Es ist echt komisch, wie das Leben so spielt.
Ich hatte früher eine sehr enge Freundin. Durch Sie bin ich in ihren Freundeskreis gekommen. Das war lange mein Haupt Freundeskreis und wir haben wirklich tolle Zeiten gehabt. Party gemacht, Urlaube, Spieleabende, etc.
Die Freunde sind ganz tolle Menschen und immer noch sehr enge Freunde.
Ungefähr in corona hatte ich mich mit besagter Freundin verstritten. Nennen wir Sie N.
N ist ein Mensch, der Konflikte nicht ansprechen kann, stark passiv-aggressiv ist, nicht selbstreflektiert und die Schuld immer bei anderen sucht.
Ich war damals ebenfalls extrem konfliktscheu und habe immer Fehler bei mir gesucht. N hat auch des öfteren meine Grenzen übertreten und ist mich verbal angegangen, weil ich meine Grenzen nicht setzen konnte.
Trotzdem war die Zeit im Freundeskreis und mir ihr damals auch eine richtig tolle Zeit.
N war der Mittelpunkt des Freundeskreises und hat mich nach dem Streit (der wirklich lächerlich klein war!) aus dem Kreis ausgeschlossen.
Ich war damals extrem verzweifelt und habe mich an gemeinsame Freunde gewannt. N hat das erfahren und als absoluten Vertrauensbruch gewertet.
Wir hatten ein Gespräch, wo sie mir das vorgeworfen hat aber gesagt hat, ich sei ihr trotzdem wichtig und sie möchte befreundet bleiben.
Damals habe ich weinend das akzeptiert.
Es wurde nie wieder wirklich gut zwischen uns. Im Gegenteil. Klar, wir beide waren ja konfliktscheu und haben nie geklärt,, was sache ist.
Ich wurde teilweise wieder ausgeschlossen, hab passiv-aggressive Spitzen abbekommen.
Ich wusste auch nicht, wie ich mit ihr umgehen sollte. Traf mich mit den anderen auch ohne Sie (es sind ja auch meine Freunde) was Sie extrem verärgert hat, obwohl sie auch Freunde von mir trifft (also zweierlei Maß)
Das ganze ist 6 Jahre her!
Es war sehr lange ein großes Thema in meiner Therapie, weil N ein großer Trigger war und ich mich sehr ausgeschlossen gefühlt habe. Und wir ja häufiger aufeinander getroffen sind bei Geburtstagen etc.
Ich habe zeitgleich ja angefangen an mir zu arbeiten und das Thema N wurde für mich kleiner und kleiner.
Ich hab das ganze Thema sehr gut aufgearbeitet und emotional gelöst.
N triggert mich nicht mehr, auch wenn sich alle ohne mich treffen ist das völlig okay für mich.
Inzwischen hat sich meine Beziehung zu einigen aus der Gruppe (besonders zu den zwei besten Freundinnen von N) intensiviert.
Eine von ihnen kam sogar auf mich zu und wollte gerne mit mir über ihre Probleme reden in der Ehe. Mit N kann Sie nicht reden, da N niemals über Ihre Gefühle spricht und nach außen immer so tut, als wäre alles perfekt. Ihre Ehe, ihre Mutterschaft etc.
Mit beiden rede ich inzwischen viel über tiefe Themen.
Und ich habe von beiden erfahren, dass es nicht leicht läuft mit N.
Inzwischen merken alle, wie oberflächlich die Freundschaft ist, dass man bei N auf Eierschalen laufen muss.
N und ihr Mann (sie haben eine symbiotische Beziehung) seien Chronisch unzufrieden und würden immer mehr Freunde verlieren. Außerdem sei N sehr gluckenhaft, Sie kann die Kinder nicht abgeben, nicht mal an ihren Mann) und daher kann man mit ihr auch nichts ohne Kinder machen. Inzwischen haben auch alle Kinder und es ist inzwischen eben nicht mehr wie früher
Eine erzählte sogar, dass N neulich ihr geschrieben hätte, dass alle so komisch seien, seit dem Streit mit mir war und alle mehr mit mir machen würden und sie hätte die Vermutung, ich würde alle gegen Sie aufhetzen.
Sie hat auch Jahre lang erzählt, dass Probleme zwischen uns sei, dass ich mich abgewand hätte, weil sie jetzt Kinder hat.
Da macht Sie es sich natürlich leicht, weil der Streit schon 1 Jahr war, bevor sie schwanger wurde. Aber es sind ja immer alle andren schuld. Keine Selbstreflexion.
N hat sich tatsächlich Freitag bei mir gemeldet, dass es früher doch so toll zwischen uns war und wir so gut reden konnten . Das es komisch zwischen uns sei und Sie nicht wisse, wie sie mit mir umgehen solle, wenn wir uns sehen.
Dass Sie mein Verhalten damals, für Sie ein Vertrauensbruch war und daher auf Abstand gegangen ist, sich aber wieder Kontakt wünscht und wir doch Kaffee trinken gehen könnten.
Ich war sauer.
Ich hab mir viele Jahre lang so sehr gewünscht, dass es wieder gut wird bei uns. Besonders in Bezug auf die Treffen im Freundeskreis.
Und tatsächlich wünsche ich mir immer noch einen respektvollen Umgang, weil es immer angespannt ist, wenn man sich begegnet.
Aber mir ist klar geworden, ich will keine Freundschaft mehr mit dieser Person.
Ich bin dankbar für die coole Zeit.
Aber diese Person ist absolut unenpathisch und hat keinerlei Selbstreflexion.
Alle meinten, dass es ein großes Zeichen sei, dass sie auf mich zugegangen ist, aber die Formulierung unglücklich sei (genau das könne sie ja nicht).
Ich sehe es eher so, daß sie gerade nach Strohhalmen greift.
Weil sie verzweifelt ist
Und ihre Nachricht wirklich schäbig ist. Erst auf die tolle gemeinsame Zeit hinweisen, um dann wieder mir die Schuld zuzuschieben und sich "bereit erklären" sich jetzt nach 6 Jahren mal wieder mit mir zu treffen, trotz meines Vertrauensbruchs.
Joahr, ne.
Es ist mir sehr schwer gefallen zu antworten, ich brauchte 2 Tage.
Ich habe geschrieben, dass ich eine andere Sichtweise auf die Ereignisse von damals hätte. Ich nicht das Bedürfnis hätte, dass wieder aufzurollen.
Ich mir sehr wünschen würde, wenn wir freundlich und respektvoll im Kreis miteinander umgehen würden aber ich es auf dieser Ebene belassen möchte.
Es kam sofort Antwort, dass sie es gar nicht neu aufrollen wollte und sie nicht der Typ sei, der alles genau aufdröseln wolle. Sie wollte nur so ein Treffen. Würde aber meine Entscheidung akzeptieren.
Das wars.
Wie ich mich danach gefühlt habe.
Beim Abschicken ist mein Nervensystem kurz hochgefahren. Aber nur so 5 Minuten.
Mein Gefühl war flau, leer. Irgendwie ernüchternd. Ein wenig Erleichterung, minimal Triumph aber eigentlich nur leere.
Vorher noch, war ich freudig, wenn ich über Sie "gesiegt" habe (nicht schön, aber ich habe Jahre wegen ihr gelitten).
Dass ich jetzt einfach nur ernüchtert bin, obwohl N wieder Freundschaft wollte und ich "nein" gesagt habe, zeigt, das Thema ist durch.
Triumph hieße, ich wäre noch verstrickt.
Ich werde noch einen weiteren Post schreiben, wie es mir gerade geht. Das wäre hier zu lang.
Aber es ist so krass, dieses Jahr, was passiert ist. Das mit dem Pärchen, mit N. Ich habe beides für mich beendet, auf eine Weise, die ich früher niemals gekonnt hätte.
Bei beiden war meine Selbstwirksamkeit so viel größer, als meine inneren Ängste.
Und das zeigt sich auch, wie es mir im Anschluss emotional ging.
Das Nervensystem war FAST ruhig, das innere Kind auch.