Hochsensibilität (HSP) gekoppelt mit Sozialer Phobie

  • Hallo,


    hier mal ein neues Off-Topic Thema was den ein oder anderen bestimmt ebenfalls betrifft oder zumindest nachempfinden kann.


    Wie der ein oder andere bereits in anderen Threads lesen konnte habe ich eine Soziale Phobie und würde mich ebenfalls als Hochsensibel einordnen (kann z.B. Stimmungen anderer wahrnehmen und Authentizität spüren). Auch bin ich eher introvertiert.


    Nun zum eigentlichen Thema:

    Ich wurde früher in der Schule gemobbt und leider wiederholt ausgegrenzt, sodass es für mich schon normal bzw. klar war, dass ich "anders" bin und nicht dazu gehöre. Leider haben sich diese negativen Erfahrungen bei mir so sehr eingeprägt, sodass ich dann irgendwann eine soziale Phobie entwickelt habe.


    Leider sind diese Wunden und Erfahrungen wieder "geöffnet" worden als ich vor knapp 2 Jahren in einer Arbeitsstelle gearbeitet hatte, wo ich überhaupt nicht ins Team gepasst habe. Ich konnte mich nicht im Team einfinden. Es wurde gelästert und gemeckert was das Zeug hält. Meine Vorgesetzte hat sich ständig der Arbeit entzogen und ihre Arbeit auf uns übergeben.


    Irgendwann hab ich meinen Mut zusammen genommen und mit ihr Respektvoll meine Wahrnehmung geschildert und "Kritik" geübt (da ich diesen Druck und diese Stimmung nicht mehr ausgehalten habe). Nun ja. Es kam natürlich überhaupt nicht gut bei ihr an und von da an wurde ich umso mehr ausgegrenzt (vermutlich auch aus Angst vor der Vorgesetzten). Ich hatte in dieser Zeit sehr viele körperliche Beschwerden entwickelt (mittlerweile diagnostizierte Somatisierungsstörung). Musste aufgrund der körperlichen Beschwerden zeitweise sogar ins Krankenhaus. Dann blieb mir nur noch die Kündigung.


    Nun Arbeite ich seit knapp über einem Jahr in meiner derzeitigen Arbeitsstelle. Aufgrund der Retraumatisierung war ich extrem misstrauisch. Ich konnte mich sehr lange nicht öffnen. Konnte nur frei arbeiten wenn ich mit den Bewohnern alleine war und kein Mitarbeiter in der Nähe welcher mich "beobachten" oder "verurteilen" könnte. Mittlerweile hatte ich dann ein paar Mitarbeiter mit denen ich sehr gut konnte und hab mich nun endlich im Team akzeptiert/integriert gefühlt. Seit einiger Zeit konnte ich mich dann schon mehr öffnen und mein Misstrauen etwas ablegen. Leider gab es aber dennoch manchmal so ein Bauchgefühl das mir sagte, dass etwas nicht stimmt. Ich bekam mit wie Dinge von anderen Kollegen weitergetratscht wurden und dachte mir, dass sie in meiner Abwesenheit vermutlich das Selbe tun. (Ist ja leider eine Norm und keine Seltenheit, dass am Arbeitsplatz getratscht wird) .


    Heute hatten wir eine Dienstbesprechung. In der Pause war mir aufgefallen, dass meine "liebsten" Kollegen sehr viel Dinge erzählten und sich über Unterwäsche von Kolleginnen und andere Themen lustig machten. Ich konnte damit überhaupt nichts anfangen und fand es auch irgendwie total abwertend und unreif. Plötzlich habe ich die Kollegen schlagartig in einem anderen Licht gesehen und hab mich wieder total unwohl dort gefühlt. Ich wollte einfach nur weg. Im Anschluss gab es in Kleingruppen eine Schulung. Ich war wegen der Sache davor mental nicht mehr ganz so aufmerksam. Mir wurde eine Frage gestellt und ich verhaspelte mich und gab eine falsche Antwort (dabei war die Frage nicht mal mehr kompliziert und ich wusste die richtige Antwort eigentlich). Die besagten "lieben" Kollegen mussten sich das Lachen verkneifen. Als es später in der Schulung noch mal um das selbige Thema ging (welches ich nicht beantworten konnte) haben sie wieder ihr Lachen unterdrückt. Von da an war mein ganzes aufgebautes Vertrauen und Sicherheitsgefühl weg.


    _______________________________


    Einige haben bestimmt schon mitbekommen, dass ich momentan auch sehr spirituell und achtsam lebe bzw. meine Lebenseinstellung und Lebensweise hinterfrage...viele Können damit nichts anfangen. Das Problem ist, dass ich mich durch meine Vorgeschichte und auch der eigenen Spiritualität nun noch mehr wie ein Außenseiter fühle.


    Meine HSP hat mir auch schon oft gezeigt, dass so gut wie jeder im alltäglichen Leben eine "Maske" "Fassade" aufsetzt. Es wird geheuchelt und gelästert oder sich wegen Nichtigkeiten oder Fehler Aufgeregt. Es geht nur um Leistung und oberflächliche Themen oder um negative Themen wie Krieg und Politik. ich konnte mich noch nie so derartig verstellen hab es aber bis zu einem gewissen grad geschafft zu "Performen" .


    Es hat sich aber nie Echt und immer wie ein Schauspiel angefühlt. Nur in meiner Arbeit mit den Bewohnern und wenn ich das tue was mir Spaß macht und mir liegt und ich umgeben bin von Leuten die mich kennen und so nehmen wie ich bin, da fühle ich mich Echt und Angenommen.


    _______________________________


    Jetzt ist mir schlagartig bewusst geworden, dass meine sozialen Ängste bzw. mein Misstrauen daher geschürt werden, dass die Menschen in der Öffentlichkeit nicht "achtsam" und "echt" sind und ich mich daher nicht dazugehörig fühle. Ich hab mich schon immer anders gefühlt. Aber nun weiß ich umso mehr, dass ich auch komplett anders durchs Leben gehe.


    Ich bin momentan wirklich überfordert und weiß nicht mehr wie ich mit der HSP, all dem tiefen Misstrauen und dieser oberflächlichen Welt klar kommen soll. Ich fühle mich so derartig fehl am Platz und habe das Gefühl ich weiß nicht wie ich in dieser Gesellschaft als "Mensch" leben und mich einfinden soll.


    Wahrscheinlich kann mir auch niemand helfen. Aber vielleicht gibt es ja Gleichgesinnte die sich darüber austauschen mögen und ggf. ihre Erfahrungen schildern wollen.

    "I lived the sweet and I lived the sour

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    Marina - Princess Of Power

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  • Ich würde mich schon ähnlich einordnen, ich kenne die Gefühle, die du beschrieben hast sehr gut. Ich hatte dafür mal einen Ruhetag bei mir eingerichtet, jeden Sonntag hatte ich keinen Kontakt zu anderen Personen. Da konnte ich immer gut "auftanken". Habe mir nie vorstellen können eine Beziehung zu führen und bin nun doch in einer (Dating-App🤪). Dadurch sind diese Probleme auf der Arbeit ins schlimmste ausgeartet. Ich bin ständig krank, denn, obwohl mein Partner absolut perfekt auf mich eingeht oder auch genau deshalb, fehlt mir die Zeit mich zu regenerieren.

    Und die Situation, dass andere mitbekommen, wie ich arbeite oder nur zusehen, ist für mich ebenso absolut schrecklich. Allerdings auch im privaten Bereich. Ich kann z.B. nicht sauber machen, wenn jemand anwesend ist, selbst engste Vertraute. Deshalb putze ich auch nur Fenster, wenn es gießt. Dann laufen keine Menschen draußen rum, die das sehen könnten...🙈 Ich bin sonst wie festgeschnürt -gelehmt.


    Ich möchte einfach nur irgendwo ganz alleine sein. Im Wald oder auf ner einsamen Insel... Weg von allem.


    Ein Urlaub reicht nicht mehr, stresst eher noch zusätzlich. Der Wunsch, den Arbeitsplatz und den Wohnort zu wechseln ist ständig da.


    Ich bin jetzt auf der Suche nach einem Therapeuten (schon länger), vielleicht wäre für mich ein stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik sinnvoll...?🤷‍♀️

    Machst du denn eine Therapie?


    Und kannst du auf Arbeit vielleicht eine Person ausmachen, mit der du etwas offener umgehen kannst?

    Das fand ich immer etwas hilfreich, ich meine aber nicht sowas wie best Buddies, nur jemand, der dir etwas angenehmer ist als alle anderen.


    Ich meine, dass man es mit HSP immer allen recht machen möchte (für das harmonische Klima), das ist aber unglaublich anstrengend und kräftezehrend. Genau wie der Gerechtigkeitssinn dabei immer Thema ist, diese Gerechtigkeit wird ständig übergangen von den normalsten Menschen. Die, die damit super durch das Leben kommen....😒 Zumindest geht es mir so.

  • Danke Nugget :)


    Hätte ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, dass jemand kommentiert. Irgendwie scheint das Thema doch zu "Nischig" zu sein.


    Deine Schilderungen sind wirklich meinen sehr ähnlich und ich brauche auch immer mal einen Tag für mich. Aber da würde es z.B. in der Beziehung auch für mich gehen wenn ich einen Rückzugsort hätte wie z.B. ein anderes Zimmer wo ich dann Lesen oder Yoga machen kann. Das heißt ich glaube nicht, dass es bei mir so stark ausgeprägt ist wie bei dir.


    Aber ich merke auch wie gerade meine soziale Arbeit sehr Kräftezehrend ist wenn man HSP ist. Glaube es gibt da auch Strategien, wie man damit umgeht damit man nicht so überwältigt davon ist.


    Das Gefühl/Bedürfnis lieber irgendwo allein zu sein kenne ich. Denn da fühlt man sich nicht verurteilt und wirklich "frei". Ich will es leider auch oft allen recht machen besonders auf der Arbeit. Finde es auch so schade, dass viele so achtlos und asozial sind und überhaupt keine Rücksicht nehmen können.


    Wenn ich fragen darf: Gab es denn bei dir Auslöser welche das ganze verstärkt hat? Also wurdest du auch gemobbt oder kritisiert?


    Ich bin jetzt auf der Suche nach einem Therapeuten (schon länger), vielleicht wäre für mich ein stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik sinnvoll...?🤷‍♀️

    Machst du denn eine Therapie?


    Und kannst du auf Arbeit vielleicht eine Person ausmachen, mit der du etwas offener umgehen kannst?

    Das fand ich immer etwas hilfreich, ich meine aber nicht sowas wie best Buddies, nur jemand, der dir etwas angenehmer ist als alle anderen.

    Ich wollte eine Online Therapie starten wegen meiner sozialen Phobie. Bis jetzt hatte ich aber nur ein Erstgespräch, da es auch Online keine Plätze mehr gibt. Ich schaue aber auch nicht täglich rein und versuche jetzt weiterhin alleine und durch Literatur an mir zu arbeiten. Ich kann nicht warten bis ich in Therapie bin, auch wenn ich letztens wieder gemerkt habe, dass ich unbedingt noch vieles aufarbeiten muss. Wenn du so stark betroffen bist, dass du dich häufig krank melden musst dann wäre es vielleicht sogar wirklich sinnvoll stationär aufgenommen zu werden.


    Ich hatte bisher so knapp 4 Mitarbeiter/innen mit denen ich ganz gut konnte. Es gibt immerhin noch 2 welche nicht so lästern. Daher hoffe ich, dass die nicht auch noch wegbrechen. Bei den anderen ziehe ich mich emotional lieber erstmal wieder zurück. Ich denke aber auch, dass es gut und wichtig ist, wenn man Kollegen hat wo man sich akzeptiert und wohl fühlt.

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  • Hätte ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, dass jemand kommentiert. Irgendwie scheint das Thema doch zu "Nischig" zu sein.

    Ja, das Thema ist hier nicht so präsent. Ich bin ja auch in diesem Forum, weil ich denke, dass ich Bindungsangst habe, allerdings die Grundlage dafür wohl irgendwo herkommt. Sicherlich ganz oben auf der Liste: der Selbstwert. Der bei mir regelmäßig Schaden nimmt, sofern ich keine Ruhepausen habe. Scheint alles miteinander zusammen zu hängen.


    Schlimm sind immer die körperlichen Auswirkungen; Fieber, Übelkeit, Schmerzen und Lehmungen.


    Bei mir ist es aber so, dass ich trotzdem alles mache, z.B. für andere da sein und arbeiten. (Ich melde mich nicht krank). Kaum einer würde mich so einschätzen, wie es in mir aussieht. Ganz toll, ich wirke stark und kompetent nach außen....

    Wenn ich fragen darf: Gab es denn bei dir Auslöser welche das ganze verstärkt hat? Also wurdest du auch gemobbt oder kritisiert

    Klar, darfst du😊

    Das ganze liegt an meiner Kindheit, meine Mutter war überfordert und ich litt unter psychischem und physischem Terror. Heute verstehen wir uns aber gut und es sind halt meine alleinigen Probleme, Die Schuld gebe ich ihr nun nicht mehr.

    Habe ja auch einige Therapien hinter mir, die sicherlich dafür gesorgt haben, dass ich die letzten Jahre lebensfähig war.

    Allerdings hatte ich vorher nie einen richtigen Partner, das ist für mich einfach neu und irgendwie unglaublich schwierig.


    Online Therapie wurde mir auch empfohlen aber irgendwie ist mir das noch zu "strange". Ich bin schon eher ein KI-Fan, aber, dass sie in diesen Bereichen eingesetzt werden soll, schreckt mich ebenso ab. Dafür finde ich sie doch noch zu fehlerhaft...


    Ich glaube, ich wäre bei der Suche erfolgreicher, wenn ich nicht immer diese Energielöcher hätte, in denen mir sowas so schwer fällt.

    Es müsste eine Stelle zur Unterstützung in Therapiesuche geben...!😅

    Es gibt immerhin noch 2 welche nicht so lästern. Daher hoffe ich, dass die nicht auch noch wegbrechen

    Ich finde, du hast trotz deiner Probleme eine sehr offene Art und es ist klasse, dass du noch 2 noch Kollegen hast, mit denen es etwas besser passt. Das ist ein riesen Vorteil und ich hoffe, die bleiben so. 🙂

  • Achso hab das mit der Arbeit und dem Krank sein irgendwie so gelesen, dass du dann auch AU bist. Hab das irgendwie falsch gelesen, sorry.

    Sicherlich ganz oben auf der Liste: der Selbstwert. Der bei mir regelmäßig Schaden nimmt, sofern ich keine Ruhepausen habe. Scheint alles miteinander zusammen zu hängen.


    Schlimm sind immer die körperlichen Auswirkungen; Fieber, Übelkeit, Schmerzen und Lehmungen.


    Bei mir ist es aber so, dass ich trotzdem alles mache, z.B. für andere da sein und arbeiten. (Ich melde mich nicht krank). Kaum einer würde mich so einschätzen, wie es in mir aussieht. Ganz toll, ich wirke stark und kompetent nach außen....

    Das glaube ich auch. Man fühlt sich durch diese "Gabe" wie ein Außenseiter, da man einfach viel intensiver fühlt und schon anders durchs Leben geht. Manchmal finde ich es auch als Superkraft, da ich mich dadurch viel besser in andere hineinfühlen kann. Aber oft wird man auch nicht verstanden oder man wird ausgenutzt. Sprich: Man nutzt mich aus und vertraut mir Dinge an und ich höre aufmerksam zu. Doch wenn ich was erzähle bekommt man dann leider nicht immer die ungeteilte Aufmerksamkeit zurück. Also viele nehmen dann viel von einem und man bekommt es aber nur selten zurück.


    Das mit den körperlichen Auswirkungen ist schon heftig und tut mir leid, das es bei dir so ist. Bei mir ist es dann eher eine starke Übermüdigkeit, Konzentrationsschwäche oder das ich Dinge vergesse und manchmal bekomme ich auch Herzrasen. Aber das ist eher selten.


    Heftig, dass du alles noch so durchziehst. Ich mache das zwar auch, aber hab meist nicht so starke Symptome. Aber in gewisser Weise versuche ich mir auch nichts anzumerken, da man ja doch schnell als "schwach" angesehen wird. Mein Chef beim anderen Arbeitgeber hatte mal einen Burn-Out und total viele Kollegen haben sich darüber lustig gemacht. Und das auch noch wo sie im psychiatrischen Bereich gearbeitet haben und "soziale Tätigkeiten" nachgehen. Eigentlich sollte man über die Meinung anderer stehen, aber kann das auch nicht.


    ____


    Deine Vergangenheit ist auch schon echt hart. Aber es freut mich, dass ihr euch jetzt gut versteht. Denn das klappt auch nicht immer!


    Ich wollte eigentlich auch lieber eine klassische Therapie vor Ort...aber leider sind die Wartezeiten so extrem lang und viele haben nicht mal mehr Wartelisten und dann muss man sich da ständig melden und immer wieder eine Abfuhr bekommen bis mal was frei wird.


    Ja diese Energielöcher sind wirklich mieß. Ich hätte eigentlich schon damals als Teenager in Therapie gehen müssen, aber hab mich lange davor gesträubt und es nicht eingesehen.


    Ich finde, du hast trotz deiner Probleme eine sehr offene Art und es ist klasse, dass du noch 2 noch Kollegen hast, mit denen es etwas besser passt. Das ist ein riesen Vorteil und ich hoffe, die bleiben so. 🙂

    Danke :) Das ist wirklich lieb von dir!


    Ich hab in letzter Zeit solche Schwierigkeiten und es erfüllt mich einfach hier in den Austausch zu gehen und mit Gleichgesinnten zu reden. Auch wenn es mir manchmal zu viel ist. Aber irgendwie ist es hier auch wie eine Art Gruppen-Therapie und hilft ungemein.

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    Marina - Princess Of Power

  • Hey,


    mal ein kleines Update zu meinem Thema:


    für mich war letztens wieder einmal deutlich spürbar gewesen wie "Chaotisch" Trauma Bewältigung doch ist. Irgendwie habe ich in den letzten Wochen immer mal wieder ein Auf und Ab erlebt. Mal war ich total selbstsicher und es war mir egal was die Kollegen sagen. Hab mich sogar richtig wohl und dazugehörig gefühlt. War total ausgelassen und Happy und mit allem/n im Reinen...


    Dann gab es wieder einen Moment wo gelästert und gelacht wurde und "Zack!" war ich wieder in meinem Loch und in meiner alten Rolle der "komischen Außenseiterin" gerutscht die das Verhalten der Menschen nicht mehr versteht. Gestern ging es mir auf der Arbeit auch total schlecht, da ich feinste Nuancen der Stimmung wie ein Schwamm aufgesogen habe. Selbst wenn ich wusste, fass es nicht um mich ging hat mich die unterschwellige Stimmung "geschwächt" und emotional gemacht. Ich war wieder total enttäuscht von den Menschen/ der Menschheit und hatte richtig Weltschmerz. Heute war wieder alles gut als wäre gestern nichts gewesen...


    Ich merke also: Meine Gefühle und meine Einstellung zur Gesellschaft/ zum Leben sind sehr variabel und beeinflussen noch viel zu sehr wie ich durch den Alltag gehe und die Welt betrachte.


    Sprich:


    --> Fühle ich mich gut und wohl, dann ist die Welt toll und ich mag alle Menschen bzw. das Leben im allgemeinen.

    --> Fühle ich mich jedoch schlecht oder werde getriggert, dann ist alles schlecht und jeder will mir was böses.


    Diese Spitzen und Extremen habe ich nicht so oft. Aber doch hin und wieder mal. Allgemein bin ich sonst einfach entspannt und gelassen und weder besonders gut noch besonders schlecht gelaunt. Aber manchmal spüre ich diese Kontraste und da muss ich echt noch dran.


    Ich möchte nicht so tief traurig sein, da ich weiß, dass viele Gedanken und Sorgen nicht der Wahrheit entsprechen oder ich viele Dinge selbst zu wichtig nehme.


    Wenn jemand Ideen oder Ratschläge oder selbst Erfahrungen damit hat, wäre ich sehr dankbar :)

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    Einmal editiert, zuletzt von Laurentia95 ()

  • Hallo ihr,


    ich möchte euch mal wieder eine kleine Anekdote erzählen, da es mich sehr beschäftigt und aufwühlt. Vielleicht mag sich ja einer dazu äußern:


    Ich arbeite im sozialen Sektor mit Schichtdienst. Da ich HSP und soziale Phobie habe, eher Introvertiert bin und auch noch von meiner Mobbingerfahrung gebrandmarkt bin, komme ich an manchen Tagen beruflich an meine Grenzen. Da ich nicht gut darin bin meine Gefühle zu verbergen oder so zu tun als wäre alles tutti, habe ich schon vor Monaten mit ein paar mir vertrauten Kollegen darüber geredet, dass ich momentan mit der Arbeit überlastet bin.


    Mittlereile glaube ich, dass es ein Fehler war dies kundzutun. Denn ein paar der Kollegen haben es dann sicherlich weitergetragen (oder es war zu offensichtlich). Denn mittlerweile habe ich das Gefühl, dass sich einige Kollegen über mich lustig machen und ihr lachen unterdrücken wenn ich rede.


    Generell habe ich den Eindruck, dass es in unserer Leistungsgesellschaft nicht gerne gesehen wird bzw. oftmals das Verständnis und die Akzeptanz dafür fehlt, wenn man Überlastet ist und dies auch Kundtut. Dann wird man gleich als Inkompetent, Schwach oder "Fehl am Platz" betitelt.


    __________________


    Ich hatte heute ein Gespräch mit einem Kollegen, welcher noch recht neu ist. (Wir hatten bisher kaum Berührungspunkte.) Wir sprachen dann allgemein über Mitarbeiter welche nicht für ihren jeweiligen Job geeignet sind. Dann sagte mir dieser Kollege: "Was ich dir noch sagen wollte: Wenn du dich hier überfordert fühlst im Job. Dann bist du hier fehl am Platz. Dann such dir lieber was neues und lerne einen anderen Beruf." Ich hab das in dem Moment garnicht auf mich bezogen und gedacht er würde das eher so allgemein meinen. Ich hab ihm, aus reinem Reflex, sogar noch zugestimmt. Erst im Nachgang war mir aufgefallen, dass er das gezielt an mich gerichtet hatte und es ein Ratschlag sein sollte...


    Folgende Punkte treffen mich hierbei besonders:


    • er kennt mich noch kaum (weiß weder was ich als Fachkraft leiste noch was privat bei mir los ist). Das Arbeitspensum ist mittlerweile sehr hoch und stetig steigernd.
    • er hat kein Recht meine Arbeitsleistung zu beurteilen bzw. meine fachliche Eignung festzulegen.
    • er selbst macht oft ein Müßiggang auf der Arbeit, erledigt seine Aufgaben nicht und ist ständig am Handy (wenn ich das machen würde, dann wäre ich auch nicht so ausgelaugt).
    • er hat was in mir ausgelöst, da ich selbst manchmal an meiner Eignung anzweifle. Denn aufgrund meiner Sensibilität und meinem Wesenskern und dem hohen Arbeitspensum fühle ich mich leider selbst oft überlastet und fehl am Platz.
    • viele weitere Mitarbeiter bei mir sind mittlerweile auch oft total überlastet (auch sehr Taffe Personen welche schon jahrelang dabei sind). Nur lassen sie sich das meist nicht so anmerken oder schaffen trotzdem ihre Arbeit, während ich manchmal Dinge vergesse oder etwas verstreut bin. Auch kann ich meine Überforderung oder Verunsicherung meist nicht verbergen.

    Ich habe bereits mit meiner Chefin gesprochen und werde ab Januar meine Stunden kürzen. Auch habe ich einige Aufgaben abgegeben. Sie selbst möchte mich unbedingt behalten und sagte zu mir ich wäre sehr wichtig für das Team. Ein paar Kollegen können mich total verstehen und eine hatte sogar selbst mal einen Burnout und war aufgrund dessen Jahrelang arbeitsunfähig.


    Dennoch finde ich es einfach schade, dass andere so schnell ein Urteil fällen oder sich darüber sogar lustig machen.


    (Damals bei meinem alten Arbeitgeber da hatte mein Chef ein Burnout und war deswegen in Kur. Die anderen Mitarbeiter haben sich darüber lustig gemacht und konnten das überhaupt nicht verstehen. Dabei Arbeiteten sie selbst mit psychisch Kranken und viele hatten eine Heilerziehungsplfeger Ausbildung oder ähnliche Qualifikationen. )


    Ich frage mich manchmal echt wie un-empathisch und herzlos viele Menschen sind. Es wird ständig auf der Arbeit geheuchelt und getratscht. Nie hatte ich in meiner Arbeit Probleme mit den zu betreuenden Bewohner/innen. Jedes mal waren es die Mitarbeiter oder die beruflichen Strukturen, welche mir den Arbeitsalltag zur Hölle machten. Ich habe so langsam das Gefühl, dass ich da nie wirklich rauskommen werde, da ich mir zum einen die Meinung anderer viel zu sehr zu Herzen nehme und zum anderen ich einfach kein Mensch bin der so Falsch durch die Welt gehen kann. Außerdem wird besonders im sozialen Sektor so viel getratscht und gelästert und manchmal auch gemobbt. Genau das was ich verabscheue und nicht aushalte. Täglich bin ich gezwungen über meinen Schatten zu springen und mich auf Mitarbeiter oder Umstände einzulassen mit denen ich nur schwer klar komme.


    Ein weiterer Faktor: Dadurch dass ich so feinfühlig bin merke ich wie die jeweilige Stimmung im Raum ist oder spüre es wenn Leute etwas Verbergen oder Vorgaukeln. Das mag eine hilfreiche Fähigkeit oder Gabe sein. Aber meist ist es eher anstrengend und belastend, wie auch deprimierend. Ich möchte nicht ständig im Außen sein und mir Gedanken darüber machen, was andere von mir halten oder ständig enttäuscht darüber sein, dass so viele Menschen nur eine Rolle/ Maske einnehmen. Die wenigsten haben ehrliches Interesse an einem auf der Arbeit. Die meisten wollen einen nur aushorchen oder so tun als ob sie einen mögen. Weil man ja miteinander auskommen muss.


    ____________________


    Mir ist bewusst: Ich sollte mich damit abfinden und mein Ding machen. Auch sollte es mir egal sein was andere von mir oder meiner Arbeit halten. Aber ich kann nicht so tun als wäre alles in Ordnung oder als würde es mich nicht tangieren wie toxisch das Klima und der Umgang miteinander ist. Ich weiß, dass ich jeder Zeit gehen kann. Aber eigentlich erfüllt mich, bei allem Stress, dennoch die Arbeit mit den Bewohnern. Man kann Späße machen und es ist schön und bereichernd, wenn man Menschen im Alltag zur Seite stehen kann. Die Arbeit gibt mir Sinnhaftigkeit und ich bekomme direkt positives Feedback. Werde von den meisten Bewohnern auch sehr gemocht.


    Aber meine HSP, Introversion, Soziale Phobie und meine Mobbingerfarung machen mir den Arbeitsalltag oft viel zu schwer. Theoretisch müsste ich irgendein Job ausüben, wo ich mit weniger Druck zu tun habe und auch mehr für mich und in meinem Tempo arbeiten kann. Doch da gibt es für mich nur sehr wenige Berufe, welche wirklich zu mir passen würden.


    Ich möchte mir nächstes Jahr meinen Traum erfüllen und nebenberuflich Kunsttherapie studieren, aber es wird vermutlich nicht möglich sein, diesen Beruf Vollzeit auszuführen und davon leben zu können. Ich fühle mich gefangen in den Zwängen der Gesellschaft und den Strukturen. Da ich, wie jeder andere auch, auf mein Gehalt angewiesen bin, kann ich nicht so ohne weiteres einen neuen Beruf erlernen oder etwas ausüben was noch weniger Geld einbringt.


    Wie ist eure Meinung dazu ? Hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht, Ratschläge oder etwas dazu zu berichten?

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  • Liebe Laurentia!


    Erstmal tut es mir leid, was du da durchmachst. Ich habe ebenfalls am Patienten gearbeitet und weiß, wie anstrengend das sein kann. Insbesondere, wenn man unter sozialen Ängsten leidet. Bei mir wurde eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, die sich ja ähnlich auswirkt.


    Gemobbt wurde ich auch, in meiner frühen Schulzeit und später abgeschwächt im Beruf. Menschen, die tratschen oder andere mobben, wird es wohl leider immer geben. Ich halte mich dann an diejenigen, die einen wertschätzenderen Umgang pflegen und blende die anderen so weit wie möglich aus. Wenn es jedoch Überhand nimmt, sich Ängste oder körperliche Symptome einstellen, würde ich mich nach einer anderen Stelle umsehen.


    Was du als HSP bezeichnest, sind bei mir die stets nach außen gerichteten Antennen, die sich vermutlich als Reaktion auf die "Gefahrenlage" zuhause und in der Schule herausgebildet haben. Diese ständige Alarmbereitschaft ist natürlich sehr anstrengend und kräftezehrend. Mal abgesehen davon, dass ich mich selbst kaum gespürt habe. Irgendwann habe ich damit begonnen, einen Schutzwall hochzufahren. Auf diese Weise konnte ich mein chronisches Unbehagen in der Gegenwart anderer Menschen drosseln, kämpf(t)e von nun an aber mit den Folgen meiner Isolation - Vereinsamung und depressiven Episoden.


    Ohne zu wissen, dass ich eine ÄvPS habe, habe ich in meinen Zwanzigern beschlossen, noch ein Studium aufzunehmen. Das hat mich nicht nur beruflich vorangebracht, sondern auch meiner Persönlichkeit einen ordentlichen Wachstumsschub verpasst. Mittlerweile gehe ich einer Tätigkeit am PC nach, die meinem introvertierten Naturell mehr entspricht. Zudem sind die Arbeitsbedingungen flexibler und das Team nett und reflektiert, sodass ich mich mit mir und den anderen meistens wohlfühle. Die geringere Stresstoleranz, das fragile Selbstwertgefühl und meine sozialen Rückzugstendenzen sind mir dennoch geblieben, lassen sich unter diesen Umständen aber gut handhaben bzw. eingrenzen.


    Als Fazit möchte ich dir mitgeben, dass es gelingen kann, eine passende Stelle für unsereins zu finden. Das ist unter Umständen mit Kosten und Mühen verbunden, die sich in meinem Fall aber voll ausgezahlt haben. Arbeite dich nicht an deinem Umfeld ab, das kannst du (allein) sowieso nicht ändern, sondern schau, was du bzw. deine Psyche braucht und gehe dann deinen eigenen Weg.

  • Ach ja: Wenn es selbst bei einer Online-Therapie zu Wartezeiten kommt, würde ich dir ganz klar zu einer Psychotherapie in Präsenz raten, am besten in einem Einzel- und in einem Gruppensetting. Wir Sozialängstler bleiben ja gerne in unserer Komfortzone (ich nehme mich da gar nicht aus ;)), profitieren aber mehr vom direkten Kontakt und Feedback anderer. Meine Gesundheitskurse mache ich deshalb alle vor Ort, auch wenn das manchmal nervig ist. Exposition ist so wichtig für uns. Manchmal ergeben sich daraus auch nette Kontakte.

  • On_my_own Danke für deine lieben Worte und Tipps <3:thumbup:

    Was du als HSP bezeichnest, sind bei mir die stets nach außen gerichteten Antennen, die sich vermutlich als Reaktion auf die "Gefahrenlage" zuhause und in der Schule herausgebildet haben. Diese ständige Alarmbereitschaft ist natürlich sehr anstrengend und kräftezehrend. Mal abgesehen davon, dass ich mich selbst kaum gespürt habe. Irgendwann habe ich damit begonnen, einen Schutzwall hochzufahren. Auf diese Weise konnte ich mein chronisches Unbehagen in der Gegenwart anderer Menschen drosseln, kämpf(t)e von nun an aber mit den Folgen meiner Isolation - Vereinsamung und depressiven Episoden.

    Den "Schutzwall" habe ich in an machen Tagen auch sehr stark. Wenn es mir sehr schlecht geht, dann bin ich auch viel sensibler und anfälliger für negative Stimmung oder abwertendes Verhalten. Dann neige ich dazu mich von den jeweiligen Situationen oder Personen zu distanzieren. Früher dachte ich oft, dass mit mir was falsch wäre und habe mich sehr über meine Sensibilität und Introversion geärgert. Jetzt merke ich einfach, dass ich mit gewissen Menschen oder Bullshit verhalten nicht klar kommen muss und ich okay so bin, wie ich eben bin.


    ______


    Kleine Geschichte dazu:

    Als ich noch klein, war wurde z.B. von meinen Eltern oft erwartet, immer auf deren Besuch oder Bekannte zuzugehen und "Hallo" sagen zu müssen. Es wurde mit Ablehnung und Kritik reagiert, wenn ich nicht zu deren Besuch gehen wollte, weil ich mich nicht traute oder einfach nicht wollte. Es wurde gesagt man wäre unhöflich und es wäre peinlich wenn die Kinder sich nicht zeigen würden und zum Besuch nicht "Hallo" sagen.


    Heute ist das bei vielen Eltern viel lockerer. Kleinkinder dürfen weiter spielen wenn die Eltern besuch bekommen und werden nicht genötigt "Hallo" sagen zu müssen. Höchstens der Besuch selbst geht dann, je nach Situation, auf die Kinder zu, oder man wartet bis die Kinder von selbst kommen mögen. Der Besuch kommt ja (in der Regel) auch eigentlich nicht für die Kinder, sondern für die Eltern.


    ______


    Mittlerweile komme ich im Alltag gut damit zu recht und dosiere meine Termine und Treffen so, dass es mich nicht auslaugt. Dennoch ist mir aufgefallen, dass sehr viele mit ruhigeren Menschen nicht gut klar kommen. Viele Denken man wäre unnahbar, arrogant oder gar unhöflich. Die Gesellschaft ist auf "Extroversion" ausgelegt. Schon in der Schule bekommen die Schüler die Auffallen und Lärm machen meist bessere Noten, während Schüler die eher ruhiger sind und aufmerksam zuhören dafür kritisiert werden, dass sie zu "Still" sind. Auch in der Arbeitswelt halten viele vorlaute und extrovertierte Mitarbeiter eher für Kompetent als Stille Mitarbeiter. Dabei kann jemand ruhiges und besonnenes genauso kompetent sein.


    Natürlich sollte man aufpassen sich nicht allzu sehr zu isolieren. Aber wenn man ein paar Freunde hat und sich auch gerne und viel mit sich selbst beschäftigt ist da nichts schlimmes dran. Mich erfüllen meine Hobbies schon so sehr, sodass alleine eigentlich so gut wie nie Langeweile aufkommt. Als introvertierte braucht man schlichtweg viel Zeit für sich, sonst ist die soziale Batterie immer Leer und man ist überlastet.


    ______


    Als Fazit möchte ich dir mitgeben, dass es gelingen kann, eine passende Stelle für unsereins zu finden. Das ist unter Umständen mit Kosten und Mühen verbunden, die sich in meinem Fall aber voll ausgezahlt haben. Arbeite dich nicht an deinem Umfeld ab, das kannst du (allein) sowieso nicht ändern, sondern schau, was du bzw. deine Psyche braucht und gehe dann deinen eigenen Weg.

    Das stimmt auch. Mir war schon länger insgeheim bewusst geworden, dass ich in diesem Job nicht alt werde. Ich hoffe, dass sich durch mein Studium andere Türen und Möglichkeiten ergeben werden und ich noch andere Wege einschlagen kann. Es gibt ein paar Berufe, welche ich mir noch sehr gut vorstellen kann. Daher werde ich meine Augen und Ohren offen halten und bei Gelegenheit dann den Beruf wechseln.


    ______


    Schon jetzt mit 30 Jahren merke ich zunehmende körperliche Beschwerden, hab einen Bandscheibenvorfall und momentan sehr häufig am linken Handgelenk (bin Linkshänderin) schmerzen. Dachte erst es wäre eine Sehnenscheidenentzündung aber ich befürchte es könnte ein Karpaltunnelsyndrom sein. Schon zwei Kollegen bei mir auf der Arbeit haben das und wurden deswegen schon operiert. Andere hatten schon eine Hüft-OP hinter sich.


    Ich mache meinen Körper aber auch meine Seele auf Dauer kaputt. Es ist nur so bitter schade, da ich die Arbeit an sich und auch die Bewohner mit Handicap sehr schätze und mag. Aber die Arbeitsumstände und die fehlende soziale Kompetenz vieler Mitarbeiter, macht es oft viel zu schwer da wirklich Gesund zu bleiben.


    ______


    Thema Therapie:


    ich würde auch viel lieber eine Therapie vor Ort machen. Aber mein Fall ist nicht sehr dringlich, daher habe ich keine Chance vor Ort zeitnah was zu bekommen. Viele in meiner Gegend haben nicht mal mehr Wartelisten und ich wollte sogar meine Therapie privat bezahlen - Aber keine Chance. Hier im Umkreis von 30-40 Km ist nichts zu machen.


    Momentan habe ich das Thema Therapie daher auch aufgegeben.


    Mir ist aber auch folgendes Aufgefallen: Wenn ich mich in meinem Umfeld wohl fühle und Tätigkeiten nachgehe die mir gefallen und liegen, dann fühle ich mich Sicher und Selbstbewusst und bin sogar manchmal etwas extrovertiert. Bin ich z.B. mit den Bewohnern auf der Arbeit alleine dann kann ich Späße machen und rumalbern. Bei manchen wenigen Mitarbeitern klappt das auch.


    Wenn das Umfeld aber nicht passt, dann ziehe ich mich zurück und werde seelisch und körperlich krank. Daher muss ich auf lange Sicht auf jeden Fall meinen Beruf wechseln. Denn oftmals überwiegt das negative. Ich muss mir schlichtweg eingestehen, dass ich als introvertierte gewisse Berufe nicht ausüben kann.


    ______


    Es freut mich, dass du aber einen Beruf gefunden hast, der dir liegt und auch dass du den Schritt gewagt hast zu Studieren und dich umzuschulen. ;) Eigentlich auch schade, dass man sich oft aus Angst zu scheitern oder aus Angst vor dem Unbekannten lieber in einem Beruf verharrt der einem schadet.

    "I lived the sweet and I lived the sour

    Been living life locked up in tower

    But now I'm blooming like a flower

    Welcome to my world! Princess of power"

    Marina - Princess Of Power