Gesundes und abhängiges Verhalten in BA-Beziehungen

  • Hallo zaza!


    Mir helfen diese Sätze sehr - kannte sie schon, doch als ich sie hier im Forum entdeckte, kamen sie genau zur richtigen Zeit für mich so wieder in Erinnerung. Werde sie mir ausdrucken. Beim Schreiben einer für mich wichtigen Email haben sie mir sehr geholfen. Danke, dass Du sie hier eingestellt hast! :)


    Liebe Grüße
    Mawa

  • Co-Abhängigkeit war lange auch mein Thema. Doch beim Lesen der Genesungssätze kann ich feststellen, dass ich mich in vielen Punkten aus der Co-Abhängigkeit gelöst habe und mich im Genesungsprozess befinde.


    Es war ein langer, mitunter schmerzhafter Weg, dessen Ende noch nicht in Sichtweise für mich ist, aber er hat mich negative Dinge erkennen lassen und es mir ermöglicht, manches zum positiven zu ändern.

    "Vergiss nicht, der Zaun, mit dem du dich vor anderen schützen willst, umschließt auch dich"

  • hallo rafaela,


    ich sehe hier auch keine genesungssätze. kann es vielleicht sein, daß das mitglied, das sie geschrieben hat, sich abgemeldet hat? und damit auch alle beiträge gelöscht werden?


    lg
    mary

  • Was mir Menschen gesagt haben:


    Mir haben zuviele Menschen gesagt, dass sie aus Beziehungen total traumatisiert rauskamen. Dass sie nicht mehr der Mensch waren, der sie zuvor waren. Die ein Stück Ihrer Seele verloren haben. Komplett verwirrt waren, depressiv und zutiefst verängstigt.


    Mir haben zuviele Menschen gesagt, dass sie jemandem Nachtrauern den sie unendlich geliebt haben. Der das Eine für sie war. Der ihnen das gab, was sonst niemand konnte. Und die nicht daran Glauben, dass jemals wieder ein anderer Mensch Ihnen das geben kann.


    Mir haben zuviele Menschen gesagt, dass sie in einer Falle sitzen aus der sie nicht rauskommen. Dass sie einen Berg erklimmen und immer wieder scheitern. Dass sie immer wieder tief stürzen. Dass sie kleinste Details immer und immer wieder an diese Person erinnern.


    Mir haben zu viele Menschen gesagt, dass sie unendliche Angst haben nochmals so verletzt zu werden. Sich deshalb Zurückziehen. Nicht mehr so reagieren wie sie wollen. Dass sie sich selber nicht mehr kennen. Keine Erklärung haben.


    Mir haben zu viele Menschen gesagt, dass sie nach der Trennung den Menschen, den sie lieben nicht mehr erkannt haben. Dass sie weggeworfen wurden wie ein Stück Dreck. Alles gaben.. Nichts – und doch so viel bekamen. Aber keine Ahnung haben, WAS sie bekamen.


    Mir haben zu viele Menschen gesagt, dass sie sich selber in einer Beziehung langsam aufgaben. Stückweise und langsam sich selber und ihre Bedürfnisse immer weiter zurückstellten. Immer mehr akzeptierten. Sich komplett unterordneten.


    Mir haben zu viele Menschen gesagt, dass sie gezwungen waren eine Beziehung zu beenden. Dass sie es tun mussten, weil sie körperlich und mental komplett am Ende waren. Dass sie es gegen ihre eigene Liebe tun mussten. Und dass sie danach versuchen mussten, die Liebe in sich zu töten.


    Mir haben zu viele Menschen gesagt, dass sie selber eiskalt wurden. Den Satz „In mir ist keine Liebe mehr!!!!!“ schreien könnten. Dass ihr Leben von Misstrauen und Argwohn geprägt ist und sie so reagieren wie der frühere Partner.


    Mir haben zu viele Menschen gesagt, dass sie sich selber und ihr Leben verloren haben. Nicht mehr wissen wo es ist. Wer sie sind. Was sie sind. Die einfach nur noch durch den Tag leben.


    Mir haben zu viele Menschen gesagt, dass sie jedes Wort eines anderen Menschen filtern. Nach Bedeutungen suchen. Absichten erkennen wollen. Blind verstehen wollen was das Gegenüber wohl erwartet. Angst haben dem nicht zu genügen. Das Vertrauen in andere Menschen verloren haben. Und deshalb scheitern.


    Mir haben zu viele Menschen gesagt, dass sie nur noch einen einzigen Wunsch haben – dass es aufhören soll. Dass die Schmerzen weggehen sollen. Dass sie seit Jahren leiden. Warten oder hoffen.


    Mir haben zu viele Menschen gesagt, dass sie den Glauben an Liebe verloren haben.



    Immer:


    Immer waren das hilfsbereite, liebevolle und sehr sensible Menschen. Die anderen gut Zuhören und Mitfühlen können. Die Ratschläge geben, die gerne angenommen werden. Lieber etwas geben als nehmen. Die andere Menschen oft blind verstehen können. Ueber ein hohes Einfühlungsvermögen verfügen.


    Immer waren Ihre Partner emotional instabile Persönlichkeiten. Die Probleme hatten über sich selber zu sprechen oder mit Ihren Gefühlen umzugehen. Keine echte Nähe zulassen konnten. Inkonsistent waren. Sich zurückzogen oder vorpreschten. Unberechenbar waren. Konstante Beachtung und Bestätigung brauchten.


    Immer haben diese emotional instabilen Persönlichkeiten schlimme Dinge erlebt. Schlechteste Beziehungen gehabt. Immer wird das sehr schnell vermittelt. Immer wird es von den Partnern als Entschuldigung für alles akzeptiert. Denn die Partner sind ja sehr mitfühlende Persönlichkeiten. Und immer bekamen die Partner das Bild vermittelt, dass es mit ihnen anders sei. Endlich.


    Immer haben diese emotional instabilen Partner ein Bild vermittelt, welches nicht der Realität entsprach. Nicht der Realität entsprechen konnte. Immer war es die perfekte Liebe, die grosse Verbindung, das intensive und nie zuvor erlebte tiefe gemeinsame Erleben. Das gemeinsame Verschmelzen. Verstehen ohne Worte.


    Immer endete es mehrfach. Immer wurden Partner bestraft. Durch Liebesentzug, Betrug, Kälte, Abweisung, Rückzug, Beleidigung. Ein Wechselbad aus Bestrafung und absoluter und einzigartiger Liebe. Eine zarte Vergewaltigung der Seele.


    Und immer endet es brutal und eiskalt. Die emotional instabile Persönlichkeit übernahm keine Schuld, keine Verantwortung. Die gemeinsame Zeit bedeutete ihr NICHTS. Keine Gnade, kein Mitgefühl für den Partner. Keine Erklärung. Ausser die emotional instabile Persönlichkeit will wieder zurück. Was oft der Fall ist. Ausser sie hat einen Neuen / Neue.




    Was passiert:


    Durch die Verbindung zweier Persönlichkeitstypen die Zusammenpassen, entsteht beim Einen eine sehr hohe Abhängigkeit vom Anderen.


    Die emotional instabile Persönlichkeit hat in sich eine unglaubliche Angst. Sie macht ihren Partner gefügig, manipuliert ihn, setzt ihn unter Druck um dadurch konstante Beachtung und Sicherheit zu bekommen. Bekommt sie das nicht, wird der Partner bestraft. Das macht sie nicht absichtlich. Aber sie macht es. Sie muss es tun. Sie hat Angst.


    Der Partner lernt, wie er sich verhalten soll. Er wird konditioniert, geradezu dressiert. Weil er das selber nicht versteht, passiert das langsam und schleichend.


    Wie eine Ratte lernt er, dass ein Knopf Liebe bedeutet. Der andere Schmerzen. Ganz automatisch konzentriert er sich immer mehr darauf, den richtigen Knopf zu drücken. Nichts falsch zu machen.


    Im Laufe der Zeit werden die Knöpfe komplizierter. Liebe gibt es nicht mehr beim ersten Mal drücken – sondern nach dem Zufallsprinzip. Einmal beim fünften Mal, einmal beim zehnten Mal oder gar nicht. Der emotional instabile Partner kann ja leider auch nicht genau sagen, wie man und wo man genau drücken muss. Er kann ja nicht über sich und seine Gefühle sprechen. Verlangt nach blindem Verstehen.


    Dadurch entsteht eine komplette Fixierung auf das Drücken der Knöpfe. Man drückt und drückt und drückt – und dafür bekommt man vielleicht Liebe. Man ordnet sich unter. Man merkt das nicht mal. Es passiert schleichend und man gibt immer mehr und mehr und mehr.


    Das ist keine Liebe. Das ist Sucht und Abhängigkeit.

  • Hallo Darkstar,


    das hast du sehr schön zusammen gefasst. Stammt es von dir?


    Du bleibst am Ende anscheinend stehen, bei der Erkenntnis, dass es so sein muss, aber das stimmt nicht. Es gibt eine lösung und die heißt LOSLASSEN. Suche danach und hinweise und Tipps wie man es machen kann findest du in hülle und Fülle.


    Loslassen heißt nicht aufgeben. Loslassen ist mutig, ist ein Schritt nach vorn. Auch wenn die Beziehung schon lange beendet ist kann man noch loslassen, von dem Idealbild was man von einer Beziehung hat zum Beispiel.


    Loslassen ist ein akt der Stärke und nicht der Schwäche.


    Ich gebe hier mal noch drei Lesetipps, wo das Thema absolut auf den Punkt gebracht ist:
    Wahre Liebe lässt frei, von Robert Betz
    Dualseelen und die Liebe, von Ricarda Sagehorn und Cornelia Mrosek
    Der Loslasser, die selben Autorinnen


    Auch wenn alle drei an manchen Stellen vielleicht etwas esoterisch daher kommen, ist die Logik und das Einfühlungsvermögen, mit dem sie die Notwendigkeit und letztlich den Segen des Loslassens herleiten absolut überzeugen. Ich kann das nur jedem empfehlen. Man sieht auf einmal Licht ganz weit hinten am Horizont.
    Es ist jeodch kein Spaziergang, es rührt am innersten Selbst und das ist sehr sehr hart. Ich weiß wovon ich spreche, denn ich mache es gerade.


    Alles Liebe für alle verzweifelten
    Griselda

  • Hallo Griselda,


    nein, der Text stammt nicht von mir, sondern von einem Expartner einer Borderlinerin.


    Ich dachte, vielleicht erkennen sich auch andere darin wieder.


    Es trifft aber vieles auf mich zu, wenn auch nicht ganz so extrem. Ich habe mich in der Beziehung nie mit seinem "Verhalten" abgefunden und immer versucht, dass "Problem" zu klären, d.h. mit ihm darüber zu sprechen und
    Lösungen zu finden.
    Das war natürlich ein Ding der Unmöglichkeit, das weiß ich jetzt. Ich verstehe die Mechanismen in einer BL-Beziehung nun
    und ich weiß ganz genau: Nie wieder!


    Gefühlsmässig habe ich ihn schon losgelassen (das Schlimmste habe ich überstanden) und ich bin in therapeutischer Behandlung, damit ich eben keine Folgeschäden, sprich: Anderen Menschen nicht mehr vertrauen, glauben kann.



    Der Originaltext geht auch noch weiter, bleibt nicht stehen:



    Das Problem:


    Die emotional instabile Persönlichkeit braucht konstante Bestätigung, Zuwendung und Beachtung. Weil sie kein emotionales Gedächtnis hat. Sie lebt Gefühlsmässig nur im JETZT. Gemeinsame Erlebnisse wie z. Bsp. Urlaube, schwere Zeiten, Feiern usw… hinterlassen bei ihr keine emotionalen Spuren. Sie erinnert sich daran – aber nicht an die Gefühle. Es schweisst sie nicht mit ihrem Partner zusammen.


    Sie kann eine Liebe nicht aufbauen sondern lebt nur intensiv im hier und jetzt. Wochen, Monate oder Jahre bedeuten ihr nichts. Sie lebt und liebt nur im Jetzt. Und im Jetzt braucht sie Beachtung und Zuwendung, Sicherheit. Sie liebt. Und zwar stark. Aber nur JETZT. Vertrauen KANN sie nicht.


    Als Partner empfindet man anders. Man ist gebunden. Drückt die Knöpfe. Liebt. Liebt immer mehr. Endlos. Die Liebe wächst im Laufe der Zeit. Man merkt nicht mal mehr, dass man die Knöpfe drückt. Man vertraut. Oft blind. Ist komplett Abhängig.


    Bis man nicht mehr drücken kann oder den falschen erwischt.


    Dann scheitert die Beziehung und die emotional instabile Persönlichkeit entzieht ihre Liebe blitzschnell und eiskalt. Sucht sich oft bereits einen neuen Partner oder neue Partnerin vorab. Denn wie gesagt – sie liebt stark. Aber nur im HIER und JETZT. Und sie hat ANGST. Der Partner war böse (wie gesagt, Jahre bedeuten nichts).




    Was passiert mit dem Partner:


    Dadurch wird der Partner in einer Art und Weise zurückgelassen, die ihn fast zerstört. Er kann nicht mehr vertrauen, ist verwirrt, ihm werden extreme Schmerzen zugefügt. Wo ist die Liebe? Die gemeinsame Zeit? Ich tue doch alles für Dich? Habe ich das nicht bewiesen? Zählt das nicht? Wie ist es möglich, dass ein Mensch so ist? WER bist DU? WIE kannst DU mir das antun - nach all der Zeit?????


    Unerfreulicherweise kann der instabile Partner nicht über seine Gefühle sprechen – und Antworten wird der Partner niemals bekommen.


    Verstehen kann man es nicht. Gleichzeitig hat der Partner gelernt – er muss Knöpfe drücken, damit er von seinem instabilen Gegenüber Liebe erhält.


    Eine grössere Bestrafung als der komplette Rückzug hat der Partner noch nie gespürt. Also drückt er erst mal. Und zwar sehr, sehr oft. An sich selber denkt er dabei zuletzt. Dazu gehört z. Bsp. auch, dass er geradezu unmenschliche Anstrengungen vollbringt um zu VERSTEHEN. Nicht sich selber - sondern primär was der Partner (jetzt EX Partner) gerne möchte...


    Es ist ein grauenhaftes Erlebnis. Keine normale Trennung.




    Mein persönlicher Weg raus:


    Ich habe das alles ebenfalls erlebt. Und ich will es niemals wieder erleben. Ich erspare mir hier genauere Details.


    Ich musste lernen, dass meine frühere Partnerin anders ist. Dass nicht alle Menschen so sind. Dass sie mir das nicht Absichtlich angetan hat. Und dass ich das wirklich verstehen und akzeptieren muss. Und ihr vergeben muss. Und dass sie ärmer ist als ich – denn ich kann konstant Lieben. Sie nicht.


    Ich musste nachdenken. War es wirklich so, dass ich mich automatisch untergeordnet habe? Habe ich wirklich sehr viele Dinge einfach akzeptiert? Als normal hingenommen? Eigene Bedürfnisse zurückgestellt?


    War ich bereit ALLES zu geben? Nur damit ich von IHR geliebt werde?


    Weshalb habe ich das getan? Was führte jeweils dazu, dass ich so reagierte wie ich dachte dass ich reagieren solle – obschon sie ja nichts sagen konnte? Welche Mechanismen liefen da ab? Gab es welche?


    Was sagte sie mir beispielsweise in eine Email wörtlich. Und wie habe ich das VERSTANDEN und INTERPRETIERT? Das kann ein sehr, sehr grosser Unterschied sein…


    Als ich verstand was ablief, die Mechanismen in der Partnerschaft sah – es war meine Befreiung.



    Das habe ich noch vergessen - bin etwas Müde ... hoffe es kommt trotzdem richtig rüber:


    Die Kommunikation mit einer emotional instabilen Person ist oft sehr undeutlich / ungenau.


    Beispiel:
    Auf die Frage, liebst Du mich noch wird man kein Ja oder Nein erhalten nach einer Trennung. Sondern ein "momentan eher weniger", "aktuell und zurzeit bin ich mir eher weniger sicher".


    Generell legt sie sich nur extrem selten fest und achtet sehr darauf, möglichst wenig von sich preiszugeben. Dadurch könnte man ihr zu nahe kommen.


    Das eigentliche Thema in einem Gespräch wird komplett vermieden. Um jeden Preis.



    Und damit man die Angst wirklich versteht:
    Es ist eine existentielle Angst. Todesangst. Sie zu vermeiden, dafür würde eine entsprechend betroffene Person alles tun.

  • Oh Darkstar, da habe ich mich und meine Ex in vielen Punkten wieder erkannt. Sehr traurig dass alles.


    Warum ich nicht so richtig drüber wegkomme, erklärt dieser Satz aus dem Text:


    "Unerfreulicherweise kann der instabile Partner nicht über seine Gefühle sprechen – und Antworten wird der Partner niemals bekommen." Das ist der Grund, warum ich keinen richtigen Abschluss finde. Man hatte eine gewisse Verbundenheit und plötzlich beendet sie diese...ohne Erklärung...


    Tja, die Scheiß-Angst, die Scheiß-Todesangst, die sie wieder gespürt haben wird...


    Und Erinnerungen zählten bei ihr wirklich nichts. Genau, wie in dem Text beschrieben...


    Im Grunde kann ich froh sein, sie los zu sein - denn ich habe sie losgelassen und gehe einen ähnlichen Weg wie Griselda.

    "Vergiss nicht, der Zaun, mit dem du dich vor anderen schützen willst, umschließt auch dich"

  • Zitat von Ratsuchend


    Tja, die Scheiß-Angst, die Scheiß-Todesangst, die sie wieder gespürt haben wird...


    Diese "Angst" ist für mich unerklärlich. Warum, wovor, ich verstehe sowas nicht.


    Kann mir das jemand versuchen zu erklären? Was kann denn passieren, dass man solche Angst davor hat?


    Zitat

    Und Erinnerungen zählten bei ihr wirklich nichts. Genau, wie in dem Text beschrieben...


    Ja, das ist bei meinem EX zweifellos auch so.


    Wo sind die hin? Vielleicht kann mir das jemand mit BA erklären, damit ich das verstehen kann.


    Liebe Grüsse

  • Zitat von Darkstar

    Diese "Angst" ist für mich unerklärlich. Warum, wovor, ich verstehe sowas nicht.


    Kann mir das jemand versuchen zu erklären? Was kann denn passieren, dass man solche Angst davor hat?


    Bindungsangst entsteht in den ersten Lebensmonaten


    "Die Ursache für ein solches Verhalten findet sich bereits im ersten Lebensjahr. „Ein hungriger Säugling, der von seiner Mutter zu lange allein gelassen oder ignoriert wird, bekommt nach kurzer Zeit schon Todesangst“, sagt von Müller. Mütter, die zum Beispiel selbst unter einer psychischen Störung leiden, etwa einer postpartalen Depression, können ihr Kind häufig nicht so lieben, wie sie es eigentlich möchten. Sie lehnen ihr Baby ab, finden es vielleicht zu gierig oder bestrafen es, indem sie es schreien lassen. Erfolgt dieses Verhalten im raschen Wechsel mit Überbehütung, die dem Kind keinen Bewegungsspielraum lässt und dessen Bedürfnisse ignoriert, wirkt das ebenfalls negativ. Die Folge: Das Baby erlebt sowohl die Trennung, als auch die Nähe von der Mutter als bedrohlich. Mitunter kommen noch weitere negative Erlebnisse in der Beziehung zu den Eltern hinzu, etwa das Gefühl, nicht gewollt zu sein, zu stören. „Heraus kommt ein Nähe-und-Distanz-gestörter Mensch, der als Erwachsener zwischen Ängsten hin- und hergebeutelt wird, die ihm nicht bewusst sind.“ Denn alle heftigen negativen Erlebnisse der ersten Lebensjahre werden verdrängt."
    http://www.apotheken-umschau.d…estlegen-will-171693.html


    Es wirkt wohl vieles im Unterbewusstsein - und Flucht ist die - vermeintlich -einzig bekannte Lösung, um dem Schmerz, der Angst zu entkommen...

    "Vergiss nicht, der Zaun, mit dem du dich vor anderen schützen willst, umschließt auch dich"

  • Hallo Ratsuchend,


    ja, ich habe auch alles darüber gelesen, verstehen kann man es wohl nur, wenn einem so etwas widerfahren
    ist.


    Mein Kollege erzählte mir gestern, er hätte die Mutter meines Ex laut lachend auf dem Aldi-Parkplatz gesehen.


    Ist das normal, dass ich darauf innerlich so heftig reagiere? Das heißt, ich werde wütend: Wieso ist diese
    Frau fröhlich, wo sie doch mindestens zwei psychisch kranke Kinder hat.


    Ich habe meinen Kollegen gebeten, mir sowas nicht mehr zu erzählen.


    Leider wohnt diese Frau nicht nur neben meinen Eltern, sondern auch in der gleichen Strasse wie ich, zum Glück
    am anderen Ende.
    Meinen Ex habe ich beim Einkaufen auch schon wiedergesehen. Wir haben uns nicht beachtet, ich bin fast
    ganz in die Fleischtruhe getaucht und habe innerlich ganz doll gezittert und mich wie ein einziger Klumpen angefühlt.


    Er war auch ganz schnell wieder aus dem Laden verschwunden.


  • Ich denke auch, wer es nicht selbst erlebt hat, kann die ganze Dramatik nicht nachvollziehen.


    Dysfunktionale Familien (und dein Ex kommt aus solch einer) leben ja von der Fassade, damit man nicht sieht, wie kaputt es dahinter ist. Da wird Co-Abhängigkeit entwickelt und gelebt. Es wird alles getan, um nach außen nichts durchdringen zu lassen. Die Krankheit/Abhängigkeit etc. eines Familienmitgliedes wird vertuscht, damit der Schein bewahrt bleibt.


    Ich bin meiner Ex nicht mehr begegnet. Keine Ahnung, was das bei mir auslösen würde...

    "Vergiss nicht, der Zaun, mit dem du dich vor anderen schützen willst, umschließt auch dich"

  • Hallo darkstar und alle anderen,


    Ich vermute ja mal, daß dein ex was viel schlimmeres als ba hatte. wahrscheinlich war er wirklich borderliner. Viellecicht vermischt sich das bei einigen der expartner hier im forum, daß die auch bl hatten. und das hab ich definitiv nicht.


    Ich habe übrigens leider doch echte ba, hat mir meine neue psychologin in der letzten stunde bescheinigt, und relativ stark, hat sie aufgrund meiner symptome festgestellt. Weil hier im forum ja viele denken, ich sei keine typische bä.

    Zitat

    Diese "Angst" ist für mich unerklärlich. Warum, wovor, ich verstehe sowas nicht.


    Meine mutter hat mich als baby zwangsweise gefüttert, wenn ich nicht so gegessen habe, wie sie es sich vorgestellt hat. Also nase zugehalten, jede menge milch reingeschüttet, bis ich alles wieder erbrochen hab. später hat sie dann die taktik geändert, und mich solange hungern lassen, bis ich aus verzweiflung jeden fraß gegessen hab, den sie mir gegeben hat. Also für mich war nähe immer = gewalt = angst vor gewalt = ist körperliche schmerzen. Da hat mein unterbewußtsein irgendwie so ne ganz starke verknüpfung hergestellt, unter der ich heute zu leiden hab.


    Bei mir kann nähe einfach angst auslösen wegen meiner früheren erlebnisse. Da ist das gefühl irgendwie in der kindheit stecken geblieben. Und ratsuchend hat völlig recht, daß ba meist in den ersten lebensmonaten entsteht. bzw vom 0. – 3. lebensjahr hat mir mal ne dame erklärt, die den beruf des psychologischen heilpraktikers gelernt hat.


    In situationen, in denen ich mich relativ hilflos fühle, kann bei mir massive angst entstehen: also beim zahnarzt, wenn ich in dem stuhl liege. Wenn der zahnarzt mich sitzend behandelt geht’s bisschen besser, weil rein theoretisch kann man aus dem sitzenden zustand leichter fliehen als aus dem liegenden. Oder im krankenhaus. Oder wenn ich bei anderen leuten im auto mitfahre. Aus einem fahrenden auto rausspringen ist ja auch nicht so ohne weiteres möglich.


    Wenn wir im winter ausflüge gemacht haben, oder schlittschuhlaufen waren, hat mein vater nie reagiert, wenn ich gefroren habe. zuhause hatte ich oft üble auftauschmerzen meiner eingefrorenen zehen und finger. Ich habe heute noch vor dem winter angst.


    Ich habe als kind gemerkt, wenn mir ein mensch (mutter, vater) nah war, habe ich immer leiden müssen. Drum habe ich heut ba.

    Zitat

    Und Erinnerungen zählten bei ihr wirklich nichts. Genau, wie in dem Text beschrieben...


    Wo sind die hin? Vielleicht kann mir das jemand mit BA erklären, damit ich das verstehen kann.


    Das trifft nicht unbedingt auf bä zu. Ich kann mich an viele schöne situationen mit meinem ex und auch meinem ehemann erinnern. Und spüre dann auch die schönen gefühle wieder. Wenn ich heute an meinen ex denke, dann kommt immer genau diesse warme glücksgefühl wieder. oder die situation, als ich mit der mutter meiner freundin auf dem sofa saß, und wir uns unterhalten haben. Dieses glücksgefühl ( ich gehöre zur familie) kann ich jederzeit beim gedanken dran wieder abrufen. aber genauso eben auch negative gefühle, wenn ich z. b. an meine mutter denke. Oder angst, wenn ich z. b. an den zahnarzt denke.


    Meine nicht-.bä-bekannten können das gar nicht verstehen. Die verstehen einfach nicht, wie man mehr als 2 std liebeskummer haben kann. Selbst wenn bei denen jahrelange partnerschaften auseinander gehen, haben die innerhalb weniger tage nen neuen partner. Da ist keine trauer um den anderen, gar nichts. Ich glaube, das hängt gar nicht mit ba oder nicht-ba zusammen. Manche leute lieben und trauern einfach stärker, andere eben nicht.


    Mein bester kumpel, auch bä, hat mir erst vor kurzem erzählt, daß seine damalige freundin die größte liebe seines lebens war. Die beziehung ist wirlich nur da dran gescheitert, daß sie unbedingt kinder wollte und er nicht. das ist jetzt schon ziemlich lang her. Aber ich habe regelrecht gespürt, wie sehr er diese frau geliebt hat (nur beim erzählen). Er war danach auch lange single, weil er eben diese trennung nicht so einfach verarbeitet hat.


    Und auch meine weibliche bekannte mit ba, wenn mir was erzählt hat, sind immer irgendwie die gefühle von früher durchgedrungen. Das habe ich sogar als zuhörer gespürt.


    Bei mir ist die trennung jetzt auch schon 3 jahre her. Traurig bin ich nicht mehr, die trauerphase ist schon längst abgeschlossen. Aber trotzdem hätte ich meinen ex gern zurück, weil ich mich an die guten gefühle erinnere, die ich während der beziehung hatte. wie bl da fühlen kann ich gar nicht nachvollziehen, ich kenne keinen bl.


    Ich denke, die erlebnisse, die man als baby oder kleinkind hatten, prägen einen menschen am stärksten. Je älter man wird, desto weniger spuren hinterlassen negative erlebnisse. Aber ein kleines kind ist ja noch so zart, so verletztlich, so formbar.


    Lg
    Mary

  • Zitat von mary12345


    Ich vermute ja mal, daß dein ex was viel schlimmeres als ba hatte. wahrscheinlich war er wirklich borderliner. Viellecicht vermischt sich das bei einigen der expartner hier im forum, daß die auch bl hatten. und das hab ich definitiv nicht.


    Ja, hat er, ich bin mir da absolut sicher (bin weder Arzt noch Psychologe).
    Ich glaube dir ja, dass du BA hast, ich bin diejenige, die hier im falschen Forum gelandet ist. Ich habe in ein paar BL-Foren
    gelesen, da hätte ich hingehört, aber jetzt wechsel ich nicht mehr.


    Deine Angst kann ich doch verstehen, deine Kindheit war wirklich grausam, das weiß ich doch. Mein Ex hat nie über seine
    Kindheit gesprochen, er lässt auch nichts auf seine Mutter kommen. Ich weiß wirklich nicht, was genau ihm widerfahren ist,
    schlimm war es, sonst wäre er nicht so schwer gestört und seine Schwester auch.


    Ich meinte damit auch, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand vor einem Partner, der einen liebt, Angst haben
    kann oder muss.
    Aber das geschieht sicherlich unbewusst.


    Zitat

    Oder wenn ich bei anderen leuten im auto mitfahre.

    Die Angst kenne ich ja auch, ich fahre nachts auch
    nicht alleine mit dem Fahrrad nach Hause. Das sind doch, für mich jedenfalls, normale Ängste.


    Zitat

    Meine nicht-.bä-bekannten können das gar nicht verstehen. Die verstehen einfach nicht, wie man mehr als 2 std liebeskummer haben kann. Selbst wenn bei denen jahrelange partnerschaften auseinander gehen, haben die innerhalb weniger tage nen neuen partner. Da ist keine trauer um den anderen, gar nichts. Ich glaube, das hängt gar nicht mit ba oder nicht-ba zusammen. Manche leute lieben und trauern einfach stärker, andere eben nicht.


    Ja, aber bei BL spaltet man ab, man ist entweder schwarz (böse) oder weiß (gut), das machen Kinder im Alter bis 4 Jahren so. Graustufen gibt es bei BL nicht. Deshalb wurde ich auch direkt nach der Trennung weggeschmissen und behandelt
    wie Dreck.


    Zitat

    Ich denke, die erlebnisse, die man als baby oder kleinkind hatten, prägen einen menschen am stärksten. Je älter man wird, desto weniger spuren hinterlassen negative erlebnisse. Aber ein kleines kind ist ja noch so zart, so verletztlich, so formbar.


    Ja, das ist wohl so, BL gehört auch zu den frühen Störungen, deshalb sind diese Krankheiten, die in frühester Kindheit
    entstehen, auch nicht wirklich heilbar, man kann aber sicherlich Linderung bewirken.
    Ich habe heute noch zu meiner Therapeutin gesagt, dass ich mir, als ich meine Kinder bekommen habe, überhaupt
    keine besonderen Gedanken gemacht habe, was man alles falsch(auch unabsichtlich) machen kann.


    Liebe Grüsse

  • Hier wird einmal die normale Verliebtheitsphase erklärt und dann die Borderlineliebe, das ist für die Partner von "nur"
    BÄ sicher ähnlich, wenn auch nicht in so starker, krasser Form. (Borderliner haben immer starke BA)



    Jeder von uns kennt das Gefühl des frisch Verliebtseins. In dieser ersten Verliebtheits-Phase sind wir wirklich gut drauf. Unglaublich stark, glücklich und beschwingt laufen wir durch die Gegend bzw. wir laufen nicht, sondern schweben auf Wolke sieben. Die Welt scheint neuerschaffen. Schmetterlinge im Bauch und rundum glücklich. Dafür verantwortlich sind biochemisch gesehen die Glückshormone im Gehirn. Dopamin,Serotonin,Noradrenalin und die Endorphine. Diese Glückshormone werden jetzt im Übermaß produziert und lassen uns happy sein. In einer normalen Beziehung steigt dieser Spiegel kontinuierlich nach oben. Der Höhepunkt ist nach ungefähr 6 Monaten erreicht,dann fällt er langsam wieder ab, pendelt sich aber auf einem immer noch erhöhten Level ein.Dafür besitzen wir Schutzmechanismen, bedingt durch ein gesundes Nähe-Distanz Verhalten. Diese Mechanismen sorgen dafür das sich die Psyche einstellen und regulieren kann. Das ist notwendig damit wir nicht dauerhaft high-level fahren und nach ca. 6 Mon. langsam von der Verliebtheits in die Liebesphase überwechseln können.


    In einer Borderline-Geschichte wird das Pferd aber etwas anders aufgezäumt. Da er die Symbiose sucht, also die absolute Verschmelzung zur Erlangung eines "Ich", idealisiert er. Das bedeutet er gibt nicht Stück für Stück und nicht die 100% sondern sofort alles und mit 300%. Damit erhalten wir sofort unser Wunschbild, welches wir unbewusst auf ihn projizieren und das er wieder zurückspiegelt. Dadurch werden unsere kognitiven Sperren im Gehirn ausgehebelt. Wir bekommen einen Flash. Unser Hormonspiegel steigt nicht kontinuierlich sondern er knallt mit einem Schlag nach oben. Das Feeling dabei wird von keiner anderen Droge erreicht, auch nicht von Heroin! Dieser Zustand wird vom Borderliner einige Wochen absichtlich aufrechterhalten. Das führt dazu, das langsam aber sicher unsere Psyche den gesamten Stoffwechsel nicht mehr kontrollieren kann. Unser Suchtgedächtniss jedoch merkt sich fortan diesen "Glückshormon-Dauer-Highlevel" und wird immer wieder danach verlangen. Koste es was es wolle.


    Wenn man ihm aber zu Nahe kommt, muß der Borderliner in die Rückzugs-Distanzphase. Das sind nicht die Ausraster, die es vorher schon gab. Es ist die erste Abwertung mit darauf folgender Spaltung. Damit ist die "Beziehung" urplötzlich und "endgültig" vorbei. Der Junkie ist nun völlig unerwartet von seiner Droge abgeschnitten und somit trocken gelegt. Von 300% auf Null. Das ist ein sehr übler kalter Entzug. Das es dem Dealer dadurch erstmal auch nicht toll geht, darauf kann dieser keine Rücksicht nehmen. Er "muß" in die Distanz, bedingt durch seine Krankheit. In so einer Phase ist unser Borderline-Partner das genaue Gegenteil von dem, was er vorher war. Und jetzt ist er auch sofort offen für eine neue Beziehung. Läuft ihm ein geeignetes Objekt in diesem Moment über den Weg, werden wir nie wieder etwas von ihm hören. Wir sind dann für ihn höchstens noch ein entfernter Bekannter, den er irgendwann einmal gekannt hat und den er jetzt meidet wie der Teufel das Weihwasser.


    In der Regel läuft es aber zumindest die ersten 1 bis 2 Jahre "leider" anders ab. Der Betroffene hat während dieser Zeit noch nicht so den extremen "Weitersuchen müssen" Druck, weil die natürliche Symbiosezeit von ca.2,5 Jahren noch nicht überschritten ist. Da es ihm auch durch die aufgelöste Symbiose sehr schlecht geht, wird er am ehesten heulend und dem Tode nah daheim rumhängen. So lernt man schlecht jemand Neues kennen. Wenn er aber weiterleben will, bleibt ihm also nichts anderes übrig als in einer Talwelle des Hasses reumütig zum alten Idol zurückzuspalten. Zumal dieser durch den kalten Entzug bedingt ja auch wirklich alles tut um ihn zurückzugewinnen. Nach einigen "klärenden" Gesprächen, bei denen beide festgestellt haben, wie sehr sie sich doch lieben und das sie ohne den anderen nicht mehr leben können, kommt nun die unvermeidliche "Versöhnung". Der Borderliner fordert jetzt "unverzüglich" die erneute Symbiose und knallt dem abhängigen Partner wieder eine Überdosis. Der Entzug ist damit zu Ende.Vorläufig.


    Da sich dieses Drama aber unendlich wiederholt und dieses Auf und Ab kein Mensch auf Dauer unbeschadet durchhält!!!!, kommt es zu einer fortschreitenden "Destabilisierung" der Psyche des Abhängigen. Ohne prof. Hilfe kann er diesen Suchtkreislauf nicht mehr durchbrechen. Der Gehirn-und damit auch der Körperstoffwechsel des "Borderline-Junkies" laufen vollkommen aus dem Ruder. Aus einer vielleicht einst starken Persönlichkeit wird mehr und mehr ein energieloser, ausgetrockneter Schwamm, der der Droge immer weniger entgegenzusetzen hat. Ein Wrack ,das zur Energiegewinnung, Symbiose und Ich-Projizierung für den Betroffenen völlig wertlos geworden ist. Denn für ihn sind diese Dinge existentiell überlebensnotwendig. Spätestens jetzt muß und wird er wirklich endgültig gehen. Zurück bleibt nur noch eine leere Hülle.

  • Hallo darkstar,

    Zitat

    Ich glaube dir ja, dass du BA hast, ich bin diejenige, die hier im falschen Forum gelandet ist. Ich habe in ein paar BL-Foren gelesen, da hätte ich hingehört, aber jetzt wechsel ich nicht mehr.


    Bist ja auch hier gut aufgehoben, weil die meisten leute hier sich einfach gegenseitig trösten, mut zusprechen, tipps geben, wie man aus einem tief rauskommt. Aber antworten auf bl-fragen können dir bä natürlich nicht so recht beantworten, weil wir ja keine bl haben.

    Zitat

    Ich meinte damit auch, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand vor einem Partner, der einen liebt, Angst haben kann oder muss.


    Man hat ja auch nicht vor der person an sich angst, sondern daß man untergebuttert werden könnte, oder seine individualität aufgeben. Und es gibt ja partner, die lieben einen und wollen aber trotzdem unterordnung.

    Zitat

    Ja, das ist wohl so, BL gehört auch zu den frühen Störungen, deshalb sind diese Krankheiten, die in frühester Kindheit entstehen, auch nicht wirklich heilbar, man kann aber sicherlich Linderung bewirken.


    Da scheine ich ja glück gehabt zu haben, daß ich nicht bl bekommen habe,sondern „nur“ ba. Vielleicht eben, weil ab dem schulkindalter opa und oma nen guten einfluß auf mich hatten.

    Zitat

    Ich habe heute noch zu meiner Therapeutin gesagt, dass ich mir, als ich meine Kinder bekommen habe, überhaupt keine besonderen Gedanken gemacht habe, was man alles falsch(auch unabsichtlich) machen kann.


    Das hat meine mutter auch nicht. aber ihre eigene kindheit war nicht grad rosig. Und da waren wohl aggressionen in ihr, die sie nie losgeworden ist, weil die anderen stärker waren. Da hat sie ihre aufgestauten aggressionen wohl an mir ausgelassen.


    Das mit der borderline-liebe ist echt interessant. Aber das ist ja das krasse gegenteil zu einer ba-liebe.

    Zitat

    Da er die Symbiose sucht, also die absolute Verschmelzung zur Erlangung eines "Ich", idealisiert er. Das bedeutet er gibt nicht Stück für Stück und nicht die 100% sondern sofort alles und mit 300%.


    Dann scheint ba bei nem borderliner erst in einer späteren phase aufzutreten. Ein bä will auf gar keinen fall symbiose. Der will sein ich so stark wie möglich abgrenzen. In einer normalen beziehung nimmt das „wir“ einen großen raum ein. Bei einem bä erst mal das „ich“ und das „wir“ wird eher klein gehalten, nicht daß es das „ich“ verschlingt. Ein bä liebt den partner, aber es wird immer sehr stark betont, daß man 2 verschiedene menschen ist. meine wohnung, deine wohnung, mein geld, dein geld usw. das trennende wird stark betont. und zuviel nähe auf jeden gemieden. bißchen nähe ist schön, aber die "ich"-abgrenzung muß deutlich spürbar sein.


    Und 300 % gibt von den bä, die ich kenne, am anfang garantiert keiner, nicht mal 100 %. Eher so zwischen 30 und 60 %. Nur ja sein ich nicht aufgeben. Und man traut dem partner am anfang lieber mal nicht, könnte ja schief gehen. also alles im schneckentempo und ganz langsam angehen lassen. also mein ex war echt die oberschnecke. Der hat sich am anfang so verhalten, daß ich echt gedacht hätte, mehr wie freundschaft will der nicht.


    Auch mein bester kumpel und eine bekannte sind am anfang einer beziehung sehr langsam und zögerlich. Normalerweise denkt man nach 6 – 12 monaten ans zusammenziehen. Mein kumpel ist jetzt über 7 monate mit seiner freundin zusammen. Auf meine frage hat er gesagt: „ist doch noch viiiieel zu früh, wir sind erst ½ jahr zusammen.“ Und meine bekannte sagt immer: „bälle flach halten. Erst mal sehr genau prüfen, ob das auch wirklich passen könnte.“

    Zitat

    Und jetzt ist er auch sofort offen für eine neue Beziehung.


    Mein ex und mein bester kumpel waren jeweils nach ihren vorherigen beziehungen lange jahre single. meine bekannte hat es glaube ich auf 5 jahre gebracht und bei mir sind es mittlerweile 3 jahre. Nach einer trennung ist verlieben das letzte, was wir können und wollen. Jetzt wollen wir erst mal unsere freiheit auskosten oder wunden lecken, je nachdem.


    Jetzt wäre es natürlich interessant zu wissen, wie man einen bl gleich am anfang erkennt. das ist ja echt furchtbar, wie das abläuft. Ich suche ja wieder nen leichten bä als partner, weil mir gerade dieses langsame, vorsichtige am anfang so gut gefällt. Und das eben nicht in einer symbiose leben, sondern trotz beziehung seine individualität in vollem ausmaß behalten. und wenn dem partner sein freiraum so wichtig ist, hat er gar keine zeit, meinen einzuengen.


    Außerdem hasse ich diese verliebtheitsphase. Mir wäre es am liebsten, von einer guten freundschaft nahtlos in eine beziehung überzugehen, in der absolute routine und alltag herrscht (als wenn man schon 20 jahre zusammenwohnt). Ich hab mir immer schon nen total langweiligen ehemann gewünscht. Also langweilig in form von routine und alltag, interessante unternehmungen und urlaube will ich natürlich schon. Aber nichts gefühlsmäßiges auf und ab, sondern einfach so ein ruhiges wohlfühlen. Auf irgendwelche leidenschaft kann ich verzichten.


    Sei mal echt froh, daß du von dem bl-typ weg bist. Hast noch hin und wieder „entzugserscheinungen“ oder bist du schon wieder auf normalniveau? Vielleicht solltest du dich mit dem thema bl gar nicht mehr so intensiv befassen, sondern nur noch schauen, daß du jedem bl in zukunft aus dem weg gehst.


    Lg
    Mary

  • Hey,


    mary hier muss ich dir widersprechen:


    Zitat


    Und 300 % gibt von den bä, die ich kenne, am anfang garantiert keiner, nicht mal 100 %. Eher so zwischen 30 und 60 %. Nur ja sein ich nicht aufgeben. Und man traut dem partner am anfang lieber mal nicht, könnte ja schief gehen. also alles im schneckentempo und ganz langsam angehen lassen. also mein ex war echt die oberschnecke. Der hat sich am anfang so verhalten, daß ich echt gedacht hätte, mehr wie freundschaft will der nicht.


    Wenn du zum Typ Prinzessin gehörst, gibst du am Anfang wirklich 300%.
    Man spricht nach 3 Wochen Beziehung (auf die man sich durchaus einlassen kann) vom zusammenziehen und Kinder kriegen. Und dann macht es im Kopf des BÄ päääääng und von 300% auf 0%. Weil man auf einmal darüber nachdenkt, ob der Mensch wirklich der "Richtige" ist, weil er ja Macken hat, die man evt das gesamte restliche Leben "ertragen" müsste. Weil er nicht perfekt ist.

    "Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird."

  • hallo many,


    kennst du solche bä, die am anfang 300 % geben? in büchern steht ja viel, muß ja nicht alles immer stimmen. also meine bekannten definitiv nicht, und ich schon gleich gar nicht. sind aber auch erst 4 personen, also da kann ich auf keinen fall eine statistik draus machen.


    und nach 3 wochen ist der andere doch noch ein wildfremder. da würde ich noch nicht von zusammenziehen und kindern reden. meine nicht-bä-freunde haben das thema zusammenziehen auch erst meist so nach 1 - 2 jahren ins auge gefaßt. nach 3 wochen würde ich mich wahrscheinlich noch nicht mal küssen und anfassen lassen.


    wenn natürlich jemand panische angst vor dem alleinsein hat, wie meine beste freundin, sieht das natürlich alles ganz anders aus.


    lg
    mary