Beiträge von Anonymus

    Exakt so:

    Zitat

    Aber welche Wahl gibt es, wenn man weiß, man greift eh wieder ins Klo sobald man das kleinste Verliebtheitsgefühl spürt - war bei mir tatsächlich immer der Weg in die nächste toxische Beziehung mit viel, viel Leid...

    Wie wäre es wenn du b) einfach für dich ausprobierst? c) Bleibt dir noch immer und a) hattest du schon. Wenn es nix ist, ist es dennoch ein Schritt auf deinem Weg gewesen. Bei mir sind es nun 6 Monate ereignisloses Liebesleben und ich habe null Ahnung wie ich etwas anderes anfangen soll. Mir fällt nichts mehr ein. So ist es einfach am sichersten.

    Ich kann dich so gut verstehen, wie gesagt, ich habe mir das alles mehrere Jahre durch den Kopf gehen lassen. Es soll das schon geben, dass man beides haben kann. Manchmal hört man von Leuten bei denen das so ist. Aber mir ist es zumindest nicht gelungen und mit nur einem von beidem kam ich auch nicht zurecht. So schräg das ist, aber alleine komme ich trotz Einsamkeit und Traurigkeit am Besten zurecht. Das ist sozusagen das kleinere Leid. Finde ich selbst crazy, weil mir ja schon ne Menge fehlt.

    Ich habe da auch viel und lange drüber nachgedacht nach meiner Trennung und später der Scheidung. Ich habe mich gefragt ob ich eine vernünftige Entscheidung treffen muss, wenn ich noch mal Kinder und Familie haben will und jemanden wählen sollte mit dem das möglich ist, auch wenn die Anziehung nicht da ist. Ich bin mehrfach ein paar Schritte in die Richtung gegangen und habe festgestellt, dass ich es nicht kann und mein Weg dann ein anderer werden muss. Ich habe seitdem eigentlich nur zwei Beziehungen gehabt die man überhaupt so nennen kann, beide gingen nur ein Jahr und es ist bei einem Kind geblieben. Mein größter Lebenstraum hat sich damit nicht erfüllt, es war also schon ein gewisser Preis, aber ich konnte nicht gegen mein Gefühl intim mit jemandem werden. Dazu habe ich im Laufe der Jahre noch feststellen müssen, dass die tollen Kerle auch nicht so toll waren. Ich glaube ich kenne und kannte einfach keine tollen Kerle, die da sind wenn man sie braucht. Mir fällt nur einer ein und der ist seit Ende der Schulzeit vergeben^^ Die sich so ins Zeug gelegt haben waren wenn man genau hingesehen hat alles Coabhängige, Pluspole, im Prinzip eben auch Leute mit BA, aber eben aus der Verlustangst agierend und deswegen haben sie sich so ins Zeug gelegt. Wie mein Exmann. Der war ganz toll, immer da, romantisch, blablabl, bis zur Hochzeit und Geburt. Dann ist das gekippt.

    Genau so muss der Kontakt sein, wenn er nicht abgebrochen werden kann. Und allerhärteste Grenzen. Anders geht es nicht und ich habe es echt etwa 30 Jahre lang versucht. Ich habe ihn abgebrochen und muss bei Zwangskontakt doch genau so verfahren. Es vergeht keine Minute ohne krass narzisstisches Verhalten, es kommt nicht ein normaler Satz.


    Man kann sich das vermutlich nicht wirklich vorstellen wenn man es nicht erlebt hat. Und das habe ich viel erfahren. Dass Menschen das gar nicht glauben können, weil es so extrem ist.

    Also auf der Seite die ich gepostet habe haben sie es ganz gut erklärt. Denn bei mir war die größte Angst so zu werden wie meine Mutter und teilweise war ich das auch (die Autorin nennt das "Flöhe"), weil du so ein Verhalten (z.B. sich nicht entschuldigen können, Kritik nicht vertragen, weil sie ein Werkzeug der Vernichtung darstellt und keine gute Gelegenheit sich zu reflektieren und ggf. zu wachsen) natürlich vorgelebt bekommst und übernimmst. Und ich würde sagen dass ich noch immer nicht frei von dem Verhalten bin, besonders wenn ich innere Not habe, denn da treten ja oft alte und nicht so hilfreiche Muster wieder in den Vordergrund. Auch bei meinem Kind habe ich leider immer wieder beobachtet, dass ich selbst es auch nicht so gut mache wie ich gerne würde.


    Dieser Text hat mir sehr geholfen damit umzugehen: http://www.narzissmus.org/flohe/

    Ich finde es auch toll dass sie die Lesezeiten angegeben hat, so kann man sich gut einlassen finde ich.


    Denn echte Narzissten nehmen sich die Kritik nicht zu Herzen, Kinder von Narzissten mit "Flöhen" schon. Und wenn ich merke ich habe es schlecht gemacht tut es mir wahnsinnig leid, selbst wie jetzt wenn ich vielleicht nicht mal ganz im unrecht war, aber meine Art und Weise wie ich reagiert habe einfach scheisse war. Seit unserem Streit vor 2 Wochen beschäftige ich mich innerlich damit, während meine Mutter in so einer Lage nur mit Abwehr beschäftigt war. Das ist ein der Unterschied überhaupt.


    Jeder Mensch hat narzisstische Züge, aber Narzissmus ist mehr als das. Oft schwer zu erkennen, da gebe ich dir recht. Meinen Exmann würde niemand als Narzissten bezeichnen, nicht mal ich tue das, aber nach fast 30 Jahren in denen ich ihn kenne, weiß ich er benutzt ähnliche Strategien und manipuliert sein Umfeld auch bewusst und unbewusst und benutzt immer den, der von der Kommunikation unter den anderen abgeschnitten ist als Sündenbock und sehr wenige bemerken das, aber ähnlich wie bei meiner Mutter wird sein soziales Umfeld dennoch immer kleiner und oberflächlicher.

    Ja, es wäre auch andere Lebensläufe für mich denkbar gewesen :) Aber mir reicht es nicht. Ich brauche eine Familie auf die ich mich verlassen kann. Und ich werde nicht aufhören ehe ich die habe. Das war von Anfang an meine Motivation da rauszukommen, schon als ich noch zuhause gewohnt habe. Und ist es noch immer.

    Radieschen, ich habe gar nicht von Schuld gesprochen ;) Das Wort kommt doch in meinem Text gar nicht vor. Tricky, hm? ;)

    Und du kannst bei deiner Meinung bleiben. Ich wollte nur meine kund tun.


    Und ich denke der Thread richtet sich nicht an Narzissten, die sind ja wirklich oft nicht therapierbar, weil es oft keine Krankheitseinsicht gibt. Das gehört sehr häufig zum Krankheitsbild "Narzissmus".

    Naja.

    Die Analyse kann nur so weit an´s Trauma heran gehen, wie du sie lässt.

    Wenn das eine "Kapsel" in Dir ist, an die Du nicht heran willst, sie nicht knacken und öffnen willst, dann wird dort auch keine Therapie dieser Welt heran kommen.

    Die Analyse bietet mit der Couch und ihrem Rahmen schon ein Klima, was sehr sehr sehr tief gehen kann. Tiefer als die meisten anderen Therapien. Aber letzten Endes kann Dich niemand zwingen Themen aufzuarbeiten.

    Ja, das sagt man immer so, gelle? :) Aber so ganz richtig ist das nicht und das Wort "willst" finde ich hier nicht passend. Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass Therapien und Methoden unterschiedlich gut helfen, bei ein- und derselben Person ;) "Wenn ich nicht will, hilft mir keine Therapie der Welt" ist nicht zutreffend., wenn manche Sachen helfen und manche nicht. Daher muss meiner Meinung nach jeder ausprobieren und herausfinden was persönlich Erleichterung bringt. Und diese Verkapselung ist Teil des Traumas, nicht etwas das ich entschieden habe, was ich will oder nicht will.


    Diese Denke "Wenn es nicht hilft liegt es daran dass du (unbewusst) nicht wirklich das es hilft" ist verbreitet und ich kann das NICHT BESTÄTIGEN, kann vorkommen, aber davon ausgehen würde ich mal lieber nicht, ich würde befürchten dass es mehr schadet als nutzt. Für mich ist das Teil so einer Denke "man muss nur richtig wollen" und die kann man anwenden um andere zu entmutigen oder glauben zu lassen dass es an ihnen liegt ihr Fehler ist :)


    Wer also entmutigt feststellt, dass etwas nicht hilft sollte den Fehler nicht ausschließlich bei sich suchen. Am besten gar nicht bei sich suchen. Am besten etwas suchen das gut tut und irgendwie das Gefühl gibt man kommt dem Trauma zumindest näher im Sinne von "da löst sich etwas". Und retraumatisiert nicht. Starke seelische Schmerzen sind z.B. kein Zeichen dafür dass sich etwas löst, vor allem nicht wenn das dominante Gefühl eher Retraumatisierung als Verarbeitung ist. Ich finde man kann das sehr gut voneinander unterscheiden, wenn niemand einen dazu bequatscht seinem eigenen Gefühl nicht zu trauen. Und das machen leider manchmal auch Therapeuten.


    "Sicherer Ort" z.B. ist sowas von Basis, warum habe ich davon erst in der Klinik erfahren und nicht schon in der Psychoanalyse oder in der tiefenpsychologischen? Genauso ging es mir mit anderen Techniken.


    Traumabelastete Menschen sollten vielleicht wirklich nach Traumatherapeuten (Spezialisten) Ausschau halten. Ich glaube das ist wichtig.

    Hier kann ich auch mal meinen Senf dazugeben: Ich habe eine Psychoanalyse gemacht, die mich in Punkto Trauma null weitergebracht hat. Obwohl die Therapie und die Therapeutin sehr gut war und bis heute von mir als wertvolle Unterstützung empfunden wird, ging die Psychoanalyse nach nicht an mein Trauma ran und ich habe da keine Erleichterung verspürt (aber an anderen Stellen schon).


    Ich bin kein Arzt, aber mein Gefühl und meine Erfahrung in nun mehr als zehn Jahren Arbeit daran erklärt mir das so: Das Trauma ist wie eine Verkapselung in mir drin. Ich kann es verstehen, drüber reden und habe doch keinen emotionalen Zugang dazu. Vielleicht trifft das nicht auf alle Traumata und alle Menschen zu, aber inzwischen weiß ich, dass es nicht nur mir so geht, sondern das unter Traumatisierten ein viel besprochenes Thema ist. Es ist wie abgespalten und wenn die Gefühle dazu kommen kann man manchmal nicht mehr reden, denken, etc. Die Trennung zwischen Trauma und Worten darüber bleibt bestehen. Nun mache ich nach Psychoanalyse, tiefenpsychologischer Therapie (abgebrochen) und Tagesklinik eine Verhaltenstherapie, eine Traumatherapie bei einer Verhaltenstherapeutin. Ich berichte gerne wie es läuft, aber bisher finde ich das interessant. In dem Brief aus der Klinik stand auch dass die non-verbalen Ansätze sich dem Trauma zu nähern (Kunsttherapie, Körpertherapie) mir besser geholfen hätten und ich habe das auch genau so empfunden. Vermutlich würde ich es aber genauso sehen wenn ich nur Körpertherapie gemacht und nie gesprochen hätte. Ich denke man muss für sich alles ausprobieren bis man dauerhafte Erleichterung fühlt. Ich freue mich nun auf meine Verhaltenstherapie und eine Psychoanalyse oder ein tiefenpsychologischer Ansatz wäre für mich jetzt nicht in Frage gekommen. Das sehen Therapeuten manchmal anders, manchmal sind die sehr auf ihre eigene Schule fixiert, aber der Therapeut kann nicht wissen was euch hilft. Nur ihr selbst könnt das feststellen.

    https://www.dis-sos.com/willkommen/

    ist der beste Blog zum Thema den ich bisher gelesen habe. Ich sauge das gerade förmlich auf und finde endlich viele Informationen, die ich teilweise schon lange suche und nicht mal in der Tagesklinik bekommen habe. Er ist auf Englisch und Deutsch geschrieben. Mich begeistert wie hier alles auf den Punkt gebracht wird. Es gibt so viel Geschriebenes in der Welt, aber vieles holt mich nicht ab oder wird mir nicht konkret und praktisch genug. Dieser Blog ist für mich endlich mal wie klares Wasser wenn man schon lange Durst hat.


    Besonders gefallen hat mir:

    - Die Erklärungen der Grenzen von Traumabewältigung in der Gesprächstherapie.

    - hier und hier wird endlich mal über die persönlichen Voraussetzungen für Traumabearbeitung und Vorbereitung gesprochen. Da steht dann auch endlich mal klar, das es für manche nie zur Traumaexposition kommen wird, weil der Check ergeben hat dass es uU nicht ratsam ist und eher mit den Ressourcen gearbeitet werden sollte. Noch nie habe ich den Punkt von einem Therapeuten gehört, schon gar nicht so klar formuliert.

    - dann werden ganz toll die Ansätze vorgestellt und Ergänzungen zur Therapie, was man schon vorher alles selbst tun kann etc.


    Ich könnte hier noch lange und viel schreiben, aber ich denke wer mit Trauma zu tun hat, der wird sich schon angesprochen fühlen und einen Klick riskieren. Wenn ihr sogar schon eine Gesprächstherapie gemacht habt und frustriert seid, weil es gefühlt so wenig gebracht hat (wie ich) erst recht.


    Schreibt gerne eure Meinung zu dem Blog.

    Ich finde auch, ich muss darüber noch viel nachdenken. Das ist wirklich noch nicht alles was ich da geschrieben habe, ich spüre dass da noch einiges fehlt.


    Zitat

    Ganz einfach, denn wenn ich Liebe, fühlt es sich so an, als würde ich meinen eigenen Körper verlassen, so sehr bin ich damit beschäftigt, den anderen Menschen von innen heraus zu erfühlen und zu ertasten. Ein bisschen gruselig ist die Vorstellung und es würde mir dann auch erklären, warum die Männer bei mir oft nur bis zu diesem Moment da sind und dann "reißaus" nehmen. Würde ich glaub ich auch, wenn das jemand bei mir machen würde.


    Und etwas schönes hat diese ERkenntnis, es hat nicht wirklich etwas mit mangelnder Selbstliebe zu tun, sondern eher mit dieser Selbstüberschätzung, dass ich denke, "och ich kann das schon" und mich so sehr von mir selbst entferne, ohne die Sicherheit zu haben, dass der andere dies auch so tut.

    Das kenne ich sehrsehrsehr gut, so war es früher bei mir auch. Meine Mutter hat das auch so mir mir gemacht, Wechselbad aus "sie kennt meine Gefühle besser als ich" und "sie nimmt mich gar nicht wahr und ich soll nur eine Funktion erfüllen" bis zu "sie will mich vernichten".


    Ich habe dann auch irgendwann gedacht, dass es sich für mich sehr unangenehm anfühlt wenn andere das bei mir machen wollen und dann geht der Rollo runter. Ich glaube man braucht das Gefühl dass andere einem was anbieten, man selbst aber die Definitionshoheit über sich und sein Leben hat. Erst recht wenn man erfahren hat dass man dem was an einen herangetragen wird nicht trauen darf, weil es mehr die Bedürfnisse der Eltern erfüllen sollte als deinem Wohl zu dienen. In er Klinik wurde auch mein Mißtrauen gegenüber der Art wie dort gearbeitet wurde thematisiert (und da war ich eher noch bei den recht vertrauensvollen, so im Vergleich) und da kam auch die Frage, dass ich das ja vielleicht nicht kenne, dass z.B Eltern (Therapeuten) sich ohne mein Beisein austauschen und überlegen was das Beste für mich ist.