Längerer Radiobeitrag mit Stefanie Stahl

  • https://ondemand-mp3.dradio.de…otz_20200529_769ef75d.mp3

    Habe diese Podcast zu den obigen Link gehört und fand das sehr spannend. Die Frau, die mir altersmäßig emotional eher etwas zurückgeblieben erschien (weil solches Verhalten auf jeder Party sein zu wollen passt in meinen Augen eher zu einen Teenager als zu einem Mittzwanziger) erzählt ja, welche Probleme es in der Beziehung gab über ihre (angeblichen) Bindungsängste und wie sie (angeblich) mit ganz viel Kommunikation die Problem zumindestens mindern konnten. Und dabei hat sie tatsächlich (!!) doch kapiert, dass es wichtig ist, sich in den anderen reinzuversetzen. Wow!

    Und naja, alles hörte sich so toll an, wie man es ja in der Psychologie lernt, ganz viel Kommunikation und Probleme lösen sich.

    Erst ganz zum Schluss kommt die aus meiner Sicht entscheidende Sequenz. Das war nämlich der Punkt, wo der Freund die Beziehung in Frage gestellt hat und sich fragte, ob er so weiter machen will. Und sie schildert das ganz klar: sie spürte plötzlich Verlustängste. Und ich mag mich irren, aber ich denke, DAS war der entscheidente Punkt zur Änderung, nicht die KOmmunikation (klar, die ist wichtig, aber jemand, der was nciht sehen will, wird es nciht sehen, selbst mit der besten Kommunikation).

    Ich zweifle immer mehr, dass Bindungsängste (also im Sinne von Vermeidung) wirklich Ängste sind. Man sagt, naja, die Ängste sind vorhanden, aber derjenige kann sie nicht fühlen. Das ist aber eigentlich nur eine Hypothese und eine psycho (und vielleicht auch pseudo) - logische Erklärung. Ich denke, wenn man rein bei den Fakten bleibt. Wenn jemand keine Angst fühlt, dann hat er keine Angst. Punkt. Alles andere ist doch nur wilde Interpretation.

    Und wenn man sich die Vermeider anschaut, die kommen ja meist aus dem B-Cluster, wo wir Richtung Narzissmus und auch Psychopathie gehen. Natürlich ist das ein Spektrum und die Frau hier im Podcast ist ganz bestimmt nicht am Ende des Spektrums.

    Aber, wie der amerikanische Psychologe G. Simon sagt, haben diese Menschen oft eher zu wenig Angst als zu viel. Und sie verhalten sich so egobezogen einfach, weil es funktioniert, weil sie es können.


    Und auch hier, die Frau konnte sich so benehmen. Klar, da gabs viele Gespräche immer wieder, aber wirklich geändert hat das ja nichts. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ihr Freund die Beziehung in Frage stellte und ihr damit die KOntrolle entzog.
    Und dann fühlte sie nämlich wirklich etwas (was sie aus meiner Sicht vorher nicht da war): Angst. Ja, und die ist unangenehm. Und daher möchte man die los werden. Und aus meiner Sicht ist genau DAS der Grund, warum sie am Ende doch noch was geändert hat. Weil sie Verlustängste bekam. Ganz bestimmt nciht, weil sie plötzlcih aus heiterem Himmel so viel Mitgefühl für ihren Freund entwickelte.

    Also, Verlustängste sind in der Tat Ängste, diese werden ja vom Betroffenen gefühlt.


    Die (vermeidenden) "Bindungsängste" sind aus meiner Sicht keine Ängste, sondern dass ist die psycho- logische Interpretation für selbstbezogenes Verhalten ohne bzw. mit wenig Empathie.


    Menschen, die ihre Partner betrügen, tun das aus meiner Sicht nicht aus Bindungs"angst", sie tun das einfach, weil es funktioniert, weil es möglich ist. Ich denke, sie bekommen halt dann das doppelte von dem was man als "narcissitic supply" bezeichnet: Aufmerksamkeit, Liebe, Sex, Bewunderung etc.

    Das ist keine spürbare Angst.

    Angst gibt es aber sicherlich: Dass die Sachen auffliegen, vor den Reaktionen der Betrogenen etc.


    Sind aber zwei verschiedene Sachen.

    "Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten". - D.L.