„richtige“ Reaktion auf Distanzverhalten/Rückzug

  • Hallo,


    mich würde interessieren welches Verhalten sich ein Bindungsängstler von seinem Partner wünscht, wenn er gerade in einer Distanzphase steckt bzw. welches Verhalten ihm/ihr dabei hilft diese zu überwinden.

    Wäre toll dies vor allem aus der Sicht eines Bindungsängstlers zu hören, da meine Partnerin ihre Bedürfnisse/ Wünsche diesbezüglich nur schwer bis gar nicht äußern kann.

    Kleine Zusatzfrage hierbei wäre noch, ob sich der Bindungsängstler überhaupt bewusst ist dass er gerade in so einer Phase steckt, was ja erstmal Voraussetzung dafür wäre sich dahingehend der eigenen Bedürfnisse überhaupt bewusst zu werden.


    Hoffe ich trete mit dieser Frage niemandem auf die Füße. Bin neu hier und daher noch ziemlich unsicher in der Thematik.

  • In 99% der Fälle wünscht sich so jemand dann, dass der Partner verschwindet.

    Das mag hart klingen, ist aber häufig wirklich der Fall.

    Wenn der Kontakt komplett, oder fast komplett weg eingestellt wird, ist die massive Abwertung häufig direktes Beiwerk.

    Es kann sogar vorkommen, dass der BA richtig angeekelt ist vom Gegenüber.


    „Was fand ich eigentlich an der/dem???“


    Das kann sich wieder legen.

    Es macht aber auch strategisch überhaupt null Sinn, sich in solchen Phasen Gedanken über die Wünsche des BA zu machen.


    Was sind die eigenen Wünsche?

    Sex won´t make someone commit.

    Physical attention won´t make someone commit.

    Being perfect won´t make someone commit.

    The ONLY thing that will make someone commit is someone that´s ready for commitment.

    Never forget that.

  • Ja die Vermeidenden Reaktionen kenne ich mittlerweile ganz gut und kann sie auch als solche einschätzen. Nehme dieses Verhalten also nicht persönlich.

    Wie ich heraus lese wird es wohl das beste sein sich auf sich selbst zu konzentrieren und den Partner erstmal in Ruhe zu lassen.

  • Hey Haper,


    erzähl doch mal was über Deine Geschichte wenn du magst. Du schreibst von "deiner Partnerin", also wart ihr offiziell fest zusammen? Wie äußern sich den ihre Rückzüge bzw ihre Distanzphase. So eine Distanz kann ja ganz verschieden aussehen. Einige leben zusammen und der Partner zieht sich "nur" in sich selbst zurück. Andere leben nicht zusammen und haben über Monate keinen Kontakt..

  • HaperFour das würde mich auch Interessieren. Weil man ja so ziemlich unvorbereitet auf das Ganze ist. Und auf einmal passiert es, obwohl es vorher noch gut war. Dabei wird dann die Verlustangst getriggert und alles läuft nur mehr wie ein Film ab, wo man nicht der Regisseur ist.
    Und nachdem es bei mir schon 1 Monat keinen Kontakt gibt, finde ich das sehr spannend. Wir waren ja nicht fest zusammen. Die Argumentation von ihr "wir können uns ja irgendwann wieder Treffen, nur aktuell braucht sie die wenige Freie Zeit für sich" war aber hart für mich.

  • Hm.. ich kann ja nur aus meiner bindungsängstlichen Sicht sprechen, bzw. versuchen es zu beschreiben. Ich glaube mir ging es immer dann ganz gut oder ich war entspannt und hatte diese bindungsängstlichen Tendenzen wenig bis garnicht, wenn ich das Gefühl hatte, dass meine Partnerin, trotz Beziehung zu mir, auch ihr eigenes Leben führt. Pläne für sich macht, sich mit anderen trifft, Hobbies nachgeht usw.

    Mir nicht ständig das Gefühl gibt, ich wäre dafür verantwortlich der Zeremonienmeister ihres Lebens zu sein, bzw. dass alles nur dann Spass macht oder gut ist, wenn man es zusammen macht.


    Mich hat es genau immer dann hart getriggert, wenn ich eine Partnerin hatte, die mir über Tag schon gefühlt 100 Textnachrichten schickte, weil sie in ihrem Job wenig ausgefüllt war, sich über alles ständig Gedanken machte, man Pläne tagsüber schon für die nächsten Wochen beantworten musste und man kaum aus der Arbeit raus war, erwartet wurde, dass man Gewehr bei Fuß steht. Dann haute ich innerlich ab. Das merkte ich. Ging auf Distanz, verschaffte mir Freiraum. War mir schlicht zuviel. Und obwohl oft und vor allem rechtzeitig kommuniziert, dass man jetzt mal was für sich macht oder für sich plant, wurde das dann nur zähneknirschend von der Partnerin hingenommen. Ich spürte richtig, wie sie das halt null gut fand, aber mir halt irgendwie zugestand. Um dann dennoch im Hintergrund herumzusabotieren, weil sie es in dem Moment nicht haben konnte, dass man mal was für sich macht. Und ich spreche jetzt hier nicht von wochenlangem Abhauen oder keinem Kontakt, sondern mal 1 - 2 Tage pro Woche oder mal am Wochenende.


    Dieses sich natürliche Ergeben der Unternehmungen zusammen und dem was man für sich oder getrennt mit anderen macht war in Schieflage. Auch in Schieflage, weil ich um ein Vielfaches mehr arbeiten musste als sie und sie demnach ab nachmittags 15-16 Uhr alles weg-erledigen konnte, was für sie so anfiel, um dann eben Zeit zu haben. Bei mir ging die freie Zeit eben erst zeitweise ab 19 Uhr los. Das ist vor allem dann problematisch, wenn man nicht zusammenwohnt, da 2 Haushalte auch zu orgnisieren sind. Und mit wenig Zeit, vernachlässigt man dann viel, wird immer frustrierter und hat dann irgendwann das Gefühl, dass man seine freie Zeit nur mit dem oder für das Gegenüber verbringt, da die natürlichen sich ergebenden Freiräume wenig gesehen/gehört werden wollen.


    Es ist vieles Kommunikation. Aber auch ein wenig Gespür für Situationen. Wenn ich eine Antwort auf die oben gestellte Frage geben würde, wäre es einfach diese: Für sich schauen, dass man glücklich ist. Nicht jedes Glück oder glücklichen Moment an den Partner hängen. Das frustriert. Unabhängig davon, ob es bindungsängstliche Tendenzen gibt oder nicht. Mich hat es auch oder vor allem angezogen, wenn die Partnerin selbstständig war. Mir das auch vermittelt hat. Mir auch vermittelt hat, dass sie einfach mal was anderes vor hat oder wichtiger ist als ich. Denn das finde ich auch gut. Ich bin weder der Mittelpunkt der Erde, noch muss ich es ständig für einen anderen Menschen sein. Es gibt sicherlich Narzissten, die das genauso toll finden. Wenn ständig ein Satellit um sie kreist und spiegelt, wie toll sie sind. Ich brauche das nicht, eher das Gegenteil. Warum? Weil ich mich selbst durchweg nicht unbedingt so berauschend finde und daher auch diese Spiegelung absolut nicht benötige. Bin da eher im Team "realistisch und nüchtern". Und das heißt nicht, dass das Ganze kalt oder gefühllos ablaufen muss. Im Gegenteil: Wenn jeder für sich auch ab und an was erlebt hat, gibt es viel Input, was zu erzählen. Das macht einen Menschen doch auch aus.

  • Gut, dass versteh ich. Sie hat zu mir gesagt "ich möchte nur mehr telefonieren. Keine Nachrichten".

    In dieser Woche habe ich dann eine Nachricht geschickt. Nach 4 Tagen wo sie sich nicht gemeldet hat nach dem letzten Treffen. Da sollte das ja ok sein ;) Und der Inhalt war recht klar: Hab heut Abend Zeit für ein kurzes Telefonat.

    Geantwortet hat sie nicht. Ein paar Tage später hab ich nochmal eine Nachricht geschickt um sicher zu gehen, dass es noch steht, mit unserem nächsten Treffen.

    Also keine 100 Nachrichten pro Woche sondern 2 in 5 Tagen. Wenn das zu viel ist, ist es halt schon arg.

    Ich habe mein Leben. Arbeit, Familie, Freunde, Hobbies. Hab selbst öfter auf ihre Nachrichten erst 2 Tage später geantwortet. Keine Zeit gehabt es vorher zutun. Sie wiederum hat mich zu gewissen Zeiten damit bombadiert.


    Wie gesagt. Freiraum verstehe ich nur zu gut. Es kann halt sein, dass ihr es wegen Arbeit und Uni einfach gesamt zu viel Stress wurde und sie nur mehr diesen Ausweg gesehen hat. Vom Gefühl das ich eine Belastung werde und dann die Flucht. Und ja, davor wurde meine VA getriggert. Darauf bin ich nicht stolz.

    Gesehen haben wir uns insgesamt halt auch zu selten. Und ich brauch auch nicht jede Woche sehen. Wusste ja das sie viel Arbeiten muss und lernen. Da kann man ja das absprechen wenn ein Vorschlag für ein Treffen nicht passt und was anderes Vorschlagen. Und nicht von Haus aus gleich alles auf Eis legen auf "irgendwann sehen wir uns wieder". Sowas war halt sehr hart zu lesen.


    Aber danke für deine ausführliche Erklärung. Finde ich schon sehr spannend.

  • In BA Beziehungen geht es aber gar nicht *wirklich* um besprochene Freiräume, Kompromisse und co.

    Es geht um Kontrolle

    Egal wie sehr du dich ihr anpasst und dich einschränkst…. Darum gehts überhaupt nicht. Wenn du ihr an der einen Stelle entgegen kommst, muss sie an der anderen Stelle einen Schritt zurück machen.

    Sex won´t make someone commit.

    Physical attention won´t make someone commit.

    Being perfect won´t make someone commit.

    The ONLY thing that will make someone commit is someone that´s ready for commitment.

    Never forget that.

  • Ich sage es immer wieder gerne: Ich möchte meinen Partner jeden Tag sprechen oder Kontakt haben. Zwei Tage nicht antworten - sowas möchte ich gar nicht. Und ich haben wirklich viele Hobbies, momentan komme ich kaum zu meinem Haushalt, aber dennoch bin ich anhänglich und will auch planen können. Weil für mich wenn der Plan steht das Ding abgehakt ist und ich mich dann auf die Dinge dazwischen konzentrieren kann. Meiner Erfahrung nach endet "spontan" oft in viel zu vielen Nachrichten/Kommunikation und bindet unheimlich viel Zeit nur um sich zu treffen. Spontan finde ich auch ab einem gewissen Alter schwer, denn ich habe ja Familie, Freunde, Job, Hobbies. Wenn ich mit meinem Partner dann jeden Tag "mal gucken ob es passt" spielen müsste...das würde mir gar nicht gefallen und wäre nur Stress für mich.


    Und wenn ich da aus dem Gleichgewicht kommt, dann weil mein Partner sich spürbar nicht festlegen will. Ich glaube dieses überanhängliche Verhalten wird eben auch provoziert, weil die Nähe-Distanz-Regulation nicht funktioniert. Das kann einem keiner abnehmen, das muss man bei sich regeln. Vor allem nicht der Partner.


    Ich hoffe da versuchen alle hier im Forum auch mal in den Spiegel zu schauen und ehrlich zu sich selbst zu sein.

  • Und wenn ich da aus dem Gleichgewicht kommt, dann weil mein Partner sich spürbar nicht festlegen will. Ich glaube dieses überanhängliche Verhalten wird eben auch provoziert, weil die Nähe-Distanz-Regulation nicht funktioniert. Das kann einem keiner abnehmen, das muss man bei sich regeln. Vor allem nicht der Partner.


    Ich hoffe da versuchen alle hier im Forum auch mal in den Spiegel zu schauen und ehrlich zu sich selbst zu sein.

    Was meinst du mit überanhängliches Verhalten? Der Wunsch nach Nähe und Treffen oder texten bzw telefonieren? Ich hatte bei mir das Gefühl, dass sie in Stressphasen abtaucht. Und da hab ich dann weniger Nachrichten geschickt. Weil von ihr kaum was kam. Nur, wissen kann man das halt nicht, wie es ihr gerade geht. Ich denke einfach, dass hier ein paar Worte reichen würden. Die wurden mir aber nicht gegeben und somit auch meine Verlustangst weiter getriggert.

  • In BA Beziehungen geht es aber gar nicht *wirklich* um besprochene Freiräume, Kompromisse und co.

    Es geht um Kontrolle

    Egal wie sehr du dich ihr anpasst und dich einschränkst…. Darum gehts überhaupt nicht. Wenn du ihr an der einen Stelle entgegen kommst, muss sie an der anderen Stelle einen Schritt zurück machen

    Einschränken war für mich auch, die Kontaktversuche zu minimieren. Habe von ihr gemerkt, dass in Stressphasen kaum was von ihr kommt. SIe hat sich nur dann gemeldet, wenn sie wirklich Zeit hatte und Lust mit mir zu reden. In der letzten Woche, da war sie im Vollstress. Aber anstatt das sie mir sagt: hey, sorry, ich melde mich, sobald ich wieder Luft habe, hat sie mir gleich eine Absage geschickt.
    Das hätte für mich gereicht, um mich nicht zu melden und würde in einem "normalen" Kommunikationsverhalten auch möglich sein. So hatte ich das Gefühl, ich nerve sie nur mehr. Obwohl sie ja bei unserer Verabschiedung gesagt hat, ich soll sie tagsdrauf unbedingt anrufen. Nur da hat sie eben nicht abgehoben.

    Aber wie kann ich mir das nun vorstellen? Ist das gesagte hier dann nicht mehr relevant, wenn der Wochenalltag und Stress wieder losgeht? Und der eigentliche Wunsch keinen Kontakt zu haben groß. Leider weiß man das halt zu dem Zeitpunkt nicht.

  • Moin Moin,


    Aber genau das ist ja das Miese bei den Rückzügen... Das Ambivalente.

    Gestern sagten Sie A, heute machen Sie aber dafür B, das Gegenteil.

    Oder Werten A ab.

    Große Worte, Versprechungen... Wünsche... Die bestimmt in dem Moment ernst gemeint waren, aber dann nicht gelebt werden (können)

    Da kann man auf Distanz gehen wie man will, taktieren wie man will, am Ende wird es nur sehr wenig bis gar nichts, auf lange Sicht helfen.

    Und will man das?

    Sich immer zurück nehmen, immer nur Rücksicht nehmen aus Angst sonst ist der Partner weg?

    Welche eigenen Bedürfnisse bleiben da permanent auf der Strecke?

    Allein schon die Überlegung melde ich mich, schicke ich eine Nachricht? Oder ist das zu viel Druck?

    Bekomme ich eine Antwort?

    Gott, das ist so anstrengend auf Dauer.

  • Ich gebe MissBat absolut Recht.

    Ich muss sagen mir zieht sich alles zusammen wenn ich hier mitlese. Das ist so weit entfernt von einer "gesunden" Beziehung.

    HannesK du scheinst echt ein netter Kerl zu sein, also nimm die Beine in die Hand und lauf. Sorry wenn ich das so sagen muss, aber du bist super unglücklich und ein Happy End wird es nicht geben. Da kannst du dich auf den Kopf stellen, wirklich! Möchtest DU geliebt/geschätzt werden oder die Person die sich bis zur Unkenntlichkeit verbiegt. Was möchtest DU? Was bringt es dir mit einem Mensch in Kontakt zu stehen, der sich immer mal meldet und dann wieder Wochen nichts von sich hören lässt? Egal aus welchen Beweggründen auch immer. Zeit ist kostbar und diese Zeit kannst du echt liebevoller und erfüllter nutzen, als darauf zu hoffen und zu warten ob sie sich wieder meldet. Wir wissen hier alle wie du dich fühlst und auch wie schmerzhaft das ist, sich eingestehen zu müssen dass es nichts bringt.


  • Ich gebe MissBat absolut Recht.

    Ich muss sagen mir zieht sich alles zusammen wenn ich hier mitlese. Das ist so weit entfernt von einer "gesunden" Beziehung.

    HannesK du scheinst echt ein netter Kerl zu sein, also nimm die Beine in die Hand und lauf. Sorry wenn ich das so sagen muss, aber du bist super unglücklich und ein Happy End wird es nicht geben. Da kannst du dich auf den Kopf stellen, wirklich! Möchtest DU geliebt/geschätzt werden oder die Person die sich bis zur Unkenntlichkeit verbiegt. Was möchtest DU? Was bringt es dir mit einem Mensch in Kontakt zu stehen, der sich immer mal meldet und dann wieder Wochen nichts von sich hören lässt? Egal aus welchen Beweggründen auch immer. Zeit ist kostbar und diese Zeit kannst du echt liebevoller und erfüllter nutzen, als darauf zu hoffen und zu warten ob sie sich wieder meldet. Wir wissen hier alle wie du dich fühlst und auch wie schmerzhaft das ist, sich eingestehen zu müssen dass es nichts bringt.

    Das ich derzeit unglücklich bin, streite ich nicht ab. Es ist besser geworden, aber im Grunde ein Auf und Ab seit ihrer letzten Nachricht damals. Anfangs war es noch die Hoffnung, sie meldet sich wieder, weil sie einen Fehler gemacht hat und das so nicht wollte. Mittlerweile habe ich diese Hoffnung nicht mehr. Ich denke nicht, dass ich in ihren Gedanken noch vorkomme. Und das ist hart. Weil es wenige Tage vor der Nachricht noch sehr intensiv mit ihr war.


    Letzte Nacht habe ich von ihr Mal wieder geträumt. Da kann ich meist den Tag dann vergessen. Zu viel Gedankenkarussell schon beim Aufstehen. In ein paar Wochen wird das dann weniger sein. Aber jetzt ist einfach noch zu wenig Zeit vergangen auch, wenn ich viel Ablenkung schaffe.

    Es gibt Tage da bin ich für andere Frauen offen, und dann wieder überhaupt nicht und komplett blockiert.


    Ob sie in den Bereich Bindungsängstlich fällt, kann ich aber nicht sagen. Sie hatte zwei längere Beziehungen vor mir. Die Männer waren da aber emotional unerreichbar und sie die Unterlegene. Bei uns bin ich das denk ich geworden und sie Überlegen. Was die Machtverhältnisse zu ihr verschoben hat. Sie hat immer Nähe und Distanz bestimmt. Wenn sie Lust hatte mich zu sehen, hat sie mir das gesagt, nachdem sie sich schon ein paar Tage gar nicht gemeldet hat.
    Was aber nicht immer bei mir ging. Dennoch habe ich das einreißen lassen, wegen meiner Verlustangst, an der ich mittlerweile arbeite.
    Der Respekt mir gegenüber dürfte aber auch weniger geworden sein.

    Es kann also auch sein, dass sie einfach dadurch nicht so viele Gefühle hat entwickeln können und das Interesse in der einen Woche verloren hat.
    Und ich weiß auch, es hat sich alles Pandemiebedingt über Monate gezogen. Anfangs ist man da noch Interessant, je mehr Kontakt man hat , telefoniert etc desto eher wird das weniger. Der Zauber des Anfangs verfliegt, obwohl man sich kaum sieht. So lernt man sich dann virtuell auf Abstand kennen und da schwingt dann schon zu viel Alltag mit anstatt das man sich mal richtig kennenlernt und Zeit verbringt. Da Frage ich mich jetzt: wie konnte ich nur so naiv sein? Sie hat mir von ihrem Tagesablauf via Sprachnachricht erzählt. Wie soll da noch was rauskommen?

    Oder, wenn es mal in der Arbeit nicht so gut war. Da fehlt halt der Flirt, den wir in den ersten Wochen hatten.


    Die Rückzüge gab es immer wieder. 4 Tage nichts von ihr, ich mich gemeldet und schon war sie wieder da und hat den Kontakt gesucht. Da hab ich mich immer gefragt: wäre von ihr noch mal was gekommen? Oder wäre ihr das egal gewesen.


    Dieses kennenlernen mit ihr war jedenfalls das ungewöhnlichste, was ich bisher hatte. Und ich hatte auch nicht mehr damit gerechnet oder es erwartet, dass so intensiv mit ihr werden kann. Sie hat sich beim letzten Treffen stark geöffnet.

    Der Fall auf den Boden wenige Tage danach war einfach richtig tief und hart und hat mich komplett getroffen und weil wir uns schon über Monate kannten, fühlte ich mich auch als ob ich einfach so aufs Abstellgleis geschoben wurde.

    Mir ist natürlich bewusst, dass es jetzt nicht zum Strangthema passt.




  • Weil es wenige Tage vor der Nachricht noch sehr intensiv mit ihr war.

    ...

    Bei mir war es einen Abend vor dem abtauchen immer noch total intensiv. Und am nächsten Tag war er dann weg, ohne Begründung für mich.

    Ging nicht mehr mehr ans Telefon, antwortet nicht auf WhatsApp...

    Kein seltenes Verhalten.


    hatte zwei längere Beziehungen vor mir. Die Männer waren da aber emotional unerreichbar und sie die Unterlegene. Bei uns bin ich das denk ich geworden und sie Überlegen.

    ... Auch nicht ungewöhnlich.

    Ich war auf der VA Seite damals bei meinem Ex BA, hatte nicht mal einen Plan daß es so etwas gibt.

    Natürlich fing ich an mich damit zu beschäftigen und schwupps stelle ich bei mir fest sobald ich einen stabilen, "normalen" Partner habe, befinde ich mich eher auf der BA Seite.

    Nicht ganz krass, ich kommuniziere meine gewünschten Distanzen, flüchte nicht etc., aber bei zu nah, zu viel bekomme ich auch meine Beklemmungen.

    Fühlt sich dann an wie Genervtheit aus heiterem Himmel, man will nur seine Ruhe und alleine sein.


    Also Fazit nicht ungewöhnlich, daß man die Seiten switcht.


    Und klar passt das alles in Deinen thread...

    Sind ja alles Gedanken von Dir, die durch Ihren Rückzug entstehen. Und was Du damit nun anfängst.

    Und das Geheimnis ist ja, daß es kein richtiges Verhalten gibt um sein Gegenüber zu beeinflussen.

    Es gibt nur ein richtiges Verhalten Dir selbst gegenüber und da mußt Du nun schauen was sich für Dich richtig anfühlt.

    Was möchtest Du wirklich?

    Was würde Dich jetzt wieder glücklicher machen?


  • Hast du dann noch was geschickt oder nur mehr angerufen?


    Ich hab angerufen und dann nahm alles seinen Lauf. Passagierflugzeug ohne Pilot, die Verlustangst stark getriggert. Obwohl ich davor noch gesagt habe, wenn sie nicht abhebt WARTE ich so lange bis sie das macht. Ich konnte das nicht. Hab mir Sorgen gemacht und die Angst wurde immer größer.


    Dafür gab es noch die Begründung mittels letzter Nachricht.

    Sie braucht eben Zeit für sich, weil sie viel Arbeitet, mit der Uni fertig werden will und die wenige Zeit, die sie hat, braucht sie für sich. Davor kam aber dieser Punkt bei ihr, wo sie sich kaum gemeldet hat, obwohl sie wollte, dass ich sie anrufe und das hab ich auch gemacht. Und alles Weitere hat dann getriggert und wahrscheinlich diese Genervtheit in ihr ausgelöst, bis zu ihrer letzten Nachricht an mich.


    Nur das wusste ich alles nicht. Sie hatte sich ja schon mal so verhalten und es war kein Problem.

    Denke aber auch, es gibt kaum etwas, was ich hier machen hätte können. Egal, was wann macht, es ist das Falsche. Und zeitweise denk ich, sie hatte schon vor unserem letzten Treffen das vor bzw eingeleitet.
    Dann wars halt nochmal intensiv und das wars dann auch schon.


    Da unsere Kennenlernphase insgesamt 8 Monate mit kleinen Unterbrechungen war, und wir uns für das einfach sehr selten gesehen haben. Ist auch der Zauber des Anfangs mit der Zeit verflogen. Man kenn sich einfach schon zu gut.


    Was mich jetzt glücklicher machen würde? Ich arbeite daran. Unternehme viel, geh wandern und mach Sport, Kino, treffe mich mit Freunden.

    Zermürbend sind die Erinnerungen und Träume mit ihr. Oft frage ich mich, ob sie die auch hat. Vor allem für den Fall das sie nur etwas Bindungsängstlich ist und da nicht so viele Anteile hat: wie empfindet sie das dann, wenn gerade noch was Intensiv war und dann weg? Weil für mich ist sie eben präsent.

    Ich weiß, dass es nicht relevant für mich ist. Dennoch denk ich drüber nach.

    Seh ich eine Blondine, die ähnlich aussieht, dann kommt sie sofort in meinen Kopf. Ob das nicht sie ist. Küsse ich eine Frau, denk ich dabei, warum kann es nicht sie sein.
    Leider wird das noch etwas dauern, bis ich sie vergesse.

    Gestern war ich bei einer Veranstaltung, wo gemeinsame Bekannte von uns auch waren. Die haben gemeint, dass sie sich mit ihrem BFF wieder versöhnt und sie reden wieder miteinander. Er hat ja jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen, weil sie ihm versetzt hat.
    Nur da sie im selben Verein sind, kam es zwangsläufig wieder zu einem Gespräch.

    Über sie und mich haben wir nicht geredet. Sowas mach ich nicht.


    Der Vorteil ist, dass ich ihr nur schwer über den Weg laufen kann, da ich in dem Umfeld selten bin.


    Was ich möchte? Nach 4 Wochen ist das "Ich möchte sie wiedersehen und zurück" noch sehr stark.
    Was ich aber viel mehr möchte, ist, sie einfach vergessen. Meine Borderlinerin damals, hat mich einfach abgespalten. Ich war im schwarzen Bereich für sie und dadurch alles was wir hatten, in ihr tief verschlossen.
    Zeitweise wünsch ich mir das auch. Vor allem, wenn ich mal wieder von ihr Träume geht es mir dann tagsüber auch nicht besonders gut.

  • Hast du dann noch was geschickt oder nur mehr angerufen?

    Aber klar ich habe ALLES gemacht was ging, ich hatte ja null Plan von Bindungsangst.

    Zuerst denkt man natürlich ob was passiert ist, wenn man keine Antwort auf eine WhatsApp bekommt, dann ruft man an, niemand geht ran... Einmal bin ich sogar vorbei gefahren, hat natürlich niemand geöffnet.

    Als wir zusammen waren vor 5 Jahren hat sowas meist 1-3 Tage gedauert, also das tot stellen.

    Irgendwann hat er dann doch wieder reagiert auf WhatsApp.

    Anfangs bin ich etwas ausgerastet weil ich so wütend war, als es dann schon öfters mal vorkam weiß ich, daß die VA da schon so getriggert war, daß ich auch mal gebettelt habe, mich für Dinge entschuldigt die es eigentlich nie gab.

    Getrennt hat er sich von heute auf morgen, genauso plötzlich.

    Da war ich dann aber auch schon so durch mit diesen Behandlungen, daß ich einfach gesagt habe "wenn Du das meinst, bitte."


    Dann war lange Funkstille.

    Irgendwann suchte er malwieder Kontakt per WhatsApp, irgendwas zu nem Status von mir geschrieben, belanglos.

    Da hatten wir dann ganz sporadisch mal immer Kontakt. Nur Oberflächlich.

    Irgendwann haben wir uns dann mal auf

    Nen Kaffee getroffen und ab da waren wir dann befreundet.

    Und das wurde echt ne richtig gute Freundschaft, tiefe Gespräche, vieles aus der Beziehung zusammen besprochen, er hat sich für Vieles entschuldigt.

    Das lief so locker 1,5 Jahre.

    Bis er - - - surprise, surprise - - vor 3 Monaten auch wieder weg war.

    Weil ich einen Tag mal krank war, flach lag und gesagt habe ich mag nicht telefonieren.

    Er aufgelegt, seitdem nix mehr.

    Ich habe genau 1x versucht anzurufen ein paar Tage später - ging nicht ran.

    Noch n paar Tage später habe ich nochmal per WhatsApp gefragt was denn los sei - -

    Gelesen keine Antwort.

    Und seitdem mach ich gar nix.

    Ich hab auch in Freundschaften keine Lust so unverschämt behandelt zu werden.

    Wenn ein Freund krank ist und sagt er mag nicht telefonieren dann ist das mindeste was ICH mache Gute Besserung zu wünschen.

    Ggf Hilfe anzubieten.


    Nun bei mir ist da wirklich die Grenze erreicht wo ich erkenne egal ob Paar oder befreundet... Die Muster greifen.

    Bei mir auch.

    Natürlich hat das wieder ein Loch in mein Leben gerissen, natürlich ist er mir sehr wertvoll, also die Gespräche die wir hatten, nette Unternehmungen ab und an.


    Aber :wenn es hart auf hart kommt... Ist er nicht da. Leere Worte.

    Also im Endeffekt alles was war nichts von Wert für mich.

    Da bin ich echt mal raus.


    Und keine Ahnung wie ich reagieren würde, käme er wieder belanglos an per WhatsApp.

    Ich glaube es nicht, aber...

    So einfach wie beim letzten Mal wäre es nicht, wieder in mein Leben zu kommen.

    Wenn überhaupt.

    Mir ist das echt zu anstrengend.

  • Mist, eben vergessen... :

    Was ich möchte? Nach 4 Wochen ist das "Ich möchte sie wiedersehen und zurück" noch sehr stark.
    Was ich aber viel mehr möchte, ist, sie einfach vergessen.

    Das ist anfangs glaube ich bei allen immer die erste Antwort.

    Ich möchte bitte den Partner zurück.

    So, wie es am Anfang war.

    Und das ist bei den meisten glaube ich immer eine absolut leidenschaftliche Zeit, komplett verliebt, Wolke 76546-drölfig - tausend.


    Und wenn man irgendwann an den Punkt kommt zu erkennen, daß es mit "Ich will das alles zurück wie es anfangs war " nichts werden kann weil ja auch zu viele Dinge passiert sind, die es nie wieder so werden lassen wie am Anfang - dann wünscht man sich man könnte die Person komplett vergessen, hätte sie am Besten nie kennengelernt. Würde" geblitzdingst "werden wie in" Men in black " (wenns Dir was sagt)

    ;)

    Beides geht nicht.

    Deswegen ist die Frage was wünscht Du Dir eher ein was brauchst Du wirklich um glücklich zu sein.

    Im Leben. In einer Partnerschaft.

    Und da fällt dann die Antwort den Ex zurück raus, weil der einen persönlich ganz offensichtlich nicht glücklich macht.

    Von daher sind Hobbies etc., Unternehmungen mit Freunden, gute Gespräche etc etc ein guter Anfang.

    Und dann kann man weiter überlegen.

    Was sind die eigenen Grenzen, Standarts, die ich in Partnerschaften brauche...

    Ach... Und all das braucht Zeit, je länger oder tiefer man drin steckte auch umso länger.

  • Mist, eben vergessen... :

    Was ich möchte? Nach 4 Wochen ist das "Ich möchte sie wiedersehen und zurück" noch sehr stark.
    Was ich aber viel mehr möchte, ist, sie einfach vergessen.

    Das ist anfangs glaube ich bei allen immer die erste Antwort.

    Ich möchte bitte den Partner zurück.

    So, wie es am Anfang war.

    Und das ist bei den meisten glaube ich immer eine absolut leidenschaftliche Zeit, komplett verliebt, Wolke 76546-drölfig - tausend.


    Und wenn man irgendwann an den Punkt kommt zu erkennen, daß es mit "Ich will das alles zurück wie es anfangs war " nichts werden kann weil ja auch zu viele Dinge passiert sind, die es nie wieder so werden lassen wie am Anfang - dann wünscht man sich man könnte die Person komplett vergessen, hätte sie am Besten nie kennengelernt. Würde" geblitzdingst "werden wie in" Men in black " (wenns Dir was sagt)

    ;)

    Beides geht nicht.

    Deswegen ist die Frage was wünscht Du Dir eher ein was brauchst Du wirklich um glücklich zu sein.

    Im Leben. In einer Partnerschaft.

    Und da fällt dann die Antwort den Ex zurück raus, weil der einen persönlich ganz offensichtlich nicht glücklich macht.

    Von daher sind Hobbies etc., Unternehmungen mit Freunden, gute Gespräche etc etc ein guter Anfang.

    Und dann kann man weiter überlegen.

    Was sind die eigenen Grenzen, Standarts, die ich in Partnerschaften brauche...

    Ach... Und all das braucht Zeit, je länger oder tiefer man drin steckte auch umso länger.

  • Ich hatte gestern ein Date mit einer Frau die ein paar Jahre älter ist als ich. Sie ist 41 und es ging schnell zur Sache obwohl sie auf Beziehungssuche ist.


    Für mich war es surreal. So kühl wie meine Verflossene war, so offen ist sie. Nur, weil du sagst den Anfang wieder zurückbekommen. Bei uns hat es beim letzten Treffen so richtig angefangen. Und dann hat sie es abgebrochen


    Weshalb es auch so hart ist und als ich gestern mein Date geküsst hab, wünschte ich mir, dass es meine Verflossene ist.


    Ich weiß nun das es defentiv zu früh ist, mich auf was einzulassen. Brauche meine Zeit, obwohl gerade jetzt es mehere Dateanfragen gibt. Gerade dann, wenn ich das nicht so möchte.


    Ich weiß auch, dass es richtig war, ihr nicht hinterherzurennen. Etwas das ich bei keiner Trennung oder Absage gemacht habe. Dafür bin ich nicht der Typ.


    Vorab bin ich im Verlustangstmodus und das wirkt sich auf mein Verhalten von mir gegenüber der Frau massiv aus. Doch das ändert sich wenn sie es beendet. Dann bin ich weg und will es hintermir lassen.


    Ich melde mich dann nicht mehr. Akzeptiere es, auch wenn es mich verletzt.


    Verstehe dich aber auch, dass du den Kontakt bei seinem Rückzug gesucht hast. Und finde es auch spannend, dass sich eine Freundschaft entwickelt hat bis er wieder auf Abstand ging.


    Bei mir sind meine engen Freundschaften stabil seit Jahren. Bei ihr gibt es einen besten Freund. Die verstehen sich sehr gut. Ansonsten hat sie wechselnde Freundschaften die dann 1-2 Jahre gut halten.

    Allerdings, sie investiert schon. Das will ich nicht absprechen. Es kommt dann aber zu Aktionen, die sie unbewusst macht, und das führt zu Problemen.


    Grenzen etc sind für mich sehr wichtig. Ich muss erkennen wie eine Partnerschaft für mich auszusehen hat. Was meine Bedürfnisse sind. Denke da anzusetzen, das zu fixieren und zu Leben ist jetzt das nächste was ich tun muss.