Beiträge von Anonymus

    Abwarten, mir Zeit nehmen, versuchen zu erfühlen was Angst/Wut/Trigger ist und was das Gefühl darunter ist. Das funktioniert aber besser wenn ich der Part bin der mehr Nähe sucht. Wenn ich der vermeidende Part bin, bin ich einfach von vornherein nicht so attached.


    Was mich mal interessieren würde: Wenn du sicher gebunden bist, warum treibt es dich nun in diese Thematik rein? Wenn du die Dates nervig findest - ist doch ein sehr guter Selbstschutz? Warum Onlinedating?

    Also erst mal finde ich dass innere Gefühlsschwankungen und äußere Auswirkungen wie Distanzierung oder On-Off zwei verschiedenen paar Schuhe sind. Über was von beidem möchtest du sprechen?


    Die inneren Gefühle leben ja irgendwie ihr eigenes Leben. Ich zumindest fühle Liebe nicht jeden Tag gleich intensiv. Was davon ich allerdings ausagiere ist meine Entscheidung, auch wenn sich das unter Druck manchmal nicht so anfühlt.

    Danke Radieschen :flower: Meine Thera und ich haben auch gestern wieder gefeiert. Es ist so komisch in der Therapie zu sitzen und im Grunde nix zu besprechen zu haben außer sich einfach mal zusammen zu freuen. Ganz neue Dimensionen hier <3


    Was ich aber spannend finde: Lalilala hat von meiner "Partnerin" geschrieben. Ich wüsste nun gerne mal ob sie denkt dass ich ein Mann bin, denkt dass ich lesbisch bin, denkt dass man ein Mann sein muss wenn man Angst hat vereinnahmt zu werden oder ob der Beitrag eigentlich mehr ein Selbstgespräch war, also ein gespräch mit dem Anteil war, den das betrifft? Oder es war ein inneres Gespräch mit ihrem potentiellen Partner? Vielleicht hat sie ja Lust diese Frage zu beantworten? :) :S :)


    Oder bin ich nun reingetappt und Lalilala ist ein Mann? :hilfe:

    Kannst du mir ein Beispiel nennen, wo jemand so massiv deine Grenze überschritten hat? Das würde mich interessieren!

    Ich war in Beziehungen meist eher auf der verlustängtlichen Seite, aber es gab auch Beziehungen in denen es umgekehrt war. Wo der Partner eher geklammert hat und verlustängstlich war. Ich bin da an sich vom Kopf her recht verständnisvoll, aber...


    Wenn mich z.B. jemand anschreit, ausflippt und sich total im Recht fühlt und abreagiert, obwohl ich mir sicher bin korrekt gewesen zu sein, mich nicht falsch verhalten zu haben oder einen eher unwesentlichen Fehler gemacht zu haben ... dann merke ich wie die Gefühle schlagartig in den Keller gehen. Und spätestens wenn das dann noch mal passiert war es das dann. Ich merke in dem Moment richtig wie der andere sein Fass über mir auskippt und mich mit jemand anderem verwechselt und mich gar nicht wirklich wahr nimmt.


    Ich kenne dieses "ausflippen" zwar selbst aus meinen verlustängtlichen Beziehungen und weiß wie das zustande kommt, aber es hat dennoch die Gefühle gekillt.


    Ich glaube man hat beide Ängste in sich (jeder Mensch hat die, aber wenn man ein Thema mit Bindungan hat kann man mit den beiden Ängsten schlechter umgehen) trifft unbewusst eine Entscheidung welche Angst man besser erträgt. Die Angst verlassen oder vereinnahmt zu werden. Ich ertrage es offensichtlich besser verlassen zu werden als vereinnahmt, denn verlassen zu werden killt meine Gefühle nicht so zuverlässig wie mich überrollt zu fühlen. So verstehe ich das.

    Definitiv nicht immer. Ich selbst komme nicht zurück, wenn mir mal jemand zu nahe gekommen ist. Wenn jemand meine Grenze sehr plötzlich überschreitet, sind die Gefühle weg und kommen nicht wieder. Zumindest war es früher so, ich hoffe dass ich mich inzwischen da rausgearbeitet habe. :)


    Umgekehrt war es so, dass ich einem anderen Menschen auch nicht erlaube sich groß zurück zu ziehen und danach wieder zu kommen. 1-2 mal mag das gehen, nach sehr kleinen Rückzügen des Partners, aber wenn jemand zB mehr als einen Tag nicht auf meine Nachrichten oder Anrufe reagiert bin ich raus und komme auch nicht wieder.


    Ich bin nicht so der on-off-Typ, ich kann das sehr schnell nicht mehr ernst nehmen.

    Ich sage es immer wieder gerne: Ich möchte meinen Partner jeden Tag sprechen oder Kontakt haben. Zwei Tage nicht antworten - sowas möchte ich gar nicht. Und ich haben wirklich viele Hobbies, momentan komme ich kaum zu meinem Haushalt, aber dennoch bin ich anhänglich und will auch planen können. Weil für mich wenn der Plan steht das Ding abgehakt ist und ich mich dann auf die Dinge dazwischen konzentrieren kann. Meiner Erfahrung nach endet "spontan" oft in viel zu vielen Nachrichten/Kommunikation und bindet unheimlich viel Zeit nur um sich zu treffen. Spontan finde ich auch ab einem gewissen Alter schwer, denn ich habe ja Familie, Freunde, Job, Hobbies. Wenn ich mit meinem Partner dann jeden Tag "mal gucken ob es passt" spielen müsste...das würde mir gar nicht gefallen und wäre nur Stress für mich.


    Und wenn ich da aus dem Gleichgewicht kommt, dann weil mein Partner sich spürbar nicht festlegen will. Ich glaube dieses überanhängliche Verhalten wird eben auch provoziert, weil die Nähe-Distanz-Regulation nicht funktioniert. Das kann einem keiner abnehmen, das muss man bei sich regeln. Vor allem nicht der Partner.


    Ich hoffe da versuchen alle hier im Forum auch mal in den Spiegel zu schauen und ehrlich zu sich selbst zu sein.

    Hello hello, heute ist das besagte Datingportal in der Testphase an den Start gegangen und gleich funktioniert schon mal einiges nicht :) War aber in der Testphase zu erwarten. Haben sich denn nun welche aus dem Forum hier angemeldet?

    Ja, ich fürchte ganz so einfach ist es nicht. Ich bin nicht so schlecht darin meine Bedürfnisse zu kommunizieren. Aber ich habe auch schon Sätze gehört wie: "Ich kann nur das machen womit ich mich 100% wohl fühle." und da ging es um Alltagsentscheidungen. Aber 100% Wohlfühlzone für den einen ist dann eben weniger Wohlfühlzone für den anderen, weil es Kompromisse und Gemeinsamkeit behindert. Da bleibt ja nur noch Anpassung oder der Alleingang und das kann mal eine Lösung sein, aber dauerhaft passt es dann vermutlich für viele nicht.


    Zitat

    Außerdem muss man einem Ba auch echt beibringen, dass kleine Unstimmigkeiten, Wut und Konflikte nicht automatisch bedeuten, dass die Beziehung zerbricht.

    Muss es natürlich nicht automatisch, aber das bedeutet es eben doch sehr oft. Damit habe ich ja reichlich Erfahrung, auch in Freundschaften. Für mich bedeutet ein Streit nicht automatisch das Ende, aber ich habe das dennoch schon sehr oft erlebt. Im Sportverein merke ich auch wie wenig viele Leute in der Lage sind Konflikte anzusprechen und auszutragen. Die wünschen sich dann ganz viele Regeln, damit die Konflikte nicht entstehen, aber das ist in meinen Augen nicht die Lösung für die sie manchmal gehalten wird.


    Außerdem soll ein Streit ja oft Abstand reinbringen, weil es zu eng in der Beziehung geworden ist und dann "zeigt" der Partner dass das nicht das Ende bedeuten muss? Ich kann mir die Panik in den Augen manch aktiver BAler richtig vorstellen. 8|


    Ich gebe dir recht, es macht am meisten Sinn die eigenen Bedürfnisse offen zu kommunizieren und zu sich zu stehen. Aber ich glaube das reicht dennoch nicht um Bindungsangst zu verändern. Ich glaube gar nichts kann Bindungsangst verändern, außer die Person selbst hat ein AHA-Erlebnis und die Schnauze voll, aber ich fürchte das kann eher eine Person auslösen die der BAler einfach nicht zu fassen bekommt als ein Partner der auf der Verlustangst-Seite steht.


    Es gibt so eine Theorie dass man in etwa gleich bindungsfähig ist, wenn man aneinander kleben bleibt, da es sonst nicht matcht. Das sollte einem echt zu denken geben wenn man sich da so über den "unmöglichen" Partner aufregt und sich mal umgekehrt vorstellen. Sich fragen ob man schon mal in einer Beziehung war wo man selbst der Part war der nicht liefern konnte und warum das so war. Denn ich denke man verschleiert mit diesem Festhalten seine eigene Unfähigkeit eine sichere Bindung einzugehen. Diese Fähigkeit wird dann nie auf den Prüfstand gestellt. Dann kann die Lösung nur sein an seiner eigenen Bindungsfähigkeit zu arbeiten, jeden Tag, in jeder Beziehung, in jeder Begegnung.

    Hallo und erst mal herzlich willkommen! Ja, das klingt 1A nach Bindungsangst. Denn es ist ja scheinbar egal was deine Partner tun oder lassen, deine Abwehr kommt aus dir. Und natürlich kann ein Partner es nicht lassen sich zu bewegen oder zu reden und das wäre auch nicht wünschenswert, denn dann wäre er ja nicht mehr "da" nicht mehr "greifbar". Es gibt so eine Theorie, dass Bindungsangst sich durch große Abwehr äußern kann, die sich dann auch nicht wie Angst anfühlt, sondern man fühlt sich einfach abgestoßen, ekelt sich vielleicht sogar. Und dass dahinter versteckt eigentlich eine große Angst verlassen zu werden verborgen ist. Und es kann sich so äußern dass man sich an den anderen klammert, sich verbiegt, da ist dann mehr die Angst verlassen zu werden fühlbar aber verborgen ist die Angst vor der Eigenständigkeit oder sich selbst zu verlieren. Ist tricky die Psyche und ich weiß auch nicht ob schon fest steht wie das alles funktioniert oder ob das mehr so Ahnungen, Theorien etc. sind. Ist auch nicht so wichtig, denn nach dem erst mal verstehen wollen kommt sozusagen das ne leben und lieben lernen. Das kommt durch neue Erfahrungen und Erlebnisse die man aber erst mal zulassen können muss.


    Ein Beispiel: Ich habe solche Angst abhängig zu sein und von jemand anderem beherrscht zu werden (mehr unbewusst oder inzwischen halb-bewusst), dass ich Partner attraktiv finde die ausstrahlen dass sie das gar nicht drauf hätten um mich dann aufzuregen dass ich alleine die Verantwortung für alles trage und das solche "Lappen" sind. Ich drücke das hier mal extra so salopp aus. Bis ich dahinter gestiegen bin ist schon mal einige Zeit vergangen und das zu wissen alleine ist noch keine Veränderung.


    Aber ich finde es mega dass du es fühlst und gerne ändern möchtest.


    So ein plötzlicher Gefühlstod kann auch ein Zeichen sein. Im Grunde ist der Weg sich selbst besser kennen zu lernen, besser wahrzunehmen und das dann an die Umwelt zu kommunizieren und diese Grenzen, die eigenen, die inneren, die äußeren, die der andern und die damit verbundenen Gefühle besser zu spüren, zu leben und auch auszuhalten.


    Und wenn man die Veränderung spürt ist das sehr schön finde ich und tut sehr gut, also kann ich dich von hier aus echt nur motivieren deinen Weg zu gehen.

    Ja, das prüft natürlich niemand, das muss man schon selbst machen. Genauso wie im echten Leben. Aber auf anderen Apps wird sowas ja null thematisiert, da geht es nur um die Bilder und im Text stehen oft so yolo-Allerweltssprüche.


    Ich wollte hier aber auch nicht über den Sinn von Datingapps ans ich sprechen, sondern über diese spezielle Plattform (noch ist es ja nicht mal eine App) und ich hab mega Lust mich mit euch auszutauschen es gelungen ist wenn es mal startet. Und ich habe noch nie an der Entwicklung so einer Sache mitgearbeitet, den Prozess finde ich spannend. Daten kann man dort aktuell ja noch niemanden.


    Starten soll die Sache im 2. Quartal diesen Jahres, jetzt werden die Wünsche der Teilnehmer gesammelt. Viele wollten zum Beispiel nicht "wischen".