Beiträge von On_my_own

    Hey On_my_own. Ja, der Beitrag ist alt. Danke für die stellvertretende Antwort. ich glaube mich beschäftigt schon sehr, was die andere Seite fühlt. Und ich selbst habe das auch einmal in einer langen Beziehung gemacht, wo ich mich abschneiden musste. Aber das war eben eine sher lange Beziehung.

    So wie du es schreibst, hilft es mir, das besser zu verstehen. Was sich da auch als Not in einem zusammen braut.

    Ich habe noch damit zu kämpfen, wie hart das "Kappen" der Beziehung dann schlussendlich auf mich als Partnerin wirkte. Aber ich verstehe, dass das als Lösaungsstrategie und Kompensation benutzt wird, um endlich diesen Druck loszuwerden. Das tut mir irgendwie total leid.

    Und mir tut's leid, wenn ich lese, was so ein Verhalten mit dir, als weggestoßene Partnerin, macht.


    Ich denke, sie ist in ihrer Abwehrhaltung viel zu sehr bei sich, um zu erahnen, wie schlecht es dir damit geht.

    Und du (gedanklich) zu viel bei ihr, auch wenn ich das in solchen Situationen selbst von mir kenne.


    Ich wünsche dir, dass du bald abschließen und zur Ruhe finden kannst.

    Hey Jane Doe. Auch wenn das Thema wohl nie an Aktualität verlieren wird, handelt es sich hier um einen Uralt-Thread von 2014.


    Da ich als Kind parentifiziert wurde und seit ewigen Zeiten unter BA leide, antworte ich aber gerne stellvertretend.

    Obwohl mein Verstand mittlerweile weiß, dass ich für das Wohlergehen anderer Menschen (mit Ausnahme meines Kindes!) nicht verantwortlich bin, assoziiere ich genau das mit Beziehungen: Pflichterfüllung, Anstrengung und Selbstaufgabe. Das läuft auf der Gefühlsebene ab, schon beim bloßen Gedanken daran. Ganz schlimm, was sich da in meinem Bauch zusammenbraut.


    Ich weiß auch, dass das mit meinem aktuellen Gegenüber wenig zu tun hat. Es sei denn, man spannt sich (wie ich in meinen Zwanzigern) selbst vor den Karren eines Selbstsüchtlers und reinszeniert das Kindheitsdrama. Doppelt hält besser.


    Allerdings schäme ich mich für so etwas auch über die Maße. Ich wollte mir absolut keine Blöße geben und das ist vielleicht auch nicht das richtige Motiv. Ich merke aktuell - auch in Freundschafenten - dass das eine Rolle spielt. Authentisch zu sich selbst Stehen ist das auch nicht. Ich arbeiten daran...

    Same here! Toxische Scham ist bei mir sehr ausgeprägt, vermutlich aufgrund des jahrelangen Mobbings in der Schule. Sich verletzlich zu zeigen, hat für mich alles noch schlimmer gemacht, weshalb ich dieses Verhalten irgendwann abgelegt habe.


    Das macht die Flashbacks allerdings nicht weniger belastend. Alles mit sich selbst auszumachen, macht auf lange Sicht einsam und in meinem Fall auch depressiv.

    Ach ja: Wenn es selbst bei einer Online-Therapie zu Wartezeiten kommt, würde ich dir ganz klar zu einer Psychotherapie in Präsenz raten, am besten in einem Einzel- und in einem Gruppensetting. Wir Sozialängstler bleiben ja gerne in unserer Komfortzone (ich nehme mich da gar nicht aus ;)), profitieren aber mehr vom direkten Kontakt und Feedback anderer. Meine Gesundheitskurse mache ich deshalb alle vor Ort, auch wenn das manchmal nervig ist. Exposition ist so wichtig für uns. Manchmal ergeben sich daraus auch nette Kontakte.

    Liebe Laurentia!


    Erstmal tut es mir leid, was du da durchmachst. Ich habe ebenfalls am Patienten gearbeitet und weiß, wie anstrengend das sein kann. Insbesondere, wenn man unter sozialen Ängsten leidet. Bei mir wurde eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, die sich ja ähnlich auswirkt.


    Gemobbt wurde ich auch, in meiner frühen Schulzeit und später abgeschwächt im Beruf. Menschen, die tratschen oder andere mobben, wird es wohl leider immer geben. Ich halte mich dann an diejenigen, die einen wertschätzenderen Umgang pflegen und blende die anderen so weit wie möglich aus. Wenn es jedoch Überhand nimmt, sich Ängste oder körperliche Symptome einstellen, würde ich mich nach einer anderen Stelle umsehen.


    Was du als HSP bezeichnest, sind bei mir die stets nach außen gerichteten Antennen, die sich vermutlich als Reaktion auf die "Gefahrenlage" zuhause und in der Schule herausgebildet haben. Diese ständige Alarmbereitschaft ist natürlich sehr anstrengend und kräftezehrend. Mal abgesehen davon, dass ich mich selbst kaum gespürt habe. Irgendwann habe ich damit begonnen, einen Schutzwall hochzufahren. Auf diese Weise konnte ich mein chronisches Unbehagen in der Gegenwart anderer Menschen drosseln, kämpf(t)e von nun an aber mit den Folgen meiner Isolation - Vereinsamung und depressiven Episoden.


    Ohne zu wissen, dass ich eine ÄvPS habe, habe ich in meinen Zwanzigern beschlossen, noch ein Studium aufzunehmen. Das hat mich nicht nur beruflich vorangebracht, sondern auch meiner Persönlichkeit einen ordentlichen Wachstumsschub verpasst. Mittlerweile gehe ich einer Tätigkeit am PC nach, die meinem introvertierten Naturell mehr entspricht. Zudem sind die Arbeitsbedingungen flexibler und das Team nett und reflektiert, sodass ich mich mit mir und den anderen meistens wohlfühle. Die geringere Stresstoleranz, das fragile Selbstwertgefühl und meine sozialen Rückzugstendenzen sind mir dennoch geblieben, lassen sich unter diesen Umständen aber gut handhaben bzw. eingrenzen.


    Als Fazit möchte ich dir mitgeben, dass es gelingen kann, eine passende Stelle für unsereins zu finden. Das ist unter Umständen mit Kosten und Mühen verbunden, die sich in meinem Fall aber voll ausgezahlt haben. Arbeite dich nicht an deinem Umfeld ab, das kannst du (allein) sowieso nicht ändern, sondern schau, was du bzw. deine Psyche braucht und gehe dann deinen eigenen Weg.

    Du sprichst den aussichtslosen Kampf an, das berührt mich. Ich sehe ihn auch als aussichtslos an. Es ist nur noch die Sexualität/Nähe, die mich ab und an wieder in eine Geschichte verstrickt. Gäbe es dafür eine Lösung wäre mein Urteil klar; auf keinen Fall würde ich mich freiwillig neuen Verbindungen aussetzen.

    Same here! Wenn es eine Möglichkeit gäbe, mein Bedürfnis nach Liebe und Nähe stillzulegen, hätte ich sie schon längst ergriffen.


    Hinzu kommt, dass ich mit Beziehungen gar nichts Schönes oder Erstrebenswertes mehr verbinde. Nur noch Schmerz und Kampf und gegen Wände anlaufen. Zu den besch... Prägungen aus der Kindheit gesellen sich ja leider noch die Erfahrungen, die ich im Laufe meines Lebens gesammelt habe. Tadaaa! Und fertig ist das Bollwerk, das von nichts und niemandem mehr eingenommen werden kann. Zumindest fühlt es sich so an.

    allineed  LilaLyla Ganz lieben Dank für die Schilderung eurer Erfahrungen und eure Literaturempfehlungen.


    Von van der Kolk habe ich schon gehört. Und ja, vielleicht sollte ich mich da auch noch einlesen (kann bald eine Bibliothek zum Thema aufmachen;)).


    Allerdings muss ich aufpassen. Zu viel Beschäftigung mit psychologischen Themen zieht mich schnell runter bzw. lässt mich noch mehr verzweifeln. Mein Gefühl der Selbstwirksamkeit ist durch gescheiterte bzw. wenig hilfreiche Psychotherapien leider ziemlich am Boden.

    Ich stimme allem zu was ihr sagt aber dann macht es mich auch traurig weil es menschlich ist. Kein Mensch kann immer dauerhaft über Jahre nur bei sich sein. Bei funktionierenden Beziehungen hat auch eine/r mal eine bessere und schlechtere Phase und es führt denoch nicht zur Trennung. Mit BA fühlt es sich aber an als würde man einen Millimeter Fehler begehen und die Verbindung ist schon wieder zerstört.


    Das frustiert mich so sehr; es bedarf gefühlt keine Sekunde ein falscher Gedanke und die Beziehung ist durch. Alles so schrecklich fragil mit BA und ständig auf Sand gebaut. Kein Mensch kann Monate ohne „Fehler“ oder ohne mal ein bisschen mehr beim Gegenüber zu sein leben.

    Weil Menschen mit BA/VA nicht in sich ruhen, kein Vertrauen in sich und andere haben. Wenn einem das nicht gegeben ist, gibt es nichts zum Austarieren. Ich finde das auch traurig.


    Es fängt in der Beziehung zu sich selbst an. Wenn da schon einiges im Argen liegt, wie soll diese dann, so ganz ohne Fundament, mit einem Partner funktionieren? Vor allem, wenn dieser ebenfalls bindungsunsicher ist. Das ist doch von vornherein zum Scheitern verurteilt.


    Ich frage mich allerdings, ob ich jemals an diese maladaptiven Prägungen herankomme, die letztlich auch meine Persönlichkeit geformt haben. Bildlich gesprochen reden wir da nicht über die Behebung eines Softwarefehlers, sondern über das Betriebssystem, welches zu wechseln wäre. Und das bei laufendem Betrieb ... Am schlimmsten finde ich, dass ich kognitiv alles verstehe, es aber dennoch nicht überschrieben bekomme.


    Will ich mir auch noch das letzte Lebensdrittel mit diesem, wie es scheint aussichtslosen, Kampf versauen? Oder komme ich in die Akzeptanz?

    Du hast geschrieben, Somatic Experiencing hat dir etwas geholfen. Magst du mal berichten, inwieweit?

    Was kann ich tun damit er mich endlich so sieht wie ich bin und seine Angst bei Seite schieben kann?

    Du hilfst weder dir noch ihm, wenn du bei ihm wohnen bleibst. Ganz im Gegenteil.


    Ich habe so was in der Art auch durchgemacht und kann dir nur den liebgemeinten Rat geben, dich da schnellstmöglich rauszuziehen. Dass dir das nach so vielen Beziehungsjahren und bei der toxischen Dynamik eurer Beziehung schwer fällt, kann hier glaub ich jede/r nachvollziehen.


    Wenn du das alleine nicht schaffst, such dir bitte Unterstützung. Das muss nicht gleich eine Einzeltherapie beim Psychotherapeuten sein, es gibt auch kostenlose Angebote von Lebensberatungsstellen. Mir hat das damals sehr geholfen, den Blick für die Realität zu schärfen und mein nicht mehr existierendes Selbstwertgefühl wiederzufinden.


    Wie Synne bereits schrieb, solltest du dich jetzt ausschließlich um dich und deine Bedürfnisse kümmern. Die Baustellen deines Freundes liegen außerhalb deines Einflussbereichs und allein in seiner Verantwortung.

    Bei sich selbst zu bleiben, bedeutet für mich was anderes als nur an sich zu denken. Ich sehe darin eine ganz wichtige Fähigkeit, die sowohl dem VÄ als auch dem BÄ abgeht. Wenn beide Partner bei sich bleiben, ihre Bedürfnisse wahrnehmen/äußern können und sich ihres Wertes und ihrer Grenzen bewusst sind, müssen sie weder klammern noch aus der Beziehung flüchten. Bindungssichere können das.


    Bindungsunsichere sind zu viel bei ihrem Partner bzw. den Annahmen über ihren Partner, bspw. dessen vermeintliche Erwartungen. Weil sie gelernt haben, dass Beziehungen unsicher sind; sie so, wie sie sind, nicht liebenswert sind oder dass sie für Liebe etwas leisten müssen.

    Ich ergänze mal "Die Dornenvögel". Meggies Tochter Justine ist ganz offensichtlich bindungsängstlich, kann sich nach dem Tod ihres Bruders, der von der Mutter stets bevorzugt wurde, aber doch noch auf die Liebe einlassen. Hab sowohl den Roman gelesen als auch den Fernseh-Mehrteiler gesehen (und das nicht nur einmal ;)).


    Der Thread ist zwar schon etwas älter, aber vielleicht interessiert es ja jemanden.