Beiträge von Liz300

    wenn ich heute auf viele meiner alten Gedanken zu Bindungsangst, Verlustangst und gescheiterten Beziehungen zurückblicke, sehe ich manches etwas anders als noch vor ein oder zwei Jahren.

    Früher wollte ich für alles eine Erklärung finden. War es Bindungsangst? War es die Kindheit? War es der falsche Zeitpunkt? War die Anziehung zu groß? Die Angst zu groß? Hätte ich etwas anders machen müssen?

    Heute glaube ich, dass wir uns manchmal um Kopf und Kragen analysieren.

    Ja, Bindungsangst gibt es. Ja, Verlustangst gibt es. Ja, Menschen sabotieren Beziehungen.

    Aber manchmal möchte ein Mensch einfach nicht.

    Und das ist oft die schmerzhafteste Antwort, weil sie so simpel ist.

    Ich habe viele Jahre damit verbracht zu verstehen, warum andere Menschen gegangen sind. Warum sie sich zurückgezogen haben. Warum sie nicht geben konnten, was ich gebraucht hätte.

    Heute interessiert mich eine andere Frage viel mehr:

    Warum bin ich geblieben, obwohl ich längst gesehen habe, dass mein Gegenüber nicht dasselbe wollte wie ich?

    Ich hatte immer sehr viel Verständnis für andere Menschen. Für ihre Ängste, ihre Unsicherheiten, ihre Vergangenheit, ihre Überforderung und ihre Themen.

    Nur für mich selbst hatte ich oft erstaunlich wenig Verständnis.

    Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich oft versuchte, andere zu verstehen, anstatt mich selbst zu schützen.

    Heute frage ich deshalb nicht mehr:

    "Wie kann ich ihm helfen?"

    Sondern:

    "Kann dieser Mensch mir heute das geben, was ich brauche?"

    Und wenn die Antwort Nein lautet, dann ist das traurig. Aber es ist nicht kompliziert.

    Ich glaube mittlerweile auch, dass wir manchmal nicht an einem Menschen festhalten, sondern an einer Möglichkeit. An einer Geschichte, die nie richtig begonnen oder nie richtig beendet wurde.

    Man kann jahrelang darüber nachdenken, was hätte sein können. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es wirklich eine passende Beziehung geworden wäre.

    Deshalb suche ich heute weniger nach Erklärungen für andere Menschen und mehr nach Frieden für mich selbst.

    Denn am Ende ist es gar nicht so wichtig, ob jemand Bindungsangst hatte, überfordert war oder einfach nicht bereit war.

    Wichtig ist nur:

    Hat diese Verbindung mir gutgetan? War sie gegenseitig? Und hätte ich mich darin langfristig sicher und geliebt fühlen können?

    Wenn ich diese Fragen ehrlich beantworte, bekomme ich meistens meine Antwort.


    ... aber wenn ich natürlich die Frage des Threads lese verfolgen ich weiterhin gespannt die Antworten ❤️

    Ich glaube, ich würde mich heute nicht mehr melden.

    Nicht, weil ich denke, dass daraus nichts werden könnte, sondern weil ich gelernt habe, dass Sehnsucht und Realität zwei unterschiedliche Dinge sind.

    Der Mann, den du vermisst, ist der Mann von vor vier oder fünf Jahren. Ihr beide habt euch seitdem verändert. Die Frage ist deshalb nicht, ob du ihn vergessen konntest, sondern ob du ihn überhaupt noch kennst.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es sein kann, jemanden loszulassen, bei dem man das Gefühl hatte, eine Chance verpasst zu haben. Man denkt oft jahrelang an das, was hätte sein können, ohne jemals herauszufinden, ob es tatsächlich so schön geworden wäre, wie man es sich vorgestellt hat.

    Heute würde ich eher auf mein Leben schauen und mich fragen:

    Warum hält mich die Vorstellung eines Menschen fest, der seit Jahren kein Teil meines Lebens ist?

    Manchmal hängen wir nicht an einem Menschen, sondern an einer Möglichkeit.

    Und manchmal besteht Loslassen nicht darin, den anderen zu vergessen, sondern anzuerkennen, dass man sich seine Antwort längst gegeben hat.

    Für mich klingt dein Beitrag weniger nach Liebe und mehr nach einer Geschichte, die nie richtig abgeschlossen wurde.

    Mir ging es nach dem ersten Jahr Dating fast genauso.


    Nach zwölf Jahren Beziehung bzw. Ehe mit dem Vater meines Kindes habe ich mich getrennt und bin relativ schnell an einen ziemlich toxischen Typen geraten. Emotional hing ich an ihm wie eine Klette, obwohl er schon aus der Ferne nach Red Flags gerochen hat. Ob es Bindungsangst war? Vermutlich. Ob es gut für mich war?


    Definitiv nicht.


    Danach ging es erstmal los, mich um meine eigenen Themen zu kümmern. In meiner Ehe hatte ich jahrelang getragen, Verständnis gezeigt, Rücksicht genommen und ausgeglichen – ohne dafür wirklich etwas Gleichwertiges zurückzubekommen. Und irgendwann merkt man: Wer immer Verständnis zeigt, von dem wird Verständnis irgendwann auch erwartet. Der Aufschrei war entsprechend groß, als ich angefangen habe, Grenzen zu setzen.


    Dann kam Phase B beim Dating.

    Also dachte ich: Gut, dann date ich jetzt die ruhigen, netten, vernünftigen Männer.

    Problem gelöst.

    Dachte ich.

    Dann kam der Nächste. 😭

    Und irgendwann saß ich da und dachte: Das gibt's doch nicht. Also date ich weiter die ruhigen Typen – und sitze da und frage mich:

    „Wie langweilig kann es eigentlich sein?“

    Bis ich irgendwann gemerkt habe:

    Liz, du hast ebenfalls ein Muster.

    Du hast immer auf die Muster der Männer geschaut, aber viel zu selten auf deine eigenen.

    Warum zieht dich jemand an? Warum langweilt dich jemand? Warum kämpfst du um manche Menschen und fühlst bei anderen gar nichts?

    Ab diesem Punkt ging es nicht mehr darum, die Männer zu analysieren.

    Sondern mich selbst.

    Ja es ist total übergriffig. Egal mit welcher Person ich mich in den letzten Tagen getroffen habe, es ging immer um ihn. Ich glaube das ist der Grund warum ich so genervt bin und auch lieber keine Freundschaft möchte. Langsam bin ich wirklich ratlos. Ich wollte doch Freundschaft weil ich überfordert bin und ich dachte es würde die Situation etwas beruhigen…jetzt muss ich mich aber trotzdem täglich damit beschäftigen und komme nicht zur Ruhe. Morgen haben wir uns verabredet, aber ich kann mich gar nicht freuen, weil ich keinen Raum für mich hatte und es sich so anfühlt als hätten wir die ganze Woche miteinander verbracht so viel wie es um ihn ging

    finde auch, dass es übergriffig hoch 100 is.


    Meine Meinung zu dem Thema kennst du: er will wahrscheinlich die Freundschaft weil er einfach wahnsinnig Hoffnung hat... und du willst einfach nur Abstand; ihn aber als mensch nicht ganz verlieren.

    Ich würde zum kontaktabbruch raten. Es is einfach nicht fair jmd. In der schwebe zu lassen und beide können sich überlegen was sie überhaupt wollen.

    klar, ich weiß auf jeden Fall was du meinst. Die Situation ist wirklich beschissen. Meinst du die beste Lösung für ihn wäre komplett auf Abstand zu gehen?

    und da is der knackpunkt. es geht hier um ihn. Es ist seine Entscheidung nachdem DU offen mit ihm kommuniziert hast 😉


    Die Problematik ist eben die - und da werden mir sicherlich auch viele zustimmen hier: die dynamik einer BA Beziehung sieht meist so aus, dass der Partner des BA immer und immer wieder Hoffnung schöpft. Und sich der BA dadurch wieder unter Druck gesetzt fühlt bis die Situation eskaliert... und dann geht alles von vorne los.


    offene Kommunikation ist das A und O.

    Das ist auch gar keine Kritik an dir. Ich denke jeder (egal ob BA oder VA oder dazugehörigen partner oder wie wir das eben nennen wollen) hat ein riesen Päckchen zu tragen.


    Und wie gesagt. Deine offene Kommunikation find ich auch super ihm gegenüber. Es ist einfach nur... nimms mir nicht übel. Wenn ich von oben darauf schaue... dann tut mir er einfach leid. Und er nimmt eben was er kriegen kann von dir. weißt du was ich meine?


    und auch deine Situation finde ich schlimm. einfach selbst so im ungewissen zu sein. Was fühle ich. Was fühle ich nicht...


    Aber ich denke die offene Kommunikation ist das wichtigste!

    Aber es ist schon interessant wenn ich mich selbst beobachte. Wir haben jetzt was als Freunde gemacht und ich habe gemerkt wie ich ihn wieder viel hübscher fand. Ich hatte noch keine Anziehung oder so, weil er sehr investiert ist, aber allein für mich zu wissen, dass ich keinen Druck mehr habe macht schon viel mit mir.

    naja. es kommt halt auch drauf an wie er das sieht oder? ob er sich trotzdem weiter hoffnungen macht oder nicht.

    Ich persönlich - aber das ist meine meinung- wär das mit dir schon zu anstrengend. entweder jmd lässt sich auf mich ein oder er lässt es bleiben. Freundschaft würde mich (wenn ich dich wirklich lieben würde) keine Option, weil es mich zu sehr verletzt.

    Es ist in Ordnung, dass du an dich denkst. Aber dein "Partner" tut mir leid.

    Aber auch er steht selbstverständlich in der eigenen Verantwortung zu wissen was ihm gut tut und was nicht.

    Auch habe ich mal gehört ,dass man im Umgang mit BÄ sehr Selbstsicher und Selbstständig sein sollte und am besten sogar gar nicht so stark an eine Beziehung interessiert sein soll. So fühlt sich der BÄ nicht unter druck gesetzt...

    Auch das kommt immer auf den BÄ an. Ich z

    b. Habe mein Leben weitergelebt. ich bin alleinerziehend, habe Freunde und bin auch bei mehrmaligen Absagen eines Treffens mit meinen Freunden weggegangen.

    Ich habe mein Leben selbstständig ohne ih. gelebt. parallel sozusagen.


    Auch das war nicht richtig. Die Eifersucht ist bei ihm damals voll durchgekommen obwohl ER mir abgesagt hatte. Obwohl er mich nie wirklich in sein Leben eingebunden hat. regelrecht ausgegrenzt hat er mich.

    Alles crazy.

    Gab jedes Mal riesen Streit darüber, dass ich mein Leben - das ich mit IHM teilen wollte- ohne ihn gelebt habe. Das ich Freunde (auch männliche) in einen whatsapp Status gestellt habe...

    Aber er hat bei freunden von sich, die ich niemals kennengelernt habe; immer bemängelt wie man "sich so gegenseitig abhängig voneinander machen kann"


    Eigentlich war nie irgendwas gut genug und richtig und er hat immer was auszusetzen gehabt.

    letztendlich gehe ich davon aus - auch wenn man der Literatur folgt - dass er sich durch mein weggehen, whatsapp Status etc. manipuliert gefühlt hat. Als würde ich "jetzt erst recht" sagen.

    "SCHAU HIN".


    Was es tatsächlich aber nicht war. Seine Unsicherheit und sein miserabler selbstwert wurden wahrscheinlich getriggert und er hats dann durch sein wirklich ekelhaftes Verhalten mir überlassen alles zu beenden.

    Was ich auch tat.

    Wo ich anderer Meinung bin ist die Tatsache, dass es den meisten Egal ist. Ich glaube bei BÄ wird in der Hinsicht meist sehr viel unterdrückt und verdrängt. Durch das Sabotieren und das Projizieren der Schuld für den Gegenüber oder auch durch irgendwelche Ausreden lebt der BÄ eigentlich immer in einer Scheinwelt welcher er sich selbst erschaffen hat. Und ich glaube schon, dass es die meisten tief im Inneren schon trifft bzw. sie merken dass sie unauthentisch sind. Ich glaube es ist auch ne Schutz Strategie um sich der Verantwortung zu entziehen. Daher sind sie ja auch oft mit einem Bein raus aus der Beziehung und suchen Schwachstellen. Sie wollen die Kontrolle behabehalten.

    Ja. da geb ich dir recht. Ich meinte es auch im Sinne von "dieses nach außen hin "es ist ja jetzt auch egal" Einstellung.

    Meiner hat das immer (!) so praktiziert. Denn hast du ihm zugehört waren an der Trennung immer die anderen schuld 😉

    Was bei ihm letztendlich im inneren abgeht weiß man nicht. Es gibt auch manche, die wirklich der Auffassung sind "es ist halt nicht die richtige... NEXT!"bin ich schon überzeugt.


    mein BAler ist absolut unreflektiert. Seine Strategie um eine langfristige Beziehung einzugehen war tatsächlich (vor mir) sofort mit den Kandidatinnen zusammenzuziehen. Denn selbst wenn dann die Probleme kommen: man lebt zusammen und wenn fluchtimpulse kommen hängt man ja kopfmäßig an der eigenen wohnung. Deswegen auch die frage am anfang ob ich mir vorstellen könnte mit ihm zusammen zu ziehen. da wir beide kinder haben kann sich jeder vorstellen wie ich reagiert habe: NICHTS ÜBERSTÜRZEN. aber ich hab mich trotzdem innerlich gefreut gehabt. Man macht sich ja Hoffnungen von diesen "überlegungen".

    davon gab es von seiner Seite aus viele

    "wenn wir erstmal zusammen leben"

    "wenn wir Feiertage zusammen verbringen"

    "wenn, wenn, wenn..."

    Mädels und Jungs - da bleibt nur eins: weiterziehen.

    Ihr lest es ja in den Foren immer und immer wieder: die reflektierten BÄ wissen, dass sie ein Problem haben und versuchen daran zu arbeiten. und selbst das ist für alle Beteiligten kein leichter Weg.


    Die unreflektierten ziehen weiter -ohne klärendes Abschlussgespräch- und ohne nur nochmal mit der Wimper zu zucken. Am folgetag oder auch schon während "der beziehung" sind sie auf dating Websites und haken alles ab mit: "es war halt nicht der/die richtige". und selbstverständlich gibt es auch viele, die sich für solche Gefühle/Taten schämen. Aber letztendlich ziehen doch die meisten guten Gewissens weiter. "not my Problem anymore".


    Ich selbst stand vor verschlossener Tür ohne klärendes Gespräch. Mit mir wurde die Beziehung aus einem Streit heraus per WhatsApp "schluss gemacht".

    Danach hab ich ihm seine sachen per post zurückgeschickt. irgendwann sikd die demütigungen auch einfach mal gut. sein Kommentar war tatsächlich:


    "Ich dachte wir lassen noch Gras über die Sache wachsen, aber wenn DU die Entscheidung so triffst..."


    "ich komme eben mit deiner art nicht klar... aber jo. ich kann mich gern nochmal mit dir persönlich unterhalten. aber was soll das bringen? ich wiederhole mich ja nur".


    Aus jeglicher Verantwortung einfach herausgewunden und schön die Schuldfrage abgegeben.


    Ich konnte es meinem BÄ nie recht machen. Hat er sich wochenlang zurückgezogen und ich hab mein Leben gelebt - mich mit Freunden getroffen etc. kam seine verlustangst und eifersucht raus. Aber sehen konnten wir uns auch nicht 😉


    Und ich sitze auch ein halbes Jahr später noch da und frage mich: was zum Teufel war das? 🤣


    naja. letztendlich hilft es ja nichts.


    Lieber sollte man sich selbst die Frage stellen wieso man an so einem Menschen hängt. Wer kennt denn hier seinen BÄ zu 100 Prozent? Ich kannte - wenn überhaupt - meinen zu 30 Prozent. Er hat kaum von seiner Vergangenheit gesprochen (irre Probleme mit seiner Mutter. Da haben wir auch den Knackpunkt...), hat selbstverständlich ab und an mal die Schutzschilde runtergelassen... vor mir geweint.... aber was wirklich innen vorgeht... tja.


    Mein letzter Sachstand war: er is fertig, in Therapie wg. ner Erschöpfungsdepression, hat schuldgefühle wegen seiner Scheidung mit kind, er sei ja selber als scheidungskind aufgewachsen... er ist müde... SO MÜDE!!!!, job gekündigt...


    Auf der datingplattform eine Woche später als ihn eine Freundin gefunden macht er angeblich - - "sehr viel sport"

    - erfolgreich in seinem Beruf (aus bekannter Quelle immer noch arbeitslos)

    - Und wie gesagt: auf der Suche nach einer festen ernsthaften Beziehung


    Es wird sich einfach was zusammengelogen und unreflektiert weiter gemacht.


    Und wollt ihr sowas? Ich nicht.