Beiträge von Mylo

    Genau das, was Lea schreibt, wollte ich mit meinem Beitrag ausdrücken. Es sind einfach nur vertauschte Rollen.


    Will sich die andere Frau morgen plötzlich committen, haut er genau so ab aus der Bindung wie bei Dir. Er ist nicht einen Millimeter bindungssicherer mit ihr als mit Dir.

    Hey Krissie,


    zunächst etwas zum Thema Schmerzen: Es kann auch sein, dass nichts hilft, weil er seit vielen Jahren Schmerzmittel nimmt bzw. vielleicht sogar abhängig von Schmerzmitteln ist? Das Phänomen nennt sich Hyperalgesie. Menschen, die sich - leider oft ärztlich unterstützt - da hinein manövriert haben, müssen erst einmal konsequent alle Schmerzmittel absetzen oder zumindest drastisch zu reduzieren. Das alleine hilft oft schon.


    Und in Bezug auf den Sex mit einer anderen, mit der es sich jetzt "plötzlich" mehr vorstellen kann: Das ist eine total typische Dynamik. Er rutscht in die Rolle des Verlustängstlers. Sie ist für ihn nicht erreichbar, dadurch switcht er auf die andere Seite. Deshalb ist es auch so fatal, getrennt von Bindungs- und Verlustangst zu sprechen als wären es zwei völlig gegensätzliche Pole. Vielmehr ist es so, dass jeder BA auch VA haben kann und umgekehrt. Es kommt immer auch auf die Dynamik an.

    Typisch ist auch: Hardcore-Verlustängstler arbeiten jahrelang an sich und werden dann plötzlich bindungsängstlich. Oder umgekehrt. Gehört aber in dem Fall aus meiner Sicht mit zum Heilungsprozess. Man hat die eine Schattenseite bearbeitet und dann erst wird die andere, die immer da war, sichtbar.


    Es hat also alles nichts mit Dir zu tun, was zwischen ihm und ihr abgeht. Andere Dynamik, aber am Ende derselbe Mist.

    Ich möchte einfach nur an diesen Post von Dir aus dem Sommer 2024 erinnern.


    Ich sehe da irgendwie krasse Parallelen zu Deinen Beiträgen der letzten Tage.


    Auch letzten Sommer hast du u. a. geschrieben, dass es der erste Kerl ist, der dich mit zu Freunden nimmt.


    Sei bloß vorsichtig. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass Du schon wieder voll in Deinem Tunnel bist und wir Dich schon wieder nur noch schwer erreichen können.

    Und dann bin ich hoffentlich mittlerweile so schlau das zu erkennen, bevor ich Scheiße baue :shock:


    Ich denke, dass es einfach wichtig ist, dass Du wachsam bleibst. Die Trigger werden kommen, ohne dass ich das irgendwie heraufbeschwören möchte. Schau Dir Radieschen an: Tolle stabile Beziehung und dennoch kamen Trigger. Die hat jede und jeder von uns mit solch starken Mustern im Hintergrund. ´Die Frage für Menschen wie uns ist nicht: Sind die Trigger weg? Sondern: Kann ich die Trigger erkennen, mich spüren, mich regulieren und mich (kognitiv) wieder sortieren. Dabei ist es im Grunde "egal", ob man aktive oder passive Bindungsangst hat. Der Weg da raus, ist aus meiner Sicht sehr ähnlich.


    Schau einfach wie es sich entwickelt. Vor allem in den ersten 100 bis 200 Tagen einer Beziehung können noch schnell Dynamiken ausbrechen, wo man kurz vorher noch gedacht hat: DAS wird garantiert nicht passieren mit ihm/ihr.


    Die Wahrscheinlichkeit, dass man als VA bzw. BA plötzlich - mehr oder weniger aus Zufall - an einen bindungssicheren Menschen gerät, ist äußerst gering. Und selbst bei einem bindungssicheren Menschen als Gegenüber können Trigger kommen. Der Film läuft in UNS ab, nicht in ihm oder ihr.

    Deshalb mit Neigung zu BA lieber laaangsam daten und versuchen erst einmal noch ein bisschen rational zu bleiben bevor man sich ganz loslässt...

    Genau so sehe ich das auch. Von Date zu Date schauen. Immer versuchen bei sich zu bleiben. Nichts überstürzen. Aber: Auch versuchen, nicht zu sehr zu verkrampfen und zu verkopfen.

    Es gibt ja diesen alten Spruch: Gleich und gleich gesellt sich gern.


    Und in Bezug auf Bindungsprobleme scheint mir da super viel dran zu sein. Ich denke, man sollte nicht unterschätzen wie extrem stark solche Prägungen und Muster unterbewusst und automatisch ablaufen. Die Intuition ist da zumindest bei mir oft schneller als der Verstand.


    Und diese Anziehung kann auch entstehen, ohne dass ein Gespräch stattgefunden hat. Ausstrahlung, Mimik, Gestik sagen ganz viel über einen Menschen und seine innere Haltung aus.

    aut_lilly Es tut mir sehr leid, dass Du in dieser Situation bist.


    Auch als Mann muss ich ganz klar sagen: Solltest Du Dich für das Kind entscheiden, hat er den Mumm zu haben, zumindest für das Kind da zu sein!


    Wenn ich ungeschützten Geschlechtsverkehr als Mann habe, trage ich mindestens 50 Prozent der Verantwortung. Bindungsangst hin oder her. Und wenn ich nicht die Eier dafür habe, diese Verantwortung zu übernehmen, muss ich eben ein Kondom benutzen. Das darfst und kannst Du ihm nach meiner Meinung auch genauso um die Ohren hauen.


    Und wenn Du Dich für eine Abtreibung entscheidest und Du ihn an Deiner Seite möchtest, dann hat er ebenso da zu sein!

    Hallo Lea,


    es tut mir leid, dass es am Ende doch wieder ein typischer BAler war. Auch wenn es sich schon seit Wochen abgezeichnet hat, ist es selbstverständlich traurig und enttäuschend. Ich finde es rücksichtslos von ihm, dass er Dich weiterhin kontaktiert. Meines Erachtens solltest Du ihm da eine ganz klare Ansage machen.


    Wie geht es Dir denn? Du schreibst wieder nur von ihm. Dabei sollte er Dich jetzt echt nicht mehr kümmern.


    Ich hoffe, dass Du es zeitnah schaffst ihn loszulassen.


    Liebe Grüße


    Mylo

    Aber ist das nicht ein wenig zu kurz gedacht. Ich vermute, Du wünschst Dir eine stabile, stetige Beziehung mit Geborgenheit, gemeinsamer Zeit und körperlicher Nähe. Das erfüllt er nicht.

    Bedeutet das dann für Dich jetzt, dass Du Dich auch nach einem anderen Mann umschaust, wenn Du schreibst, dass Du schaust, wie Deine Bedürfnisse ohne ihn erfüllt werden können?

    Vielleicht noch als Ergänzung zu dem, was Radi geschrieben hat: Ich habe es sogar "gehasst" in depressiven Phasen mit Samthandschuhen angefasst zu werden. Und ich weiß, dass es vielen Menschen mit Depressionen so geht: Sie wünschen sich eigentlich, "normal" behandelt zu werden. Das beinhaltet auch, dass sich Partner oder Partnerin abgrenzen, Wünsche/Bedürfnisse äußern, etc.

    Von uns kann niemand genau wissen, was in ihm vorgeht. Es wäre alles nur Spekulation. Wir kennen ihn nicht. Aber wir können Dir helfen. Genau dafür ist dieses Forum da.


    Und indem Du versuchst, ihn verstehen zu wollen, bleibst Du gedanklich voll bei ihm und bist nicht bei Dir. Selbst wenn Du jetzt eine 100 Prozent plausible Erklärung für sein Verhalten hättest: Es würde gar nichts an der Situation verändern.

    Hallo Synne,


    das Thema Oversharing ist auch bei mir ein großes. Inzwischen merke ich aber, dass ich mich besser fühle, wenn ich zurückhaltender bin. So habe ich das Gefühl, gerade am Beginn eines Kennenlernens die Leichtigkeit zu wahren.


    Du solltest Dich jetzt aber nicht ärgern oder damit struggeln, dass Du vielleicht etwas zu schnell unterwegs warst. Es ist so wie es ist: ein Lernprozess. Und Du kannst jederzeit umsteuern.


    Kannst Du vielleicht nochmal aufzahlen, was genau Du an ihm alles unattraktiv findest? Ich habe für mich schon mitgenommen: Es ist unattraktiv für Dich, dass er sich selbst so klein macht (was ich voll verstehen kann!).


    Und kannst Du vielleicht hineinspüren, wie Du Dich mit ihm fühlen würdest, wenn Du noch voll in der Verlustangst wärst? Ich glaube nämlich, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt (zwischen BA und VA).


    Liebe Grüße


    Mylo

    Und was macht das mit Dir? Hast Du Dir selbst eine Deadline gesetzt, bis wann Du ihm Zeit geben möchtest, sich wieder zu sammeln?


    Ich finde es schwierig, dass er sich weigert, sich Hilfe zu suchen und es gleichzeitig toleriert, dass sein Zustand auch Auswirkungen auf andere Menschen hat. Unter anderem eben auf Dich.


    Für mich ein klarer Grund eine noch so junge Beziehung zu beenden. Depressionen sind eine sch... Krankheit. Ich kenne das seit zwanzig Jahren. Aber genau deshalb habe ich kein Verständnis für Menschen, die sich nicht in professionelle Hände begeben.

    In meinen depressiven Phasen ist meine Libido auch eher weniger das Problem. Es ist eben super individuell.


    Hat er sich denn inzwischen professionelle Unterstützung gesucht? Das wäre wichtig. Es ist nicht Deine Aufgabe, ihn da rauszuholen. Und Du musst und solltest auch nicht hinnehmen, dass Ihr Euch so wenig seht. Wenn Du Dir wünschst, dass Du ihn mehr sehen möchtest, ist es Dein gutes Recht, diesen Wunsch auch klar zum Ausdruck zu bringen. Depressionen hin oder her.

    Ich kann nur unterstützen, was Radi da schreibt. Solche Äußerungen sind wirklich wie aus dem Lehrbuch. Ein Beleg dafür, dass er nicht mal ansatzweise reflektiert, dass er ein Problem hat.


    Auch ich war trotz BA mehr als 10 Jahre in einer Beziehung. Ich bin eben innerhalb der Beziehung geflüchtet, indem ich super viel gearbeitet habe und ansonsten auch viel Zeit mit meinen Hobbies verbracht habe.


    Es muss also beim BAler nicht immer die Flucht AUS der Beziehung sein, sondern es kann auch die Flucht in der Beziehung sein. Das Resultat ist dasselbe: Zwei Menschen, die nicht glücklich miteinander sind.


    Insofern kann auch ich Dir nur empfehlen, Dich von ihm zu lösen. Leg auch die Dinge, die er gesagt hat, nicht auf die Goldwaage. Das ist in großen Teilen Projektion - auch auf seiner Seite.

    Ich würde auch da mal ansetzen, weshalb ich überhaupt so lange warte, eh ich mich bemerkbar mache. Dieser Impuls, es müsste ja nun mal so langsam ein Hinweis kommen, wie der Plan so ist, der war ja vermutlich schon viel früher da. Ich hätte das nicht so lange „ausgehalten”, sondern wesentlich früher gefragt und ggf. auch den Hinweis gegeben, dass ich mir dann was anderes vornehme, falls es nicht klappt. Verständnis ist ja gut und schön, aber nicht immer angemessen.

    Genau! Ich hätte mich auch vormittags gemeldet. Und meinen eigenen Tag dann eben anders geplant. Den ganzen Tag auf ihn zu warten, ist schon wieder relativ needy.


    Wobei ich prinzipiell erwartet hätte, dass er sich proaktiv meldet. Er hat schließlich angekündigt, dass man sich noch sieht.

    Ich sehe das grundsätzlich wie Synne, aber in der aktuellen Situation hat er ja sehr konkret in Aussicht gestellt, dass sie sich am Wochenende sehen. Da wäre ich dann auch enttäuscht. Und genau diese Enttäuschung würde ich dann auch kommunizieren.