Die eigene BA verdrängen

  • Hallo,

    Es zeigt sich ja, dass viele BAler sich gar nicht ihrer BA bewusst sind.


    Ich stelle es mir anfangs auch tatsächlich schwierig vor, besonders bei passiver BA, das Problem bei sich zu entdecken.

    Ebenso bei aktiver BA, wenn man Fehler am Partner entdeckt und die Gefühle verschwinden.

    Der Gedanke, dass es einfach nicht die richtige Person war, ist das naheliegendste.


    Dann gibt es wieder die BAler, die genug Leidensdruck aufgebaut haben und ihre Anteile erkennen und sich reflektieren.

    Das scheinen mir aber tatsächlich die wenigsten zu sein.


    Ein großer Teil, scheint mir, sind BAler die um ihre BA nicht wissen oder aber die grob um ihre Problematik wissen, sie aber schlicht verdrängen.


    Besonders hier im Forum bekommt man sehr oft mit, dass die BAler von Usern hier, schon an einigen Stellen durchblicken lassen, dass Sie Ihre Probleme haben. Dass gewisse Muster immer wieder auftreten, dass sie "nicht können".

    Viele User hier haben ihre Partner auf das Thema aufmerksam gemacht. Einige lehnten die BA vehement ab, viele erkannten sich wieder in den Texten, räumten ihre Anteile ein, wollten etwas ändern, doch die wenigsten taten es.


    Mir scheint, dass der Großteil die BA verdrängen will.

    Und das noch bevor Sie genaueres überhaupt über die Thematik wissen.


    Ich dachte ein Thread hierüber sei ganz passend.

    Da gerade die Partner es oft nicht nachvollziehen können, wieso ihr BAler seine BA nicht akzeptiert / akzeptieren will

  • Weil sie sich oft nicht bewusst zeigt vielleicht?


    Ich meine wenn zB Gefühle in einer Beziehung verschwinden, dann denkt man halt erst Mal "passt halt nicht". Man kann sich sehr lange sehr vieles schön reden, viele Ausreden haben, warum das nicht passt, bevor man sich selbst an die Stelle setzt an der es was zu tun gibt. Meine eigene BA hat sich oft einfach in absolutem Dessinteresse und körperlichen Beschwerden gezeigt, sobald es irgendwie ernst wurde und ich habe da sehr lange gebraucht um einen Zusammenhang überhaupt zu erkennen und herzustellen. Von einem Außenstehenden hätte ich mir da genau gar nichts sagen lassen ( schon gar nicht von eben diesem Mann, der mich eigentlich nicht mehr interessiert hat), das hätte bei mir nur Gegenwehr erzeugt und by the way, hätte ich das auch sehr übergriffig gefunden zu damaliger Zeit, wenn mir jemand ein Problem aufs Auge drücken hätte wollen. Für mich hat es sich ja nie wie ein Problem angefühlt.


    Das da was nicht stimmt, hab ich erst gemerkt als ich anfing selbst an die aktiven BA ran zulaufen und mit VA reagiert habe. Damit habe ich mich dann befasst. Mit meinen eigenen Ängsten und Reaktionen und so kam eins zum anderen.


    Grad die psychischen Dinge finde ich zeigen sich oft maskiert. Oder auch gut zu sehen bei Drogen oder Alkoholabhängigkeit. Da muss der Mensch auch meistens erstmal komplett am Boden liegen und alles verloren haben, bevor ihm ein Licht aufgeht, dass das Problem an einem selbst liegt und auch nur da in den Griff zu kriegen ist....

  • @Lea

    Das verstehe ich.

    Das ist ja oft so, dass man als aktiver BA es eher nicht merkt und erst, wenn man dann selbst an einen aktiven gerät, leidet und die Muster erkennt (und dann vielleicht auch bei sich)


    Mir ging es aber eher um die BAler die schon irgendwie ahnen, dass da etwas im Busch ist.

    Die schon am anfang vor sich selbst warnen.

    Genauso die, die immer wieder on/off erzeugen.

    In den frischen On Phasen (liest man hier so häufig) bereuen Sie ja und erkennen oftmals , dass da etwas nicht so rund läuft aber es wird irgendwie sofort weggewischt.

  • Ich schreibe es ja immer wieder; solche Muster wollen nicht ins Bewusstsein kommen.

    Und überhaupt; unser Bewusstsein ist oft nur ein Bruchteil unserer gesamten Psyche. Viele Menschen sind null reflektiert und leben eben so in den Tag hinein.

    Als ich in dieses Forum kam, war ich eine von Dutzenden „mein Partner hat Ba, ich aber nicht“ Userinnen.

    Und nun? Ich bin schon ganz gut bindungsproblematisch.


    Man kann sowas ziemlich lang ziemlich gut vermeiden. Vielleicht wird man dann eben depressiv, oder man trinkt, raucht oder „frisst“ das Problem eben weg. Wie viele Millionen Menschen in Deutschland haben psychosomatische Befunde? Zähneknirschen beheben die meisten stumpf mit einer Knirschschiene. Dass die nicht das Problem löst, sondern nur das Symptom dämpft, ist klar. Auch das sind Verarbeitungsprozesse im Schlaf. Aber von was?

    Wie viele Menschen haben einen Reizdarm, Bluthochdruck, Migräne, Schuppenflechte, Rückenschmerzen, Panikattacken, Zähneknirschen usw usw?

    Prozentual gesehen… wie viele davon gehen der möglichen psychischen Ursache auf den Grund?


    Und nochmal: Bindungsangst ist keine psychologische Diagnose. Bedeutet dass kein Therapeut in den Bericht „Bindungsangst“ schreiben wird. Das ist auch nur ein Symptom von…, Ja… von Traumata oder eben Begleiterscheinung einer anderen psychischen Diagnose.

    Sex won´t make someone commit.

    Physical attention won´t make someone commit.

    Being perfect won´t make someone commit.

    The ONLY thing that will make someone commit is someone that´s ready for commitment.

    Never forget that.

  • Dieses vor sich selbst warnen ist doch nur Ausdruck der Minderwertigkeitskomplexe, die da zu 99,9% automatisch stark mitschwingen.

    Das ist doch keine reflektierte Kommunikation.

    (Oder nur extrem selten)

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