. Aber ich fühle mich innerlich ruhig.


    Bei mir ist gerade überhaupt kein Drama im Leben.

    Manchmal denke ich noch an den Herren vom Pärchen, kurz vor meiner Periode, wenn ich emotional und dünnhäutig bin.

    aber das ist in einem Maß, was völlig okay ist. Es muss ja noch verarbeitet werden. Nachwehen sind okay.


    Dass ich N's Freundschaftsangebot abgelehnt habe, heißt viel.

    Dass ich danach quasi nur Ernüchterung gefühlt habe, zeigt noch viel mehr.


    Beide Ereignisse zeigen, wie krass meine Entwicklung inzwischen ist.

    Bei beiden habe ich lange nicht loslassen können und jetzt habe ich es getan.

    Nicht rational, sondern nach meinem eigenen Bedürfnissen.

    Bei beiden gab es danach keine großen "Emotions crash", wie früher.

    Sondern eher Ruhe und Klarheit.

    Das Bindungssystem hatte sich schon gelöst, es wurde nicht mehr aktiviert, keine Nervensystemakrivierung, kein weinendes inneres Kind.


    Seit einem Jahr bin ich allem unverbindlichem aus dem Weg gegangen.

    (Muss aber gestehen:Ich war zwar immer mal auf dating Apps aber getroffen habe ich niemanden)

    Mir fehlt zwar Körperkontakt aber das lässt sich aushalten.

    Ich glaube, ich hatte eine Weile Entzug vom Dopamin.

    Ich hatte Anfangs richtig Fomo. Ich hatte ja eine Weile schon einige Abenteuer.

    Was sehr intensiv und eben viel Dopamin brachte.


    Gerade ist mein Leben ruhig. Also ich bin schon viel unterwegs, mach viel sport und erlebe viel. (Tauchschein)

    Aber eben nicht so ein "kick" Lifestyle.


    Ja, manchmal fehlt es mir. Es war schon aufregend aber ich genieße gerade auch die Ruhe.

    Gerade bin ich sogar an einem Punkt, wo ich denke, dass es langsam sogar schwer ist, mir vorzustellen, wieder eine Beziehung einzugehen.

    Ich mag mein Leben, ich mag es frei zu entscheiden was ich mache und viel Zeit für mich zu haben.


    Ich fühle mich gerade wie in einer "umbruchsphase" in einem "leerlauf"

    Laut Chat gpt weil ich gerade lerne, dass Ruhe und Frieden nicht langweilig ist.

    Das mein Hirn immer auf Drama und Dopamin gepolt war.

    Ohne das fühlt es sich erstmal leer und langweilig an.

    Genau deshalb fühle ich mich nach der Sache mit N eher leer.

    Das Drama ist weg, die Emotionen, die da immer ausgeschüttet wurden, sind weg.

    Leere

  • Update:

    Heute ist mein Geburtstag und ich bin 40 geworden.

    Die 4 vorne tut etwas weh 🫠😆😅

    Etwas innerer Druck wegen eventueller Familienplanung ist da.


    Ansonsten geht's mir wirklich gut. Und zwar nicht dieses oberflächliche: "alles ist so toll". Sondern irgendwie so ein tiefes, ruhiges, ja fast schon langweiliges Gefühl.

    Die Feiertage hab ich vor richtig ruhig verbracht. Richtig ruhig und mit viel Zeit mit mir selbst. Und ich habe nicht viel gemacht.


    Und spannend ist:

    Ich habe mich damit nicht schlecht gefühlt. Ich habe zwar irgendwann gespürt, dass mir das nichts tun, nicht so gut tut und ich freue mich auf meinen Alltag und Routine aber keinerlei Selbstverurteilung weil ich nichts "geleistet" habe. Kein Gefühl von Leere oder Sinnlosigkeit, die hoch kam.

    Das ist neu!


    Es ist ruhig. Wirklich ruhig.

    Ein Teil in mir will wieder Abenteuer und Aufregung haben aber ich spüre, dass das gerade genau der richtige Weg für mich ist. Hin zu mir selbst.

    Ja, diese Ruhe ist auch irgendwie ein bisschen langweilig aber irgendwie auch heilsam. Voll spannend.


    Uns p.s

    Ich hab vor 2 Tagen meinen BA auf einer dating App gesehen. Also ist auch noch/ wieder Single.

    Kleiner wink aus der Vergangenheit. Witzig, das so etwas immer um diese Jahreszeit passiert.

  • Liebe Synne, ich wünsche dir alles Gute nachträglich! :flower:

    Ich finde was du schreibst klingt schön und stimmig und sag das mit der Langeweile lieber nicht zu laut, das kann sich ganz schnell ändern :D

  • nochmal lieben Dank :)

    ..und sag das mit der Langeweile lieber nicht zu laut, das kann sich ganz schnell ändern :D

    ohja! So wahr.

    Nein, ich genieße die trigger freie Zeit absolut.

    Und Drama umschiffe ich gerade meilenweit. Auch Dopaminkicks.


    Vielleicht können die hier, die auch schon länger auf dem Entwicklungs und Heilungsweg sind, mal berichten, wie diese Phase bei ihnen war.


    Ich fühle mich irgendwie seltsam.

    Ruhig aber seltsam. Langweilig, fast fade aber gleichzeitig beruhigend und sehr geerdet.

    Aber noch nicht angekommen, wie in einem Übergang. Eine Umbruchsphase

    Ich genieße und brauche mehr Zeit für mich.


    Und noch etwas ganz wichtiges:

    Ich merke richtig, dass ich kognitiv komplett "austherapiert" bin.

    Am Anfang meiner Arbeit hab ich extrem viel reflektiert und meine Gedanken und Gefühle genau analysiert.

    Und es hat mir auch extrem geholfen.


    Aber irgendwann war dieses "an sich arbeiten" wieder quasi eine Strategie, ein Muster.

    Noch ein Buch, noch ein online Kurs.

    Mehr Analysieren, noch mehr und mehr und mehr kopfarbeit.


    Ich wusste das lange, doch konnte es nicht abstellen

    Davon bin ich seit Monaten weg.

    Die Dinge laufen einfach.

    Ich Analysiere weniger.


    Allerdings geh ich immer noch viel zu viel in den Kopf und komm einfach nicht in den Körper.

    Lieber Analysieren als fühlen.

    Kompensieren.


    Generell weiß ich, der nächste Schritt ist mehr im Körper zu sein. Einfach zu erleben. Zu vertrauen, laufen zu lassen. Nicht kontrollieren wollen.

    Korrigierende Erfahrung zu sammeln.

    Und ich muss mehr Lebendigkeit ins Leben holen.

    Im kopf entsteht die nicht.

  • Mir geht es ähnlich. Und doch etwas anders.


    Langweilig ist mir fast nie, weil ich zum einen Hobbys habe, denen ich gerne nachkomme. Und auch das Nichtstun mit mir alleine sehr genießen kann. Das ist die kleine Ausnahme zu dem von Dir beschriebenen.


    Es ist eine überwiegend ruhige Zeit seit etwa einem Dreivierteljahr, die ich gleichermaßen genieße, weil ich den Seelenfrieden nach all der emotionalen Arbeit der letzten Jahre als unheimlich erholsam empfinde. Sowohl physisch als auch psychisch.


    Aber - wenn auch nicht langweilig - ich finde es mitunter öde. Drama möchte und brauche ich nicht mehr. Im Gegenteil - mittlerweile gehe ich sämtlichen Dramamenschen gekonnt aus dem Weg (auch Arbeitskollegen, Nachbarn usw..). Aber mir fehlt manchmal die - positive - Leidenschaft im Leben. Die Dinge, die Erinnerungen schaffen. Über die man mit Menschen, die Teil solcher Momente waren, noch in 10 Jahren drüber redet und sich immer gerne zurückerinnert.


    In der Gleichmäßigkeit empfinde ich es manchmal - ganz überspitzt - mehr als ein "Existieren" als ein wirkliches "Leben". So ganz wortwörtlich meine ich es nicht. Ich kann es gerade nicht besser beschreiben. Vielleicht verstehst Du, wie ich es meine. Ich bin im letzten Jahr auch so sehr in eine Ruhe eingekehrt, dass es wenig Highlights gab. Für meinen Geschmack dürfte es ruhig wieder etwas intensiver werden. Zumindest zeitweise. Leidenschaft kann ja durchaus etwas schönes sein. Ein eindrucksvoller Trip mit tollen Menschen, ein endorphingeladenes Festival, ein einschneidender Moment in der Nacht unter sternemklarem Nachthimmel mit ner Kanne Glühwein auf nem Berg ganz spontan. Solche Sachen halt. Finde es gerade ruhig und unspannend.

    Aber ich muss sagen, dass die Menschen um mich herum, mit denen ich solche Momente teilen möchte und kann, sehr wenige geworden sind. Selbst in meinem engeren Freundeskreis langweilen mich viele Gespräche mittlerweile. Und ich glaube ein Teil findet mich mittlerweile auch komisch. Zu ernst. Zu ruhig.


    Und manchmal bin ich auch zerissen zwischen dem Bedürfnis nach Nichtstun und dem Wunsch nach einem schönen Erlebnis.

    Mein Sternzeichen ist Zwillinge. Ich beherberge definitiv 2 unterschiedliche Persönlichkeiten in mir 😄😉

  • Gerade ein tolles Zitat gelesen: "Wenn Du voller Liebe bist, verwirrst Du Menschen, die voller Bullshit sind!"


    Fühle ich 😄

    Yes yes and yes!

    Ich liebe es. Je öfter ich es lese, desto mehr.


    Ich finde bei mir immer mehr heraus, wie doll man Menschen/Männer direkt sortieren kann.

    „Das einzige“ was ich lernen musste war: wenn mich ein Mensch beschäftigt, also im Nervensystem, wenn ich mich Frage was er von mir denkt, wie er mich findet, wie er findet was ich sage oder poste oder oder oder…. Dann nimm deine sch*** Füße in die Hand und lauf.

    Weg da.

    Und da wo es ruhig wird und unaufgeregt, da steht der Topf voll Gold.


    Nicht - und niemals wieder - zu Bullshit!

    Egal wie glitzernd und anziehend das sein mag. Nicht an das Nutella in der Mausefalle! Das Ding knallt und bricht dir das Genick.

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  • Ich glaube das meint Hemschi mit einem Pizza und Pommes Leben.

    Also viel Drama, viel Dopamin = Pizza und Pommes.

    Wenn man dann auf Salat umsteigt, wirkt es erstmal langweilig und fade.

    Man ist ja Dopaminkicks gewohnt.


    Neulich hab ich auch ein Beitrag von Dami Charf gesehen, wo Sie meinte, dass dieser Dopaminkick Lifestyle dafür sorgt, dass man abstumpft für den Alltag. Der wird fader, uninteressanter

  • Ich schmeiße mal mit viel Galgenhumor ein… ADHS ist ausgeschlossen, ja?

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  • Ich schmeiße mal mit viel Galgenhumor ein… ADHS ist ausgeschlossen, ja?

    Würde ich komplett ausschließen, ja.


    Ich kann mich gut strukturieren. Hab kein Problem mit Deadlines.

    Kann mega gut einschlafen.


    Natürlich fällt es mir auch nicht immer leicht, mich für langweilige Aufgaben zu motivieren aber ich kann es.


    Ebenso kann ich mich gut von den Emotionen anderer abgrenzen.


    Auch kann ich Dinge ausblenden, also fremde Menschen am Bahnhof etc


    Ich habe keinen Hyperfokus

  • Das hast du falsch verstanden

    Mir ist NICHT langweilig. Ich hab selbst mehr als genug Hobbys.

    Es ist diese Ruhe, die fast schon langweilig ist, weil kein Drama, kein Dopamin

    Jo - hatte ich falsch verstanden. Sorry. Dann geht es uns mehr oder weniger gleich.

    Ist wahrscheinlich folgerichtig an diesem Punkt.


    Und ja - das mit dem Pizza und Pommes Leben ist nachvollziehbar und lässt sich auch auf sämtliche anderen Lebenslagen übertragen.

    Menschen mit permanentem Pornokonsum kommt normaler Sex wie Blümchensex vor, weil sie sich vorher die Rezeptoren weg gekickt haben.

    Und bei ständiger ungesunder Ernährung wirkt Salat ohne Fett und Zucker fade.


    Das Beruhigende dabei ist, dass es auch andersherum funktioniert. Wenn man anfängt sich dauerhaft gesund zu ernähren, fühlt es sich irgendwann nicht mehr nach Verzicht an. Die Geschmacksknospen verändern sich mit der Zeit und gesunde Ernährung wird eine genussvolle Lebenseinstellung. Es wird Selbstbewusstsein. Man hört genau hin, was der Körper benötigt und hat regelrecht Lust auf die (richtigen) Lebensmittel. Das Ernährungsbewusstsein verändert sich, wenn man spürt, was der Körper benötigt und dem Bedürfnis nachkommt. Die gesunden Darmbakterien steuern unsere Gelüste. Auf das, wovon Du viel isst, bekommst Du immer mehr Lust. 5 Jahre nach meiner Halbierung kann ich das definitiv unterschreiben.


    Demnach dürfen wir zuversichtlich sein bezüglich unseres neu programmierten Liebeschip und der noch scheinbaren Langeweile ohne Drama und Dopamin.