Beiträge von Radieschen

    Erstmal. Ist aber ja soweit eine gute Voraussetzung beim Kennenlernen denke ich.
    Und dann sieht es so aus, daß sie ab in 2 Wochen wohl tatsächlich wöchentlich einen Termin frei hat.

    Ich finde, das klingt doch erstmal super!


    Und im Übrigen ist das gar kein "Glück", oder wenigstens nicht nur. Du hast Dich ja schon auch wirklich aktiv gekümmert. Die Termine kamen nicht aus dem Nirgendwo.

    Also war es Dein Engagement + ein wenig Glück?! :)

    Hey und willkommen im Forum!


    über Deinen "Fehler" haben die anderen ja auch schon geschrieben.

    Nein heißt nein. Immer und sofort.

    Ich gehe weiter und sage: Kein NEIN ist kein JA. Viele Vergewaltigungen passieren, während die Opfer bei vollem Bewusstsein regungslos einfach nur still- und aushalten. Am Ende kommt der Vorwurf, sie haben weder Nein gesagt, noch sich zur Wehr gesetzt. Ich finde man muss nicht immer aktiv "nein" sagen, sondern eher aktiv "ja".

    Und selbstverständlich; wenn ich nein sage, und mein nein nicht akzeptiert wird...ich wäre gegangen, und zwar nicht erst am nächsten Morgen.


    Nun hast du aber ja bereits eingesehen, dass das ein blödes Verhalten war und dich auch entschuldigt.

    Ich finde, dass Du jetzt aber auch einsehen musst, dass eine Entschuldigung eben nicht bedeutet, dass die Person nach 5min alles vergessen und verziehen hat. Vielleicht hast du sie genervt, vielleicht ihr aber auch Angst gemacht, ihre Grenzen übergangen und sie ist daher (verständlich) auch richtig wütend.

    Ich kann nur empfehlen ihr einfach auch mal Zeit zu lassen. Wie Bat schon schrieb; ihr dann zig Nachrichten zu schreiben oder so, empfinde ich wieder bedrängend.


    Darüber hinaus; eine andere Frage habe ich...du schreibst, dass Du über deine eigenen Traumata lange hinweg bist, stabil, alles gut, alles verdaut. Ich lese sowas hier öfter im Forum, und es verwundert mich immer wieder. Ist das so? Ist ein Mensch jemals "fertig", super stabil und alles ToppiTippi? Und besonders ein Mensch mit einen Baustellen? Muss das überhaupt so sein, oder geht´s im Leben vielmehr darum zu lernen, mit entsprechenden Werkzeugen auf neue Probleme und schwere Situationen zu reagieren?

    Wenn ich Dir jetzt sage, dass BA gar keine Diagnose ist und sie sich daher auch garnicht dagegen "behandeln" lassen kann?! :-)

    Ach, spannend!

    Ich finde ja immer gut, wenn man dem Kind einen Namen gibt. Aber da gehen die Geschmäcker total auseinander.

    Hatte auch schon Kritik an diesen Diagnosen, weil die Leute dann ggf. auch in ihrer Diagnose hängen bleiben könnten.

    Also keine Ahnung..."Ich bin BorderlinerIn, ich kann das eben nicht". Weißte wie ich meine?


    Bin ja echt gespannt, wie das bei Dir mit der neuen Therapie weitergeht.

    Fände klasse, wenn Du uns daran teilhaben lässt :)

    Bei mir gab es innerhalb der Therapie lange Phasen, in denen es richtig schlimm wurde. Kaum aushaltbar.

    Aber eigentlich ist es ja immer so: Es wird schlimmer, ehe es besser wird.

    Ich dachte mir immer, dass man einen gebrochenen Arm auch erst richten muss, ehe man ihn schienen kann und er heilen kann.

    Das Richten ist vielleicht schmerzhaft?! :)


    Therapien habe ich immer ähnlich betrachtet. Vielleicht tut es weh, wenn man an alte Themen muss.


    Daher um so besser, dass du dich in der ersten Stunde wohl gefühlt hast! Das finde ich so so so so wichtig.

    Darf ich mal fragen, ob du so eine Erstdiagnose erhalten hast? (Musst nicht sagen was drin stand)

    aber es macht mich total traurig jetzt der Gedanke, daß er das gemacht hat weil er denkt er darf keine eigene Meinung haben weil ich sonst weg bin.

    Mit größter Wahrscheinlichkeit hat er so nicht gedacht. Um so aktiv zu denken, hätte er es im Bewusstsein haben müssen. Da liegt diese Anpassung eigentlich nie, die klemmt im Unterbewussten. Das Bewusstsein ist der kleinste Teil, die Spitze des Eisberges. Alles darunter, ist unterbewusst und dadurch gar nicht so direkt klar. Es kann selbstverständlich an das Bewusste geholt werden, wäre bei vermeidenden Menschen aber sehr ungewöhnlich.

    Meine Freundin, die Hauptberuflich mit psychisch sehr kranken Menschen arbeitet meinte auch mal:

    Wenn man ein Gefühl so massiv verdrängt hat, dann weiß man ja gar nicht mehr, wie es sich anfühllt.

    Bedeutet zum einen, dass man es selber nicht mehr fühlen kann und im Umkehrschluss aber auch nicht in vollem Umfang bei anderen Menschen nachempfinden kann.


    Es ist doch sehr gut möglich, dass Du dich wenig bis kaum angepasst hast. Oder eben erst, als er schon voll dabei war deine VA zu triggern. Das schließe ich ganz bestimmt so nicht aus :)


    Ich weiß nur er sagte als er Schluß machte damals er sei gar nicht mehr er selbst irgendwie.

    Das spricht SEHR für eine massive Anpassung seinerseits. Und das würde mich auch nicht wundern. Ich kenne das wie gesagt gut. Ich konnte irgendwann wirklich nicht mehr sagen, was ich zB gerne esse. In meinem Kopf gab es darauf fast keine Antwort. "Ich esse alles". ja...aber was am liebsten? "Egal. Alles".

    Das ist bis heute geblieben. Ich esse alles, ich trinke alles, ich höre jede Musik, ich mag dicke und dünne Menschen leiden und alle Haarfarben. Ich habe da keinerlei Vorlieben, bei diversen Dingen. ES SEI DENN ich weiß, welche Vorlieben mein Gegenüber hat.


    Inzwischen bekomme ich Panikattacken, wenn ich mit mehreren Menschen zusammen sitze. Nicht immer, aber doch auffällig oft. Da bekommt der Anpassungs-Modus einen Overload. Man kann sich wirklich schlecht an alla gleichzeitig anpassen ;-) Prosecco oder eine sehr sehr lockere Gesellschaft hilft.

    Es ist nicht selten, dass Menschen mit Bindungsproblemen auch einen instabilen Freundeskreis haben.

    Das ist aber kein Muss.


    Ich kenne dieses Verhalten des "nicht mehr reagierens, Schweigen, sich tot - stellens" ja nur von meiner Mutter. Dabei setzt die Erinnerung aber erst ein mit so 8-10 Jahren, wo sie dann echt im Rollstuhl gelandet ist und dann gar nichts mehr alleine konnte.

    Meinst Du, in dem Alter ging das los, oder ab dem Alter kannst du dich aktiv erinnern?

    Darf ich fragen... Hat Dein Partner mal gefragt in Situationen "was möchtest DU denn am liebsten?"... - weil ihm ggf auch aufgefallen ist, daß er fast alles entscheiden soll? Und wenn ja, wie ging es Dir mit so einer Frage, ist das dann Streß pur innerlich? Wie ein Test?

    Weil... Ich hab sowas ja öfter gemacht weil ich dachte ich will ihn eben NICHT übergehen...

    Nein garnicht! Diese Fragen waren nie schwer. Ich habe einfach abgeklopft, was mein Partner da wohl am liebsten mögen könnte. Ganz ganz viel kann man ja aus der Situation ablesen, aus der Mimik oder Gestik oder aus Erfahrungen. Eigene Wünsche einzubringen ist möglich, aber wirklich anstrengend. ICH bin dabei nicht aktiv nervös oder ängstlich, es kostet mich wirklich extrem Kraft.

    Um ehrlich zu sein, ist es aber Niemandem aufgefallen. Ich bin darin sehr geschickt und auch dezent.

    Guten Morgen,


    2. Käffchen hab ich auch schon hinter mir, die Kippe wurde bei mir allerdings durch ein Franzbrötchen ersetzt :) Zucker...mein Laster.


    Ich nehme an, dass dieses Abtauchen und die Funkstille wahrscheinlich sehr alte Ängste und Gefühle in der wecken müsste? Ich mag den Leuten hier so super ungern schreiben, was sie fühlen, daher in "?". Also ich könnte es mir zumindest gut vorstellen.

    Aber eben weil er diese alten Gefühle in dir wecken könnte, besteht aus meiner Sicht die Möglichkeit, dass dein Kopf da einiges mehr auf den selben Nenner zieht.


    ZB Fällt mir hier im Forum häufig auf (und das kenne ich von mir sehr gut) dass über die Beziehungen zu den Ba gerne so exrem einmalig-positiv gesprochen wird.

    In KEINEM Fall möchte ich Dir jetzt das Gefühl geben, dass das alles eine Illusion war und/oder dieser Mann dich nicht wirklich liebt(e).

    Es ist aber wichtig zu verstehen, dass Menschen mit Bindungsängsten (Verlustängsten, Anpassungs- und Abgrenzungsstörungen) sich eben auch massiv auf den jeweiligen Partner anpassen. Unterbewusst, das merken sie selber garnicht.

    Ach Gott...was war ich nicht schon alles. Was habe ich nicht schon alles gemocht, verändert, mitgemacht. Ich habe mich in meinem Leben dermaßen für meine Partner angepasst, dass ich oft überhaupt nicht wusste, was ICH eigentlich gut finde. Innerhalb der jeweiligen Beziehungen wusste ich das (angeblich) immer haargenau. Nene, DAS mag ich ja auch, das sehe ich auch so, das finde ich auch toll, das mag ich auch nicht, das finde ich auch lustig. Es gab auch (kleine) Unstimmigkeiten, aber große gemeinsame Nenner war immer passend. Bei menschen mit großen verlustängsten muss das sein, weil Abweichungen eine Bedrohung sind. Differenzen sind unaushaltbare Distanzen. Daher wird auch eher vermeidend abgetaucht, statt gesprochen. ES GEHT NICHT, weil es diese Distanzen nicht geben darf, selbst wenn sie sein müssten.

    Am extremsten ist mir meine Anpassung bei meinem Musikgeschmack aufgefallen. Ich hatte keinen. Also schon, aber wenn Man(n) mich danach fragte, dann war die Antwort immer "ach, ich höre alles". Und dann sagte Man(n) was er hörte und plötzlich fand ich genau das auch gut.


    Ich habe praktisch kaum eigeninitiative ergriffen. Weder beim Essengehen, noch bei sonstigen Aktivitäten. Minikleine Vorschläge habe ich mich mal getraut, besonders zu Beginn einer jeden Beziehung war aber viel "Och, mir egal. Entscheide du ruhig". Verantwortung übernehmen? Nahezu unmöglich.

    Zu sagen wir...guten 70% habe ich entscheiden lassen. Nach Treffen fragen lassen. Aktivitäten vorschlagen lassen. Beim Sex führen lassen.

    Das vermittelt natürlich dann schnell das Gefühl, dass es tooootaaaaaal viele Gemeinsamkeiten gibt. Die gab es, weil ich sie gemacht habe.

    Meine Partner mussten da jeweils kaum Kompromisse eingehen. Es war mir sehr wichtig, dass meine Partner sich bei mir wohlfühlten, dass sie sich mir zugehörig und verbunden fühlen. Das musste sein, weil die Angst vor den Verlusten existenziell war.

    Daraus wurde ich im übrigen schwerst depressiv.

    Es gab mich selber kaum noch. Meine Bedürfnisse, meine Sehnsüchte, meine Wünsche und Grenzen.

    Ausgesprochen wurden die immer nur so dosiert, dass sie in keinem Fall mit den der Partner kollidierten. Oder wenn, dann nur in einem möglichst geringen Ausmaß.

    Beispiel von mir :Mein Ex stellte sich von einem Tag auf den anderen tot. Entweder durch ein herauf beschworenes "Drama" oder aber einfach so aus meiner Sicht. Auf nix mehr reagiert. Anrufe nicht, WhatsApp nicht... Aber nix blockiert. Ging auch von ein paar Tagen bis hin zu Monaten.

    Wir hatten auch das Thema mehrmals besprochen dann, daß ich so ein Verhalten null tolerieren kann... Eigentlich.



    Ich möchte gerne etwas ansprechen, was dich unter Umständen wütend machen könnte. Ich kann Dich da nicht einschätzen, möchte aber dennoch gerne meine Gedanken zu deiner Antwort eben schreiben. Ok?


    Ich musste wirklich eben noch einmal nachlesen, ob dein Ex bei der Trennung gestorben ist. Also ob der Tod der Trennungsgrund war.

    Auch wenn dich das jetzt ärgern könnte, ich finde du idealisierst ihn grade sehr.

    Auch wenn er dir phasenweise sicherlich Halt und Trost geben konnte, so war die Beziehung doch eher unzuverlässig und toxisch? So würde ich es zumindest jetzt aus den älteren Texten entnehmen?


    Du schreibst das alles natürlich sehr klar verständlich, nachvollziehbar… so, dass ich eigentlich sofort zustimmen würde.

    Aber eigentlich war die Beziehung ja eben nicht konstant das, was du gebraucht hättest? Und eigentlich war er eben nicht die Konstante, die du wolltest, oder?

    (Korrigiere mich gerne!)

    Also ich kann natürlich auch verstehen, dass Dir DIESER Mensch fehlt. Seine Unterstützung und das Gefühl, welches er Dir gegeben hat.


    Auch super, wenn du da Mädels hast, die vielleicht alternativ für Dich da sind.

    Das klang in den ersten Nachrichten darüber für Mich irgendwie anders.

    Als wärst du hauptsächlich auf ihn fokussiert und weniger auf andere.

    Habe ich wohl falsch verstanden :)

    Ich knüpfe hier mal an.

    Das passt auch gut zu dem, was wir in meinem Thread gebonnen haben, finde ich.


    Anfang diesen jahres hatte dann mein Hund schwer Krebs. Die anfängliche Prognose war bitter schwarz.

    Und auch ich bettelte gedanklich um die Anwesenheit von Loverboy, oder sogar dem Vögelchen. Ich sprang von Tierarzt-Termin zu Tierarzt-Termin und sagte meinen Freunden nur recht abgeklärt, was los ist. Natürlich wurden diese sofort aktiv, suchten bessere Kliniken mit fortschrittlicheren behandlungsmethoden und Co. für mich heraus. Sie sprachen mir Mut zu, auch für den schlimmsten Fall der Fälle.

    Aber innerlich fühle ich mich schrecklich einsam und verlassen mit der Situation und der Angst.

    Ich glaube, dass ich nicht einmal hier mein wirkliches Befinden geschildert habe, oder meine emotionale Not.

    Ich war überzeugt, dass diese Einsamkeit weder von meinen Freunden, noch diesem Forum genommen werden könnte. Selbst bei der Therapie fiel es mir schrecklich schwer.


    Und dann. Irgendwann. Gab ich dem ganzen doch die Chance.

    Es kam mir plötzlich völlig wirr vor, dass ich Menschen um Trost fragen will, die emotional NICHT darauf eingehen könnten (Loverboy und Co) und eben nicht um Trost bei Menschen frage, die konstant für mich da sind.

    Ich sprach es also an. Direkt, völlig emotional, weinend und ganz verletzlich. Dass ich Angst habe, dass es mir schrecklich geht. Dass ich diese Wege nicht alleine gehen kann, sollte es zum Schlimmsten kommen. Dass die Tierärzte mir Angst machen, wenn sie so abgeklärt über die Situation sprechen.

    Es weinte teilweise bitterlich und konnte oft nur stammeln. Und doch schaffte ich es eben zu sagen WIE ich mir diesen Trost und die Hilfe wünschen würde. (Das war die schwerste Aufgabe seit Langem).

    Die Antwort war dann natürlich eine völlig neue Nähe. Zu großen Teilen gingen meine Freunde und auch meine Familie wunderbar auf meine Wünsche ein. Jeder so, wie es eben grade möglich war.

    Niemand konnte die Situation nehmen oder die Tatsache, dass ich weiter zu den Tierärzten musste.

    Ich schaffte es aber sogar, den Tierärzten zu sagen, dass ich nicht mit in die Behandlungszimmer gehen mag. Ich habe darum gebeten, dass sie meinen Hund nehmen und ich draußen in der Sonne warten konnte. Wir haben den Hund dann nach den Untersuchungen in das Auto gesetzt und die Ergebnisse in Ruhe in MEINEM Wunschrahmen besprochen.

    Das war eine wunderbare Erfahrung. Als "Dank" stellte sich heraus, dass der Tumor nicht so aggressiv war, wie anfänglich vermutet.


    Spiegeln wir diese Situation auf deinen Text, dann könnte man sich auch hier fragen, warum Du dich nach einem Menschen sehnst, der eigentlich eben nicht die Konstante Stütze wäre, die du dir so sehnst.

    Ich würde nicht fragen, warum du da Trost finden solltest. Eher würde ich die Gegenfrage stellen, warum Du anderen nicht zutraust, dich trösten zu können?


    Besteht die Möglichkeit, dass dort eben eine "bedrohlichere" Situation zu erwarten wäre? Im anderen Thread ging es auch um Pflichtgefühle, um eine unangenehme Enge, ein Verschlucken. Wie könnten wir das hier in den Zusammenhang bekommen? Gibt es einen Zusammenhang?

    Ich finde, es zu einfach jemanden "nur' auf eine Angst zu reduzieren. Sprechen wir hier von ausgeprägten Persönlichkeitsstörungen, wie NPS oder Borderline? Oder "nur" von BA?

    Ich sage es nochmal: BA gibt es in der Schulpsychologie nicht. Den Begriff als solches wirst du da wirklich nicht finden, praktisch nie. Ich habe keinen Schimmer, wo und wie dieser Begriff mal entstand....Bindungsangst ist eigentlich "nur" eine Folge bzw. ein Symptom von eben einer anderen "Diagnose".

    Es ist also unmöglich jemanden darauf zu reduzieren, auch wenn das viele (besonders hier im Forum) versuchen. Das geht nicht.


    In einer Therapie würde niemals die Diagnose "Bindungsangst" gestellt werden. Und es ginge innerhalb der Therapie selbstverständlich ausschließlich darum, dem Patienten zu helfen.

    Ich mag nicht immer von mir schreiben und erzählen, weil ich natürlich kein Beispiel für alle bin. Und dennoch gehörte es zu meiner aller ersten Aufgabe damals, mich erstmal aus allen nicht passenden Beziehungen zu befreien. DIE machten mich nämlich depressiv. Unpassend, weil viel zu eng und toxisch für mich.


    Mein Partner damals dachte wirklich, ich gehe da zur Therapie, und bin dann voll bindungsfähig.


    An Deiner Stelle würde ich mir weniger Gedanken um ihre Entwicklung machen, sondern mich viel intensiver fragen, warum ich selber auf solche Menschen so reagiere. Und das meine ich überhaupt nicht vorwurfsvoll oder irgendwo kritisch.

    Wenn du hohe Reflexion als Grundlage siehst (dem stimme ich voll zu!), bist Du selber hoch reflektiert?

    Und selbst wenn ja, macht auch eine hohe Reflexion eine unpassende Beziehung nicht automatisch passend.


    Ich merke nochmal an, dass die Beziehung grade für Dich eben nicht zu passen scheint. Du bekommst ja nicht, was du bräuchtest und dir wünscht.

    (Zumindest nach dem, was Du hier schreibst)

    Vielleicht magst du da ja mal reinfühlen? Was hindert Dich daran zu sagen "ICH bekomme hier zu wenig. Ich suche mir mehr"

    Ich will hier ja nun wirklich niemanden demotivieren oder Hoffnungen nehmen… aber was glaubt ihr denn, was eine Therapie da in aller aller erster Linie tut?


    - dafür sorgen, dass Menschen mit Angst (BA) nicht mehr in unpassenden, zu engen Beziehungen sind.


    Das kann bedeuten, dass euch eine Therapie der Partnerin/ des Partners nicht die Beziehung bringt, sondern eben genau das Gegenteil, die Trennung.

    Und überhaupt und sowieso, Therapien brauchen teilweise ewig, bis Bewegung ins Spiel kommt. Je nachdem, natürlich. Häufig reicht eine Therapie allein auch gar nicht aus.

    Sehr vermeidende Menschen bekommt man ja nicht selten auch gar nicht zur Therapie.


    Ich würde bei der Partnerwahl daher immer nur auf die ISTsituation setzen.

    Passt und harmoniert es jetzt?

    Nicht vielleicht, eventuell und irgendwann mal?!


    Nein. Passen wir jetzt zusammen?

    Ich habe grade vorhin das Zitat von Jean-Paul Belmondo gelesen:

    "Die meisten Menschen sind unglücklich, weil sie vom Glück zu viel verlangen"


    Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr ich diesen Satz unterstreichen möchte.

    Ich kenne so viele Menschen, die alles erwarten, nichts verändern und dann den großen Frust schieben.

    Auch ich habe immer gedacht "Pöh! Wenn dieses oder Jenes passiert, dann ist ja alles toll!"

    - Wenn dieser Mann doch nur anders wäre, ja DANN wäre alles perfekt

    - Wenn die Situation ein bisschen anders wäre, jaaaa DANN, dann wäre es super

    - Wenn ich weniger Angst hätte...

    - Wenn ich nicht so traurig wäre...

    - Wenn mich jemand lieben würde...

    - Wenn ich einen Ehemann hätte...


    Jajajaja.

    "Wenn ich weniger erwarten und mehr machen würde...."

    Nein. Das wird es nicht, niemals.

    Es kann gar nicht alles gut werden, dann gibt es auch keine weitere Entwicklung mehr auf der Welt.

    Es muss immer alles eine permanente Baustelle bleiben, mit Pausen und in individuellem Tempo, aber Baustelle.

    Was gut ist, das fängt auch irgendwann wieder an zu wackeln, zu schrumpeln und wird am Ende doch irgendwann wieder saniert.


    Es wird nicht alles gut.

    Aber du wirst besser! Du bekommst Werkzeuge in die Hände, die du dir jetzt nicht einmal vorstellen kannst. Die Probleme bleiben immer die Gleichen, aber das Rad wurde bereits erfunden.

    Warte mal ab, es wird nie einfach alles gut, aber es wird trotzdem großartig. :-)

    Die Paarkonstellatiom BA und VA sind vermutlich mit das Toxischste, was es gibt.

    BA hat VA, VA kann BA haben.

    DAS ist das Kniffelige an der ganzen Sache. Die Grenzen sind schwimmend, verdammt dünn und teilweise gar nicht zu definieren. Je größer die VA, desto vermeidender in Beziehungen. Vermeidend kann auch bedeuten, dass man sich unbewusst zu BA hingezogen fühlt.

    Fände ich für das Erstgespräch totalwichtig, dass du es so ansprichst, wie du es hier auch schreibst! :thumbup:


    Eine Sache kann dir aber Gewiss sein: Bei akuten psychischen Notfällen gibt es IMMER ambulante Anlaufstellen. Ich hatte damals keine Suizidversuche, aber definitiv die Phase, in der sowas wie der Tod eine passable Alternative zum Leben gewesen wäre. Vormittags angerufen - Mittags saß ich in der Ambulanz und habe dort mit einem spezialisierten Psychologen gesprochen. Du nimmst Niemandem etwas weg, der schneller Hilfe bräuchte, versprochen.

    Ich finde, das solltest du so auch ansprechen. Also sagen, dass du es als Test oder Prüfung empfindest und dir im Vorfeld Gedanken gemacht hast.


    Da simma dann ja wieder bei Anpassungen, Erwartungen usw.

    Eigentlich gehst du da hin um zu prüfen, ob es für dich die richtige Möglichkeit der Hilfe und Besserung ist.


    Und plötzlich scheint es nur darum zu gehen, ob du „genug krank“ bist, um dort überhaupt Hilfe in Anspruch nehmen zu können?!

    (Krank ist ein doofes Wort. Ersetze durch: „ob es dir schlecht genug geht“)

    Super dass Du Erfolg hattest!


    Ich stimme Nele voll zu, FÜGe aber noch hinzu, dass du Dir da wirklich keine Gedanken machen solltest. Als ich gestartet bin, gab es das Verfahren noch nicht. Selbstverständlich gab es da aber schon dieses Antragsverfahren, das muss ja immer gemacht werden. TherapeutInnen wissen natürlich, wie das läuft.


    Mach dich nicht zu doll irre deswegen... Du musst da echt nicht ALLES reinpacken.

    Wichtig ist: was ist das Anliegen (Leidensdruck/Einschränkungen)

    Was soll sich ändern (Ziele)

    Wie hoch ist die Motivation

    Finde ich alles zu "abgedroschen". Das ist doch kein Bewerbungsgespräch. Bei meinem Erstgespräch habe ich nach 30 Sekunden geheult wie ein Baby. Alles, was ich mir vorher zurecht überlegt hatte, war hinfällig. Das sind Therapeuten, die fragen und wissen genau wie sie an ihre Informationen kommen.

    Trau Dich, da einfach mal los zu lassen. Bei anderen Ärzten hälste den gebrochenen Arm ja auch "nur hin" und der Arzt weiß dann, was zu machen ist.

    Wer selbstständig den Weg zur Therapie findet, IST motoviert. Der Weg dorthin ist so lang und mühsam....


    Zu den Kassen; Neu sind die "Gutachter", bzw. das Verfahren dahinter. Aber selbst eine "Ablehnung" bedeutet keine finale Ablehnung. Die Gutachter müssen einen gewissen Schnitt einhalten und auch ablehnen. Hat nichts mit Dir persönlich zutun, oder dass da Jemand der Meinung wäre "du stellst Dich nur an". Sollte das passieren: Nochmal versuchen. Die TherapeuInnen wissen aber eigentlich auch gut, wie da der Hase läuft.