In meinen Augen verharmlost du die aktuelle Situation etwas. Es sind ja schon romantische Treffen zwischen euch. Und klar hast du (noch) nicht geschrieben, dass du ihn für bindungssicher hältst. Du sagst dir ist klar, dass er nicht bindungssicher ist. Dann weißt du auch, dass du mit den üblichen Problemen rechnen musst: ausweichend, unehrlich, mehrgleisig, unfair, ghostend, etc. Dein Kopf weiß es vielleicht, aber nicht mal da bin ich mir sicher. Deine Emotionen wissen es sicher nicht. Denn ich glaube dein Entsetzen, wenn es wieder passiert ist ein altes, reaktiviertes Trauma. Und das hört der Vernunft-Stimme im Kopf nicht unbedingt zu. Ist dir das auch klar? Dass du ggf. erneut durch diese Emotionen gehen wirst und bist du bereit dafür? Vielleicht ist dein Bindungssystem noch nicht aktiviert, aber wenn es aktiviert wird, dann sei nicht überrascht. Bereite dich jetzt vor, wo du es kannst, weil du noch nicht emotional drin hängst.
Was ist denn aus euch damals geworden?
Ich habe auch nicht gesagt, dass du was für die Krankheit von dir, Hund, Oma kannst. Du kannst irgendwo für das alles nichts, du musst dennoch damit umgehen.
Ich erkläre es mal an mir selbst: Als ich meinen Exmann gewählt habe, habe ich indirekt 10 Jahre extremes Leid für mich und meine Tochter gewählt. Natürlich nicht bewusst und es gab Gründe etc. Dennoch war das alles was mir mit ihm passiert ist ja eine Folge meiner Entscheidungen. Und ich habe ihn ja nach 7 Jahren Beziehungspause noch mal gewählt. Es ist nicht meine "Schuld" und doch eine Folge meiner Entscheidungen mit denen ich umgehen muss (hat mich viel gekostet, sagen wir es mal so). Oder auch ein Hund: Natürlich kannst du nichts dafür, dass der Hund vielleicht krank wird. Aber das Risiko gehst du ein indem du einen Hund zu deinem Freund machst.
Gerade wenn dein Leben in bestimmten Bereichen instabil ist (Krankheit), musst du ja um gut für dich selbst zu sorgen für mehr Stabilität in anderen Bereichen sorgen. Ich habe das z.B. so gelöst, dass ich sehr wenig Risiken eingegangen bin (vielleicht zu wenige). In Liebesfragen dagegen habe ich aus Bedürftigkeit dennoch eine schlechte Entscheidung nach der anderen getroffen und bin viel zu viele Risiken eingegangen. Hauptsache ich fühle mich jetzt gut, Probleme löse ich später. Aber wenn ich dann enttäuscht wurde, war meine Wut und Empörung riesig, weil da eben auch mein eigentliches Trauma angesprochen wurde. Und ich kann daran ja nichts ändern, wenn ich mir das nicht selbst eingestehe. Und das sehe ich eben auch als Verhaltensmuster bei dir.
Also IM MOMENT genießt du ihn, alles andere ergibt sich. Ok. Aber ist das eine nachhaltige Entscheidung von dir oder eher kurz gedacht? Du bist erwachsen, du darfst natürlich wie ich auch auch schlechte Entscheidungen treffen. Das würde ich auch gar nicht verurteilen. Ich würde mir nur wünschen, dass du das alles ganz bewusst erlebst und entscheidest.
Ich finde es auch super, wenn wir das hier im Thread offen bereden können, ohne dass du dich angeprangert fühlst. Denn das war auch eine häufige Reaktion von dir. Es wäre auch ein Entwicklungsschritt, etwas mehr Autonomie für dich, wenn du dir das alles ruhig anhören und durch den Kopf gehen lassen kannst und dann dennoch machst was du willst, aber eben ganz bewusst, sehenden Auges.
Deswegen betone ich auch so, dass du in meinen Augen tun kannst was du möchtest, du bist ein selbstbestimmter Mensch. Ich werde egal was du tust immer in deinem Thread schreiben/antworten, so für dich da sein wie ich es kann und dir versuchen meinen besten Rat zu geben. Du musst ihn ja auch nicht annehmen
Ich kann eh voll falsch liegen, alleine schon weil alles was ich schreibe viel von meinen eigenen Erfahrungen beinhaltet, aber was anderes habe ich ja nicht.
Außerdem kann ich von hier aus nicht einschätzen wann und wo du welchen Entwicklungssprung machst.
Habe ich es jetzt irgendwie besser erklärt?