Hilfe! Meine neue Freundin ist Ambivalent

  • Hallo an alle... wo soll ich bloß anfangen?

    Zuerst zu meiner Person: Ich bin männlich, 43 Jahre alt, geschieden und habe eine 5-jährige Tochter. Meine aktuelle Partnerin (ich nenne sie mal „Lehrerin Nr. 2“) hat zwei Kinder im Alter von 11 und 18 Jahren. Wir haben uns im Dezember 2025 kennengelernt und sind – was ist schon normal? – etwas schneller zusammengekommen als üblich. Mittlerweile habe ich jedoch das Gefühl, dass sie eine reine „Schön-Wetter-Partnerin“ ist.

    Ein kurzer Rückblick: Zu meinem Vater habe ich seit 12 Jahren keinen Kontakt mehr. Durch Zufall erfuhr ich nun, dass er einen schweren Unfall hatte. Als ich meiner Partnerin davon erzählte, schaffte sie es irgendwie nicht, mich emotional abzuholen, sondern kam stattdessen mit unpassenden Witzen um die Ecke. In einem Vier-Augen-Gespräch machte ich ihr klar, wie ich die Sache sehe. Sie sagte, sie verstehe es, könne aber mit solchen Themen nicht gut umgehen, wolle aber daran arbeiten. Im gleichen Zuge behauptete sie jedoch plötzlich, ich würde sieemotional nicht abholen. Das fühlte sich für mich wie ein Schlag ins Gesicht an – als wollte sie nur das Gleichgewicht wiederherstellen nach dem Motto: „Wie du mir, so ich dir.“

    Wochen vergingen und es gab wieder ähnliche Situationen: Das gleiche Spiel in Grün zum Thema „emotionale Abholung“ und Zweisamkeit. Ich versuche vieles möglich zu machen, aber manche Tage sind einfach seltsam. Sie hat zwei schreckliche Ehen hinter sich; die erste war eine Zwangsheirat, die zweite von Gewalt geprägt. Auch die Partner danach haben sie schlecht behandelt und sich zudem nicht um ihren kleinen Sohn gekümmert. Sie bewundert zwar, dass ich so anders bin, ist aber gleichzeitig immer und immer wieder auf der Suche nach einem Haken bei mir.

    Die Situation am Prüfungstag: Zuletzt kam es zu folgendem Vorfall: Ich habe meine mündliche Prüfung verhauen. Sie begleitete mich an diesem Tag und wartete in der Innenstadt auf mich. Noch auf dem Weg zu ihr informierte ich sie über das Ergebnis. Als wir uns sahen, meinte sie nur: „April, April, das kannst du ruhig zugeben.“ Ich antwortete: „Nein, ich habe wirklich nicht bestanden.“ Sie wiederholte ihren Scherz, woraufhin ich klarstellte, dass ich darüber keine Witze mache.

    Schließlich gingen wir essen. Ich bestellte mir eine Cola und schlug ihr vor, sie könne von meinem Getränk trinken, bis ihres käme. Sie lehnte ab und bekam nach nur drei Minuten Wartezeit schlechte Laune. Ich versuchte ihr klarzumachen, dass es erst drei Minuten seien und man im Restaurant eben manchmal warten müsse. Daraufhin stand sie wütend auf, ging selbst in den Laden, besorgte sich die Coke und setzte sich noch genervter an den Tisch zurück. Als ich es ansprach, meinte sie, ich hätte sie ja holen können. Meine Antwort war deutlich: „Ich habe gesagt, es sind erst drei Minuten und du hättest von mir trinken können. Ich springe doch nicht immer sofort, wenn du es möchtest – besonders schon gar nicht in diesem Fall.“ Sie nahm es hin und danach auf dem Mantower herrschte scheinbar wieder „Friede, Freude, Eierkuchen“.

    Rückzug und Instagram-Rätsel: Auf dem Heimweg im Auto nahm ich ihre Hand. Sie schlug vor, da ich am nächsten Tag frei hätte, könnten wir wegfahren. Ich sagte, wir besprechen das später. Zu Hause schaute ich bereits nach Zielen, sagte aber noch nichts, während sie auf Instagram unterwegs war. Am nächsten Morgen das gleiche Spiel: Ich bekam einen Kaffee ans Bett, sie war wieder bei Instagram. Plötzlich sprang sie auf und meinte: „Ich gehe jetzt zum Sport.“ Während sie weg war, machte ich meinen Sport bei ihr zu Hause. Als sie zurückkam, erklärte sie mir nach einigen Minuten, wir müssten reden. Sie hätte beim Sport gemerkt, dass ihr das gefehlt habe und sie Zeit für sich brauche, da die letzten Tage mit ihrem Kind und einer Freundin, die Probleme mit dem Ex hatte, zu viel gewesen seien. Zudem sagte sie, sie müsse lernen, mit Langeweile umzugehen.

    Ich fragte sie, weshalb sie das nicht schon Tage zuvor erzählt habe, da ich merkte, dass etwas los war, sie aber immer behauptete, alles sei okay. Sie gestand, sie habe versucht, das Gefühl zu übergehen. Ich akzeptierte das und sagte, ich gäbe ihr die Zeit – sie habe ja auch ihre Familie und Freundinnen länger nicht gesehen. Plötzlich haute sie jedoch raus, dass sie nun wieder nach Frankfurt fahre, um ihre Cousine zu treffen. Das fand ich extrem merkwürdig: Erst will sie Ruhe, und dann fährt sie weg? Verdutzt saß ich da und dachte nur „WTF“. Zudem wollten wir doch eigentlich gemeinsam verreisen... ich sagte jedoch nichts, packte meine Sachen und verabschiedete mich. Sie fragte noch, ob ich sauer sei, was ich verneinte, und fuhr los.

    An diesem Tag gab es noch zwei Nachrichten, das war’s. Ein bis zwei Tage später schrieb sie: „Hey, ich hoffe, dir geht’s gut und du konntest das schöne Wetter genießen ☀️ Mir geht’s auch gut 🙂 ich merke, dass mir die Zeit für mich gerade gut tut.“ In ihrem WhatsApp-Status sah ich dann Bilder einer Burg mit Ostereiern und später ein Bild mit einer Shisha-Pfeife. Ich dachte mir: Was habe ich verpasst? Was geht da ab? Sagte sie nicht, sie müsse lernen, mit Langeweile umzugehen? Ich reagierte nicht auf die Posts, sondern sah sie mir nur in der Vorschau an, um nicht als Stalker bezeichnet zu werden. 🤣

    Kurz vor meiner Prüfung hatte sie zudem diesen englischen Text gepostet:

    „Passionate women don't fit into ordinary lives. We don't crave average love, surface friendships, or predictable stories. We crave depth. Fire. Devotion. Expansion. We are not here to 'settle down', we are here to rise up. To build epic love stories, soul-deep friendships, chosen family, wild adventures, and a lifestyle that feels like magic. And if it feels intense, it's because it is. Your passionate heart isn't dramatic. It's directional. It knows you're meant to be more and to create more.“

    (Leidenschaftliche Frauen passen nicht in gewöhnliche Leben. Wir sehnen uns nicht nach durchschnittlicher Liebe, oberflächlichen Freundschaften oder vorhersehbaren Geschichten. Wir verlangen nach Tiefe. Nach Feuer. Nach Hingabe. Nach Wachstum. Wir sind nicht hier, um uns „niederzulassen“ – wir sind hier, um aufzusteigen. Um große Liebesgeschichten zu erschaffen, seelenverbundene Freundschaften, gewählte Familie, wilde Abenteuer und ein Leben, das sich nach Magie anfühlt. Und wenn es intensiv wirkt, dann, weil es das ist. Dein leidenschaftliches Herz ist nicht dramatisch – es ist richtungsweisend. Es weiß, dass du für mehr bestimmt bist und dazu berufen, mehr zu erschaffen.)

    Meint sie damit mich? Bin ich ihr zu langweilig, gewöhnlich oder nicht tief genug? Wenn wir von „Tiefe“ sprechen, hat sie meiner Meinung nach noch einiges zu lernen – zum Beispiel, wie man einem Partner in schlechten Zeiten den Rücken freihält. Das kann sie nämlich nicht. Möchte sie immer nur „High-End“? Ich sprach es nicht an, dachte mir aber meinen Teil.

    Am Ostersonntag kam dann nur eine kühle Nachricht: „Frohe Ostern 🐰 ☀️. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was ich darauf antworten sollte – vor allem, weil sie ja angeblich ihre Ruhe benötigt. Tage später gab es keinen weiteren Kontakt, bis ich mich meldete, um zu fragen, ob ihr Kind gut aus dem Urlaub zurückgekommen sei. Die Antwort: „Hey, nein noch nicht. Sie sind aber schon unterwegs, aber heute Abend endlich 🙏🏽.“ Ich wünschte viel Spaß beim gemeinsamen Ankommen, was mit einem 🙏🏾 bestätigt wurde. Ob das Kind gut angekommen ist, weiß ich bis heute nicht – es scheint momentan keine Rolle zu spielen, mir diese Info zu geben. Dabei wäre mir das wichtig gewesen. Ich finde, empathieloser geht es kaum.

    Meine Fragen an euch: Was denkt ihr, was da los ist? Liegt es wirklich daran, dass sie mit den Problemen anderer nicht umgehen kann? Braucht sie gerade wirklich nur Zeit? Bei ambivalenten Menschen ist das ja oft ein ständiges Hin und Her. Ich bin ratlos. Bin ich überhaupt noch in einer Beziehung? Was haltet ihr von den Posts und ihrem Verhalten bezüglich der „Langeweile“? Sie postet ständig solche Sachen und ich habe das Gefühl, sie lebt manchmal in einer anderen Welt (Instagram und Co.). Sie sagt auch, sie möchte nichts mehr planen und der Mann solle alles machen, weil sie das in ihren früheren Ehen immer selbst tun musste. Ich sage ihr dann, dass diese Einstellung nicht okay ist und ich nicht ihre Ex-Partner bin.

    Was mache ich nun? Den Ball noch flacher halten? Gar nichts mehr schreiben, Tee trinken und mein Ding machen?



    • Der Kontrast: Sie fordert „Tiefe“ und „Magic“, scheitert aber an der Realität einer 3-Minuten-Wartezeit auf eine Cola oder der Unterstützung nach einer verhauenen Prüfung. Das ist ein Zeichen von emotionaler Unreife.
    • Bestrafung durch Entzug: Ihr Verhalten (erst Ruhe fordern, dann Party-Bilder posten) wirkt wie eine Form von emotionaler Bestrafung, weil du nicht so „funktioniert“ hast, wie sie es wollte.
  • Sie ist in meinem Alter.


    Es kommt noch dazu, dass sie oft von den Expartnern erzählt. Sie sagt z.B. dass die sich dann nicht

    mehr gemeldet haben… wenn ich drüber nachdenke: Mich lässt sie gerade auch „verhungern“ schreibt nicht pipapo… und dann bin ich am Ende Schuld und hätte mich verkrochen.


    Was sie macht ist doch schon fast „gaslighting“, macht mit mir das, was ihre Partner mit Ihr machten.

    Das ist so unsexy alles.

  • Sie kommt direkt mit einem Gegenschlag wie oben schon beschrieben.


    Sie will Beständigkeit, die gebe ich ihr. Sie kommt mit dem Thema Zweisamkeit wie vor 4 Wochen und ich hätte mehr machen sollen, aber sie lag krank zu Hause, auch so eine Sache. Sie sagte selbst, sie findet es megaschön alles, auch wenn es ruhig ist, dann wird sie aber durch was auch immer getriggert und verhält sich so..ihr Körper geht oder ist ständig in Alarmbereitschaft, weil sie denkt, oh Gott-es ist gerade so ruhig, gleich knallts mit ihm. Sie ist auch aufgrund ihrer Vergangenheit in Behandlung aber seit drei Wochen fand keine statt, erst nach den Osterferien wieder. Kann gut sein, dass es das ist. Aber dann kommuniziert man das doch, oder macht daraus nicht gleich einen Test, wie ich reagieren sollte.

  • Entweder ich lasse es gerade so laufen, weil sie meinte, sie brauch ein paar Tage für sich. Was sind ein paar Tage, 3,5,7…oder ich schreibe ihr, dass wir uns unterhalten müssen. Kann beides nach hinten los gehen/Druck ausüben

  • Versuche nicht zu schauen, was sie machen könnte, sondern, was für dich gut ist. Du bist scheinbar schon ganz schön drin in der Dynamik. Das ist immer wieder krass, wie sehr man dann um die andere Person kreist.


    Am besten wäre, wenn du dich da erstmal irgendwie rausnehmen kannst. Wenn du das schaffst. Ich glaube nicht, dass ein Gespräch helfen wird. Aber letztendlich musst du es wissen, kannst es nur ausprobieren.


    Ich finde ihr Verhalten höchst toxisch. Klingt nach einer Mischung aus BA und Narzissmus.

    Was mir auffällt, ist, dass sie Nähe überhaupt nicht halten kann. Das erinnert mich an meine BA. Wenn es ernste Themen hab, die im Raum standen, hat sie das nicht ausgehalten und immer komische Witze gemacht.

    Deine Partnerin tut auch alles, um auszuweichen: Dinge auf dich projizieren, Flüchten. Bestrafen. Das mit der nicht bestandenen Prüfung finde ich richtig daneben und höchst respektlos. Sie behandelt dich mies.

    Nicht gut, das Ganze...

  • Denke für die Antworten es ist erneute eskaliert. Wir wollten uns gestern unterhalten.


    Letzten Freitag schrieb sie, ob ich die Tage mal kurz Zeit hätte für ein Treffen. Meine Antwort:Hey 👋, ja, wir können die Tage reden. Sag mir einfach Bescheid, wann es dir passt.


    Sie fragte, Montag oder Dienstag passt. Beide Tage gingen aber mir, ich schlug aber Dann Mittwoch vor.


    Sie:Mittwoch passt. Wie wäre es, wenn ich gegen 17:30 Uhr vorbeikomme?


    Ich:18 Uhr ist zeitlich besser. Lass uns dann an einem neutralen Ort treffen, an dem wir laufen und uns in Ruhe unterhalten können: Parkhaus Rheinufer in Mainz


    Sie:Ok, alles klar. Bis Mittwoch!


    Diesen Montag kam dann von ihr: Hey! Ich hab nochmal drüber nachgedacht und irgendwie sagt mir das Rheinufer als Treffpunkt nicht so zu. Können wir uns lieber an einem ruhigeren, neutralen Ort treffen, vielleicht Richtung Niedernhausen?


    Ich:Dann in Mainz oben an der Zitadelle (Parkplatz direkt vor Ort). Falls dort oben alles voll sein sollte (was unwahrscheinlich ist), ist das Parkhaus Römisches Theater direkt unterhalb die perfekte Alternative.


    Sie:Mir würde Niedernhausen ehrlich gesagt viel besser passen. Lass uns doch einfach dort einen Treffpunkt suchen.


    Hierauf antworte ich dann nicht mehr, da ich mit meiner Ansage und ihrer Bestätigung das Trefen in Mainz feststeht.

    Also kämpfte ich mich gestern durch den Feierabendverkehr.

    Vorher postete sie ein Bild vom neuem E-Bike. Dort angekommen, wartete ich 30 Minuten. Nach vollendeten Tatsachen ihres Nichterscheinen, schrieb ich:

    Dass du heute um 18:00 Uhr weder wie vereinbart hier oben an der Zitadelle in Mainz erschienen bist, noch abgesagt hast, ist das deutlichste Zeugnis, das du dir selbst ausstellen konntest.


    Prüfungsergebnis für heute: Hausaufgaben nicht gemacht, setzen 6.


    Sie zwei Stunden später: Deine Nachricht hat mich irritiert, vor allem der Tonfall 🤔 Ich hatte den Treffpunkt vorher klar abgelehnt, deshalb sehe ich das komplett anders als du. Diese Art der Kommunikation ist respektlos!


    Genau das dachte ich, dass sie so reagieren würde.

    Meinte Antwort für später, also gleich:

    Guten Morgen.


    Nicht mein Ton ist das Problem, sondern nur das Symptom. Die Ursache liegt woanders. Wenn du schreibst, meine Kommunikation sei ‚respektlos‘, dann machst du den Ton zum Thema, um die eigentliche Ursache zu umgehen. Dass Sätze wie ‚Niedernhausen würde mir besser passen‘ definitiv keine Absage für Mainz waren, ist das eine. Aber vor allem: wir wollen dieses Gespräch gestern führen. Wäre es dir wirklich wichtig gewesen, hättest du kurz nachgehakt oder angerufen, anstatt mich auflaufen zu lassen. Aber genau das klärt man persönlich, nicht per Text.


    Zuvor hat sie 1-2x auf meine Status reagiert, um zu sehen, ob ich noch da bin.. oder sie hat gesehen, dass ich auch ohne sie funktioniere, ich wieder „stark“ bin und sie kommentierte dann meinen Statusse…hier würdigte ich dies mit keine Geste.


    Zwei Wochen ist das jetzt mit der Prf. und co her und habe das Gefühl, dass sie versucht, mich zu erziehen. Leider schlecht für sie, ich bin keiner Ihrer Schüler.

    Ich rannte ihr auch nicht hinterher oder klammerte. Zog mich in den 2 Wochen zurück, was ziemlich hart gewesen ist, da ich jemand bin, der harmonie liebt. Ich aber Grenzen setzen MUSS

  • Ich finde das von beiden Seiten die Kommunikation mist war.

    Ja, ein "der und der Treffpunkt passt mir besser" ist noch keine Absage des Treffpunktes aber darauf nicht einzugehen ist auch keine Absage des neuen Treffpunktes.

    Hier hätte klar kommuniziert werden müssen, statt es stoisch auszusitzen

  • Ich lasse mich nicht auf Machtspiele ein. Das Springen ihrer Treffpunkte gehört dazu. Was den Ort angeht ist so ein Machtspiel. Und wäre Ihr das Gespräch wichtig, hätte sie gehandelt. Mir andauernd mit der Ansage zu kommen, sie macht nichts mehr, soll alles der Mann machen, da sie in den lerzten Ehen und Beziehungen alles machen musste , gibt ihr noch lange nicht das GO, mich für alles büssen zu lassen. Ich habe gestern mit der Nachricht eine Grenze gesetzt und das Warten seit 2 Wochen beendet. Mir Respektlosigkeit vorzuwerfen ist einfach eine Versuch, der Täter-Opfer Umkehr. Meine Frage ist, was mache ich mit meiner Nachricht, welche ich so absenden wollte?

  • Ich finde die Kommunikation auch von beiden Seiten her komisch. Und dieses Erklären- und Zurechtrücken-Wollen bringt nichts und ändert rein gar nichts in der Dynamik. Also warum willst du das? Ihr kämpft gerade beide miteinander. Und wenn ihr euch beide hättet wirklich sehen wollen, dann wäre auch die Kommunikation anders. Wenn sich alles schon wieder so schnell hochschaukelt, ist das schlecht. Das ist nichts Anderes wie: Ja wir haben uns wiedergesehen, und dann hat sie sich nicht mehr gemeldet. Wie es scheint, willst du ihr noch erklären, wie falsch sie liegt. Das bringt nichts. Wenn du dich nicht auf Machtspiele einlässt, dann lass' es doch.

  • Du bist mit deiner Antwort ganz schön in die Passiv-Aggressivität-Falle getappt. In einer gesunden Dynamik hätte einer von beiden das Telefon in die Hand genommen, statt das Ganze stoisch auszusitzen. Du hast, in meinen Augen, dagegen den Lehrermodus aktiviert. Indem du auf ihren Vorschlag gar nicht mehr geantwortet hast, hast du ein Machtwort gesetzt, ohne sicherzustellen, dass sie das auch so sieht. Das war ein Test deinerseits, ob sie sich fügt. Du bist hingefahren, obwohl du wusstest, dass die Kommunikation ungeklärt ist, fast so, als hättest du das Szenario des Wartens unbewusst in Kauf genommen, um danach im Recht zu sein. Sie hat den Termin zwar nicht förmlich abgesagt, aber durch das Ignorieren deines Standpunktes und das bloße Wiederholen ihres Wunsches signalisiert: "Wenn es nicht nach meinem Kopf geht, passiert gar nichts." Dass sie dich dann einfach 30 Minuten stehen lässt, ohne eine kurze Nachricht zu schreiben, ist die Krönung der schlechten Kommunikation.


    Ihr beide habt versucht, über den Ort des Treffens die Dominanz in der Beziehung zu klären. Das eigentliche Gespräch, um das es ja ging, wurde so schon im Keim erstickt. Wenn sie wirklich bindungsängstlich ist, wird jeder Versuch von dir, durch Logik, Druck oder "Erziehung" Nähe herzustellen, das Gegenteil bewirken: Sie wird noch weiter wegrennen. Ein BA kann sich nur ändern, wenn er das Muster bei sich selbst erkennt und aktiv daran arbeitet. Momentan sieht sie die Schuld aber nur bei dir. Solange sie in der Opferrolle ihrer Vergangenheit verharrt, wird sie dich immer wieder als den Feind betrachten, der ihre Freiheit bedroht, sobald du etwas von ihr brauchst. Grenzen zu setzen ist richtig. Aber bei einem BA führen Grenzen oft zum endgültigen Abbruch, weil sie keinen Kampf wollen, sondern Leichtigkeit. Sprich: Keine Verantwortung.


    Überlege dir daher gut: Willst du eine Partnerin, bei der du deine Bedürfnisse wie z.B. Trost nach einer Prüfung unterdrücken musst, nur damit sie sich nicht eingeengt fühlt? Ist das die High-End-Liebe, von der sie auf Instagram träumt?

  • Antwort: Theorie vs. Realität – Was nach dem „Lehrermodus“ geschah

    Danke für diese messerscharfe Analyse. Du hast in der Theorie absolut recht: In einer gesunden Dynamik wäre der „Lehrermodus“ und das stoische Aussitzen der Ortsfrage ein Kommunikations-GAU. Aber Theorie und die Realität mit einer bindungsängstlichen Person nach zwei Wochen emotionaler Eiszeit sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Hier ist das Update dazu, was gestern (Freitag) passiert ist – und warum die „Härte“ am Mittwoch vielleicht genau der Hebel war, der gefehlt hat:

    1. Die Quittung für 14 Tage Respektlosigkeit

    Der Vorwurf der Passiv-Aggressivität greift zu kurz, wenn man den Kontext sieht. Ich habe zwei Wochen lang versucht, Harmonie zu bewahren, während ich nach einer verpatzten Prüfung eiskalt weggestoßen wurde (mit vorgeschobenen Gründen wie „Ruhe für das Kind“, während das Kind im Urlaub war).

    Der „Lehrermodus“ am Mittwoch war kein Versuch, sie zu belehren, sondern die unvermeidbare Quittung für jemanden, der Augenhöhe längst verlassen hatte. Wer eine Verabredung nicht absagt, sondern nur „Gegenvorschläge“ macht, um die Kontrolle zu behalten, lässt den anderen auflaufen. Das „Setzen 6“ war das Ende meiner Geduld, nicht der Beginn einer Erziehung.

    2. Die Foren-Prophezeiung vs. Realität

    Du sagtest: „Bei einem BA führen Grenzen oft zum endgültigen Abbruch.“ In einer normalen Welt wäre das passiert. Aber in meiner Realität ist genau das Gegenteil passiert: Sie ist gestern zum Treffen gekommen. Wäre ich eingeknickt und nach Niedernhausen gefahren, hätte ich ihre Respektlosigkeit belohnt. Dass ich hart geblieben bin, hat sie aus ihrer Trance geholt.

    3. Was beim gestrigen Treffen wirklich geschah

    Das Gespräch gestern am Auto war alles andere als „Leichtigkeit“. Es war die nackte, schmerzhafte Wahrheit, die ohne den Knall vom Mittwoch nie ans Licht gekommen wäre:

    • Die Maske fiel: Sie hat gezittert, sie hat geweint.

    • Das Geständnis: Sie gab offen zu, dass sie sich momentan für „beziehungsunfähig“ hält und ihr inneres „Alarmsystem“ wegen ihrer Ex-Partner im Dauermodus funkt.

    • Das Trauma: Es kam heraus, wie sehr sie durch ihre Vergangenheit geschädigt ist (Beispiel: Ein Ex schenkte ihr eine Waage und forderte sie zum Abnehmen auf).

    • Die Erkenntnis: Sie hat versucht, mich in die Rolle dieser Ex-Partner zu drängen (mir Wut unterstellt, wo nur Enttäuschung war), um ihre Flucht zu rechtfertigen. Ich habe das Alarmsystem benannt, und sie hat es bestätigt.

    Mein Fazit

    Du hast recht mit der Frage: Will ich eine Partnerin, bei der ich Trost unterdrücken muss? Gestern Abend wurde klar: Diese „Epic Love“ von Instagram existiert nicht. Es existiert nur eine Frau mit tiefen Wunden, die bei Nähe in Sabotage-Muster verfällt.

    Mein „Machtwort“ am Mittwoch war vielleicht nicht „lehrbuchmäßig“, aber es war der Befreiungsschlag, der den Raum für dieses ehrliche (wenn auch schmerzhafte) Gespräch gestern erst geschaffen hat. Ich habe den Schlussstrich gezogen und bin gestern als der „Fels“ aufgetreten, den sie eigentlich sucht, den sie aber aus Angst ständig wegstößt.

    Ob das eine Zukunft hat? Fraglich. Aber ich bin kein Schüler mehr, der auf Noten wartet. Ich habe gestern meine eigene Integrität zurückgewonnen.