Alanis Morissette "You owe me nothing in return".
Aber: So sehr ich Alanis Morissette mag, der Text ist ein Paradebeispiel für komplette Selbstaufgabe des verlustängstlichen Parts in BA-Beziehungen.
Alanis Morissette "You owe me nothing in return".
Aber: So sehr ich Alanis Morissette mag, der Text ist ein Paradebeispiel für komplette Selbstaufgabe des verlustängstlichen Parts in BA-Beziehungen.
Auch ganz herzlichen Glückwünsch nachträglich!
Klngt danach, als ob das neue Lebensjahrzehnt schon einmal gut gestartet ist. ![]()
Ja, das macht so auch Sinn. Dann sind einfach die Glaubenssätze sehr hartnäckig. Was genau in der Tiefe so juckt, ist eben unterschiedlich. Wobei wir hier wohl alle mit negativen Glaubenssätzen zu kämpfen haben.
Ich finde das alles ganz schön schwer aufzudröhseln, triggert etwas einen emotionale Flashback (starke Emotionen aus der Vergangenheit) und der dann negative Glaubenssätze oder triggert etwas negative Glaubenssätze, die dann extreme Emotionen auslösen?
Wahrscheinlich ist beides möglich.
Bei mir ist es definitiv nicht so krass, wie bei Ano.
Ich fühle mich zwar völlig überfordert und überschwemmt von meinen Gefühlen dann und kann kaum an etwas anderes denken, mein Appetit leidet, mein Schlaf und Aufmerksamkeit auch. Aber es ist nicht dieser völlige Shutdown, wo nichts mehr geht oder nichts mehr funktioniert
Diese Dinge treten ja bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich stark auf.
Bei Liebeskummer ist die "Ablehnung" ja aber ein real schmerzhaftes Ereignis, was dann bei Dir offensichtlich eine enorme Reaktion auslöst.
Ich weiß ich auch nicht genau, ob da emotionale Flashbacks eine Rolle spielen. Vermutlich hast Du Dich als Kind abgeleht gefühlt, aber ist es jetzt das Aufleben des starken Schmerzes von früher oder ein übersteigertes Erleben des Schmerzes von jetzt wegen der negativen Glaubenssätze, die aus der Kindheit resultieren? Das finde ich auch schwierig zu beurteilen. Das kann vermutlich nur ein Experte oder eine Expertin beantworten.
Ja, ich glaube die negativen Gedankenmuster kennen hier alle. Das sind ja diese inneren Kritiker, die man durch Aussagen oder das Verhalten von Bezugspersonen aus der Kindheit übernommen hat.
Emotionale Flashbacks sind eher ein plötzliches komplettes emotional-nervliches Disreguliertsein wegen eines Ereignisses/Triggers das eigentlich kein Anlass für so ein Ausnahmezustand sein sollte. Eben so ein Gefühl, das aus einer Zeit stammt, als man dem noch ziemlich ohnmächtig gegenüber stand.
Hattes Du erst so ein Gefühl und dann kamen die Gedanken?
Wenn man disreguliert ist, hilft ja Akzeptanz eher nicht? Was ganz genau los ist, versteht man ja selbst oft gar nicht, beziehungsweise muss dem erst einmal auf den Grund gehen, woher es kommt.
Aber bei Grundgefühlen aufgrund von vielleicht auch weit vergangenen Ereignissen, wie Wut, Trauer, etc. hilft es schon. Vielleicht meinte Deine Therapeutin auch, dass Du zu streng mit Dir selbst bist und Stress aufkommt, weil Du zu genervt davon bist, dass Du immer noch manchmal aus dem Toleranzfenster kippst?
Ganz schön schwer, auf den Punkt zu bringen, finde ich.
Das sagt das Netz, zusammengefasst:
"Emotionale Flashbacks sind das plötzliche Erleben vergangener, traumatischer Gefühle (Hilflosigkeit, Angst), oft ohne klare Bilder, wodurch man sich der Realität entfremdet, während "Aus dem Toleranzfenster fallen" (Window of Tolerance) beschreibt, wenn die emotionale Belastung so groß wird, dass man in einen Zustand der Übererregung (Kampf/Flucht) oder Untererregung (Erstarrung/Dissoziation) gerät, was durch Flashbacks ausgelöst werden kann, aber auch durch andere Stressoren. Es ist der Zustand der emotionalen Überforderung. Der Unterschied liegt darin, dass Flashbacks die Ursache (das "Was" der Erinnerung) sind, während das Fallen aus dem Toleranzfenster die Reaktion (das "Wie" der emotionalen Bewältigung) beschreibt, oft eine Folge des Flashbacks"
Würdest du sagen, dass diese Trigger quasi immer auch Emotionale Flashbacks sind?
Oder wo wäre der Unterschied?
Das ist echt schwer zu sagen. Wenn man getriggert ist, hat es ja mit der eigenen Vergangenheit zu tun. Ich weiß nicht wo ein emotionaler Flashback anfängt. Für mich ist es ein Ausnahmezustand, der nicht durch die aktuelle Begebenheit gerechtfertigt ist und ein altes Erleben, das alte Gefühle wieder kompett auf dem Plan ruft, so dass man dagegen machtlos ist. Ich meine, dass graduell viele Menschen damit zu tun haben.
Begriffe wie "Trauma" und "Flashback", klingen immer so dramatisch, aber das existiert ja in graduellen Abstufungen. Leute wie Verena König oder Dami Charf fassen den Begriff "Trauma", so wie ich es verstanden habe, weiter. Es geht eben um Kindheitswunden, die verarztet werden müssen. Nicht jede KPTBS äußert sich in richtig großen Schwierigkeiten. Bei dem Konzept geht es ja weniger darum jemanden zu pathologisieren, als um das Verständnis der Zusammenhänge und wie man damit umgehen kann.
Wie hast du es geschafft nicht zu reagieren? Das ist genau richtig, weil man in solchen Zuständen für sich selbst keine Entscheidung treffen kann, die einem wirklich entspricht. Man ist ja nur Angst und Abwehr. Aber es ist auch ein immenser Kraftakt.
Ich wusste mittlerweile, dass ich mich in einem emotionalem Ausnahmezustand befinde, bemerkbar an körperlichen Reaktionen und hab deswegen entschieden, erst einmal nicht zu reagieren, kopfmäßig. Aber ich kam dann auch in ein, zwei Tagen wieder runter. Gebracht hat es in der Beziehung nichts, außer, dass ich mir nichts vorzuwerfen habe, an Ausrastern, Nachlaufen, etc. Allerdings schäme ich mich für so etwas auch über die Maße. Ich wollte mir absolut keine Blöße geben und das ist vielleicht auch nicht das richtige Motiv. Ich merke aktuell - auch in Freundschafenten - dass das eine Rolle spielt. Authentisch zu sich selbst Stehen ist das auch nicht. Ich arbeiten daran...
EMDR ist sehr gut in seiner Wirkung erforscht und wird als hilfreiche Therapie empfohlen.
Das werde ich in meiner neuen Therapie auf jeden Fall einmal ansprechen. Ich bin diese Mal bereiter, die Hosen runter zu lassen und ich weiß, dass es schmerzhaft wird. Das war ich vorher nicht. Ein Schritt nach vorne...
Ich habe mir meine starken emotionalen Reaktionen bei den Rückzugsmanövern meines bindungsängstlichen Gegenübers nach viel Recherche so erklärt.
Dass so etwas weh tut ist eines, aber wenn man dann in einen emotionalen Ausnahmezustand gerät (wirklich gefühlt im Überlebensmodus mit Herzrasen, so etwas wie Panik, bei mir auch immer großer Zorn aufgrund des Verrats) dann ist das wohl eher etwas Altes und ich meine, durch den Trigger dann emotionale Flashback zu erleben.
Wenn ich genauer in mich hineinspüre, erlebe ich das auch in Freundschaften, nur nicht so stark. Oft stammt das wiederaufkommende unangemessen starke Gefühl aus der Vergangenheit.
Bei der zweiten Runde mit dem bindungsängstlichen Mann hatte ich es gut im Griff, indem ich erst einmal nicht reagiert, sondern ein, zwei Nächte darüber geschlafen habe. Dann war ich wieder heruntergekommen. Genauso handhabe ich es in Freundschaften.
Aber ich fände es für mich wertvoll die "Wurzel des Übels" bearbeiten zu können und nicht mehr Verhalten von anderen Menschen durch die Brille des verletzten Kindes zu sehen, dass sowieso immer nur mit Verrat rechnet ![]()
Von daher finde ich das Wissen um die emotionalen Flashbacks wertvoll.
Synne hat mich in einem anderen Thread gebeten, etwas zu emotionalen Flashbacks bei Entwicklungs- und Bindungstrauma zu schreiben. Soweit ich gelesen habe, spielen sie bei KPTBS, also komplexen postraumatischen Belastungsstörungen nach Entwicklungs oder Bindungstrauma eine Riesenrolle.
Ich hatte darüber - soweit ich mich erinnere - Genaues bei Bessel van der Kolk "Das Trauma in Dir" gefunden. Suche bei Gelegenheit in dem fetten Schinken einmal danach.
Vorab habe ich auf der Seite "www.praxis-psychologie-berlin.de" schon einmal Folgendes gefunden:
Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der cPTBS:
Die komplexe PTBS ist eine schwerere Form der posttraumatischen Belastungsstörung. Sie unterscheidet sich von anderen Formen der Belastungsstörung durch fünf ihrer häufigsten und
belastenden Merkmale:
Emotionale Flashbacks
Emotionale Flashbacks sind vielleicht das auffälligste und charakteristischste Merkmal der cPTBS. Überlebende von Missbrauch und Vernachlässigung sind extrem anfällig für schmerzhafte emotionale Flashbacks, die typischerweise keine visuelle Komponente haben. Sie sind plötzliche und oft langanhaltende Rückfälle in die überwältigenden Gefühlszustände eines missbrauchten, ungewollten oder verlassenen Kindes. Zu diesen Gefühlszuständen gehören überwältigende Angst, Scham, Entfremdung, Wut, Trauer, Depression und unsere 4 F.
Wenn Kinder hasserfüllt angeschrien werden, fühlt sich das möglicherweise für sie an wie ein tobender heißer Wind, der sie packt und wegreißt, oder als ob das Innere ausgeblasen würde, wie die Flamme einer Kerze. Im emotionalen Flashback taucht dann genau diese Empfindung beim Erwachsenen in Triggersituationen auf. Der Zustand ist nicht nur unerträglich, sondern auch verwirrend, bis deutlich wird, dass es ein intensiver emotionaler Flashback ist, eine Rückkehr in die zahllosen Situationen, in denen der Betroffene als Kind von der Wut der Eltern in Angst, Scham, Dissoziation und Hilflosigkeit stürzte. Deswegen weckt der emotionale Flashback intensive Reaktionen des Angriffs, der Flucht, der Erstarrung oder der Unterwerfung, zusammen mit einer Stressreaktion des sympathischen Nervensystems, des Teils des Nervensystems, der vegetativ Erregung und Aktivierung steuert. Betroffene fühlen sich extrem ängstlich, panisch. Oder es entsteht ein Gefühl der tiefen Betäubung, Lähmung und der verzweifelte Wunsch, sich zu verstecken. Gefühle, klein, nichtswürdig, zerbrechlich, machtlos und hilflos zu sein – demütigende und erdrückende toxische Scham – überlagern alle diese Empfindungen
Hoffe das Hilft. Ein Austausch darüber ist bestimmt auch interessant.
Ja, soweit sind hier viele, dass sie kognitiv das Problem erkennen, aber emotional nicht daran herankommen.
Mich hat auch das Buch "Das Trauma in Dir" von Bessel van der Kolk überzeugt, der sehr nachdrücklich beschreibt, dass reine Gesprächtherapie bei Traumata nicht hilft, sondern, dass eine Körpertherapie erforderlich ist. Für die geannten Methoden wie beispielsweise "Ego-State-Therapie" gibt es aber leider (jedenfalls hier) so gut wie keine Therapeute mit Kassenzulassung.
Das finde ich auch und habe großen Respekt davor, dass Sie es hier so genau darlegt. Würde ich mich gar nicht trauen. Weiß auch nicht, wie ich reagieren würde, wenn mir dann hier was um die Ohren fliegt. Also, ehrlich Respekt Lea!
Wie du schon in deinem Beispiel sagtest war ja nicht die gesamte Beziehung schlecht.
Heute sagt sie, sie habe sechs Jahre ihrer Zeit verschwendet und hätte viel früher gehen müssen. Im Nachhinein stellte sich auch noch heraus, dass er sie betrogen hat und sie ein ganz mieses Baugefühl hatte, was sie verdrängt hat.
Und insoweit möchte ich mich Synne anschließen, dass man ja - wie Du Laurentia sagst, vielleicht mal Dampf ablässt - aber das dann der eigenen Freundin gegenüber wieder relativieren und gemeinsam reflektieren kann. Es muss doch Raum für beides sein und dass man ehrlich darüber sprechen kann. Und dabei darf man es einmal so und einmal so sehen, aber abzutauchen und mich nicht mehr heranzulassen, bedeutet ja nicht, dass man sich jetz auf die positiven Dinge konzentiert, sondern dass man die Beziehung in ihrer Gänze mit ihren Facetten gar nicht beleuchten will. Auch eine Form von Vermeidung.
Aber um zu erkennen, was die Muster sind, was die blinden Flecke sind und wo man hätte anders abbiegen können.
Das fände ich auch gut. Und wir wissen wohl alle, wie schwierig das ist - eben, weil es oft blinde Flecke sind.
Ich habe es gelesen und hätte es auch fast noch einmal nach unten geholt, weil es dann leider über die Diskussion verloren ging und ih es spannend finde.
Meine beste Schulfreundin hatte eben ein solches Muster, zuletzt was Ihren Ex-Mann betrifft. Sie schilderte manchmal eine schlimme Sache, die zwischen beiden vorgefallen war und weinte. Ich war empört über ihn. Daraufhin habe ich oft wochenlang nichts von Ihr gehört, bekam aber regelmäßig Bilder, die beide glücklich lächelnd zusammen im Urlaub, etc zeigen. Beide Seiten können natürlich absolut zu der selben Beziehung gehören. Wenn ich allerdings das Pech hatte, allzu die schlechte Seite allzu nah miterlebt zu haben, dann wurde ich anschließend möglichst weit weg gehalten und die Erzählung mit möglichst positiven Äußerungen/Bildern überschrieben.
Daher finde ich abstrakt - weg von Leas Fall und ohne ihr etwas unterschieben zu wollen - den Gedanken interessant, wozu solche Mechanismen dienen. Ich denke im Fall meiner Freundin hat es geholfen, die Ehe noch ein paar Jahre auf vor sich selbst aufrechtzuerhalten - und es war, wie sie heute sagt, auch zwischendurch eine gute Zeit.
Man kann den Blick auf die positiven Dinge richten, um sich selbst Mut und machen und die Angst zu nehmen und das ist sicherlich überhaupt kene schlechte Idee. Es gibt unterschiedliche Gründe. Es kann aber auch ein Muster sein, mit Vor- und Nachteilen. Meine Freundin hat es bei allen ihren Männern gehabt, bis es geknallt hat.
Und nein, ich glaube jetzt nicht, dass es bei Lea knallen wird oder ähnliches. Und finde es - wie alle hier gut -, dass sie bei jedem Mal für sich ein Stück weiter gekommen ist und es mit dem aktuellen Partner läuft. Und ich möchte ihr gar nichts unterstellen. Aber ich finde Anos Gedanken interessant.
Ich wollte eine Schreiner-/Goldschmiede- oder Schneiderlehre machen, um etwas Handfestes vorzuweisen - und dann Kunst zu studieren. Ging bei meinen Eltern gar nicht durch. Ich musste Jura studieren. Mit viel Manipulation und Einflussnahme ist das meinen Eltern geglückt. Sie drohten mir, sonst keinen Cent zu zahlen und ich war damals zu blöd, um zu wissen, dass man anders eigene Wege gehen kann, zur Not auch seine Eltern verklagen. Hätte ich mich damals aber auch nicht getraut und nicht ausgehalten. Dann war da auch die "Engelszungenüberzeugungsarbeit" meines Vaters. Ich endete als Anwältin in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und mit starken psychosomatischen Beschwerden. Dann musste ich mich langwierig freiboxen, was ich glücklicherweise gemacht habe. Leute, habe ich mich verbogen
Klar, dass ich dazu auch in anderen Kontexten noch neige....
Ich habe meine Tochter erst mal ermutigt das zu tun, was sich richtig anfühlt. Dauernd habe ich in den vergangenen Monaten von Bekannten gehört, dass sie eventuell nicht genug damit verdienen wird, dabei hat sie gerade erst angefangen. Und ich denke mir, wenn man liebt was man tut wird man vermutlich auch etwas damit verdienen können und wenn nicht ist sie noch immer ein sehr junger Mensch und kann sich neu orientieren. Natürlich muss man irgendwann Geld verdienen, aber wer kann denn wissen wie sich alles entwickeln wird? Es sind sehr viele Unbekannt ein dieser Gleichung
Genauso sehe ich das auch
Ich habe meine Söhne auch ermutigt, dass zu machen, was ihnen Freude bereitet. Wie Du schreibst, momentan haben wir gar keine Ahnung, wie sich unsere Gesellschaftssysteme in Zukunft überhaupt entwickeln. Wir brauchen vermutlich vor allem eine jüngere Generation mit viel positiver Energie...
Einen Fallschirmsprung hab ich nach der Sache mit meinem BA absolviert 😆
Irgendsowas hatte ich im Kopf. Wusste nicht mehr, wer es war.
Ich habe wieder angefangen, zu malen. Ich wollte immer Malerin werden. Meine Eltern haben es mir verboten, bzw. gesagt, wenn ich Kunst/Malerei studiere, kann ich ihre finanzielle und sonstige Unterstützung vergessen und ich wusste nicht, bzw war auch nicht hartgesotten genug dafür, dasss man seine Eltern tatsächlich auch auf diese Unterstützung verklagen kann. Es ging mit vielen Abwertungen einher "glaubst Du, Du bist Picasso, oder was?" - aus heutiger Sicht echt schräg. Aber mir gibt die Malerei heute totel viel halt ![]()
Tauchst du mit Luft oder ohne? Ich rauche nämlich ohne
Wow, davor hätte ich unheimliche Angst. Respekt. Tauchen überhaupt... , genauso wie Fallschirmspringen, etc. pp
Du sagtest, ob warm halten okay ist.
Nein.
Punkt.
Also warm halten, Krümel, schuldumkehr, Manipulation.
Der hat das alles gar nicht absichtlich gemacht. Der checkt das gar nicht. Der denkt wirklich, der ist der nette, der alles richtig macht. er macht ja immer so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Genau, dass es in sein narrativ passt. Er ist der coole, nette Kerl, der mit sich im Frieden ist.
Der dachte wirklich,, sein Verhalten war cool. Das er manipuliert merkt er gar nicht.
Ich habe das auch genauso erlebt.
Das macht es so ungeheuer schwierig, sich abzugrenzen, weil man merkt, dass man es schon mit einem netten Menschen zu tun hat und nicht mit einem "Narzissten" oder einfach einem A....loch.
Laut der Experten zu Bindungsvermeidung auf Kanälen wir Youtube/Insta (Coach Ryan/Ken Reid, etc) geht sie mit Vermeidung von Selbstreflexion einher. Diese wäre so schmerzhaft, dass sie auch vermieden wird. Und daher strickt ein vermeidender Mensch sich dieses "Narrativ" von dem Du schreibst.
Und unsereins nimmt das gerne an und sieht den Fehler dann bei sich, "nicht gut genug", "zu irgendwas"... Sicher gebundene Menschen sind da sicherlich auch ganz schnell raus. Insoweit sind die Partner/Partnerinnen natürlich absolut selbst verantwortlich dafür, dass sie sich da mitverstricken. Man darf lernen, sich abzugrenzen.
Das war Dein "Next-Level" nach dem ersten Mann, der da eindeutiger bindungsängstlich war. Würde sagen, bestanden.
Sich selbst gut genug zu fühlen, ist ungeheuer schwer zu erlernen nach einer Kindheit, die einem das Gegenteil vermittelt hat. Das Thema hatten wir ja schon: Rational weiß man es, aber es muss emotional ankommen. Und das ist ein zäher Prozess. Man macht Mini-Fortschritte, aber man macht sie.
Und das zeigt Dein aktuelles Erlebnis.
Ich halte das für einen sehr guten Abschluss. Du hast ihn vom Podest geholt und klar gesehen wie er ist, dass es da keinerlei Unterlegenheit Deinerseits gibt
und dass er Überlegenheit herbeidreht (der polyamouröse, lässige Lover.
)
Leider hat er auch gerade wieder etwas macht gewonnen, weil ich mich wegen dem unsauberen cut schlecht fühle und es schlecht auseinander ging.
Nun, Du darst ja auch einfach einmal ganz authentisch wütend sein und Dich nicht perfekt verhalten, wie es andere Menschen oft ganz selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen, ohne sich einen Kopf zu machen. Das kam ja nun auch nicht aus dem Nichts...
Das war vielleicht die weitere Lernrunde, die Du brauchtest (sagt sich so leicht. Ich weiß, es kann wirklich schlimm sein.)
und ich Weine echt viel und schnell. 😄
Ich beneide Dich. Ich kann das leider gar nicht.
Insgesamt würde einmal sagen: Ein Schritt weiter auf dem Heilungstripp!
Er sagt, er hatte keine Erwartungen und ich soll mir keinen Stress machen. Wenn ich ihn besuchen kommen will, soll ich einfach Bescheid sagen. Gleichzeitig redet er aber von Szenarien, was wir unternehmen könnten, und was er gerne mit mir anstellen würde
Und ich finde diese Gedankenspiele erst auch toll, gleichzeitig entsteht Druck. Dann finde ich die Vorstellungen (z.B. mit ihm tanzen, wandern gehen, neben ihm liegen) auch gar nicht mehr so toll und dann lande ich in der Abwärtsspirale. Ich stelle dann in Frage, dass ich ihn überhaupt interessant genug finde.
Also irgendwie hilft es gar nicht, wenn er sagt, er hat keine Erwartungen
Wir reden ja auch fast jeden Tag und haben zuletzt dreimal die Woche telefoniert. Die Zweifel laufen dann bei mir im Hintergrund mit, aber ich freue mich gleichzeitig über die Verbindung.
Er ist halt auch nur ein Mensch. Ich lese heraus, dass er gar nicht von der überaus fordernden Sorte ist, sondern Freiräume lassen kann und nicht so verlustängstlich ist. Das ist schon einmal gut, aber wenn in irgendeiner Form Gefühle im Spiel sind, dann wird er verletzlich sein.
Wie könnte so ein ehrliches Ausdrücken aussehen in Bezug auf meine aktuelle Gefühlslage?
Das ist ja schon eigentlich die Königsdisziplin. Über eigene "Issues" zu reden bleibt oft so abstrakt und ich habe das leider in meiner vergangnen bindungsängstlichen Beziehung leider auch zu abstrakt gehalten, aus Angst, selbst gesehen zu werden, auch, weil ich gemerkt habe der anderen kann es gar nicht annehmen, etc.. Ich denke, richtig hilfreich ist es konkret zu schildern, wie man sich fühlt und warum, aber dazu muss man sich selbst erst einmal verstehen, richtig gut in sich hineinfühlen und das auch formulieren zu können, sich dann auch noch zu trauen. Das ist - gerade für uns Menschen, die das nicht gelernt haben ( und da haben viele nicht gelernt) schwieirg. Das ist das Ziel, aber ich denke jedes bisschen in die Richtung hilft. Und dann braucht man ein Gegenüber, das das annehmen kann.
Ich wollte meinen Eltern und Großeltern nie zur Last fallen aus irgendeinem Grund. Meine Eltern waren nicht streng, aber vielleicht habe ich gedacht, sie sind überfordert (habe auch noch zwei jüngere Brüder). Ich hatte auch ganz früh Neurodermitis und war lange zu dünn und klein. Es entstand das Gefühl, mit mir stimmt was nicht
An diesen Glaubenssätzen arbeite ich hart. Rational weiß ich: Ich bin genug. Ich darf enttäuschen.
Mein Vater zeigt ganz wenig Gefühle und man läuft bei seiner Laune schon wie auf rohen Eiern, weil er aufbrausend und starrsinnig sein kann, wenn ihm was nicht passt. Ich konnte mich also nie so 100% sicher fühlen bei ihm. Meine Mama ist die Über-Mama und ich fühlte mich manchmal erdrückt.
Ich denke, da lohnt es sich wirklch, das einmal genauer zu erforschen. Passt schon ein bisschen zu dem Muster, was Du schilderst, aber ich bin keine Therapeutin und das gehört in professionelle Hände.
Rational weiß ich: Ich bin genug. Ich darf enttäuschen
Leider, und damit haben sehr viele Menschen hier in diesem Forum zu tun, glaube ich, reicht die rationale Erkenntnis eben nicht, es muss emotional ankommen und wie das gelingen kann, ist eigentlich die Kernfrage die sich vielen hier stellt.
Wie gesagt, wir sind hier ja alle keine Therapeuten, und jeder kann das hier nur aus selner eigenen Erfahrung mit dem Thema beurteilen. Nimmt Dir alle Zeit für die Annäherung, die Du benötigst und sei gnädig mit Dir selbst. ![]()
Vlg
Liebe M.Utig,
da bislang noch niemand geantwortet hat, versuche ich es jetzt einmal: Das klingt ja wirklich nach den klassischen Bindungsangst-Symptomen.
Es ist schon einmal sehr gut, dass Du Dir Deines Musters aber bereits bewusst bist und wie Dein Pseudonym schon sagt, sehr mutig, Dich hier mitzuteilen. Zudem ist es ja für die vielen Partner von Bindungsänglichen in diesem Forum sehr wertvoll, Einblicke zu erhalten, wie sich das anfühlt.
Was meint ihr, könnte ich noch probieren, wenn ich will, das sich etwas ändert mit ihm? Wie kann ich meiner Selbstsabotage beikommen?
Ich denke, das funktioniert nur mit absoluter Ehrlichkeit ihm gegenüber, was Deine Gefühlslage und Bindungsschwierigkeiten betrifft, damit er Dich verstehen kann, es nicht so sehr auf sich bezieht und sich keine Dynamik aus Zurückweisung und Gegenreaktion einschleicht. Dennoch wird es schwer für Dich werden in der Beziehung zu bleiben und da ist vermutlich einzig eine Therapie hilfreich, die Du ja auch schon machst. Es dauert aber eine Weile, bis sich Verbesserungen einstellen.
Es wäre wichtig, an die Themen zu kommen, die unter der Bindungsangst liegen und sie begründen. Bindungsvermeidung hat ja unterschiedliche Ursachen. Bei Dir scheint der Erwartungsdruck stark im Vordergrund zu stehen. Woher kommt der? Wann in Deinem Leben/Deiner Kindheit hattest Du das Gefühl ständig übergroße Erwartungen erfüllen zu müssen? Für das Gefühl gibt es einen Grund und es ist wichtig, dass Du Dich nicht selbst dafür beschuldigst/abwertest.
Bekommt man beim Lesen meines Textes das Gefühl, ich will vielleicht gar nicht ihn, sondern nur seine Aufmerksamkeit und die Projektion einer tollen Beziehung?
Nein, es klingt wirklich nach der klassischen Selbstsabotage wie im Bilderbuch. Sei da aber vor allem nachsichtig mit Dir selbst, sonst erhöhst Du den Druck nur. ![]()
Vlg
Lila