Wegen eines BÄ-lers irgendwo hinfahren

  • Kennt jemand das folgende Problem: Ihr seid an einem Menschen interessiert und möchtet ihn näher kennenlernen. Durch ein gemeinsames Hobby habt ihr die Möglichkeit, ihn vielleicht öfter zu sehen. Auf FB könnt ihr sehen, welche Veranstaltungen bzgl. des Hobbys er demnächst besuchen möchte. Also sagt ihr für ein Event zu, welches für euch interessant ist, aber auch um ihn bald wieder zu sehen. Das mag er aber gar nicht, sagt kurzfristig wieder ab oder ist total kühl zu euch auf dem Event.


    Kommt euch das bekannt vor? Mir passiert das auch jetzt noch, dass Menschen mit BA nicht möchten, dass ich ihretwegen irgendwo hinfahre. Das gilt leider auch für den Großteil meiner Freunde, die darauf bestehen, dass ich ausschließlich wegen der Musik auf Konzerte und Festivals fahre und auf gar keinen Fall ihretwegen. Ich besuche zwar wirklich nur Konzerte, die mich musikalisch interessieren. Aber wenn ich die Wahl zwischen zwei musikalisch gleichwertigen Konzerten habe und auf einem dieser Konzerte auch Freunde anwesend sein werden, entscheide ich mich für den Gig mit Freunden. Damit kommen meine Freunde nicht klar. Sie wollen, dass ich meine Entscheidung ganz unabhängig von ihnen fälle und bei meiner Wahl ausschließlich nach den Bands gehe. Deshalb halten meine Freunde manchmal ihre Konzert- und Festivalpläne vor mir geheim.


    Ähnlich verhält es sich mit bestimmten Feiern. Bald steht wieder Silvester vor der Tür. Diesmal habe ich einen Kurztrip gebucht und werde wie so meistens alleine unterwegs sein. Meine Freunde wohnen nicht in meiner unmittelbaren Nähe und möchten nicht, dass ich Zeit und Geld investiere, nur um Silvester mit ihnen zu feiern. Ihrer Meinung nach ist das ein Tag wie jeder andere. Sie feiern zwar alle jedes Jahr gemeinsam mit Freunden, aber die wohnen alle entweder nah beieinander oder besuchen ihre Eltern in der alten Heimat. Niemand fährt extra wegen Silvester zu Freunden, die mehrere 100 km entfernt leben.


    BÄ-lern ist es unangenehm, wenn man an einen Ort reist, nur um sie zu treffen. Ich habe zwar selbst BA, habe mich aber früher sehr darüber gefreut, wenn mich mal jemand besucht hat. Und zwar nicht nur, wenn gerade ein Konzert in meiner Nähe stattgefunden hat.

  • Hm...also sei mir nicht böse, aber ich fürchte, dass dein Problem nicht nur mit BA zu tun hat. Hast du mal in Erwägung gezogen, dass du die falschen Freunde hast, die eventuell überhaupt keinen Wert auf deine Gesellschaft legen?
    Natürlich fährt man zu Silvester zu Freunden. Nicht selten mehr als hunderte Kilometer. Und wenn meine Freunde geheim hielten, wo sie hingehen, wäre mir die Ausrede/Erklärung egal. Sie wollen mich einfach nicht dabei haben.
    Tut mir leid, wenn das jetzt hart klingt.

  • Natürlich habe ich mir auch schon solche Gedanken gemacht. Ich habe in meinem Eingangsposting vergessen zu erwähnen (bzw. wissen das die langjährigen User eh schon lange), dass ich diese Menschen über ein gemeinsames Hobby - die Musik - kennenglernt habe und es bei unseren Treffen in erster Linie um die Musik geht. Die Leute in der Szene sind schon recht speziell, sie sammeln Original-Tonträger (Vinyl, CDs, Kassetten, usw.), für die sie einen ganzen Batzen Geld ausgeben, und reisen für Konzerte und Festivals durch ganz Europa. Nicht nur meine Freunde, sondern die meisten dieser Festivaltouristen machen ihre Planung ausschließlich von der Musik abhängig. Einige sagen, dass die Musik gewissermaßen ihr bester Freund ist, weil sie von der Musik - im Gegensatz zu anderen Menschen - noch niemals enttäuscht wurden.

  • Hallo Reni,


    Zitat von Reni

    Nicht nur meine Freunde, sondern die meisten dieser Festivaltouristen machen ihre Planung ausschließlich von der Musik abhängig. Einige sagen, dass die Musik gewissermaßen ihr bester Freund ist, weil sie von der Musik - im Gegensatz zu anderen Menschen - noch niemals enttäuscht wurden.


    Na aber das klingt für mich, als ob sie sich in diesem Zustand gefallen. Dann ist das vielleicht nicht die richtige Szene, um Freundschaften zu schließen. Freunde, die nicht damit klarkommen, dass man was gemeinsam macht, um sie zu sehen, wären für mich keine wirklichen Freunde. Vielleicht brauchst Du ja auch ein neues Hobby.

  • Hallo Reni, danke für die Erklärung. Dann würde ich auch sagen, dass der Begriff "Freunde" hier nicht zutrifft, sondern es eher Bekannte mit einem gemeinsamen Hobby sind. Als Freunde sind die wohl tatsächlich ungeeignet:-(

  • Reni, mein Hase,


    irgendwie, ja irgendwie... kommt es mir komisch vor, dass es in Deinen Erzählungen immer so aussieht, dass es immer die Anderen sind, die Dich schneiden oder vor Dir weglaufen... Da sind die Kollegen auf der Arbeit, die Dich Deiner Meinung nach schneiden, weil Du über eine Zeitarbeitsfirma arbeitest. Dann sind da die Metall-Jungs und Mädels, die immer irgendwie nichts mit Dir zu tun haben wollen... Die Objekte der Begierde, die immer eher Reißaus nehmen, als sich näher mit Dir zu beschäftigen... Und hinzu kommt, dass irgendwie so ziemlich jeder Mensch in Deinem Umfeld Deinen Erzählungen nach Bindungsängstler ist...


    Das kommt mir dann doch irgendwie ein bisschen spanisch vor und wirft in mir die Frage auf, ob es wirklich immer "die Anderen" sind, die die Schuld an diesen Gegebenheiten haben.


    Du schreibst ja nun, dass du selber auch "BA bist", und da ist es ja nicht unüblich, dass tatsächlich immer erst einmal die Schuld bei anderen gesucht wird, bevor mal die eigenen Anteile an der Situation beleuchtet werden. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich nicht auf dem Laufenden bin, wie es bei Dir wirklich mit der Fähigkeit zur Selbstreflexion aussieht. Aber ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass Du vielleicht wirklich mal an dieser Stelle ansetzen solltest und nicht in erster Linie bei den Leuten, die nach Deinem Gefühl "vollkommen grundlos" mit Dir nichts - bzw. zumindest nicht vertieft - etwas zu tun haben wollen.


    Sei mir nicht böse - ich hoffe, das ist nicht verletzend rüber gekommen.


    LG von Leuchtdingens

  • Zitat von Leuchtfeuer

    irgendwie, ja irgendwie... kommt es mir komisch vor, dass es in Deinen Erzählungen immer so aussieht, dass es immer die Anderen sind, die Dich schneiden oder vor Dir weglaufen...


    Ach Leuchti, du warst in letzter Zeit hier nur unregelmäßig aktiv und hast wahrscheinlich nicht gesehen, dass ich sehr wohl auch über meine Fehler gesprochen habe. Dazu später mehr.



    Zitat von Leuchtfeuer

    Da sind die Kollegen auf der Arbeit, die Dich Deiner Meinung nach schneiden, weil Du über eine Zeitarbeitsfirma arbeitest.


    Als ich mich im Mai 2014 hier angemeldet habe, war ich gerade krank geschrieben, weil ich über 1 Jahr lang auf der Arbeit massiv gemobbt wurde. In den letzten 2 1/2 Jahren ist mir das aber nicht mehr passiert.



    Die Probleme im Freundeskreis haben auch 2014 angefangen. Damals kam eine neue Frau in unsere Gruppe rein. Mir geht ihre Art manchmal total auf die Nerven. Es ist übel, wenn du bei Treffen mit Freunden ständig jemanden ertragen musst, auf den du wenig Bock hast. Weil ich ein sehr emotionaler Mensch bin, fällt es mir schwer, meine Gedanken und Gefühle komplett zu verbergen. Auch andere Frauen bei uns sind von ihr genervt, können aber gelassener mit ihrer Anwesenheit umgehen. Ich habe manchmal den Fehler gemacht, dass ich zu emotional auf sie reagiert habe.


    Gelassenheit ist allgemein nicht meine Stärke. Wenn ich etwas will, dann am liebsten sofort und mit der Brechstange. Es gab in meinem Leben nicht wenige Menschen, die sich von meiner Art stark unter Druck gesetzt fühlten. Ein gutes Beispiel ist mein alter BA-Mann, wegen dem ich mich damals hier angemeldet hatte. Was habe ich über ihn geschimpft, mich über seinen Egoismus aufgeregt, usw. Nach knapp 4 Jahren Hin und Her habe ich ihn aufgegeben, nach einem weiteren Jahr den Kontakt abgebrochen.


    Nach einem Jahr ohne Kontakt meldete er sich letzten Monat, aber ich ging nicht auf seine Kontaktversuche ein. Auf einem Festival sprach er mich an und bat mich im Laufe des Abends um ein Gespräch. Er tut sich immer noch schwer mit offenen Worten, aber auf seine Weise hat er mir trotzdem irgendwie gezeigt, dass ich ihm nicht egal bin und er sich freuen würde, wenn wir wieder Kontakt hätten. Das war vor 5 Wochen, und seitdem haben wir wieder Kontakt. Aber diesmal läuft es anders als in den knapp 4 Jahren, als ich unbedingt auf Biegen und Brechen mit ihm zusammen kommen wollte. Wahrscheinlich deshalb, weil ich nichts mehr von ihm erwarte. Früher habe ich mich wahnsinnig aufgeregt, weil er mich auf FB fast komplett ignoriert hat. Seit 5 Wochen ist er wie ausgewechselt. Er liked immer mal wieder Bilder und Kommentare auf meiner Chronik, postet was, flirtet, macht mir Komplimente und freut sich, wenn ich ihm was auf seine Chronik poste (früher hat er meine Posts gelöscht). Bei unserem Treffen vor 5 Wochen hat er mich auf eine Baccardi Cola eingeladen, ganz freiwillig. In den 4 Jahren damals hat er mir nicht mal ein kleines Glas Wasser spendiert, was mich auch total angenervt hat. Er hat mir neulich sogar gesagt, dass ich ihm wichtig bin und er mich vermisst hat. Dass ich mal solche Worte aus dem Mund dieses Mannes hören werde, hätte ich niemals gedacht.


    Ich freue mich, dass wir wieder gut miteinander auskommen :-D . Und bin glücklich, dass ich dazu in der Lage bin, ohne Erwartungen Kontakte zu pflegen.

  • Lassen wir mal die BA außen vor:
    Irgendwie finde ich es schräg auf fb öffentlich sich für eine Veranstaltung zu interessieren und auch hingehen zu wollen und dann wegen der Zusage einer Person nicht hinzugehen..hä....
    Also Reni , wenn du den Verdacht hast, er sagt wegen dir ab, fühlt sich verfolgt und ist in irgendeiner Weise von dir genervt, dann würde mein Interesse an diesem Menschen schnell schwinden .?..ja hab ich jetzt auch gelernt :wink:


    Auch die Bewmerkung, dass sie irgendwas vor dir geheim halten mit der Begründung. man sollte nur die Prioritäten auf die Band legen und nicht auf die Gesseligkeit finde ich dermaßen bescheuert .
    Ich geh auch aufVeranstaltungen, wenn ich weiß, Freunde und nette Bekannte sind dort. Das ist doch normal. Ich würde nie aufs Oktoberfest etc, gehen , wenn kein Mensch da wäre.


    Lass dir den Quatsch nicht einreden...es ist normal und auch ok, wenn du das Bedürfnis hast, mit Freunden zusammen zu sein.Ich denke nur, dass sind keine Freunde.....keine wie du sie suchst.

    Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es einen unstillbaren Sommer in mir gibt.
    Albert Camus

  • Zitat von Jojo200

    Irgendwie finde ich es schräg auf fb öffentlich sich für eine Veranstaltung zu interessieren und auch hingehen zu wollen und dann wegen der Zusage einer Person nicht hinzugehen..hä....
    Also Reni , wenn du den Verdacht hast, er sagt wegen dir ab, fühlt sich verfolgt und ist in irgendeiner Weise von dir genervt, dann würde mein Interesse an diesem Menschen schnell schwinden .?


    Was meinen früheren BA-Mann angeht, der ist wirklich so. Also nicht nur im Umgang mit mir, er macht seine Anwesenheiten auf Konzerten grundsätzlich NUR von den Bands abhängig. Wenn z. B. seine Freunde sich an einem Abend in einer Kneipe treffen möchten und am gleichen Abend eine für ihn interessante Band spielt, aber keiner außer ihm zum Gig fahren möchte, dann geht er lieber alleine aufs Konzert als sich mit seinen Freunden zu treffen. Und zwar auch, wenn er die Freunde schon längere Zeit nicht gesehen hat. Der Mann ist gerne unter Menschen, aber die Musik geht bei ihm immer vor.


    Als wir uns vor 5 Wochen auf dem Festival gesehen haben, meinte er dass er mich vermisst hätte und sich sehr über unser Wiedersehen freute. Nun musste der Headliner an dem Abend ganz kurzfristig seinen Auftritt absagen. Wir hatten uns total auf diese Band gefreut. Dann meinte der Mann, dass er auf keinen Fall aufs Festival gefahren wäre, wenn er das vorher gewusst hätte. Das bedeutet, er wäre sicher nicht meinetwegen oder wegen seiner Freunde hingefahren, obwohl das restliche musikalische Programm auch nicht schlecht war. Für ihn muss die Musik aber top sein, sonst fährt er nicht hin.


    Bevor ich in ihn verliebt war, postete er alle seine Anwesenheiten auf Konzerten und Festivals. Als es immer offensichtlicher wurde, dass ich an einer Beziehung interessiert war, änderte sich sein FB-Verhalten. Auf einmal postete er nur noch Anwesenheiten auf Gigs, die für mich musikalisch uninteressant waren. Bei Konzerten, die auch für mich von Interesse waren, kam es ganz auf meine Pläne an. Wenn ich frühzeitig zusagte, klickte er schnell auf Absage. Wenn ich früh absagte, dann sagte er schnell zu. Und wenn es bei mir nicht sicher war, hielt er sich bis kurz vor dem Konzert bedeckt und traf seine Entscheidung erst, nachdem ich meine getroffen hatte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Zufall war. Es ist jahrelang immer wieder so gelaufen. In dem einen Jahr, als wir keinen Kontakt hatten, postete er wieder alles offen so wie früher, als ich noch kein Interesse an ihm hatte.


    Vor ca. 3 Monaten hat er auf FB zugegeben, dass er Bindungsprobleme hat. Eine Arbeitskollegin von ihm hat von ihren Bindungsproblemen geschrieben, dann er irgendwas in der Art gepostet, dass es ihm so ähnlich geht. Es freut mich, dass er sich jetzt Mühe gibt, ein gutes Verhältnis zu mir aufzubauen und mir den Respekt entgegenzubringen, den ich verdiene. Wahrscheinlich hat er gemerkt, dass ihn seine frühere Art zu einem sehr einsamen Menschen werden lässt. Er redet auch nicht mehr wie früher schlecht über meine Freunde, sondern versucht, sie näher kennenzulernen und entdeckt auch ihre positiven Seiten. Das rechne ich ihm wirklich hoch an.



    Zitat von Jojo200

    Auch die Bewmerkung, dass sie irgendwas vor dir geheim halten mit der Begründung. man sollte nur die Prioritäten auf die Band legen und nicht auf die Gesseligkeit finde ich dermaßen bescheuert .
    Ich geh auch aufVeranstaltungen, wenn ich weiß, Freunde und nette Bekannte sind dort. Das ist doch normal. Ich würde nie aufs Oktoberfest etc, gehen , wenn kein Mensch da wäre.


    Diese Einstellung ("nur nach den Bands gehen") vertreten nicht alle meine Freunde, sondern nur zwei Personen. Und ja, womöglich sagen sie das, weil sie von mir genervt sind. Ich stehe dazu, dass ich extrem aufdringliche Menschen total panne finde. Die sog. "Klammerfrau" hat sich schneller in meinen Freundeskreis gedrängt, als man bis 3 zählen kann. Die ist wirklich extrem. Ich finde ihr Verhalten zum Fremdschämen und zeige das auch hin und wieder, nur leider gibt es keinen, der da hinter mir steht. Die Frauen finden es auch nicht gut, bleiben aber gelassen. Und die Männer freuen sich über die Schmeicheleien dieser dämlichen Gans. Ohne diese Frau würde es die Probleme im Freundeskreis nicht geben. Ich bin ein impulsiver Mensch und habe leider schon mehrmals ihretwegen die Beherrschung verloren, über sie geschimpft, usw.

  • Zitat von Jojo200

    Ich denke nur, dass sind keine Freunde.....keine wie du sie suchst.


    So ist es bzw. denke ich, dass ich mich endgültig von der Vorstellung lösen sollte, ähnliche Freundschaften zu führen wie meine Eltern das immer getan haben. Wie ich schon in SugarLeas Thread geschrieben habe, die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen auch die Menschen. Heutzutage haben die meisten Leute andere Prioritäten.

  • Reni, ich weiß nicht, was Du bei SugarLea geschrieben hast, aber ich denke, auch heute wünschen sich Menschen noch enge Freundschaften. Ich denke man muss überlegen, was man sich wünscht, und dann muss man dort suchen, wo es am wahrscheinlichsten ist, dass Du das findest. Die Musikszene, die Du beschreibst, klingt nicht so, als findest du da die Freundschaften, die Du möchtest. Aber warum muss das denn bedeuten, dass es sie nicht mehr gibt?

  • Zitat von SunFlower

    Reni, ich weiß nicht, was Du bei SugarLea geschrieben hast, aber ich denke, auch heute wünschen sich Menschen noch enge Freundschaften.


    Was verstehst du denn unter einer "engen" Freundschaft? Vielleicht meinst du das, was ich mit der Freundin hatte, die im Juni verstorben ist. Sie war nicht in der Szene unterwegs. Hatten mehrmals in der Woche Kontakt, entweder WA oder ICQ. Treffen wegen der Entfernung selten, aber der Kontakt war ständig da und wir konnten über alles miteinander reden. Die Frau war Anfang 50, berufstätig und hatte zwei erwachsene Kinder, die aber schon längst auf eigenen Füßen stehen und eigene Wohnungen haben. Abgesehen von der Arbeit hatte sie außer ihrer Wohnung keine weiteren Verpflichtungen und somit viel Zeit für Gespräche. Wobei sie laut eigener Aussage auch BA hatte.


    Meine Musikfreunde sind da anders drauf. Sie treffen den Großteil ihrer Freunde nur alle paar Monate. Zwischen den Treffen gibt es weder Telefonate noch schriftlichen Kontakt bzw. nur kurz, um Ort und Uhrzeit für das nächste Treffen auszumachen. Sie behaupten, dass sie auf der Arbeit schon genug reden müssen und sich gestresst fühlen, wenn sie auch nach Feierabend und am WE Unterhaltungen führen sollen. Na ja, wenn es um die Musik geht, sind sie ständig auf FB und schreiben mich auch öfters an. Das ist für sie okay. Sie möchten nur nicht so oft über persönliche Themen reden.

  • Tut mir leid, dass Deine Freundin dieses Jahr gestorben ist, Deine Geschichte kenne ich nicht.
    Enge Freunde sind für mich welche, mit denen man regelmäßig Kontakt hat, und die, wenn's drauf ankommt, fast alles für einen stehen und liegen lassen, um einem zu helfen, vorausgesetzt man ist keine Drama-Queen und hat nicht alle 3 Monate einen Notfall. :)
    Solche Freundschaften baut man natürlich nicht im Handumdrehen auf. Aber Freunde, die mich nicht sehen wollen, die brauche ich nicht.

  • Hey Reni,


    ich will gar nicht mehr viel schreiben. Wenn Du erkannt hast, dass es nicht immer die Anderen sind, die die Schuld tragen, ist das ja schon mal ein guter Weg. Aber es waren eben diese Geschichten wie die von dieser Frau, die Deinen Freundeskreis infiltriert hat und alles aus dem Lot bringt oder auch die Kollegen, mit denen Du einfach nicht richtig in Kontakt kommst, (dabei ging es um etwas, das Du mal zum Kennenlernen anderer Männer außerhalb der Schwermetal-Szene geschrieben hast, nicht um das Mobbing, das Du vor einigen Jahren mal erleben musstest) die mir im Gedächtnis geblieben sind.


    Ich bin und bleibe weiterhin der Meinung, dass zwei Seiten dazugehören... es sind nicht nur die Kollegen oder diese Frau - Du beschreibst Dich ja selber recht gut... Vielleicht liegt es ja auch an Deiner Art, dass es immer wieder ziemlich rumpelt im Umgang mit anderen Menschen.


    Tschüßchen!


    Leuchtdingens

  • Zitat von SunFlower

    Enge Freunde sind für mich welche, mit denen man regelmäßig Kontakt hat, und die, wenn's drauf ankommt, fast alles für einen stehen und liegen lassen, um einem zu helfen, vorausgesetzt man ist keine Drama-Queen und hat nicht alle 3 Monate einen Notfall. :)


    Das macht für mich ein befreundetes Ehepaar hier im Ort. Diese Menschen sind nicht nur meine Freunde, sondern mit meiner ganzen Familie befreundet. Wir kennen uns seit den späten 1980ern. Dann gibt es hier im Umkreis noch eine Freundin, die ich vor bald 20 Jahren in der Ausbildung kennengelernt habe. Auch sie würde bestimmt einiges für mich tun. Wir haben aber keinen regelmäßigen Kontakt, weil sie wirklich extrem wenig Zeit für Freunde hat.


    In der Musikszene gibt es einen Mann, mit dem ich 10 Jahre lang jede Woche geschrieben habe. Der Kontakt bestand trotz großer räumlicher Entfernung sehr regelmäßig, haben uns auch öfters gesehen und ich konnte mit ihm über alles reden. 2014 änderte sich alles, als eine neue Frau (die von Leuchtfeuer erwähnte Frau) auf der Bildfläche auftauchte. Sie verliebte sich in meinen Kumpel (er sich aber nicht in sie) und hängte sich nicht nur ständig an uns, sondern drängte sich allgemein total schnell in meinen Freundeskreis, womit ich noch heute meine Probleme habe. 2014 und 15 hatten mein guter Freund und ich viel Knatsch wegen der Frau, dieses Jahr haben wir uns wieder deutlich besser verstanden, aber unser Verhältnis ist nicht mehr so eng wie früher. Nach einem insgesamt schönen Jahr haben wir seit kurzem leider wieder Zoff - natürlich geht es wieder um diese Frau...


    Ich kann sehr böse werden, wenn ich mit jemandem befreundet bin und sich dann nach Jahren plötzlich eine dritte Person ständig an uns hängt. Das gilt übrigens nicht nur für Mann-Frau-Freundschaften, sondern auch für gleichgeschlechtliche Freundschaften. Als Schülerin hatte ich jahrelang eine beste Freundin, bis eines Tages eine neue Schülerin in der Klasse auftauchte und sich ständig an meine beste Freundin hängte. Mir würde es nicht im Traum einfallen, mich permanent so auffällig an einen Menschen zu kleben, der schon seit langer Zeit mit einer anderen Person sehr eng befreundet ist. Vor allem mit aufdringlichen Frauen habe ich ein großes Problem (es gibt bei weitem nicht so viele anhängliche Männer). Da fällt mir spontan eine Urlaubsreise ins Ausland mit Festival ein. Das war vor ca. 7 Jahren, ich war mit 3 Männern unterwegs, wir teilten uns ein 4er-Zimmer. Auf dem Festival lernten wir eine deutsche Frau kennen, die mit einem Kumpel angereist war. Sie hatte aber irgendwie keinen Bock auf ihn und hing schon wenige Stunden nach dem Kennenlernen nur noch an uns. Egal was wir machten - Bands anschauen, Sightseeing, Essen gehen, usw. - sie war immer dabei. Und dann redete sie auch noch so viel, so um die 90% der Zeit hat nur sie gesprochen. Irgendwann fand ich ihre Daueranwesenheit nur noch nervig und hab´ meinen Freunden das gesagt. Ich hatte mich auf einen tollen Urlaub mit meinen Freunden eingestellt und absolut keine Lust auf eine One-Woman-Show einer wildfremden Frau. Aber die Männer hatten überhaupt kein Verständnis für mich, für die war ich nur die eifersüchtige Zicke.


    Offensive, aufdringliche Frauen bringen mich total auf die Palme. Wenn ich böse werde, dann fast immer aus diesem Grund. Leider sehen Männer das ganz anders. Ich habe das Gefühl, dass sich die meisten Kerle über die Schmeicheleien fast jeder Frau freuen, und zwar auch wenn sie diese optisch oder charakterlich (oder beides) gar nicht gut finden.

  • Du schreibst, aufdringliche Menschen bringen dich auf die Palme, aber versuchst dich an "Freunde" dranzuhängen, die sich dann genötigt fühlen, ihre Pläne deswegen zu ändern. Gibt es da ein Muster?

  • Also ich war noch nie der Typ Mensch, der bei jeder Aktivität eines anderen Menschen (weder in Beziehungen noch in Freundschaften) unbedingt dabei sein musste. Mir ist es wichtig, dass Partner und Freunde auch Raum für sich selbst sowie Zeit für andere Menschen haben. Wenn ich in einer Beziehung bin, möchte ich auch nicht jede freie Minute mit dem Partner verbringen, sondern auch weiterhin den Kontakt zu Familie, Freunden und Bekannten pflegen. Und was ich mir selbst herausnehme, das gestehe ich natürlich auch meinem Partner und meinen Freunden zu.


    Du könntest aber trotzdem Recht haben mit der Vermutung, dass manche Leute sich von mir bedrängt fühlen. Das haben mir schon 1-2 Leute mal gesagt. Wobei es aber nicht so ist, dass ich immer und überall dabei sein möchte. Wenn ich jemanden schon länger nicht gesehen habe und diesen Menschen gerne mal wieder treffen möchte, neige ich dazu, seinetwegen auf ein Konzert zu fahren, welches ich zwar interessant finde, aber das ohne seine Anwesenheit für mich eher verzichtbar ist (weil ich die Band schon oft genug live erlebt habe usw.).