Danke für deine Antwort!
Mich macht das trotzdem traurig. Ist es denn nicht normal, zu einem gewissen Grad Erwartungen erfüllen zu wollen? Ich verstehe nicht, wieso diese Erwartungen (auch wenn sie nicht überzogen sind) so schwer ertragen werden können. 
Und gehört es nicht dazu, dem Gegenüber auch mal unter die Arme zu greifen, falls es kurzzeitig Unterstützung braucht?
Hey Leben,
ich bin gerade baff wie gut mir, das was du schreibst, spiegelt, wie sehr ich in meinen Annahmen über Bindung (Muster) beim Schreiben meines Beitrags steckte. Ja, natürlich hat du Recht und man möchte zu einem gewissen Grad auch Erwartungen des Partners erfüllen, ihn/sie glücklich sehen. Genauso sollte man sich unterstützen und füreinander da sein. Ich habe im tiefsten Inneren die Annahme, dass das niemand für mich tun möchte, dass ich von niemandem abhängig werden darf, immer für mich selbst sorgen können muss. So oder so ähnlich, das liegt noch ziemlich gut verschüttet. Ich merke es, dass ich manchmal, wenn ich im BA-Modus stecke, und meine Freundin mich in den Arm nimmt, ich total ruhig werde und mir manchmal auch die Tränen kommen.
Aber es scheint dann so zu sein, dass das Gegenüber (die/der VA) als total hilfloses Wesen wahrgenommen wird, das nicht für sich selbst sorgen kann und deshalb vollkommen auf die/den BA angewiesen sei und dieses Angewiesen-Sein als komplette Überlastung und Gefängnis erlebt wird.
Aber so ist das doch gar nicht. Ich verstehe nicht, wieso das in vielen Fällen aber wohl doch so rüberzukommen scheint.
Ja, das stimmt für mich genau so. So habe ich es sehr häufig empfunden und tue es immer noch. Unsere Paartherapeutin sagte, dass ich eben diese große Angst habe, mich jemals wieder so hilflos und abhängig zu fühlen. Deshalb wurden diese Gefühle abgespalten, man baut sich einen Panzer auf und erträgt es auch nicht, sobald eine Partnerin Liebe/Zuneigung äußert (da sie mich ja dann braucht oder so?). Genau, man spricht ihr die komplette Autonomie ab und geht von einem totalen Angewiesen-Sein aus. Ich merke, wie ich oben aus diesen Annahmen heraus geschrieben habe. Ja, ich gebe dir Recht, es sind massive Trigger auf Seiten der/des BA.
Ich frage mich, was passieren würde, wenn ich ihn in die Schranken weise und z. B. meine Forderung durchziehe, dass er mich respektvoller behandeln sollte und nicht mehr am Telefon einfach auflegen. Tatsächlich wäre der Kontakt dann beendet, weil er sich ja von sich aus nie meldet. Ist es das, was die/der BA will? Das ist eigentlich wieder eine unlösbare Aufgabe für mich. Wenn ich ganz weg bin, will er mich (aber kann es selbst nicht sagen), wenn ich da bin, sind meine Erwartungen zu erdrückend. Eigentlich genau das gleiche wie bei meinem Ex-Partner davor. 
Aber ich muss mich darauf konzentrieren, warum ich das immer noch mitmache, statt mich darüber zu ärgern, dass das so ist.
Ich dachte, ich käme mit dem Verständnis weiter, aber leider ist es nicht so. Trotzdem vielen Dank für deine Antwort
ich kann ehrlich gesagt gar nicht sagen, also in Worte fassen, wie man mit dieser Ambivalnz sinnvoll umgehen sollte. Wenn ich mir vorstelle selbst damit umgehen zu müssen, erscheint mir die Bewältigung, wie du auch schon schreibst, unlösbar/unmenschlich. Meine Partnerin legt dann den Fokus immer sehr stark auf sich und ihr Leben und distanziert sich von mir. Was ich will, ist eigentlich ein Spüren von Verlustangst bzw. des Dopamin-Kicks beim Nicht-Haben-Können. Daher glaube ich auch die große Sehnsucht nach Verliebtheit und Aufregung. Ich merke, dann erst in ruhigen und schönene Momenten, dass diese Verbundenheit und schönen Gefühle schon da sind. Sie sind eben nur so verschüttet und es ist ein schamler Grat zu ihnen.
Aber das könnte ja auch bedeuten die Beziehung zu dir zu beenden, richtig? Oder sprichst du noch von Schranken innerhalb der Beziehung? Das konsequente Abwenden, das du angesprochen hast? Auch in letzter Konsequenz? Ist es das was du dir wünschst?
Hey Ano,
ja, wenn der BA-Modus stark reinkickt, kann es auch das Beenden der Beziehung bedeuten. In vergangenen Beziehungen und während der 'Fluchtversuche' letztes Jahr in meiner aktuellen Beziehung war das der Wunsch, dass sie die Beziehung zu mir beendet. Früher (als noch alles unreflektiert war), war es dann auch pure Erlösung, obwohl ich schon irgendwie gespürt habe, dass da nochmal was kommen könnte und ich Gefühle abgespalten habe. Jetzt würden vermutlich sehr schnell Traurigkeit und VA einsetzen. Aber nein, gerade wünsche ich es mir nicht. Und ich bin froh, dass meine Partnerin den Weg, zumindest zur Zeit noch, mit mir geht. Auch dein Beitrag spiegelt mir, wie stark ich oben aus meinem Muster geschrieben habe.