Beiträge von tom1aufdersuche

    Hallo Angie,


    willkommen hier im Forum. Deine Geschichte kommt mir bekannt vor. Allerdings bin ich eher auf der anderen Seite, meine kleine Bindungsproblematik drückt sich eher in Verlustängsten und dem Wunsch nach zu viel Nähe aus.

    Deshalb werden sich hier in kurzer Zeit Leute melden, die Dir aus der gleichen Perspektive antworten können.

    Trotzdem habe ich mich viel mit dem Thema beschäftigt, weil mein Freund auch ein vermeidender Typ ist.


    Vielleicht kann ich Dir folgende sagen, die ich über Bindungsangst schon weiß oder zu wissen glaube.


    Bindungsangst an sich ist keine Diagnose und keine Krankheit. Vielmehr liegen die Ursachen, wie unser Bindungsverhalten "programmiert" wird in der Vergangenheit. Das sind also meist die Beziehungen zu unseren Eltern, oftmals schon in den ersten Jahren unseres Lebens. Wenn dort etwas unrund gelaufen ist, kann sich das auch weiter ziehen. Bei mir waren es die ersten Verliebtheiten in der Jugend und die ersten Beziehungen, die meiner Ansicht nach meine Problematik noch verstärkt haben.


    Bindungsangst ist mehr ein Symptom von einer tiefer liegenden Störung. Leider ist es nicht immer so einfach, an die tiefen Ursachen heranzukommen. Man kann sich an die Bindung zu den Eltern in den ersten zwei Lebensjahren ja nicht erinnern.


    Du schreibst, dass Du schon bei einer Therapeutin warst und dass es nichts gebracht hat. Das kann meiner Ansicht nach passieren, wenn die Therapeutin und Du vielleicht nicht den richtigen Draht zueinander haben, oder sie für das Thema einfach nicht die richtige ist.


    Welche Therapieform hast Du denn wie lange gemacht?

    Ich habe in Interessantes Video von Hemschemeier über gesunde Beziehungen gesehen. Daraufhin habe ich mal meine Beziehungen daraufhin überprüft und lade Euch in diesem Thread ein, dasselbe zu tun, falls Ihr Lust dazu habt.


    Die Meilensteine sind in meinen Worten wiedergegeben.


    Basics. (laut dem Video noch keine Meilensteine)


    Kompatibilität und Chemie. Kompatibilität, das grundsätzliche Zusammenpassen der Charaktere und der Bindungsstile bezeichnet auch den freundschaftlichen Teil.

    Chemie ist die Körperlichkeit, das Prickelnde, der Sex, die Anziehung.

    Wenn diese absoluten Basics nicht stimmen oder eins fehlt, wirds problematisch.


    In meiner Langbeziehung hatten wir höchtste Kompatibiltät. Die Perfekte Freundschaft im Alltag. Aber die Chemie stimmte einfach nicht. Sexflaute, zuwenig Kommunikation, fast keine Streits. Stille und friedliche Trennung.


    Mit meinem BA ists andersrum: Chemie hoch, Kompatibitität gering. Dadurch Stress, Streits Warm/Kalt, Hin/Her. Vermutlich ist diese Kombination aus hoher Chemie und geringer Kompatibilität oftmals toxisch.


    Meilensteine


    Konsistenz. Eine Beständigkeit. Kein Hin und Her. Man kann etwas planen, es wird sich regelmäßig gemeldet. Die Zuneigung ist vor allem konstant und nicht stark wechselnd.


    In meiner Langzeitbeziehung hatten wir diese Konsistenz wie sie im Buche steht.


    Mit meinem BA mangelte es total an Konsistenz. Als es weiter Fortschritt und ich selbst toxische Verhaltensweisen zeigte, Forderungen stellte, selbst Inkonsistent wurde, wurde es immer weniger konsistent.


    Balance. Keine großen Ausschläge von BA oder VA. Keine eskalierenden Streits, aber auch keine völlige Streitlosigkeit. Die Beziehung stabilisiert auch beide in sich selbst.


    In meiner Langzeitbeziehung war die Balance nach außen zu ruhig. Wir haben uns nicht mehr gestritten. Konflikte wurden nicht wirklich besprochen. Es wurde friedlich Coexistiert bis zum Auseinanderleben.


    Mit dem BA verständlicher Weise nur Eskalationen. Die Beziehung destabilisierte uns beide.


    Progression. Das gesunde Fortschreiten. Exclusivität vereinbaren. Commitement geben, Freunde kennenlernen, evtl. Zusammenziehen. Der natürliche individuelle Flow des Weiterkommens.


    In meiner Langzeitbeziehung alles super.


    Mit dem BA hings schon am Anfang. Mal Freundschaft-Plus. Dann zusammen, jetzt getrennt, aber aufeinmal wieder gelegentliche Treffen.. Zu Deutsch: Kuddelmuddel.


    Intimität. Das sich Öffnen und Vertrauen. Damit macht man sich verwundbar und zeigt dem anderen seine Seele.


    Mit meinem langzeit-Ex war es nur halbe intimität, weil wir die Konflikte nicht wirklich angepackt haben.


    Mein BA zeigt keinerlei echte intimität - eben Bindungsangst. Ich selbst als VÄ hielt in wahrscheinlich auch mit sanfter Gewalt in seiner Rolle als Herrscher, somit habe ich wirkliche, echte Intimität auf der Gefühlsebene ein Stück weit vermieden.


    Wie sind Eure Gedanken?

    In einer Zeit des Nullkontaktes zu meinem BA habe ich neben vielen anderen Dingen auch Mediation ausprobiert. Hier mein Bericht. Es ist mein ganz persönlicher Zugang - meine Erfahrung - meine subjektive Sichtweise.


    Was heißt Meditieren? Etwa sich zwingen, nichts zu denken? Nein, das glaube ich nicht. Es ist viel mehr, einen Schritt zurückzutreten und nicht mehr aktiv Denken zu müssen, nicht urteilen, nicht zu schlußfolgern, nicht Lösungen finden.


    Wie mache ich das?


    Im Sitzen oder Liegen schließe ich die Augen und gehe erstmal in die Bauchatmung - tief und ruhig. Das braucht nicht lange - höchstens vier fünf Ein-Ausatmer, danach langweilt sich der Geist sowieso schon und schweift ab.


    Anschließend scanne ich jeden einzelnen Körperteil, vom Zeh bis in die Haarspitzen und spüre einfach, wie er sich anfühlt. Das scheint meinem Geist einigermaßen interessant zu sein und er bleibt zunächst beim Thema.


    Jetzt gehe ich in die Wahrnehmung der Geräusche. Vielleicht rauscht die Heizung, ein Auto fährt vorbei, frau Dingens über mir trampelt durch ihre Wohnung .... Ich lasse alles ungefiltert in mich rein und zum anderen Ohr wieder heraus. Ich brauche garnicht zu urteilen. Fährt ein Bus draußen vorbei, denke ich "Aha, ein Bus fährt vorbei" - nichts weiter.


    Das schöne an Sache ist das Nicht-Urteilen, Nicht-Bewerten.. einfach nur denken: "Aha, die Heizung rauscht".


    Ich kann danach auch in meine eigenen Geräusche gehen: Knistert vielleicht das Kissen am Kopf? Rauscht das Blut in den Ohren.. Wie hört sich das Geräusch an, wenn die Luft aus der Nase kommt....


    Jetzt schaue ich mir die Rückseite der Augenlider an. Kringel, Punkte, Flächen... Schwarz.... was auch immer.


    Auch hier wieder: einfach nur interessiert den Film wahrnehmen.


    Jetzt gehe ich in ein inneres Bild: die Farbe Rot. Überall ist rot in mir, über mir, unter mir. Ich bin drin im Rot, bin selber rot.

    Das ist Anfangs garnicht so einfach, macht aber Spaß.


    Jetzt kommt das gleiche mit Orange, solange wie es Spaß macht, oder ich es halten kann oder mein Geist noch interessiert ist. Dann folgt Gelb, Grün, Hellblau, Dunkelblau und dann Lila.


    Diese Ganzen Dinge -- also Geräusche Außen, innen, Film auf den inneren Lidern, Farben -- mache ich nicht immer alle und auch nicht immer in der Reihenfolge.


    Nach diesen geführten Meditationen, jetzt endlich, darf mein Geist los. Er ist ja schon recht lieb und bemüht an der Leine gegangen und ist schon ungeduldig. Ich drück den Karabiner, mach die Leine ab, und er darf laufen:


    Wie sieht das aus?


    Natürlich macht er jetzt die tollsten Denkkaskaden und zieht mich immer wieder rein. Das macht garnichts. Sobald ich das merke, trete ich wieder einen Schritt zurück, lasse die Gedanken wieder laufen und beobachte sie von hinten. Wie Wolken am Himmel.


    Ich mache dabei nur positive Affimationen:

    Nicht etwa "ich darf nicht Urteilen" , sondern "einfach nur Wahrnehmen"


    Ich glaube nämlich, dass das Unterbewusstein keine negativen oder positiven Bewertungen versteht. Wenn ich ihm sage, "ich darf nicht Urteilen", wird nur das Wort "Urteilen" verstanden.

    Wenn ich sage "ich darf die Gedanken nicht festhalten" wird nur "festhalten" Verstanden.


    Wenn ich dem Hund sage "es gibt nichts zu Essen" versteht er nur "essen" :)


    Deshalb sage ich nur: "loslassen", "Wahrnehmen", "vobeiziehen lassen".


    Je nach Tagesform schaffe ich es dann immer mal länger, den schönen Abstand zu den Gedanken zu haben. Ich brauche nicht mitzudenken. Ich beobachte nur.

    Ähnlich wie bei der Geräuschmeditation gibt es überall Gedanken, ein riesen Kuddelmuddel.... Das Hirn oder der Geist ist total beschäftigt, läuft von einem zum nächsten, sortiert irgendwelche Karteikarten in Schubladen ein.


    Der entscheidende Punkt ist das Zurücktreten und nur zu Beobachten.

    Darin liegt eine unglaubliche Entspannung. Es ist wie Urlaub für meine Ratio.


    Mal ein konkretes Beispiel, ich habe mich eben wieder reinziehen lassen. Denke zum Beispiel an meinen BA und irgendeine Problemlösung.

    Wenn ich mich dabei erwische, sage ich:


    "Ups, schon wieder festgehakt. Man gut, dass ich gerade auf Problemlösungsurlaub bin. Von mir bekommst Du, Geist, jetzt grad keine Lösung - ich zieh mich jetzt wieder zurück. Lauf alleine weiter"


    Wenn man das ein bisschen übt, werden die Phasen des Abstands immer länger und eine entspannte Haltung entsteht. Und diese wirkt sich zweifelsfrei auch auf den Alltag aus. Das habe ich schon nach dem ersten Tag gemerkt.


    Ich kann es nur jedem empfehlen.

    Also laut geomidpoint.com liegt der geographische Mittelpunkt von


    Bremen

    Düsseldorf

    Hannover

    und

    anderen Ende Deutschlands

    (ich habe München eingegeben)


    in Bad Emstal, ca. 30 Kilometer von Kassel entfernt.


    Das ist der Punkt, der den Kompromiss zwischen den Orten erfüllt.


    Nach diesem Verfahren könnte man die Stadt auswählen.

    Ich würde gerne in diesem Sammelthread mal eine Anfrage stellen:


    Und zwar gab es im alten Design oben und unten eine Navigationsleiste. So wußte man oben, immer wo man ist und unten konnte man, am ende Einer Seite bequem in ein anderes Unterforum wechseln.


    Ist das möglich, das ohne viel Aufwand hier wieder einzublenden?


    Ich vermisse diese Navileiste schon sehr.

    Meine Standards:


    1. Kommunikation und Melden in normalem Maße. Zurückrufen, -schreiben etc.


    2. Kein Ghosting!!


    3. Bedürnisse kommunizieren.


    4. Ängste und Probleme kommunizieren.


    5. Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit.


    6. Liebe


    7. Regelmäßige Intimität


    8. Kleine Schnittmenge an Interessen.


    9. Gemeinsam entspannt schweigen können.


    10. Streiten, und Vertragen auf erwachsene Art.


    11. Ganz wichtig: Klares Comittment zur Beziehung. Kein F+Quatsch.


    12. Über Sex, wünsche, Vorlieben und Abneigung reden können.


    Soweit mein jetziges Brainstorming.


    Wie oft werden sie verletzt: Pro Woche so ca. 2 bis 3 Mal.

    Ich möchte hier mal einladen, dass wir uns hier mal in Knackigen Bulletpoints unsere Standards auflisten.


    Was erwarte ich von erfüllten Beziehungen im Allgemeinen, was sind meine Mindeststandards?


    Diese Standards sind natürlich immer ein Stück verhandelbar. Aber sie sollen Menschen helfen, die Schwierigkeiten haben, Grenzen zu setzen, sich vor Augen zu führen, dass ihre Bedürfnisse gesund und richtig sind und wo sie überall Verletzungen dieser Standards stillschweigend einstecken.
    Mir hilft es, mir diese Standards immer wieder bewusst zu machen.

    Hi Sukramine,


    mit Zweifli hatten wir auch schon Scherereien wegen open Office und Excel. Ich werde nochmal eine OpenOffice-Version hochladen. Bis dahin kannst Du mir gerne Deine Antworten per PN schicken.


    Viele Grüße
    Tom

    Zitat von Verzweifelt83

    Mal eine doofe Frage, geht nur entweder oder ? Oder auch ein Zwischending ?


    Ok, also auch dazwischen, aber wie aktiviere ich die Auswertung ? Ich hab nur ein blaues Quadrat in der Mitte ?


    Achso ja, ich hätte noch ne Anweisung reinschreiben müssen:


    "Kreuze an zwischen "Stimmt überhaupt nicht" und "Stimmt voll und ganz". Zwischenwerte sind auch erlaubt.
    Die Auswertung passiert im Tabellenblatt auswertung. Dort wird das kleine rote Quadrat passend zu den Antworten in dem Diagramm verschoben.


    Warum das Quadrat bei Dir blau ist, kann ich grad überhaupt nicht nachvollziehen.
    Normalerweise ist das rote Quadrat in der Mitte, solange man nichts angekreuzt hat, oder alles in der Mitte angekreuzt hat.
    Die erste Frage z.B. ist ne Vermeidungsfrage. Wenn Du die mit kleinem x ganz rechts bei "stimmt voll und ganz" ankreuzt (und sonst nichts), sollte das Quadrat eigentlich ganz nach unten auf der Vermeider-Achse rutschen.
    Irgendwas aktivieren muss man eigentlich nicht.