Hallo an alle... wo soll ich bloß anfangen?
Zuerst zu meiner Person: Ich bin männlich, 43 Jahre alt, geschieden und habe eine 5-jährige Tochter. Meine aktuelle Partnerin (ich nenne sie mal „Lehrerin Nr. 2“) hat zwei Kinder im Alter von 11 und 18 Jahren. Wir haben uns im Dezember 2025 kennengelernt und sind – was ist schon normal? – etwas schneller zusammengekommen als üblich. Mittlerweile habe ich jedoch das Gefühl, dass sie eine reine „Schön-Wetter-Partnerin“ ist.
Ein kurzer Rückblick: Zu meinem Vater habe ich seit 12 Jahren keinen Kontakt mehr. Durch Zufall erfuhr ich nun, dass er einen schweren Unfall hatte. Als ich meiner Partnerin davon erzählte, schaffte sie es irgendwie nicht, mich emotional abzuholen, sondern kam stattdessen mit unpassenden Witzen um die Ecke. In einem Vier-Augen-Gespräch machte ich ihr klar, wie ich die Sache sehe. Sie sagte, sie verstehe es, könne aber mit solchen Themen nicht gut umgehen, wolle aber daran arbeiten. Im gleichen Zuge behauptete sie jedoch plötzlich, ich würde sieemotional nicht abholen. Das fühlte sich für mich wie ein Schlag ins Gesicht an – als wollte sie nur das Gleichgewicht wiederherstellen nach dem Motto: „Wie du mir, so ich dir.“
Wochen vergingen und es gab wieder ähnliche Situationen: Das gleiche Spiel in Grün zum Thema „emotionale Abholung“ und Zweisamkeit. Ich versuche vieles möglich zu machen, aber manche Tage sind einfach seltsam. Sie hat zwei schreckliche Ehen hinter sich; die erste war eine Zwangsheirat, die zweite von Gewalt geprägt. Auch die Partner danach haben sie schlecht behandelt und sich zudem nicht um ihren kleinen Sohn gekümmert. Sie bewundert zwar, dass ich so anders bin, ist aber gleichzeitig immer und immer wieder auf der Suche nach einem Haken bei mir.
Die Situation am Prüfungstag: Zuletzt kam es zu folgendem Vorfall: Ich habe meine mündliche Prüfung verhauen. Sie begleitete mich an diesem Tag und wartete in der Innenstadt auf mich. Noch auf dem Weg zu ihr informierte ich sie über das Ergebnis. Als wir uns sahen, meinte sie nur: „April, April, das kannst du ruhig zugeben.“ Ich antwortete: „Nein, ich habe wirklich nicht bestanden.“ Sie wiederholte ihren Scherz, woraufhin ich klarstellte, dass ich darüber keine Witze mache.
Schließlich gingen wir essen. Ich bestellte mir eine Cola und schlug ihr vor, sie könne von meinem Getränk trinken, bis ihres käme. Sie lehnte ab und bekam nach nur drei Minuten Wartezeit schlechte Laune. Ich versuchte ihr klarzumachen, dass es erst drei Minuten seien und man im Restaurant eben manchmal warten müsse. Daraufhin stand sie wütend auf, ging selbst in den Laden, besorgte sich die Coke und setzte sich noch genervter an den Tisch zurück. Als ich es ansprach, meinte sie, ich hätte sie ja holen können. Meine Antwort war deutlich: „Ich habe gesagt, es sind erst drei Minuten und du hättest von mir trinken können. Ich springe doch nicht immer sofort, wenn du es möchtest – besonders schon gar nicht in diesem Fall.“ Sie nahm es hin und danach auf dem Mantower herrschte scheinbar wieder „Friede, Freude, Eierkuchen“.
Rückzug und Instagram-Rätsel: Auf dem Heimweg im Auto nahm ich ihre Hand. Sie schlug vor, da ich am nächsten Tag frei hätte, könnten wir wegfahren. Ich sagte, wir besprechen das später. Zu Hause schaute ich bereits nach Zielen, sagte aber noch nichts, während sie auf Instagram unterwegs war. Am nächsten Morgen das gleiche Spiel: Ich bekam einen Kaffee ans Bett, sie war wieder bei Instagram. Plötzlich sprang sie auf und meinte: „Ich gehe jetzt zum Sport.“ Während sie weg war, machte ich meinen Sport bei ihr zu Hause. Als sie zurückkam, erklärte sie mir nach einigen Minuten, wir müssten reden. Sie hätte beim Sport gemerkt, dass ihr das gefehlt habe und sie Zeit für sich brauche, da die letzten Tage mit ihrem Kind und einer Freundin, die Probleme mit dem Ex hatte, zu viel gewesen seien. Zudem sagte sie, sie müsse lernen, mit Langeweile umzugehen.
Ich fragte sie, weshalb sie das nicht schon Tage zuvor erzählt habe, da ich merkte, dass etwas los war, sie aber immer behauptete, alles sei okay. Sie gestand, sie habe versucht, das Gefühl zu übergehen. Ich akzeptierte das und sagte, ich gäbe ihr die Zeit – sie habe ja auch ihre Familie und Freundinnen länger nicht gesehen. Plötzlich haute sie jedoch raus, dass sie nun wieder nach Frankfurt fahre, um ihre Cousine zu treffen. Das fand ich extrem merkwürdig: Erst will sie Ruhe, und dann fährt sie weg? Verdutzt saß ich da und dachte nur „WTF“. Zudem wollten wir doch eigentlich gemeinsam verreisen... ich sagte jedoch nichts, packte meine Sachen und verabschiedete mich. Sie fragte noch, ob ich sauer sei, was ich verneinte, und fuhr los.
An diesem Tag gab es noch zwei Nachrichten, das war’s. Ein bis zwei Tage später schrieb sie: „Hey, ich hoffe, dir geht’s gut und du konntest das schöne Wetter genießen ☀️ Mir geht’s auch gut 🙂 ich merke, dass mir die Zeit für mich gerade gut tut.“ In ihrem WhatsApp-Status sah ich dann Bilder einer Burg mit Ostereiern und später ein Bild mit einer Shisha-Pfeife. Ich dachte mir: Was habe ich verpasst? Was geht da ab? Sagte sie nicht, sie müsse lernen, mit Langeweile umzugehen? Ich reagierte nicht auf die Posts, sondern sah sie mir nur in der Vorschau an, um nicht als Stalker bezeichnet zu werden. 🤣
Kurz vor meiner Prüfung hatte sie zudem diesen englischen Text gepostet:
„Passionate women don't fit into ordinary lives. We don't crave average love, surface friendships, or predictable stories. We crave depth. Fire. Devotion. Expansion. We are not here to 'settle down', we are here to rise up. To build epic love stories, soul-deep friendships, chosen family, wild adventures, and a lifestyle that feels like magic. And if it feels intense, it's because it is. Your passionate heart isn't dramatic. It's directional. It knows you're meant to be more and to create more.“
(Leidenschaftliche Frauen passen nicht in gewöhnliche Leben. Wir sehnen uns nicht nach durchschnittlicher Liebe, oberflächlichen Freundschaften oder vorhersehbaren Geschichten. Wir verlangen nach Tiefe. Nach Feuer. Nach Hingabe. Nach Wachstum. Wir sind nicht hier, um uns „niederzulassen“ – wir sind hier, um aufzusteigen. Um große Liebesgeschichten zu erschaffen, seelenverbundene Freundschaften, gewählte Familie, wilde Abenteuer und ein Leben, das sich nach Magie anfühlt. Und wenn es intensiv wirkt, dann, weil es das ist. Dein leidenschaftliches Herz ist nicht dramatisch – es ist richtungsweisend. Es weiß, dass du für mehr bestimmt bist und dazu berufen, mehr zu erschaffen.)
Meint sie damit mich? Bin ich ihr zu langweilig, gewöhnlich oder nicht tief genug? Wenn wir von „Tiefe“ sprechen, hat sie meiner Meinung nach noch einiges zu lernen – zum Beispiel, wie man einem Partner in schlechten Zeiten den Rücken freihält. Das kann sie nämlich nicht. Möchte sie immer nur „High-End“? Ich sprach es nicht an, dachte mir aber meinen Teil.
Am Ostersonntag kam dann nur eine kühle Nachricht: „Frohe Ostern 🐰 ☀️“. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was ich darauf antworten sollte – vor allem, weil sie ja angeblich ihre Ruhe benötigt. Tage später gab es keinen weiteren Kontakt, bis ich mich meldete, um zu fragen, ob ihr Kind gut aus dem Urlaub zurückgekommen sei. Die Antwort: „Hey, nein noch nicht. Sie sind aber schon unterwegs, aber heute Abend endlich 🙏🏽.“ Ich wünschte viel Spaß beim gemeinsamen Ankommen, was mit einem 🙏🏾 bestätigt wurde. Ob das Kind gut angekommen ist, weiß ich bis heute nicht – es scheint momentan keine Rolle zu spielen, mir diese Info zu geben. Dabei wäre mir das wichtig gewesen. Ich finde, empathieloser geht es kaum.
Meine Fragen an euch: Was denkt ihr, was da los ist? Liegt es wirklich daran, dass sie mit den Problemen anderer nicht umgehen kann? Braucht sie gerade wirklich nur Zeit? Bei ambivalenten Menschen ist das ja oft ein ständiges Hin und Her. Ich bin ratlos. Bin ich überhaupt noch in einer Beziehung? Was haltet ihr von den Posts und ihrem Verhalten bezüglich der „Langeweile“? Sie postet ständig solche Sachen und ich habe das Gefühl, sie lebt manchmal in einer anderen Welt (Instagram und Co.). Sie sagt auch, sie möchte nichts mehr planen und der Mann solle alles machen, weil sie das in ihren früheren Ehen immer selbst tun musste. Ich sage ihr dann, dass diese Einstellung nicht okay ist und ich nicht ihre Ex-Partner bin.
Was mache ich nun? Den Ball noch flacher halten? Gar nichts mehr schreiben, Tee trinken und mein Ding machen?
- Der Kontrast: Sie fordert „Tiefe“ und „Magic“, scheitert aber an der Realität einer 3-Minuten-Wartezeit auf eine Cola oder der Unterstützung nach einer verhauenen Prüfung. Das ist ein Zeichen von emotionaler Unreife.
- Bestrafung durch Entzug: Ihr Verhalten (erst Ruhe fordern, dann Party-Bilder posten) wirkt wie eine Form von emotionaler Bestrafung, weil du nicht so „funktioniert“ hast, wie sie es wollte.