Beiträge von tom1aufdersuche

    Ich bin ja kein Arzt, aber das was Du beschreibst, klingt für mich irgendwie nicht wie ein Fall für einen Neurologen.


    Selbstverletzende Handlungen, keinen Bissen mehr runterbekommen, sozialer Rückzug...


    Ich würde versuchen mich an einen Therapeuten zu wenden. Falls es wirklich zu schlimm wird und akuter Handlungsbedarf und Gesprächsbedarf besteht, kannst Du Dich auch kurzzeitig stationär in die nächstgelegene psychiatrische Klinik einweisen.


    Es gibt Situationen im Leben, in denen man nicht mehr die Kraft hat, 30 Psycholgen anzufunken, jedes Mal den Seelenstrip zu machen und dann Monate bis Jahre auf irgendwelchen Wartelisten zu stehen.


    Wenn es nicht mehr geht, such Dir bitte Hilfe ja? In diesen Kliniken sind Fachleute, die Dir in solchen Lebenslagen gut Helfen können. Ich könnte mir vorstellen, dass man dort auch schneller an eine Therapie herankommt. Wahrscheinlich ist die Chance auch größer, dass die Therapieform dann auch passt.

    Ich vermute mal, Du bist noch ziemlich jung oder?


    Ich finde es jedenfalls ein Unding, dass jemand zu einem Therapeuten geht, mit Ängsten, die sogar körperliche Symptome zeigen, und der Therapeut ihn abweist; ganz egal in welchem Alter.


    Therapeutensuche ist echt mühsam. Ich habe mindestens 30 Telefonate im Umkreis von 25 km führen müssen und musste Monate warten.


    Ich bin der Meinung, dass immer wenn jemand sich an einen Therapeuten wendet, es einen Grund dafür gibt, den man nicht einfach abschmettern sollte. Diese Meinung habe ich auch von einer Therapeutin gehört.


    Als ich mit Mitte 20 in einer ähnlichen Lage war, wurde mir auch gesagt: "Och, du schaffst das schon". Und jetzt blicke ich mit 38 auf eine Zeit zurück, die nicht sehr schön war. Vielleicht hätte ich mir das ersparen können, wenn ich damals tiefer gegangen wäre. Andererseits war es vielleicht auch noch nicht an der Zeit.... wer weiß.


    Wie sieht denn Deine bisherige Beziehungsgeschichte aus? Ist das Dein erster Freund?

    Ich glaube, dass das Erlernen der Grenzsetzungen in sehr vielen Fällen der Anfang vom Ende der Beziehung sein kann.


    Wenn wir mal von einer BÄ geprägten Beziehung ausgehen, in der schon längere Zeit die Dynamik wütet, dann sind beide schon ordentlich miteinander verstrickt. Toxische Anteile gibt es da meistens von beiden Seiten.

    Die Partner passen nun mit ihren Verletzungen, Triggerungen, Wunden und inneren Kindern wie komplizierte Puzzleteile zusammen.


    Wenn nun der Pluspol lernt, für sich einzustehen, verändert er sich ja. Er beginnt, wieder mehr zu sich zu kommen und mehr er selbst zu sein. Sein Puzzleteil verändert die Form und passt nicht mehr so gut.


    Zu diesem Lernprozess gehört für mich nämlich auch, dass man sich mehr und mehr die ernsthafte Frage stellt, was man eigentlich von einer Liebesbeziehung erwartet, und vor allem kommt man auch langsam zu der Erkenntnis, dass man das niemals mit diesem Partner finden kann.


    Es mag sein, dass, wenn der Pluspol all seine toxischen Anteile verloren hat und total ausgeglichen ist, sowas wie eine WG-Beziehung möglich ist. Aber da sich meistens ja nur der Pluspol nachhaltig ändert, glaube ich kaum, dass der Wunsch nach einer solchen Beziehung noch dauerhaft besteht. Er wird dann Menschen anziehen und interessant finden, die auf der gleichen "Erleuchtungsebene" sind.


    Ich pflege ja noch eine Freundschaft mit meinem BA. Zunehmend finde ich aber sein Theater, was bei ihm ja auch in freundschaftlichen Beziehungen abgeht, einfach nur noch unreif... ja geradezu infantil.

    Es blickt jetzt immer mehr mein innerer Erwachsener auf diesen Menschen.

    Und der sieht einen Menschen, der ihm leid tut, weil er mit 12 in der emotionalen Entwicklung steckengeblieben ist, und mit diesem unreifen Verhalten überall aneckt.

    Von meiner alten Bewunderung und idealisierung ist immer weniger vorhanden.

    Ja stimmt.

    Das Formulieren der eigenen Wünsche ist auch ein sehr wichtiger Teil.


    Ich selbst bin dabei automatisch in die Rolle des ständigen Kritikers gekommen, weil es eben der falsche Partner war.

    'Durch meine Emanzipation von der ständigen Anpassung und mein emotionales Erwachen, wurde ich schließlich zunehmend unbequem in den Augen meines BAs.


    Wie sagte er mal in einem Streit, als wir der Trennung schon nah waren?: "Ich will nicht ständig mein asoziales Verhalten vor Augen geführt bekommen".


    Ich kann íhn da voll und ganz verstehen. Aber schließlich war ich dann irgendwann nicht mehr der Angepasste, der alles mit sich hat machen lassen. Im Nachhinein denke, ich dass ichs seiner BA sowieso nicht hätte recht machen können.

    Meine Angepassheit und Profillosigkeit hat er irgendwann verachtet. Als ich dann anfing, für meine Bedürfnisse einzustehen, war ihm das auch unangenehm.


    Man könnte sagen, dass in vielen Fällen, wenn der VA langsam "erwachsen wird" und sich abgrenzt, er damit auch an der Beziehung sägt.

    Das führt mich wiederum zur Erkenntnis, dass eine solche Konstellation meist von vornherein schlechte Karten hat. Wahrscheinlich hat eine solche Form von Verstrickung oder Kollusion, wie Jürg Willi sie nennt, nicht viel mit echter Liebe zu tun. Es ist wahrscheinlich hauptsächlich das Triggern und gegenseitige Abarbeiten der alten Verletzungen.


    Ich bin jedenfalls durch dieses Abgrenzen langsam wieder zu meinem eigentlichen Charakter zurückgekehrt, bzw, bin gerade noch dabei. Und der beinhaltet nun mal auch eine gute Portion an Ansprüchen an Andere. Loyalität, Fairness, Integrität usw.

    Wenn ich meinen BA so ansehe, dann fehlt mir da einiges davon, um eine Beziehung eingehen zu können.


    Abgrenzung öffnet Augen!

    Ich kenne das von früher, als ich auch öfter so behandelt wurde.

    Ich finde das nach wie vor, eine der respektlosesten Strategien der BA. Es ist für mich auch manchmal eine Form von psychischer Gewalt, die da ausgeübt wird. Anders kann mans bald nicht sagen.


    Ich habe sogar mal mein Handy zum Bahnhof in ein Schließfach gebracht, um mich vor dem Drang der Onlinestatuskontrolle zu schützen...


    Leider habe ich auch keine Empfehlung parat, was man in der konkreten Situation tun sollte.


    Ich habe das nach solch einer Phase jedes Mal zum Ausdruck gebracht, dass ich das unter aller Sau finde. Er hat dann damit aufgehört. Aber die BA suchte sich dann andere Ventile, um mich loszuwerden.

    Wenn man schon sehr tief in der Sache drinsteckt, dann ist diese Entscheidung wohl schwierig bis unmöglich durchzuziehen. Natürlich ist objektiv gesehen ein kalter Entzug eine wirksame Methode, wenn auch sehr schmerzhaft. Leider liegt das Wesen einer solchen Beziehung genau darin, dass man sowas nicht fertigbringt.


    Der Sinn, der hinter dieser Aktion steht, liegt darin, dass man wieder zu sich selbst findet. All die ganzen Grübeleien sind Versuche des Egos, die Kontrolle wiederzuerlangen und auch eine Form der Kontaktaufnahme, wenn auch nur virtuell. Jede Form von Kontakt, auch die Grübelei, sucht die Hilfe und die Lösung im Außen beim Partner, weil man sich selbst schon verloren hat. Deshalb wird in vielen Fällen zu Nullkontakt und sogar zu Gedankenstopp geraten. Die Droge muss komplett abgesetzt werden.


    Das viel zitierte "Grenzen setzen" funktioniert in der Vorarbeit etwas anders - glaube ich jedenfalls. Das sind eher kleinere Situationen. Die sind dann höchst individuell.

    Z.B.: Ok, wenn Du Dich nicht festlegen kannst, und hier nur rumeierst, dann fahre ich das Wochenende eben alleine oder mit Freundin X ins Wellnesshotel.

    Oder: Ich merke, dass ich mich gerade nicht willkommen fühle. Das, was Du eben gemacht/gesagt hast, war verletzend. Ich fahre jetzt lieber nach Hause. Melde Dich, wenn Deine Laune besser ist.

    Oder: Das, was Du eben gesagt hast, war mega abwertend. Ich möchte von meinem Freund nicht so behandelt werden.


    Dieses Grenzen setzen in Form dieser Sätze ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Darunter muss auch eine Basis existieren, die diese Grenze auch untermauert. Sprich, man muss das auch wirklich meinen. Türknallen und wütend abhauen, sind meistens eher die verzweifelten Versuche, Aufmerksamkeit zu bekommen.

    Eine wirklich gemeinte Aussage hat eine Basis, die es einem erlaubt, die Grenze auch durchzuziehen. Also dann wirklich mal ein paar Tage zu warten und sich nicht zu melden.


    Der Aufbau dieser Basis geschieht zu einem Teil durch das Ausprobieren dieser Grenzssetzungen. Ein größerer Teil liegt aber in der Aufdeckung der eigenen Anteile. Je mehr man seine unbewussten Handlungen, Muster und Glaubenssätze ins Bewusstsein holt, desto weniger Macht bekommen sie. Das befähigt einen dann, auch mal Fragen zu stellen wie:

    "Was wünsche ICH mir eigentlich für eine Beziehung?"

    "Ist das überhaupt Liebe, oder nur Abarbeiten von Mustern und Wunden?"


    Die ganzen Bereiche:

    *Grenzen setzen

    *Eigene Anteile erkennen

    *Realistische Einschätzung der Unmöglichkeit und des Wahnsinns dieser Beziehung

    sind aber sehr eng vernetzt. Sie gehen alle ineinander über und stützen sich gegenseitig.


    Ich vermute, die meisten müssen wirklich erst ziemlich weit unten angekommen sein, um wirklich die Lösung bei sich zu suchen. Erst wenn alles probiert wurde - manchmal Jahre - überanpassung bis zum Erbrechen, Versöhnungsgesrpäche, Kompromisse, der Versuch noch besser zu werden, sich noch mehr Mühe zu geben....

    Wenn das alles probiert wurde, und nichts mehr möglich ist, dann sind die Schutzstrategien vielleicht soweit ermüdet, dass eine Chance besteht, vor der eigenen Haustür zu kehren und gleichzeitig diese unglaubliche Verantwortung, die man Jahre lang übernommen hatte, endlich abzulegen.


    Im besten Falle ist man dann in der Lage, auch die äußeren Faktoren anzupassen, also wirklich auf Distanz zu gehen, Freundeskreise anpassen, Wegziehen, Kontakt abbrechen usw. Aber die Distanzierung muss eben auch innerlich stattgefunden haben.

    Bindungssichere Menschen können viel eher einen durchgehenden Schlussstrich ziehen und das ganze gesund abtrauern.


    Wann für VAs der richtige Zeitpunkt ist, ist aber wahrscheinlich höchst individuell. Vielleicht ist es für manche wirklich das beste, von jetzt auf gleich die Reißleine zu ziehen, wenn's massiv an die Gesundheit geht.

    UND (jetzt kommt der Trick) je mehr du für dich und deine Bedürfnisse einstehst, desto kleiner wird die VA.

    VA wächst, wenn diese ungesehen bleiben und schrumpft, wenn du anfängst besser auf dich acht zu geben. :)

    Genau so ist es.


    Dies ist natürlich ein Extrembeispiel. Auch in den kleineren Dingen stabilisiert einen das Setzen von Grenzen. Ich finde es aber äußerst wichtig, dass dies bewusst und überlegt geschieht. Eine wütende Gegenreaktion auf eine Verletzung z.B. ist keine gesunde Grenze, sondern schlicht ein Streithandlung und manchmal beinahe ebenso toxisch wie die Verletzungen des Partners.


    Grenzen, die auch haltbar sind, kommen bei mir aus längerer Überlegung.


    Ich glaube, dass man vieles erstmal aus diesem ganzen unterbewussten Brei herausholen muss. Die Reaktionen unseres Abwehrsystems funktionieren ja unbewusst. Also z.B. das Klammern oder Streit vom Zaun brechen. Wenn es gelingt, diese Reaktionen in den bewussten Bereich zu holen, verlieren sie dort an Macht.

    Allerdings geht das nicht mal eben so schnell. Was dort unten tausendfach erprobt und wirksam war, möchte dort auch bleiben und wirken. Deshalb dauert das manchmal so lange, bis es wirklich in den bewussten Bereich kommt und dort FÜHLBAR wird. Wissen allein reicht nicht.

    Ich hab zwar gerade null ambitionen auf ne Dating App, aber es würde mich brennend interessieren, was die einzelnen Funktionen einer Hemschemeier-designten App bieten.


    Was ist mit Standort, zuletzt online, wer hat mein Profil wann das letzte Mal gesucht.... usw.


    Das sind doch alle diese Sachen, deretwegen Hemschi eigentlich sowas eher immer abgelehnt hat.


    Also ich würde gerne mal einen Einblick haben...

    Hallo Angie,


    willkommen hier im Forum. Deine Geschichte kommt mir bekannt vor. Allerdings bin ich eher auf der anderen Seite, meine kleine Bindungsproblematik drückt sich eher in Verlustängsten und dem Wunsch nach zu viel Nähe aus.

    Deshalb werden sich hier in kurzer Zeit Leute melden, die Dir aus der gleichen Perspektive antworten können.

    Trotzdem habe ich mich viel mit dem Thema beschäftigt, weil mein Freund auch ein vermeidender Typ ist.


    Vielleicht kann ich Dir folgende sagen, die ich über Bindungsangst schon weiß oder zu wissen glaube.


    Bindungsangst an sich ist keine Diagnose und keine Krankheit. Vielmehr liegen die Ursachen, wie unser Bindungsverhalten "programmiert" wird in der Vergangenheit. Das sind also meist die Beziehungen zu unseren Eltern, oftmals schon in den ersten Jahren unseres Lebens. Wenn dort etwas unrund gelaufen ist, kann sich das auch weiter ziehen. Bei mir waren es die ersten Verliebtheiten in der Jugend und die ersten Beziehungen, die meiner Ansicht nach meine Problematik noch verstärkt haben.


    Bindungsangst ist mehr ein Symptom von einer tiefer liegenden Störung. Leider ist es nicht immer so einfach, an die tiefen Ursachen heranzukommen. Man kann sich an die Bindung zu den Eltern in den ersten zwei Lebensjahren ja nicht erinnern.


    Du schreibst, dass Du schon bei einer Therapeutin warst und dass es nichts gebracht hat. Das kann meiner Ansicht nach passieren, wenn die Therapeutin und Du vielleicht nicht den richtigen Draht zueinander haben, oder sie für das Thema einfach nicht die richtige ist.


    Welche Therapieform hast Du denn wie lange gemacht?

    Ich habe in Interessantes Video von Hemschemeier über gesunde Beziehungen gesehen. Daraufhin habe ich mal meine Beziehungen daraufhin überprüft und lade Euch in diesem Thread ein, dasselbe zu tun, falls Ihr Lust dazu habt.


    Die Meilensteine sind in meinen Worten wiedergegeben.


    Basics. (laut dem Video noch keine Meilensteine)


    Kompatibilität und Chemie. Kompatibilität, das grundsätzliche Zusammenpassen der Charaktere und der Bindungsstile bezeichnet auch den freundschaftlichen Teil.

    Chemie ist die Körperlichkeit, das Prickelnde, der Sex, die Anziehung.

    Wenn diese absoluten Basics nicht stimmen oder eins fehlt, wirds problematisch.


    In meiner Langbeziehung hatten wir höchtste Kompatibiltät. Die Perfekte Freundschaft im Alltag. Aber die Chemie stimmte einfach nicht. Sexflaute, zuwenig Kommunikation, fast keine Streits. Stille und friedliche Trennung.


    Mit meinem BA ists andersrum: Chemie hoch, Kompatibitität gering. Dadurch Stress, Streits Warm/Kalt, Hin/Her. Vermutlich ist diese Kombination aus hoher Chemie und geringer Kompatibilität oftmals toxisch.


    Meilensteine


    Konsistenz. Eine Beständigkeit. Kein Hin und Her. Man kann etwas planen, es wird sich regelmäßig gemeldet. Die Zuneigung ist vor allem konstant und nicht stark wechselnd.


    In meiner Langzeitbeziehung hatten wir diese Konsistenz wie sie im Buche steht.


    Mit meinem BA mangelte es total an Konsistenz. Als es weiter Fortschritt und ich selbst toxische Verhaltensweisen zeigte, Forderungen stellte, selbst Inkonsistent wurde, wurde es immer weniger konsistent.


    Balance. Keine großen Ausschläge von BA oder VA. Keine eskalierenden Streits, aber auch keine völlige Streitlosigkeit. Die Beziehung stabilisiert auch beide in sich selbst.


    In meiner Langzeitbeziehung war die Balance nach außen zu ruhig. Wir haben uns nicht mehr gestritten. Konflikte wurden nicht wirklich besprochen. Es wurde friedlich Coexistiert bis zum Auseinanderleben.


    Mit dem BA verständlicher Weise nur Eskalationen. Die Beziehung destabilisierte uns beide.


    Progression. Das gesunde Fortschreiten. Exclusivität vereinbaren. Commitement geben, Freunde kennenlernen, evtl. Zusammenziehen. Der natürliche individuelle Flow des Weiterkommens.


    In meiner Langzeitbeziehung alles super.


    Mit dem BA hings schon am Anfang. Mal Freundschaft-Plus. Dann zusammen, jetzt getrennt, aber aufeinmal wieder gelegentliche Treffen.. Zu Deutsch: Kuddelmuddel.


    Intimität. Das sich Öffnen und Vertrauen. Damit macht man sich verwundbar und zeigt dem anderen seine Seele.


    Mit meinem langzeit-Ex war es nur halbe intimität, weil wir die Konflikte nicht wirklich angepackt haben.


    Mein BA zeigt keinerlei echte intimität - eben Bindungsangst. Ich selbst als VÄ hielt in wahrscheinlich auch mit sanfter Gewalt in seiner Rolle als Herrscher, somit habe ich wirkliche, echte Intimität auf der Gefühlsebene ein Stück weit vermieden.


    Wie sind Eure Gedanken?

    In einer Zeit des Nullkontaktes zu meinem BA habe ich neben vielen anderen Dingen auch Mediation ausprobiert. Hier mein Bericht. Es ist mein ganz persönlicher Zugang - meine Erfahrung - meine subjektive Sichtweise.


    Was heißt Meditieren? Etwa sich zwingen, nichts zu denken? Nein, das glaube ich nicht. Es ist viel mehr, einen Schritt zurückzutreten und nicht mehr aktiv Denken zu müssen, nicht urteilen, nicht zu schlußfolgern, nicht Lösungen finden.


    Wie mache ich das?


    Im Sitzen oder Liegen schließe ich die Augen und gehe erstmal in die Bauchatmung - tief und ruhig. Das braucht nicht lange - höchstens vier fünf Ein-Ausatmer, danach langweilt sich der Geist sowieso schon und schweift ab.


    Anschließend scanne ich jeden einzelnen Körperteil, vom Zeh bis in die Haarspitzen und spüre einfach, wie er sich anfühlt. Das scheint meinem Geist einigermaßen interessant zu sein und er bleibt zunächst beim Thema.


    Jetzt gehe ich in die Wahrnehmung der Geräusche. Vielleicht rauscht die Heizung, ein Auto fährt vorbei, frau Dingens über mir trampelt durch ihre Wohnung .... Ich lasse alles ungefiltert in mich rein und zum anderen Ohr wieder heraus. Ich brauche garnicht zu urteilen. Fährt ein Bus draußen vorbei, denke ich "Aha, ein Bus fährt vorbei" - nichts weiter.


    Das schöne an Sache ist das Nicht-Urteilen, Nicht-Bewerten.. einfach nur denken: "Aha, die Heizung rauscht".


    Ich kann danach auch in meine eigenen Geräusche gehen: Knistert vielleicht das Kissen am Kopf? Rauscht das Blut in den Ohren.. Wie hört sich das Geräusch an, wenn die Luft aus der Nase kommt....


    Jetzt schaue ich mir die Rückseite der Augenlider an. Kringel, Punkte, Flächen... Schwarz.... was auch immer.


    Auch hier wieder: einfach nur interessiert den Film wahrnehmen.


    Jetzt gehe ich in ein inneres Bild: die Farbe Rot. Überall ist rot in mir, über mir, unter mir. Ich bin drin im Rot, bin selber rot.

    Das ist Anfangs garnicht so einfach, macht aber Spaß.


    Jetzt kommt das gleiche mit Orange, solange wie es Spaß macht, oder ich es halten kann oder mein Geist noch interessiert ist. Dann folgt Gelb, Grün, Hellblau, Dunkelblau und dann Lila.


    Diese Ganzen Dinge -- also Geräusche Außen, innen, Film auf den inneren Lidern, Farben -- mache ich nicht immer alle und auch nicht immer in der Reihenfolge.


    Nach diesen geführten Meditationen, jetzt endlich, darf mein Geist los. Er ist ja schon recht lieb und bemüht an der Leine gegangen und ist schon ungeduldig. Ich drück den Karabiner, mach die Leine ab, und er darf laufen:


    Wie sieht das aus?


    Natürlich macht er jetzt die tollsten Denkkaskaden und zieht mich immer wieder rein. Das macht garnichts. Sobald ich das merke, trete ich wieder einen Schritt zurück, lasse die Gedanken wieder laufen und beobachte sie von hinten. Wie Wolken am Himmel.


    Ich mache dabei nur positive Affimationen:

    Nicht etwa "ich darf nicht Urteilen" , sondern "einfach nur Wahrnehmen"


    Ich glaube nämlich, dass das Unterbewusstein keine negativen oder positiven Bewertungen versteht. Wenn ich ihm sage, "ich darf nicht Urteilen", wird nur das Wort "Urteilen" verstanden.

    Wenn ich sage "ich darf die Gedanken nicht festhalten" wird nur "festhalten" Verstanden.


    Wenn ich dem Hund sage "es gibt nichts zu Essen" versteht er nur "essen" :)


    Deshalb sage ich nur: "loslassen", "Wahrnehmen", "vobeiziehen lassen".


    Je nach Tagesform schaffe ich es dann immer mal länger, den schönen Abstand zu den Gedanken zu haben. Ich brauche nicht mitzudenken. Ich beobachte nur.

    Ähnlich wie bei der Geräuschmeditation gibt es überall Gedanken, ein riesen Kuddelmuddel.... Das Hirn oder der Geist ist total beschäftigt, läuft von einem zum nächsten, sortiert irgendwelche Karteikarten in Schubladen ein.


    Der entscheidende Punkt ist das Zurücktreten und nur zu Beobachten.

    Darin liegt eine unglaubliche Entspannung. Es ist wie Urlaub für meine Ratio.


    Mal ein konkretes Beispiel, ich habe mich eben wieder reinziehen lassen. Denke zum Beispiel an meinen BA und irgendeine Problemlösung.

    Wenn ich mich dabei erwische, sage ich:


    "Ups, schon wieder festgehakt. Man gut, dass ich gerade auf Problemlösungsurlaub bin. Von mir bekommst Du, Geist, jetzt grad keine Lösung - ich zieh mich jetzt wieder zurück. Lauf alleine weiter"


    Wenn man das ein bisschen übt, werden die Phasen des Abstands immer länger und eine entspannte Haltung entsteht. Und diese wirkt sich zweifelsfrei auch auf den Alltag aus. Das habe ich schon nach dem ersten Tag gemerkt.


    Ich kann es nur jedem empfehlen.

    Also laut geomidpoint.com liegt der geographische Mittelpunkt von


    Bremen

    Düsseldorf

    Hannover

    und

    anderen Ende Deutschlands

    (ich habe München eingegeben)


    in Bad Emstal, ca. 30 Kilometer von Kassel entfernt.


    Das ist der Punkt, der den Kompromiss zwischen den Orten erfüllt.


    Nach diesem Verfahren könnte man die Stadt auswählen.

    Ich würde gerne in diesem Sammelthread mal eine Anfrage stellen:


    Und zwar gab es im alten Design oben und unten eine Navigationsleiste. So wußte man oben, immer wo man ist und unten konnte man, am ende Einer Seite bequem in ein anderes Unterforum wechseln.


    Ist das möglich, das ohne viel Aufwand hier wieder einzublenden?


    Ich vermisse diese Navileiste schon sehr.