Beiträge von Anonymus

    Er ist ein einzelner Therapeut und naja, die Suche ist natürlich nicht so easy, könnt ihr euch ja vorstellen. Aber ich habe ja noch die Tagesklinik auf dem Zettel und kann auch immer noch mal bei meiner alten Therapeutin mal hier mal da kommen, wenn ich Bedarf habe (die stützt mich echt noch immer, unglaublich so eine Beziehung). Also so ein Institut haben wir wohl nicht, zumindest ist es mir in inzwischen 5 Runden die Stadt abgrasen noch nicht begegnet.


    Worauf ich schon mal gespannt bin: Früher hat mir ja mal eine geraten dass ich unbedingt zu einer Frau gehen soll, nicht zu einem Mann, nun gibt es den Rat vielleicht mal einen Mann zu versuchen. Scheinbar spielt das eine erhebliche Rolle und ich nehme an wegen meiner fehlenden Vaterfigur. Bin mal gespannt wie es ist so eine vertrauensvolle Beziehung zu einem Mann aufzubauen und ob und wie ich mich da öffnen kann oder welche Probleme da bestehen etc. Ich erwarte dass mich da schon ein paar Übertragungen einholen werden, z.B. dass ich mich schneller verlassen fühlen werde oder die Angst davor aufkommt. Könnte ich mir vorstellen.

    Also ich habe 4 Jahre die Tiefenanalyse gemacht und da war alles gut und zu der Therapeuten bin ich ja auch jetzt ein paar Stunden zur Beratung gegangen. Ich würde sagen damals wäre Verhaltenstherapie auch das falsche gewesen (auch weil es zu wenig Stunden gewesen wären, ich hatte ja 300 oder sowas). Einfach mal reden können und gerade auch der Raum, der einem da gelassen wird waren erst mal das Richtige. Dass auch viel zugehört wird. Und nicht gleich mit Ratschlägen, Tipps, Hausaufgaben, Verhaltensvorschlägen auf kleine, sich leise hervortrauende Versuche mich selbst zu verstehen draufgeballert wird. Für mich zumindest. Aber ich würde erst mal auch nicht noch eine machen.
    Schon am Ende der Therapie kam in mit der Wunsch auf, eine andere Form zu versuchen. Nicht weil die Analyse nicht gut war, sondern weil ich nun nach dieser Zeit weiter bin und ich denke ich spüre schon was ich bräuchte um wieder weiterzukommen und nun suche ich etwas das so ist. Ich habe dann dennoch eine Pause gemacht, sind ja auch viele Termine und ich fand es auch schön mal wieder mehr Zeit für anderes zu haben. Und nun möchte ich eben weitermachen und die Schematherapie versuchen.


    Aber ich würde mich bei dem Therapeuten nie öffnen können. Er gibt mir nicht das Gefühl gut aufgehoben zu sein und übergeht schon jetzt für mich wichtige Punkte. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich nicht nur gekommen bin um ihm alle traumatischen Erlebnisse meines Lebens zu erzählen, sondern auch um etwas über ihn und die Therapie zu erfahren. Und nun habe ich drei Stunden da gesessen und bin noch immer nicht schlauer. Und das habe ich in allen drei Stunden bereits angesprochen.


    Er hat mir heute wieder gesagt, er hat das Gefühl ich will ihm nicht antworten, dabei habe heute wieder nur ich geredet, eine Frage nach der anderen beantwortet, 50 Minuten lang und ich habe heute wieder nichts erfahren. Und ich verstehe nicht was für ihn so schwer daran zu verstehen ist, dass es mir schwer fällt das alles so komprimiert zu erzählen. Und wenn ich versuche zu erklären wiesoweshalbwarum, aber eben nicht so in einem Satz, dann wird er ungeduldig, unterbricht mich etc. Das ist aber kein Schultest hier, sondern ich mache es so gut ich kann und ich habe eigentlich oft das Feedback bekommen, dass ich mich gut ausdrücken kann und Dinge gut auf den Punkt bringen kann. Und er hat nun schon zweimal gesagt, ich könnte ja die Therapie machen wenn ich stabiler bin und ich habe ihm gesagt, dass ich nie stabiler war als jetzt und an solchen Punkten werde ich echt sauer.


    Dann fragt er mich, ob ich sicher sei, dass ich damals (1. Therapie) überhaupt Depressionen hatte, weil das für ihn nicht so wirkt (weil ich mein Leben nicht habe schleifen lassen, sonder funktioniert habe, aber das WAR ja vermutlich der Grund, warum ich depressiv geworden bin - immer funktionieren müssen, auch wenn man nicht mehr kann.) Ich bin kein Arzt, also wie sicher soll ich da sein? Ist auch nicht wichtig wie ich finde, ich finde wichtig ist wie man sich fühlt und warum und wo da eine Lösung sein kann. Meine Psychoanalytikerin hat mir die "Diagnose" nie gesagt, mir den Grund dafür genannt als ich gefragt habe, ich konnte ihr da gut zustimmen. Für mich hat es sich stimmig angefühlt.


    Ich weiß, dass ich HEUTE keine Depressionen habe. Und ich würde wirklich lieber über alles was JETZT ist reden. Über die Trigger. Und in dem Zusammenhang kann man auch über die Ursache, Hintergründe etc. reden. Es fühlt sich an, als wäre er überfordert mit mir und als würde er ziemlich schwarz-weiß denken und als gäbe es z.B. nur eine Form von Depressionen und soweit ich weiß gibt es mehrere Formen. Und es fühlt sich so an als würde ich ihn auch triggern, weil er so gereizt und ungeduldig reagiert. Und das kann gerade für die Form der Schematherapie keine Basis sein, er muss mich ja anleiten, also muss ich mich ihm anvertrauen und auch ein Stück weit auf ihn verlassen können. Und dafür sind diese ersten Stunden ja auch da um zu testen ob die Chemie stimmt. Und das Gefühl hatte ich in keiner der drei Stunden.

    Okay, ich gebs auf mit dem. Ich habe der Sache nun drei Stunden gegeben. Wir verstehen uns nicht. Ich habe heute wieder mittendrin überlegt zu gehen, weil er ungeduldig und ärgerlich mit mir wurde und ich habe das Gefühl ich wir können nicht gut miteinander reden. Ich habe in paarmal versucht die Punkte anzusprechen, aber es wird dadurch nicht besser. Es macht keinen Sinn. So ein Mist.

    Ich finde den Test nicht so gut, weil man auf viele Fragen keine generelle Antwort finden kann. Es kommt drauf an. Ich mag schon Abwechslung und Veränderung. Nach z.B. sehr vielen Jobwechseln reicht es mir aber mal und nun ist Dauer da sehr wichtig für mich. Das hängt aber mehr an äußeren Umständen. Ich finde den Test nicht konkret genug.

    Und du kannst dir mal ein Buch zum Thema schnappen. Oder du fragst etwas konkreter. Grobe gesagt: Das Symptom ist, dass sich jemand nicht wirklich einlässt, aber Ambivalenz vermittelt. Das spüren andere Menschen deutlich.

    Meine Therapeutin hat die Tage auch gesagt, das Bindungsmuster würde früh geprägt werden und sei danach nur schwer zu ändern. Und ich denke mir nur noch: Was ist das eigentlich für ein Unfug? Ich meine, da sind Menschen lernfähig und man kann im hohen Alter noch ne Sprache und ein Instrument und Handstand lernen, aber das Bindungssystem ist so gut wie nicht lernfähig oder wie? Das ist doch bescheuert. Überall ist die Option zu lernen und unnützes zu vergessen ein Vorteil, mal so evolutionär betrachtet. Und da funktioniert es mal nicht oder wie? Wo es doch um die Basis (Gemeinschaft, Fortpflanzung) geht? Wieso kann man denn da nur so schwer lernen?


    Und wieso kommen da sinnlose Ängste aus Vorzeiten, in denen man nicht mal sprechen konnte und keine Erinnerung hat und versauen einem den Tag und machen einem das Leben schwer? Und dann dieser Wiederholungszwang, der ja scheinbar ein Lernversuch ist, aber null funktioniert. Es wäre doch viel vorteilhafter, wenn man ungünstige Muster leichter ändern könnte. Es kommt mir vor als wären irgendwie alle mit der Bindungstheorie auf dem Holzweg, kann doch nicht sein, dass das so schwer ist, obwohl man mit aller Kraft daran arbeitet? Am Ende finden die in 50 Jahren heraus, dass wir einfach mit dem Kopf gegen die falsche Wand gerannt sind und die ganzen Therapieangebote und Selbsthilfedinger einfach so dermaßen in die falsche Richtung zielen, so wie man mal dachte dass Spinat viel Eisen enthält und nun weiß man, es ist Quatsch. Und irgendwann lachen die über unsere graue Vorzeit und wundern sich, wie wir so eifrig Energie in was gesteckt haben, was so offensichtlich nicht viel gebracht hat.


    Und man ist voll beeinträchtigt, ich meine man muss sich mal durch den Kopf gehen lassen was hier im Forum durchgemacht wird. Inzwischen kann ich nur noch den Kopf über die ganze Scheisse schütteln, die mich ja selbst enorm betrifft, aber es kommt mir immer bekloppter vor, je länger ich versuche dagegen anzugehen.

    Ich habe noch mal mit ihm telefoniert und gefragt was wäre wenn ich jetzt nicht mehr zu zweiten Stunde komme und er hat zugegeben, dass er dann auch kein Gutachten schreibt und auch nicht schreiben muss. Also hat sich das nicht geändert. Meine Therapeutin hat mir gesagt, dass man jetzt sogar mehr Zeit hat, ehe man was beantragen muss. Sechs oder sieben Stunden.


    Und für eine Diagnose muss er nicht tiefer bohren, das ist wirklich Käse, denn ich kann ihm die einfach sagen und das habe ich auch. Und er meinte, er braucht mehr Dinge aus meinem Alltag, aber mein Alltag liegt nicht 38 Jahre in der Vergangenheit. Ich habe ihm gesagt, er soll mich einfach direkt fragen wenn er was wissen will und nicht rumbohren.


    Ich werde wohl noch mal hingehen um das abzuchecken, aber ich werde ihm sagen, dass dieses "wenn sie stabiler" sind ein Ausschlußkriterium für mich ist. Darauf kann ich nicht aufbauen. Wenn mein momentaner Zustand für ihn zu instabil ist, sind wir die Falschen füreinander, denn es ist wie gesagt der stabilste Zustand den ich kenne. Und ich muss schon abgeholt werden, sonst könnte ich mich ja auch einfach wild triggern aussetzen und dann sehen was passiert. Dann könnte ich ja auch eine Beziehung eingehen, die mich dann eben kaputt macht und keine Grenze ziehen und mich der Sache einfach aussetzen.


    Ich hatte gestern auch echt niemanden zum reden. Ich bin irgendwie an einem Punkt, wo kaum jemand mehr versteht, wie das alles ist. Eine Freundin, mit der ich früher gut reden konnte, sagte, dass es ja gut sei die Trigger zu drücken, damit man sie bearbeiten kann und der hätte vielleicht testen wollen wie ich reagiere. Aber ich bin über so ne Denke voll entsetzt, denn mal was testen und dann muss ich tagelang mit dem Nachhall kämpfen ohne irgendeinen Support - das geht nicht. Da lande ich wieder in der Depression. Ich kämpfe heute noch immer mit den Auswirkungen von gestern. Und sie meinte dann, sie hätte da halt nen anderen Ansatz und dann wäre sie eben nun der falsche Mensch für mich um darüber zu reden. Hat mir leider nicht geholfen, ich hatte sie angerufen in der Hoffnung, dass ich mich im Austausch mit ihr beruhigen kann. Hat leider nicht geklappt. Ich bin noch immer aggressiv, traurig, wütend und will heulen und was kaputt machen.


    Von mir kann nicht erwartet werden, dass ich solche emotionalen Stürme dann meistere und dennoch einkaufe, frisch koche, erziehe, aufstehe, arbeiten gehe und ein funktionierender Mensch bleibe, der sein Leben am laufen hält und dass mein Leben geschützt bleibt ist Prio 1. Punkt.

    Er macht auch EMDR, was mich auch interessiert hätte, eben weil man da nicht zwingend ganz runtersteigen muss oder alles erzählen muss. Ich fand seine Stimme auch angenehm, aber irgendwie hat der direkte Kontakt heute nicht geklappt. Er denkt er hat doch nur so grob mal ein Eckdatengespräch geführt und denkt ich kann nicht über meine Gefühle reden und ich habe mich mehrfach getriggert gefühlt und auch abgewertet. Er wollte mich dann beruhigen, indem er mich angewiesen hat an was angenehmes zu denken und das hat null funktioniert. Ich habe ihm gesagt, dass wenn das funktionieren würde, ich nicht auf seinem Stuhl sitzen würde. Und er sagte: "Das kann ich mir vorstellen, dass ihnen das schwierig vorkommt." Und dieses "vorkommt" klingt für mich immer so: Es ist nicht schwierig, es kommt dir nur so vor. Und genau das hat meine Mutter immer gesagt um mir eine Empfindungen auszureden, um mir zu sagen dass meine Empfindungen unberechtigt sind. "Es ist nicht so, es kommt dir nur so vor."

    Danke für deine Worte. Buch hat er mir ausgeliehen, das werde ich mir mal ansehen. Ich bin nun todmüde und könnte als weiterheulen und noch immer Dinge kaputtreten. Ich habe noch mal mit ihm telefoniert und ihm gesagt wie erschöpfend das für mich war und dass ich das so nicht schaffe, aber er hat es auch da nicht verstanden. Er meinte, es wäre nötig, dass wir über Gefühle reden können und das hätten wir ja im Vorgespräch noch gar nicht gemacht. Er rafft es nicht, nicht mal wenn ich es ihm sage. Dass er einfach Grenzen übertreten hat, gleich mehrfach und mich dann einfach damit hat stehen lassen.


    Ja, wir haben vielleicht nicht über Gefühle direkt gesprochen, aber wenn ich genötigt werde meine ganze Lebensgeschichte zu erzählen, vor allem das mit meinen Eltern, dann ist das doch sehr persönlich und eben mit Gefühlen verbunden, weil ich ein traumatisierter Mensch bin. Und meiner Meinung nach ist es im Vorgespräch gar nicht nötig den ganzen Schrecken zu erzählen. Es reicht doch zu wissen, was die aktuellen Probleme sind und ich habe gesagt, dass es mich sehr viel Zeit, Kraft und Energie kostet mich zu stabilisieren, so viel, dass mein Leben manchmal sehr eingeschränkt ist.


    Ja, vermutlich ist die Eben zwischen uns nicht geeignet mich zu begleiten. Ich hatte das Gefühl, wenn ich ihn wirklich mit meinem Innenleben konfrontieren würde, wäre er total überfordert und müsste wahrscheinlich einfach abblocken. Er meinte noch, wir könnten ja auch überlegen anzufangen wenn ich stabiler bin. Ich BIN JETZT GERADE die stabilste Version von mir die es jemals gab. Ich kann nicht versprechen in der Zeit, die sein Leben noch dauert NOCH STABILER zu werden.


    Für mich klang Schematherapie auch einen Versuch wert. Klang genau wie das was ich brauche.

    Hallo liebe bindungsvermeidene Gemeinschaft,


    ich bin down. Nachdem ich so wütend war, dass ich das Zimmer des Therapeuten am liebsten zerlegt hätte. Ich war zum Vorgespräch und hatte mich darauf gefreut, aber es lief nicht so gut. Ich habe wieder sehr viele Fragen gestellt bekommen, die Anmerkungen dazu empfand ich als nicht hilfreich weiterzusprechen und nach 35 Minuten konnte ich immerhin halbwegs meine Grenze ziehen, indem ich gesagt habe, dass mir das nun zu weit geht und ich eigentlich bekommen bin um zu erfahren ob das Ganze was für mich wäre (Schematherapie) und nicht um schon in der ersten Stunde alles erzählen zu müssen und dann ist man total aufgelöst, wird rausgeschmissen und kann sich stundenlang nicht beruhigen und ist ganz alleine mit der Scheisse. Ich habe wenigstens gesagt, dass ich eigentlich wissen wollte wie oft man sich trifft, wie die Stunde abläuft und ob die Methode mir überhaupt helfen kann. Viel gebracht hat es nicht, er meinte, er muss was in sein Gutachten schreiben können, aber ich glaube, man hat beim Vorgespräch noch keinen Gutachtendruck. Er hat mich getriggert und in mir kam so eine Wut hoch, dass ich am liebsten ausgerastet wäre und wirklich alles demoliert hätte. Stattdessen habe ich nur geheult und war unfreundlich. Und jetzt geht es mir scheisse und ich kann mich nicht beruhigen und muss eigentlich dringend Zeugs erledigen. Habe einen Kloß im Hals, Wut und kann nicht aufhören zu weinen. Er hat vielleicht zu viele Sätze gesagt, die für mich eigentlich nicht gehen, schon gar nicht in einem Vorgespräch, ohne Vertrauensbasis etc.


    Bitte sagt was hilfreiches. Ich kanns grad echt brauchen.

    Grundformen der Angst habe ich doch schon längst gelesen. Und ich würde da auch keine Worte wie schizoid/depressiv wählen, weil es wie eine schwere Krankheit anhört oder eine schlimme Störung. Die Frage nach Beziehung, Nähe/Distanz etc. muss aber jeder Mensch für sich beantworten und es gibt so viel zu lernen, dass die Meisten vermutlich nie damit fertig werden. Ich habe Probleme mit Beziehungen, aber ich bin nicht krank, sondern ich habe es aus einer sehr schweren Startposition heraus einfach nicht besser hinbekommen, aber ich ich tue was ich kann (noch immer).


    Was ich an dem Seelenpartner-Ding nicht mag: Ich fürchte es führt manche Menschen dazu weiter an der Sache festzuhalten, obwohl ihre Energie nicht dazu reicht. Ich denke auch, ein Erklärungsansatz kann so gut funktionieren wie ein anderer. Auch der Seelenpartneransatz. Jeder muss für sich herausfinden was hilft. Wenn es nicht hilft, ist es einfach das Falsche. Für dich. Auch wenn "Neues Testament", "Stefanie Stahl" oder "Bio" drauf steht. :wink: