Wie soll ich mich verhalten bzgl. Freundschaft mit Ex

  • Ich warte mal noch etwas ab, bevor ich Versuche, mich wieder vorsichtig zu nähern.

    Ich würde erstmal gar nichts machen und solange warten, bis etwas von ihr kommt. Und wenn nichts kommt, weißt Du auch bescheid. ;) Du hast das Prinzip doch jetzt verstanden. Solange Du die Verbindung aufrecht erhältst und hinterherläufst, muss sie doch gar nichts machen. Oder schlimmer noch, kann Dich ja wegschieben, weil sie weiß, Du kommst immer wieder... Das heißt, Du erzeugst Dir „Sisyphos” selbst. Bleib einfach weg, dann kannst Du auch nicht weggeschoben werden. Lass sie doch einfach mal zur Ruhe kommen und gib ihr die Möglichkeit von sich aus Kontakt aufzunehmen. Und, ja, das musst Du dann mal aushalten. ;)

  • Irgendwie erinnert mich das an Sisyphos. Ich brauche Wochen um mich vorsichtig anzunähern, ich bin ihr nahe und Zack ist sie weg, der Felsbrocken wieder unten und ich kann von vorne anfangen.

    Genau. Das ist auch das gleiche Prinzip. Die erfreuliche Nachricht ist, dass du NICHT verdammt bist, bis in alle Ewigkeit diesen Brocken den Berg wieder rauf zu rollen. Sondern einfach weg gehen kannst. Was alles andere als einfach ist. Aber ich schätze, Sisyphos würde alles darum geben. Der macht das wahrscheinlich heute noch ;)


    Wie Straeusschen (dessen Beitrag ich gerade erst gesehen habe) sagt. Lass sie einfach mal.

    Und kümmere dich liebevoll um dich selbst und deine Themen.

  • Ja, aber wie du auch sagst, sie erlegt sich das selber auf. Auch wenn es nicht explizit eine Bestrafung ist. Mir gings nur drum, diesen Unterschied klar zu machen, dass sie einfach gehen kann. Es steht IHR frei., was sich für sie so einfach aber sicherlich nicht anfühlt.

    Und der würde sicher gerne tauschen :)

  • Hi,


    Ein kleines Update von meiner Seite. Unser Geburtstag ist jetzt drei Wochen her, seither kein Wort von Sandra.

    Vor zwei Wochen hab ich wohl "aus Versehen" eine Kontaktsperre eingeleitet. Hab ihr geschrieben, dass ich zwar gerne weiter Kontakt hätte, aber nicht weiß wie und ihr deshalb Raum lasse. Ich hatte gehofft, sie wüsste wie es weitergeht. Ich hab jetzt doch auch einiges über BA gelesen, wahrscheinlich weiß sie ebenso wie ich gerade nicht weiter.

    Vor einer Woche war ich Trauzeugin bei einer Freundin, hab Sandra ein Foto von mir mit der Braut geschickt (also sie wusste vorher, dass ich Trauzeugin sein würde, also klar, dass es nicht meine Braut war ;-)). Keine Reaktion.

    Und jetzt? Mir geht es gut, klingt verrückt, aber ich spüre wie ich mich durch den 0-Kontakt entspanne, weil es anstrengend ist, ständig zu überlegen, was ich alles falsch machen könnte. Und gleichzeitig wünsche ich mir den Kontakt. Es ist wie ich ihr geschrieben habe, ich weiß nicht weiter.

    Brauch sie als BÄ da noch etwas Sicherheit von mir, dass sie sich traut, was zu schreiben? Oder mal eine Frage rausschicken? Waren jetzt zuletzt nur zwei "Aussagen", aber eben nichts, wo sie konkret "antworten müsste". Also müssen muss sie ja gar nichts. Ich Frage mich halt schon, ob sie diesen Kontakt auch möchte und sich gerade aufgrund meiner unbeholfenen Nachricht nicht traut.

    Ich hab nie wirklich gelernt, wie man nach einem Streit/Missverständnis wieder zusammen kommt. Mein Vater tut nach ein paar Stunden einfach so, als wäre nichts gewesen und Thema erledigt. Das ist die Methode, die ich im Elternhaus gelernt habe.

    Wir lernen gemeinsam bei Duolingo, da hatten wir letztes Woche eine Teamchallenge, sie hat mir ein High Five geschickt innerhalb der App. Das ist als Kontakt zu wenig. Gilt das schon als Kontakt für einen BÄ?

  • Wenn sie wollte, würde sie sich melden. Tut sie aber nicht. Lass es gut sein. Du hast das Glück,

    dass es dir nicht megabeschissen geht wie vielen anderen hier. Du schreibst, dass es dir sogar gut tut.(Auch

    wenn sich ein Teil den Kontakt wünscht.)


    Lass sie los.


    Sie will nicht.

    Und wenn sie wollte,

    könnte sie nicht.

  • Lass sie los.


    Sie will nicht.

    Und wenn sie wollte,

    könnte sie nicht.

    Das sagt sich ja immer so einfach ^^

    Ich verstehe schon, dass es diese blöden Fragezeichen gibt. Man versuchts ja auch irgendwie zu verstehen...


    Ich Frage mich halt schon, ob sie diesen Kontakt auch möchte und sich gerade aufgrund meiner unbeholfenen Nachricht nicht traut.

    Ich weiß zumindest, dass BÄ einen sehr feines Gespür dafür haben, wenn man noch an ihnen hängt oder sie zurück will. Das ist fast schon ein übernatürliches Gespür, aber egal. Fakt ist, es ist so. Ein/e BÄ merkt auch, wenn man so tut als ob.


    Dieses ganze Taktieren ist also reine Zeitverschwendung. Das wird wahrgenommen. Und so lange das so ist, ist BÄ definitiv im BA-Modus. Ich hab jetzt vergessen, wer hier aus welchen Gründen Schluss gemacht hat. Wenn Du Dich getrennt hast, dann zieh es durch. Wenn sie sich getrennt hat, dann akzeptiere es. Geh in Deinen Schmerz, Deine Traurigkeit und versuche alles, um die „Hoffnung” in Dir zu Grabe zu tragen. Egal, was sie sagt, welche Zeichen sie sendet oder nicht, im Endeffekt switcht sie trotzdem immer zwischen „wollen” und „nicht können”.


    Und hier bestätige ich das dann doch wieder oder sage es etwas präziser:


    Solange Du willst, wird sie nicht wollen.

    Und wenn sie will, wird sie nicht können.


    Beides ergibt (leider) das gleiche Resultat.


    Ps.: Und nimm das alles nicht persönlich. ;)

  • Das sagt sich ja immer so einfach ^^

    Ich verstehe schon, dass es diese blöden Fragezeichen gibt. Man versuchts ja auch irgendwie zu verstehen...



    Stimmt. Sagen tut sich das ausgesprochen leicht :) , wobei es meiner Ansicht nach nicht oft genug gesagt

    werden kann und auch sollte.


    Ne, das ist natürlich alles andere als einfach. Es ist bei mir selbst so lange her,

    dass ich (extrem) im Plus war (mit 15/16) und bei der letzten Sache war ich das zwar auch,

    schlussendlich gab es lediglich einige Monate losen Kontakt. Ich kenne meist eher die Minusseite,

    weiß jedoch, wie es sich anfühlen kann. Das mit dem Verstehenwollen verstehe ich auch. Total.



    Dennoch: Gerade, wenn claudia83 eigentlich gar nicht wirklich leidet oder vlt bloß ein wenig,

    sogar spürt, wie GUT es ihr im Grunde tut ohne den Kontakt, dürfte das letztliche Loslassen eine Befreiung und die wirkliche Wohltat sein.

    Das meint allerdings nur das, was ich von claudia83 verstanden habe. Wie gesagt, wie wirklich schlimm und schwierig und unmöglich

    erscheinend sowas sein kann, ist mir klar.



    Und gerne unterstreiche ich nochmal Straeusschens Präzisierung, liebe claudia83:



    Solange Du willst, wird sie nicht wollen.

    Und wenn sie will, wird sie nicht können.


    Beides ergibt (leider) das gleiche Resultat.

  • Ich hab mir die Geschichte jetzt nochmal durchgelesen. Mal abgesehen davon, dass ich hier viel typische Aussagen aus der Idealisierung heraus lese, die einem als Gegenüber natürlich vermitteln, man sei etwas „besonderes” und dies natürlich der Grund ist, weshalb man die unschönen Momente erträgt oder aushält und bei der Stange bleibt, empfinde ich die folgende Aussage aber eigentlich sehr hilfreich:


    Nur ich blieb. Sandra meinte: ich sei ihre einzige Freundin.

    Wenn dem (wirklich) so ist, dann ist das eine starke Abhängigkeit. Und wenn BÄ eins nicht abkann, dann das. Unter den Umständen ist es eigentlich logisch, dass hier alles versucht wird, um diese Abhängigkeit, auch wenn sie nur freundschaftlich ist, zu verhindern. Erklärt sich also von selbst, dass es hier nun zu verstärktem Rückzug und Distanzmanövern kommt. Sandra weiß, dass sie unfähig ist, Beziehungen aufrecht zu erhalten und sie wird es auch immer wieder erlebt haben, dass Menschen sie beschimpfen, ablehnen, verlassen. Ist zwar eine selbsterfüllende Prophezeiung, aber egal. ;) Insofern will sie vermutlich nicht mal eine Freundschaft, weil sie nicht nur ahnt, sondern weiß, dass sie diese auch zerstören wird. Und der darauf folgende Selbsthass wird hier nicht ganz unerheblich dazu beitragen, es erst gar nicht soweit kommen zu lassen.


    Ich hatte wohl gehofft, ihr könnt mir Tipps geben, wie ich mich verhalten soll. Welche Sätze ich ihr gegenüber unbedingt vermeiden sollte.

    Diese Aussage würde ich mal zum Anlass nehmen, mich mit „passiver Bindungsangst” auseinander zu setzen. Wenn man vermeiden muss, man selbst zu sein, um eine Verbindung aufrecht zu erhalten, dann ist das der eigene Beitrag, der eigene Anteil, den man leistet, damit es nicht zu echter Nähe kommen kann – denn man ist selbst „unecht”. Und hierin liegt wahrscheinlich der Schlüssel dieser Begegnung. Zu erkennen, welche Bindungsmuster man selbst hat.