Was ist für BAler Verliebtheit?

  • allineed


    deine Schilderung gehen mir sehr nahe. Ich kann nur erahnen wie sich das anfühlen muss, ständig in diesem Kreislauf zu sein und immer wieder Enttäuschungen zu erleben.

    Ich hätte gehofft mir gebe mal jemand eine Chance nach einem Gespräch über meine Blockade es eine Zeit lang ohne körperliche Nähe zu versuchen aber diese Chance gibt mir leider keiner. Alle beenden die Geschichte, sobald ich meine Blockade anspreche.

    Genau das finde ich so schade. Viele sind in Paarbeziehungen so sehr auf ihr eigenes wohl bedacht, dass die Bedürfnisse einer bindungsängstlichen Person hinten rüber fallen.


    Damit will ich nicht sagen, dass das Bedürfnis nach Nähe und emotionaler Verfügbarkeit falsch wäre. Doch vielen mangelt es an Empathievermögen und der Wille sich auch auf diese Hürden einzulassen. Da zeigt sich für mich dann aber auch, ob einem jemand wirklich mag mit all seinen/ ihren Facetten. Ob man eben auch noch da ist, wenn das Gegenüber mal nicht "kann" oder schlechte Stimmung hat. Oder wer einer Illusion von Beziehung nachjagt.


    So viele verlassen ihre Partner sobald einer Depression hat oder mal nicht so "funktioniert". Viele können damit nicht umgehen. Hab auch mal gehört, dass es für viele auch eine "Red Flag" ist beim online Dating wenn jemand mentale Probleme hat wie Depression. Dabei heißt es ja nicht gleich, dass man nur im Bett liegt und nicht den Alltag meistern kann.


    Dennoch:

    In vielen Fällen ist, meiner Meinung nach, eine Beziehung zu einem massiven BA nicht möglich, sofern keine Therapie stattgefunden hat oder der-/diejenige bereit ist an sich zu arbeiten. Bei dir scheint es mir so, als das du bereit wärest daran zu arbeiten. Sofern dein Gegenüber dann auch bereit wäre sich darauf einzulassen.


    Daher finde ich es wirklich tragisch, dass du bisher niemanden hattest, der bereit war sich darauf einzulassen.

    "I lived the sweet and I lived the sour

    Been living life locked up in tower

    But now I'm blooming like a flower

    Welcome to my world! Princess of power"

    Marina - Princess Of Power

  • allineed


    deine Schilderung gehen mir sehr nahe. Ich kann nur erahnen wie sich das anfühlen muss, ständig in diesem Kreislauf zu sein und immer wieder Enttäuschungen zu erleben.

    Genau das finde ich so schade. Viele sind in Paarbeziehungen so sehr auf ihr eigenes wohl bedacht, dass die Bedürfnisse einer bindungsängstlichen Person hinten rüber fallen.

    Das erste was mir grad dazu eingefallen ist, ist: irgendwo wird dir hier im Forum doch immer genau dazu geraten. Denk an dich selbst, du musst glücklich sein, alles andere „zählt nicht“.


    Und genau das ist mir immer sauer aufgestoßen. So bin ich eigentlich nicht und so wollte ich nie sein. Wenn ich einen Menschen mag, dann ganz, auch in schlechten Zeiten. Ich glaube, dass ich auch wegen dieser Eigenschaft von mir, so lange am BA festgehalten hab/festhalte. Ich war und bin eigentlich immer stolz darauf jemand zu sein, der jemanden nicht direkt fallen lässt, wenn es ihm nicht gut geht. Vielleicht bin ich deswegen auch immer und immer hinterhergerannt und eigentlich hasse ich mich selbst extrem dafür, dass ich jetzt versuche loszulassen. Genau deshalb.


    Aber man fliegt halt bei einem BÄ auch quasi nonstop auf die Fresse…

  • Das erste was mir grad dazu eingefallen ist, ist: irgendwo wird dir hier im Forum doch immer genau dazu geraten. Denk an dich selbst, du musst glücklich sein, alles andere „zählt nicht“.


    Und genau das ist mir immer sauer aufgestoßen. So bin ich eigentlich nicht und so wollte ich nie sein. Wenn ich einen Menschen mag, dann ganz, auch in schlechten Zeiten. Ich glaube, dass ich auch wegen dieser Eigenschaft von mir, so lange am BA festgehalten hab/festhalte. Ich war und bin eigentlich immer stolz darauf jemand zu sein, der jemanden nicht direkt fallen lässt, wenn es ihm nicht gut geht. Vielleicht bin ich deswegen auch immer und immer hinterhergerannt und eigentlich hasse ich mich selbst extrem dafür, dass ich jetzt versuche loszulassen. Genau deshalb.


    Aber man fliegt halt bei einem BÄ auch quasi nonstop auf die Fresse…

    Ich weiß was du meinst. Man sollte hier nur unbedingt differenzieren:


    Es ist schon sehr wichtig, dass man auf die eigene Gesundheit schaut und sich auf sich fokussiert. Denn, sehr viele hier im Forum sind nicht nur bei ihrem BA Partner/ Partnerin geblieben, weil sie denjenigen nicht Fallen lassen wollten. Sondern haben auch emotional sehr darunter gelitten. Viele hier haben sich selbst verloren und eigene Bedürfnisse hinten angestellt, damit es dem BA gut geht. Und genau das ist die Gefahr dabei und darf nicht passieren! Dann ist es toxisch.


    Natürlich sollte man bis zu einem gewissen Grad Rücksicht auf die BA betroffenen nehmen und zeigen, dass man da ist auch wenn die Ängste da sind. Aber dennoch muss man die eigenen Grenzen beschützen und auf sich acht geben.


    Auch ist es so, dass man oft glaubt man könne der Person helfen und es würde gut sein wenn man bleibt und sich verfügbar macht. Doch genau das setzt dem BA oft noch mehr unter Druck (Paradox ich weiß) da diese/r oft nur noch weg will und Abstand braucht. Auch man selbst bleibt dann in dieser Warte-Position und hofft dass sich irgendwann was ändert.


    Daher muss man hierbei leider manchmal akzeptieren, dass es keinen Sinn macht weiter zu kämpfen, wenn die Person nicht an sich arbeiten möchte oder schlichtweg kein Interesse mehr an eine Beziehung hat.


    Es hilft dann niemanden mehr daran festzuhalten.


    ______


    Mir ging es hierbei aber um die Situation, wenn der BA an sich arbeiten möchte, den Rückzug fair kommuniziert und auch wieder auf das Gegenüber eingehen möchte. Dann hat man eine Basis womit man "umgehen" kann. Denn es wird offen kommuniziert und gesagt was man möchte bzw. wenn es nicht mehr geht. Dann kann man darauf eingehen und nach Lösungsmöglichkeiten schauen.


    Ansonsten bleibt einem leider nichts außer zu akzeptieren, dass es unter diesen toxischen Umständen nicht funktionieren wird.


    ______


    Ich finde es aber wirklich schön, dass du ein Mensch bist der Leute nicht hängen lässt wenn es diesen schlecht geht. Genau das ist auch meine Art. Denn ich bin gerne für andere da und hab ein offenes Ohr und meist habe ich auch sehr viel Verstands dafür, wenn es anderen Schlecht geht. Das solltest du dir auf jeden Fall beibehalten. Pass nur auf dass du dich nicht dabei vergisst. Denn man kann schnell zum "People Pleasing" übergehen (kenne das von mir selber) da die Grenzen sehr dicht beieinander stehen.

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    Marina - Princess Of Power

  • Das erste was mir grad dazu eingefallen ist, ist: irgendwo wird dir hier im Forum doch immer genau dazu geraten. Denk an dich selbst, du musst glücklich sein, alles andere „zählt nicht“.

    Ich wüsste nicht, dass der Satz je so starr und allgemein gültig hier im forum geschrieben wurde.


    Tatsächlich ist es aber schon sehr wichtig, an dem Selbstwertgefühl Zu arbeiten.

    Sich selbst weitestgehend, dass zu geben, was man braucht


    Stabilität und Halt in sich selbst finden.


    Und ja, auch größtenteils sein Leben so zu gestalten, dass man auch alleine glücklich ist.



    Im umkehrschluss heißt das übrigens nicht(!), dass man keine Bezeichnung mehr haben wollen darf oder keine führen sollte.

    Genauso gibt's natürlich immer noch Facetten, die man nur in Partnerschaft erlebt.


    Aber wer auch ohne, glücklich und stabil ist.

    Der ist nicht abhängig, bleibt bei sich, traut sich. Steht für sich ein, hat keine übermäßige Verlustangst und ist auch nicht konfliktscheu. Er kennt seinen Wert und weiß, was er braucht und möchte und bleibt nicht, wenn das nicht erfüllt wird


    Das sind alles Ressourcen die unerlässlich für eine wirklich gesunde Beziehung sind

  • Ich kann mich dem nur anschließen.

    Am Ende ist jeder Mensch erstmal für sein eigenes Wohl verantwortlich. Das stimmt schon. Und sofern nicht irgendwo schutzbedürftige Angehörige (Kinder…) im Spiel sind, könnte man dies auch recht knapp so stehen lassen.


    Eine BA Beziehung ist in 99% nichts, wo die Partner mal durch eine etwas stürmische Zeit gehen. In einem Großteil der Fälle ist sie in ihrer gesamten Dynamik toxisch.

    Und sie wird um so toxischer, je weniger die Beteiligten auf ihr eigenes wohl, ihre eigenen Bedürfnisse und überhaupt sich selbst achten.

    In dem Strudel frisst so eine Dynamik einfach auf.

    I can buy myself flowers

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  • BA Verlustangst ist für mich persönlich wie ein Virus den man mir initiiert; er ist plötzlich da, verbreitet sich in meinem gesamten Organismus und ich kriege ihn auch fast nicht mehr weg, auch wenn die Trennung bereits längst vorbei ist. Für mich persönlich ist es eine Art psychische Erkrankung, die ich mein ganzes Leben mitschleppe. Mein Leben ist insgesamt die Hölle auf Erden mit BA - es ist ein nie endender Kreislauf aus Leid.

    Die Analogie mit dem Virus finde ich sehr gut. Ich bin starker BA und egal wie toll die Frau ist, ab einer gewissen Zeit bricht von einer Sekunde der Virus aus, alle Gefühle sind weg und ich könnte einfach so aus der Tür gehen. Egal ( oder vielleicht genau deswegen ) wie schön die gemeinsame Zeit war. Es ist wirklich wie eine Psychose die reinknallt. Die einzigen starken Gefühle die ich jahrelang halten konnte, war für unerreichbaren Frauen, die mich nicht wollten. Ich habe meine Muster komplett durchschaut und verstehe sie, trotzdem bekomme ich mein Herz nicht mehr geöffnet. Es belastet mich sehr. Ich weiss echt nicht mehr weiter.

  • Die Analogie mit dem Virus finde ich sehr gut. Ich bin starker BA und egal wie toll die Frau ist, ab einer gewissen Zeit bricht von einer Sekunde der Virus aus, alle Gefühle sind weg und ich könnte einfach so aus der Tür gehen. Egal ( oder vielleicht genau deswegen ) wie schön die gemeinsame Zeit war. Es ist wirklich wie eine Psychose die reinknallt. Die einzigen starken Gefühle die ich jahrelang halten konnte, war für unerreichbaren Frauen, die mich nicht wollten. Ich habe meine Muster komplett durchschaut und verstehe sie, trotzdem bekomme ich mein Herz nicht mehr geöffnet. Es belastet mich sehr. Ich weiss echt nicht mehr weiter.

    Hast Du darüber schon einmal mit einem Therapeuten gesprochen?

  • Die Analogie mit dem Virus finde ich sehr gut. Ich bin starker BA und egal wie toll die Frau ist, ab einer gewissen Zeit bricht von einer Sekunde der Virus aus, alle Gefühle sind weg und ich könnte einfach so aus der Tür gehen. Egal ( oder vielleicht genau deswegen ) wie schön die gemeinsame Zeit war. Es ist wirklich wie eine Psychose die reinknallt. Die einzigen starken Gefühle die ich jahrelang halten konnte, war für unerreichbaren Frauen, die mich nicht wollten. Ich habe meine Muster komplett durchschaut und verstehe sie, trotzdem bekomme ich mein Herz nicht mehr geöffnet. Es belastet mich sehr. Ich weiss echt nicht mehr weiter.

    Was mich dazu mal interessieren würde:

    Heißt es dann, dass du die Person auch plötzlich nicht mal mehr sympatisch findest oder mögen kannst? Also so auf distanzierte Weise wie Kollegen oder Nachbarn?

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  • Die Analogie mit dem Virus finde ich sehr gut. Ich bin starker BA und egal wie toll die Frau ist, ab einer gewissen Zeit bricht von einer Sekunde der Virus aus, alle Gefühle sind weg und ich könnte einfach so aus der Tür gehen. Egal ( oder vielleicht genau deswegen ) wie schön die gemeinsame Zeit war. Es ist wirklich wie eine Psychose die reinknallt. Die einzigen starken Gefühle die ich jahrelang halten konnte, war für unerreichbaren Frauen, die mich nicht wollten. Ich habe meine Muster komplett durchschaut und verstehe sie, trotzdem bekomme ich mein Herz nicht mehr geöffnet. Es belastet mich sehr. Ich weiss echt nicht mehr weiter.

    Ich stimme den mal nicht zu :)


    Für mich ist es kein Virus. Und es ist auch nichts, was plötzlich irgendwo aus dem nichts auftaucht. Es ist nichts, was man nicht verstehen kann.


    Man kann es unglaublich gut kennenlernen. Erleben lernen. Man kann die Wellen beobachten, mal flach und freundlich, mal stürmisch und schnell. Man kann die kleinen Vorzeichen entdecken. Das kleine Zucken. Der klitze kleine Gedanke, das unbekannte Gefühl.

    Man kann SO wunderbar daran arbeiten.

    Es ist eine Reise und ja, sie begleitet einen vermutlich jeden Tag. Aber genau darum geht es im Leben Doch?! :) sich selbst entdecken.


    Deutlich unterstreichen und irgendwo an den Badezimmerspiegel hängen: es passiert nicht plötzlich. Der Hammer kommt nur, wenn das leise klopfen überhört wurde :)

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  • Der Hammer kommt nur, wenn das leise klopfen überhört wurde :)

    Das stimmt.


    Doch viele haben nicht gelernt auf ihr Innerstes zu hören und körperliche Alarmsignale als solche zu erkennen.


    Da sie es selbst nicht bemerken oder wahrnehmen, erscheint es dann ja auch so plötzlich.

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  • Ja das meine ich ja: kennenlernen.

    Das geht :)


    Selbst ein Virus ist total nachvollziehbar. Man muss eben nur genauer hinschauen ;)

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  • Zum Thema, warum man das Gefühl hat, keine Chance mehr zu bekommen: Für mich ist die Kernproblematik die Bindungsangst selbst. Wenn man bedenkt, dass sich meistens das Gegenstück umgekehrt lagert (Vermeider trifft auf Ängstliche), ist es kaum verwunderlich, dass sich kaum eine gesunde Chance ergibt.

    Bei Menschen mit realer Bindungsangst sprechen wir nicht von einer schlechten Laune, die sich morgens zeigt und sich dann wieder legt. Es geht hier um Ängste, die sich auf unterschiedliche Weise immer stärker bemerkbar machen und unser ganzes System beeinflussen.


    Ich möchte euch ein Beispiel aus meiner letzten Geschichte geben:

    Mein Gegenüber hatte mir früh signalisiert, dass er noch nicht wisse, wie viel er schon geben könne (seine Trennung lag erst ein Jahr zurück nach 9 Jahren - so viel Ehrlichkeit also schonmal gut). Er brauchte viel Freiheit und Spontanität und nach Nähe immer wieder Pausen. Der Kontakt entwickelte sich dennoch und kam für einige Wochen sogar stark von ihm aus. (Typische sehr starke gegenseitige Anziehung vorhanden - perfekte BA Dynamik bis hierher)


    Gerade am fast schönsten Punkt reiste er in den Urlaub und liess wochenlang nichts mehr von sich hören. Ich war mir der Dynamik natürlich bewusst, liess ihm immer Freiraum, übte keinen Druck aus und arbeitete stark an mir selbst. Doch nach der langen Funkstille während des Urlaubs wurden meine Ängste so stark getriggert, dass mein innerer Alarm nur noch "Rot" sah. Er kam zurück, meldete sich, und ich kommunizierte meine Unsicherheit aufgrund seiner langen Funkstille (man soll sich ja mitteilen?!). An diesem Punkt sank das Schiff: Er meinte, er sei blockiert, hätte Unsicherheiten... Wir hatten danach noch gute Gespräche über diese Unsicherheiten, und es entstand sogar eine gewisse, noch tiefere Nähe (auch körperlich, unabhängig von sexuellem). Doch das Schiff liess sich nicht mehr auf Kurs bringen.


    Er musste Distanz schaffen, und ich (und er damit auch) wollte wieder eine Balance finden. Zeitgleich ging es ihm merkbar schlechter. Er sprach immer mehr davon, "keinen Kopf mehr zu haben", es sei "emotional schwer", hatte über eine Woche einen Blutdruck von über 170 und kam mit Blutsenkertabletten aus dem Krankenhaus. Wir sprechen hier nicht von einer toxischen Beziehung im herkömmlichen Sinne; alleine die Bindungsangst hat uns aufgefressen.


    Ende vom Lied: Nach drei Wochen, in denen die Initiative nur noch von meiner Seite kam, beendete ich es am Telefon. Warum? Weil ich nicht mehr konnte und weil ich wusste, dass es meinem Gegenüber nicht anders ging. In diesem Fall dachte ich auch an seine Gesundheit – ich wusste, wenn ich weg bin, kann er sich erholen!

    Diese ständige Verlustangst und die damit verbundenen Handlungen über Monate und Wochen sind so unglaublich anstrengend, dass sich Unbetroffene das kaum vorstellen können. Es ist nicht nur ein bisschen hinhören, achtsam sein und dranbleiben. Es raubt mir Energie, nimmt mir den Appetit, den Schlaf, die Lebensfreude, meine Konzentration – einfach alles! Ich sehe das sinkende Schiff schon, und ich ziehe die Reissleine, um dem ein Ende zu setzen, aus Angst vor dem Abgrund.


    Was ich damit sagen möchte: Bindungsvermeider und bindungsängstliche Menschen beenden Beziehungen nicht aus Spass oder mangelnder Bereitschaft zur Liebe. Die Angst vernebelt uns auf unterschiedliche Weise das Hirn: Dem Vermeider flüstert sie plötzliches Desinteresse ein (typisch für diese Phase sind hier dann fremdgehen, extremes Online Dating usw.), und dem ängstlichen Menschen schlägt sie im schlimmsten Fall mit Weinkrämpfen und Panikattacken zu.